11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Im 2019 veröffentlichten Unternehmenszweck von Veolia heißt es: "Mit unserer Geschäftstätigkeit, die heute die Bereiche Wasser, Entsorgung und Energie umfasst, stellen wir unseren kommunalen ebenso wie unseren privaten Kunden überall auf der Welt Lösungen zur Verfügung, die den Zugang zu natürlichen Ressourcen verbessern, Ressourcen schützen und ihre effektive Nutzung und Wiederverwertung ermöglichen. Die Verbesserung unserer Umweltbilanz sowie der unserer Kunden steht im Mittelpunkt unseres Geschäftsmodells." Dennoch ist das Erbringen unserer Dienstleistungen zum Management effizienter Kreisläufe von Wertstoffen, Energie sowie Trink- und Abwasser mit dem Gebrauch von Ressourcen verbunden.

Für das Managen von Wertstoffkreisläufen verfügt Veolia über besondere Kompetenz darin, dezentrale Abfallströme effizient zusammenzuführen und durch spezifische Aufbereitungsprozesse in recycelte Rohstoffe umzuwandeln. Das gilt insbesondere für große Wertstoffmengen wie beispielsweise im Bereich Altpapierrecycling, in dem Veolia Marktführer ist. Dieses Know-how setzen wir aber auch für kleinere, nicht weniger bedeutsame Abfallströme ein. So gewinnen wir Phosphor und Stickstoff aus dem Abwasser zurück, stellen lebensmitteltaugliche PET-Flakes aus Einwegflaschen her, betreiben eine der modernsten Kühlgeräterecyclinganlagen Europas und produzieren Kompost aus Bioabfall und Grünschnitt. Im Rahmen des Programms Waste2Energy produzieren wir auf der Grundlage von Sortierresten darüber hinaus hochkalorische Ersatzbrennstoffe, welche in Industrieunternehmen mit hohem Energiebedarf fossile Brennstoffe substituieren können. Veolia hat sich weltweit das Ziel gesteckt, den Umsatz im Bereich der Kreislaufwirtschaft zu erhöhen. Veolia Deutschland trug zur Umsetzung dieses Ziels 2020 mit etwa einem Drittel seines Umsatzes bei. 

So nutzt Veolia in Deutschland zur Gewinnung bzw. Aufbereitung von Trinkwasser in bundesweit 38 Wasserwerken in Abhängigkeit von den regionalen Gegebenheiten und unter Abwägung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Aspekte sowohl Grundwasser als auch Fernwasser. So wurden 2020 insgesamt 58 Mio. m3 zur Trinkwasserproduktion genutzt. Davon waren 22 Mio. m3 Grundwasser.
Bei der Reinigung von Abwasser in bundesweit 120 Kläranlagen im Jahr hält Veolia sämtliche Grenzwerte ein und kann diese vielfach übererfüllen. Anschließend wird das gereinigte Abwasser in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt. Veolia sorgt für die kontinuierliche Instandhaltung von Wasser-Infrastrukturen, um Wasserverluste auf dem Weg zum Kunden auf ein ökologisch und ökonomisch vertretbares Mindestmaß zu reduzieren. Den Schutz der wertvollen Ressource Wasser, auch durch die Bewahrung eines gesunden natürlichen Umfelds der Quellen, in denen es gewonnen wird, verstehen wir als Teil unseres Versorgungsauftrags. Im Rahmen des Programms  Water2Energy sorgt Veolia dafür, Energie aus Abwasser zu gewinnen und zur Deckung des Energiebedarfs der Kläranlagen zu nutzen.

Mit unseren Produkten und Dienstleistungen zum Energiemanagement begleiten wir unsere Kunden auf dem Weg in eine ressourceneffiziente und kohlenstoffarme Energieerzeugung. Herausragende Bedeutung hat das Projekt Kohleausstieg in Braunschweig, in dessen Rahmen die Strom- und Wärmeversorgung der Stadt bis 2022 auf Kohle verzichtet und statt dessen auf der Basis von Biomasse und Erdgas zukunftsorientiert gestaltet wird. Mit den sogenannten Energieeffizienz-Quartieren versorgt Veolia darüber hinaus Stadtteile oder Industriegebiete an mehreren Standorten ressourcenschonend und kostensparend. Weitergeführt wurde im Berichtszeitraum das über das Programm Horizon 2020 finanzierte Projekt ReUseHeat. Naturstromprodukte und atomstromfreie Stromprodukte gehören zum Portfolio der Veolia-Stadtwerke.

Die Erbringung der Veolia-Dienstleistungen geht mit einem relevanten Energieverbrauch einher. Der gesamte Energieverbrauch von Veolia in Deutschland betrug 2020 rund 2.628.086 MWh.

Die Anlagen, welche Veolia für seine operative Tätigkeit nutzt, benötigen große Flächen - sei es beim Management von Wasserkreisläufen, der Optimierung von Energiesystemen oder der Gewinnung von Recyclingrohstoffen aus Abfall. Zugleich nutzt Veolia in einigen Bereichen natürliche Behandlungsmethoden, wie beispielsweise bei der biologischen Abwasserreinigung. Vor diesem Hintergrund übernimmt das Unternehmen auch Verantwortung für den Erhalt und die Wiederherstellung von Biodiversität auf den genutzten Flächen.
Weltweit verfolgt dafür einen einheitlichen, systematischen Ansatz, der im Rahmen des Strategieprogramms Impact 2023 weiter entwickelt wurde. Über das Umweltreporting konnten sensible Standorte identifiziert werden, die sich u.a. durch die Nähe zu Schutzgebieten, den Anteil unversiegelter Fläche und das Vorkommen geschützter Arten auszeichnen. Nach einer zertifizierten Methodik sind an den Standorten Maßnahmen umzusetzen, die sich nach den spezifischen Bedingungen richten. So sind in Deutschland bis 2023 umzusetzen: 

- Biodiversitäts-Fußabdruck mit einem Ökologen am Standort des Klärwerks Steinhof in Braunschweig einschließlich Umsetzung von 75% eines zu vereinbarenden Aktionsplans mit Verbesserungsmaßnahmen

- ökologisches Standortmanagement entsprechend einer definierten Charta an 75% der Standorte mit einer Größe von über 1 ha- Sensibilisierung der Beschäftigten zum Thema Biodiversität an 50% aller Standorte sowie

- kompletter Verzicht auf die Nutzung von Pflanzenschutzmitteln (Zero Phyto) an 75% aller Standorte. Der Fortschritt bei der Umsetzung dieser Maßnahmen ist in das Reporting integriert und wird sowohl auf Landesebene wie auf internationaler Ebene regelmäßig evaluiert und dokumentiert.