11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Wie eingangs beschrieben, erbringen der Genossenschaftsverband und seine Partnerunternehmen verschiedenste Dienstleistungen an ihre Kunden und Mitglieder.

Erste Schritte zur Reduzierung von Material- und Energieverbrauch sowie zur Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe wurden eingeleitet. Durch eine systematische Analyse unserer Handlungsfelder für das Jahr 2019 sowie eine Fortsetzung des Prozesses in den kommenden Jahren wollen wir unsere Einflussmöglichkeiten strukturieren und vorantreiben, um gezielter und effektiver ressourcenschonend vorgehen zu können.

Im Hinblick auf den Verbrauch von Ressourcen sind für unsere Gruppe folgende Handlungsfelder von Bedeutung.


Papier
Papier wird in merklichem Umfang verbraucht, um die Ergebnisse unserer Prüfungs- und Beratungstätigkeit zu verschriftlichen, d. h. Prüfungsberichte, Gutachten und Stellungnahmen zu drucken sowie um den Besuchern unserer Bildungseinrichtungen Unterrichts- und Seminarunterlagen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus beanspruchen auch die Prozesse der Fakturierung (Ausgangsrechnungen an unsere Kunden), Auftragsabwicklung (Auftragsbestätigungsschreiben, Schriftverkehr) und Personalverwaltung (Bewerbungen, Zeugnisse und weiteres) Papier. Zur Erbringung der Leistungen, die der Genossenschaftsverband und seine Partnerunternehmen ihren Kunden anbieten, wurden im Jahr 2019 insgesamt 43,6 t Kopierpapier beschafft. Unsere Prüfungen führen wir bereits seit vielen Jahren papierarm digital durch.

Mit der bewussten Reduktion des papierhaften Bereitstellens von Seminarunterlagen in unseren Akademien wurde im Jahr 2019 begonnen. Dies gilt in gleicher Form auch für die Versendung von Ausgangsrechnungen, die seit Mitte 2019 überwiegend digital erfolgt. In der AWADO ist darüber hinaus in 2019 ein Dokumentenmanagementsystem eingeführt worden. Dieses wird seit Mitte 2019 auf den Genossenschaftsverband skaliert. Unter anderem kann ein Teilprozess der Auftragsabwicklung (Risikobeurteilung) so vollständig papierlos abgewickelt werden. An der Einrichtung eines elektronischen Signaturverfahrens arbeiten wir derzeit, mit dem Ziel, unsere Prüfungsergebnisse und Gutachten künftig ebenfalls überwiegend digital ausliefern zu können. Hier hoffen wir, in 2020 einen Partner zu finden, der die berufsrechtlichen Anforderungen erfüllt. Auch der Bereich der Personalverwaltung wurde und wird sukzessive digitalisiert. So forcieren wir bereits seit Jahren einen online Bewerbungsprozess unter Verzicht auf die Einreichung papierhafter Unterlagen. Unsere Mitarbeitenden rufen ihre Abrechnungs- und Sozialversicherungsbescheinigungen in einem elektronischen Portal ab. Ein Prozess zur vollständigen Digitalisierung der Personalakte befindet sich in der Ausarbeitung und Umsetzung.

In der GenoPersonalConsult GmbH bildet das Recruiting das größte Geschäftsfeld. Das Bewerber-management läuft seit einigen Jahren ausschließlich digital. Das Geschäftsmodell der vr-Karriere GmbH ist ebenfalls ausschließlich digital ausgerichtet.

In der GRA Rechtsanwaltsgesellschaft mbH wurde das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) eingeführt und wird sukzessive ausgebaut.

Wasser / Abwasser
Die Hotelbetriebe in Baunatal und Forsbach haben einen signifikanten Wasserverbrauch zur Folge. Daher haben beide Einrichtungen bereits vor einigen Jahren damit begonnen, über eine Reduktion des Wäscheservices im Housekeeping einen sorgsamen Wasserverbrauch zu etablieren und fordern über entsprechende Plaketten auch den Gast hierzu aktiv auf. Investitionen in unseren Hotel- und Akademiezentren werden ökonomisch und ökologisch betrachtet. Mit dem Ziel die „Betriebskosten“ (Strom, Wasser, Reinigungsmittel) zu senken, wurde bspw. in Forsbach eine neue Spülstraße installiert.

Zur Erbringung der Leistungen, die der Genossenschaftsverband und seine Partnerunternehmen ihren Kunden anbieten, wurden im Jahr 2019 jeweils 20.000 m³ Frischwasser verbraucht und Abwasser eingeleitet.

