11. Inanspruchnahme und Management von natürlichen Ressourcen

Die Hochschule legt für die folgenden Bereiche dar, in welchem Umfang durch ihren Betrieb und die Mobilität ihrer Angehörigen natürliche Ressourcen in Anspruch genommen werden. Ferner beschreibt sie Reduktions- sowie Effizienzziele in Bezug auf die Ressourcennutzung und stellt dar, wie diese mit derzeit laufenden und zukünftigen Maßnahmen erreicht werden sollen.

a) Lebenszyklus von Verbrauchs- und Investitionsgütern sowie Dienstleistungen
b) Kreislaufwirtschaft und Entsorgung
c) Mobilität
d) Ernährung
e) Energie
f) Wasser

Folgende betriebliche Nachhaltigkeitsaktivitäten konnten durch den napro-Bericht identifiziert werden:

a) Lebenszyklus von Verbrauchs- und Investitionsgütern sowie Dienstleistungen

- 2017 stellte die UDE gemeinsam mit der Technischen Universität Dortmund, der Universität zu Köln und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Kriterien auf, die auf Nachhaltigkeit im Bürobedarf abzielen und beschloss darauf aufbauend eine gemeinsame Ausschreibung. Den Zuschlag erhielten ausgewählte Lieferfirmen, beispielsweise bei einem Produktkatalog, der mindestens 75 % nachhaltige Produkte anbietet. Aus ökologischer Sicht spielte der Antriebsstoff des Fuhrparks der Lieferfirmen eine wichtige Rolle. Um die Sichtbarkeit der nachhaltigen Produkte innerhalb des SAP-Systems für Beschaffer*innen und Einkäufer*innen zu erhöhen, wurden diese Produkte explizit auf der Startseite der Einkaufsmaske beworben. Diese Aktion zeigte kurzerhand Wirkung und ließ die Nachfrage nach nachhaltigeren Produkten ansteigen. Im Bereich der Büromöbel sollen auch hier weitere Verhandlungen mit potenziellen Lieferfirmen und dem Einkauf der UDE erfolgen und die Dimensionen von Ökonomie, Ökologie und Sozialem vereinen.

b) Kreislaufwirtschaft und Entsorgung

- Die Stabsstelle Arbeitssicherheit und Umweltschutz (A&U) organisiert die ordnungsgemäße und umweltverträgliche Entsorgung von Abfällen, die innerhalb des Universitätsbetriebes anfallen. Dazu gehört die kontinuierliche Entwicklung von Konzepten, um die Nachhaltigkeit in der Abfallentsorgung weiter zu verbessern.

- Im Jahr 2014 wurde der zentrale „Entsorgungshof S08“, auf dem auch das neue Chemikalienabfalllager untergebracht ist, in Betrieb genommen. Der Entsorgungshof bietet genügend Platz, um die auf dem Campus verteilten Abfallcontainer aufzunehmen und noch weitere Container zur Trennung der Abfallfraktionen unterzubringen.

- UDE Kleinanzeigen: Ein durch Kooperation von ZIM und Verwaltung eingerichtetes internes Vermittlungsportal, das unnötige Entsorgungen von gut erhaltenen Gegenständen des täglichen Arbeitslebens an der UDE verringert und kostenträchtige Neuanschaffungen für Arbeitsbereiche minimiert, existiert seit 2017.

c) Mobilität

- ÖPNV und Pendelbusse: Zwischen den Campi können Studierende und Mitarbeiter*innen mit der UDE-Sonderbuslinie („Shuttle -Bus“, leider noch ein Diesel) innerhalb von circa 20 Minuten entgeltlos pendeln. Dadurch wird der Nutzung von motorisiertem Individualverkehr entgegengewirkt. Mit der kostenlosen myUDE-App des Zentrums für Informations- und Mediendienste können die Abfahrtszeiten des Shuttle-Bus und des ÖPNV abgerufen werden.

