11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist Dienstleister im Gesundheitssektor mit einem Versorgungsauftrag für den Großraum Hamburg. Im Fokus steht die Krankenversorgung Daneben gehören die Forschung und der Lehrbetrieb zum Kerngeschäft des UKE. Im Rahmen dieser Tätigkeiten werden sowohl von den patientennahen Bereichen, den Forschungsbereichen als auch den Servicegesellschaften insbesondere die Ressourcen Wasser und Energie genutzt, sowie Ressourcen zur Aufbereitung von Medizinprodukten. Umweltauswirkungen haben die entstehenden Abfälle, Abwässer, Emissionen sowie die Flächenverdichtung aufgrund des Zukunftsplans 2050 des UKE.

Energie: Das UKE bezieht für seine Geschäftstätigkeit Strom, Erdgas und Fernwärme. Ferner wird für die Notstromaggregate ein geringer Anteil an Heizöl eingesetzt. Im Berichtsjahr lag der Gesamtenergieverbrauch bei 144.102 MWh (inkl. Verkauf), davon wurden 56.288 MWh Strom, 59.232 MWh Heizwärme, 14.491 MWh Kälte und 14.091 MWh Dampf verbraucht. Im Stromverbrauch sind rund 15 GWh Eigenstromerzeugung mittels Blockheizkraftwerk (BHKW) enthalten. Zusätzlich enthält der Gesamtstrombedarf den Energiebedarf für die Kälteerzeugung in Kompressionskälteanlagen. Der Wärmebedarf setzt sich zu 88 Prozent aus Fremdbezug und zu 12 Prozent aus Eigenerzeugung mittels BHKW zusammen. Dampf wird selbst erzeugt aus Erdgas (40 Prozent) und aus Abhitze des BHKWs (60 Prozent). Für den Betrieb des BHKWs werden rund 44,4 GWh Erdgas bezogen. Weitere 7,5 GWh Erdgas werden in Dampfkesseln eingesetzt.

Wasser / Abwasser: Im Jahr 2020 wurde für die gesamte Geschäftstätigkeit ein Volumen von 344.171 m³ Wasser bezogen. Materialien: Aufgrund des umfangreichen Leistungsportfolios des UKE kommt eine Vielzahl unterschiedlichster Materialien zum Einsatz (z. B. Produkte der Krankenversorgung, Diagnostika, Chemikalien, Büromaterialien, IT-Zubehör). Die zum Einsatz kommenden Materialien werden derzeit nicht differenziert nach natürlichen und nicht erneuerbaren Ressourcen er­fasst. Das Gesamtvolumen von Materialien oder Materialgruppen kann gegenwärtig nicht beziffert werden, da verschiedene Materialien wie z. B. Verpackungsmaterial aus der Beschaffung nicht erfasst werden. Rückschlüsse könnten – allerdings nur teilweise – über die Abfallmengen abgeleitet werden (s. u.).

Abfall: Die Abfall-Gesamtmenge betrug im Berichtsjahr 4.947,4 Tonnen. Das sind ca. 140 Tonnen weniger als 2019. Folgende Abfallarten werden differenziert: krankenhausspezifischer Abfall, Abfall zur Verwertung (Pappe/Papier/Kartonagen, Glas, Leichtverpackungen, Altakten, Speisereste, Abscheiderinhalte, Tierstreu, Sperrmüll/Altholz, Schrottmetall, Bauschutt), gefährliche Abfälle (Elektronikschrott, infektiöse Abfälle, Zytostatika, Chemikalien). Radioaktive Stoffe werden gesondert erfasst. Die gefährlichen Abfälle bilden mengenmäßig einen kleinen Anteil (ca. 5 Prozent) der gesamten Entsorgungsmenge und werden einem zertifizierten Zerlegebetrieb überführt. Der krankenhausspezifische Restabfall (z. B. Einmalmaterialien wie OP-Handschuhe, Schlauchsysteme, Wundverbände, verschmutzte Verpackungen) dominiert mit ca. 64 Prozent Gewichtsanteil am Abfallaufkommen des UKE. Wertstoffmengen wie Pappe/Papier, Glas, Altmetall und Verpackungen aus Kunststoff werden der Sortierung und Wiederverwertung zugeführt. Biologische Abfälle und Speiseabfälle werden getrennt erfasst und über einen zertifizierten Entsorgungsdienstleister verwertet.

Emissionen: Die Summe der direkten CO2-Emissionen betrug im Berichtsjahr 44.434 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies eine Reduktion von ca. 3.000 Tonnen (ca. 6 Prozent) dar. Indirekte und sonstige indirekte CO2-Emissionen werden derzeit nicht erfasst (siehe auch Kapitel 13 des Nachhaltigkeitsberichtes).

Fläche / Biodiversität: Die Hauptliegenschaft des UKE umfasst eine Fläche von ca. 340.000 m². Davon ist eine Fläche von ca. 260.000 m² be- oder überbaut. Das entspricht ca. 75 Prozent der Gesamtfläche. Insgesamt verfügt das UKE über ca. 80.000 m² Grünfläche, auf denen zahlreiche Pflanzen und über 1.000 Bäume angesiedelt sind. Zusätzlich befinden sich auf der Hauptliegenschaft des UKE mehrere Gründächer mit einer Fläche von ca. 5.166 m². Zur Erhöhung der Biodiversität wird wird die Einrichtung von Wildblumenwiesen und Insektenhotels auf dem UKE-Gelände geplant.