- Fahrradfahren: Eine umweltfreundliche Alternative zum motorisierten Verkehr wird durch die Kooperation des AStA mit nextbike/Metropolradruhr ermöglicht. Für eine Stunde können Studierende kostenfrei bis zu zwei Fahrräder leihen. Jede weitere angefangene halbe Stunde kostet 50 Cent (pro Rad). Die Konditionen gelten in ganz NRW, mit Ausnahme Bonn - hier müssen pro Jahr 3 Euro gezahlt werden. Doch in punkto Fahrradfahren gibt es noch Verbesserungspotenzial. Im Laufe des Nachhaltigkeitsprozesses (napro) gab es immer wieder Anfragen, das Fahrradfahren zum Campus zu erleichtern: Sichere Abstellmöglichkeiten an allen zentralen Punkten der Campi, die Förderung von Dienstfahrrädern und der Zugang zu (bereits vorhandenen) Duschen sind hier einige mögliche Handlungsmaßnahmen.

- E-Mobilität: Die UDE verbindet hier ihre Forschung mit der Praxis: In den Jahren 2012 bis 2017 leistete die UDE den wissenschaft­lichen Beitrag zum elektrischen CarSharing-Projekt RuhrautoE. In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtscha­ftslehre und Automobilwirtschaft­, dem Lehrstuhl für Mechatronik und dem Profilschwerpunkt der Fakultät für Ingenieurswissenscha­ften, „Ressource Engineering“, und weiteren Praxispartner*innen aus ÖPNV und Privatwirtscha­ft wurden mehr als 50 moderne Elektrofahrzeuge zur flexiblen Nutzung im Rahmen eines CarSharing-Systems zur Verfügung gestellt. Mit dem Elektromobilitätsprojekt colognE-mobil (2010–2015) beteiligte sich die UDE mit acht Lehrstühlen an der wissenscha­ftlichen Begleitforschung und unterstützte insgesamt dreizehn Projektpartner*innen. Im Laufe des Projekts wurde eine Ladestation an den jeweiligen Campi installiert und die Poststelle fuhr testweise mit zwei Elektroautos. Insgesamt wurden gemeinsam mit dem Kölner Fahrzeughersteller Ford-Werke 53 Elektro- und Plug-In-Hybridfahrzeuge in den Alltagseinsatz der Partner*innen gebracht. Seit November 2019 ist die Poststelle dauerhaft­ mit zwei Elektroautos ausgestattet und auch der Rektor steigt zukünftig auf ein umweltfreundlicheres Auto mit Wasserstoffantrieb um.

- Dienstreisen: Im Sinne des „Walk-the-talk“ sitzen Wissenschaftler*innen in der Klemme. Einerseits müssen sie sich international vernetzen, andererseits sind sie es, die am besten wissen, wie schädlich insbesondere Flugreisen für unser Klima sind. Ein UDE-Reisemonitoring in Kombination mit einem Reisekodex könnte hier Anreiz sein, klimafreundlicher zu handeln. Vorbilder an anderen Hochschulen gibt es dazu schon (s. ETH Zürich oder University of East Anglia). Die UDE diskutiert solche Möglichkeiten bereits innerhalb des europäischen Hochschulnetzwerk AURORA.

d) Ernährung

- Die Mensen und Cafeterien der UDE werden durch das externe Unternehmen Studierendenwerk Essen-Duisburg betrieben. In seinen sieben Mensen, acht Cafeterien und einem Restaurant an vier verschiedenen Hochschulstandorten dämmt das Studierendenwerk durch einen optimierten Einkauf und bedarfsorientierte Speiseproduktion die Verschwendung von Lebensmitteln ein. So weit wie möglich werden Ressourcen recycelt und wiederverwertet: Das Abfallmanagement, in dem Mülltrennung sowie Mehrweg-Produkte selbstverständlich sind, beinhaltet zum Beispiel die Weiterverarbeitung von Ölen und Fetten in Biogasanlagen zu wiederverwendbaren Energien. Ebenso setzt das Studierendenwerk auf regionale und saisonale Produkte und bietet täglich mindestens ein veganes Gericht an (weitere Infos siehe napro-Bericht, S. 98f.).

-Fairteiler: Sowohl am Essener als auch am Duisburger Campus gibt es einen Fairteiler, der durch die externe Foodsharing-Inititative in Kooperation mit dem AStA betrieben wird. Hier können Lebensmittel abgegeben und mitgenommen werden.

e) Energie

- Die UDE ist seit 2020 auf 100% Ökostrom umgestiegen.

- Der Stromverbrauch der UDE-eigenen Gebäude blieb über die Jahre 2014 bis 2018 relativ konstant – bei rund 49.5 Millionen kWh jährlich mit einer leichten Tendenz nach unten – trotz steigender Studierendenzahlen und neu erworbenen Flächen und Gebäuden. In den letzten Jahren wurden kontinuierliche Energieeinsparungen durch die Sanierung der Gebäude und den Austausch alter Anlagen durch energetisch günstige Anlagen mit dem Eigentümer der Gebäude, dem Bau- und Liegenschaft­sbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen, erzielt. Eine wesentliche Grundlage des Energiemanagements bildet die Verbrauchskontrolle beziehungsweise das Energiecontrolling.

Als erster Schritt hin zum Energiemanagement im Bereich des technischen Gebäudemanagements ist der Aufbau eines Dokumentationssystems, das die spezifischen Energieflüsse zeitnah darstellen kann, in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen festgeschrieben worden. Als Dokumentationssystem wurde das Softwarepaket ENerGO+® ausgewählt. Hierbei handelt es sich um ein professionelles und umfangreiches Energieinformations- und Abrechnungssystem. Es deckt sowohl die technische Seite des Energiecontrollings, wie zum Beispiel Lastganganalysen, Leckage-Detektion und Anlagendimensionierung, als auch die kaufmännische Seite des Energiecontrollings, wie zum Beispiel die zuverlässige Verbrauchs- und Kostenermittlung, Reporting und Abrechnung gegenüber Dritten ab.

- Ein zentrales Thema beim Stichwort Energie sind die Rechenzentren, da diese zu den größten Stromverbrauchern zählen. Nachdem bereits im Jahr 2013 die Kaltgang-Einhausung im Serverraum an der Schützenbahn (www.udue.de/gGuRo) zu einem erheblich geringeren Strombedarf geführt hat, wird bei der Hardwarebeschaffung auf eine hohe Rechenleistung pro Watt geachtet. Durch diese Kennzahl ist es heute möglich, sparsame Hardware – bei gleichzeitig hoher Rechenleistung – zu beschaffen. Auch bei der Auswahl des neuen HPC-Systems 2016 war dies ein wichtiges Kriterium. Der durch das ZIM verwaltete neue Hochleistungsrechner magnitUDE erreichte im Top-500- Ranking im November 2016 Platz 384, belegte aber im Bereich Green-IT Platz 72 weltweit und Platz 2 in Deutschland bei Universitäten. Die magnitUDE ist damit hinsichtlich der Rechenleistung pro Watt deutlich effizienter als viele andere Supercomputer. Auch bei der Anmietung des neuen Rechenzentrums im Duisburger Logport stehen moderne Energiesparkonzepte sowie Energieeffizienz im Vordergrund.

- Jeder Arbeitsplatz verursacht Energiekosten. Daher wird vom Zentrum für Informations- und Mediendienste (ZIM) empfohlen, dass die Ausstattung nur den tatsächlichen Anforderungen des Arbeitsplatzes genügen muss. Zudem hat das ZIM einen Leitfaden für Green IT am Arbeitsplatz (www.udue.de/greenit bzw. www.udue.de/vgQVG) und eine Übersicht mit nachhaltigen IT-Tipps (www.udue.de/be-greener/) herausgegeben, die allen Hochschulangehörigen online zur Verfügung stehen. In einem weiteren Schritt wurde eine Virtual Desktop Infrastructure in Verbindung mit so genannten Thin Clients aufgebaut. Thin Clients haben entscheidende Vorteile: Sie haben eine deutlich längere Lebensdauer als normale Desktop-PCs, führen damit zu einer Entkopplung der Lebenszyklen von Hard- und So­ftware, sind energie- und materialsparender herzustellen und leichter zu transportieren und verbrauchen dabei auch noch deutlich weniger Strom.

- Die UDE orientiert sich beim Bau an den Mindeststandards des Landes NRW.

f) Wasser

- An beiden Campi der UDE befinden sich umweltfreundliche Refill-Stationen an denen Hochschulangehörige kostenlos ihre Wasservorräte auffüllen können. Der Ausbau solcher Auffüllstationen ist in Planung und trägt zur Verfügbarkeit von sauberem Wasser für alle bei (vgl. SDG6).