Mobilität
Für die Fahrten zu unseren Mitgliedern und Mandanten sowie zu Akquiseterminen kann auf den PKW in aller Regel nicht verzichtet werden, da zum einen unsere Kunden oftmals in Regionen angesiedelt sind, die über andere Verkehrsmittel nicht gut zu erreichen sind, und zum anderen häufig eine Fülle an Ausrüstung transportiert werden muss. Unsere Außendienstmitarbeitenden benutzen dazu in aller Regel ihren privaten PKW. Abteilungsleiter mit überwiegendem Kundenkontakt,  Bereichsleiter sowie unsere Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer verfügen i. d. R. über Dienstwagen.

Wir motivieren und intensivieren unsere Mitarbeitenden, möglichst viel auf ressourcenschonende Verkehrsmittel zurück zu greifen bzw. PKW-Kilometer zum Beispiel durch den Einsatz von Homeoffice-Zeiten zu reduzieren.

Um unseren Mitarbeitenden für den Fall einer guten Bahnanbindung einen Anreiz zur Nutzung dieses umweltschonenden Verkehrsmittels zu geben, gestatten wir stets die Nutzung der ersten Klasse. Die Nutzung von Bahncards 25, 50 und 100 ist darüber hinaus auch für den privaten Bereich frei gegeben. 


Flugzeugreisen werden nur in den Fällen genutzt, in denen es die zeitlich und kostengünstigere Alternative ist.

Insbesondere für interne Veranstaltungen und Konferenzen greifen wir seit mehreren Jahren zunehmend auf Videokonferenzen zurück, um Fahrten gänzlich zu vermeiden. Pro Jahr werden unsere 25 physischen Videokonferenzräume für über 1.000 Videokonferenzen genutzt. Nicht mit inbegriffen sind die Videokonferenzen, an denen unsere Mitarbeitenden direkt von ihrem Arbeitsplatz aus teilnehmen.

Auch unsere Bildungseinrichtungen haben seit Jahren Webinare fest in ihr Produktportfolio integriert. Sowohl interne als auch extern angebotene Schulungen werden so durchgeführt. Tendenz steigend.

Für unsere Innendienstmitarbeitenden an den Bürostandorten schaffen wir seit dem Jahr 2017 Anreiz zur Nutzung des Fahrrads, indem wir die meist gefahrenen Kilometer mit einem Preis honorieren.

Energie, Wärme und Kühlung
Um einen besseren Überblick über unseren Energieverbrauch und die zugrunde liegenden Energieträger/ -quellen zu erhalten, hat sich der Genossenschaftsverband im Jahr 2016 einem Energie-Audit unterzogen.

Der Energieverbrauch in unseren Häusern umfasst insbesondere die elektrische Energie in unseren Bürogebäuden sowie den Hotel- und Akademiezentren. Bei der Wahl der Anbieter stellen wir sukzessiv auf regenerative Energien um. Darüber hinaus haben wir Klimaanlagen an einigen unserer Standorte installiert.

Zur Erbringung der Leistungen, die der Genossenschaftsverband und seine Partnerunternehmen ihren Kunden anbieten, wurden im Jahr 2019 insgesamt folgende Energiemengen bezogen.
Abfälle und Entsorgung 
In allen unseren Einrichtungen werden Möglichkeiten zur getrennten Abfallentsorgung zugunsten des Recyclings bereitgestellt. An unseren Bürostandorten fällt üblicher Siedlungsabfall an (Papier, Plastik, Restmüll), der über die regionalen Abfallentsorgungsunternehmen entsorgt und verwertet wird (Recycling und thermische Verwertung). In den beiden Tagungshotels fällt in nicht unerheblichem Maße Abfall an. Um die Mengen zu reduzieren, wird seit Jahren auf Klein- und Kleinstverpackungen sowohl im Tagungsgeschäft als auch bei den Mahlzeiten verzichtet. Der Müll wird konsequent getrennt und weitere Maßnahmen zur Müllvermeidung genutzt. Abfalldaten konnten aufgrund des Homeoffice-Einsatzes vieler Mitarbeitender aufgrund der Corona-Pandemie für das Jahr 2019 noch nicht ausgewertet werden.   

Weiter sind im Rahmen unseres Geschäftsbetriebs auch IT-Hardware sowie sonstige Elektroaltgeräte zu entsorgen. Hier arbeiten wir mit einem Entsorgungsunternehmen zusammen, das angabegemäß jährlich ca. 80.000 kg Elektroaltgeräte entsorgt und eine Verwertungsquote von ca. 70-90 % erreicht. Auch Tonerkassetten für die Drucker unserer Außendienstmitarbeitenden können über den Arbeitgeber entsorgt und von uns ins Recycling gegeben werden.

IT-Hardware wie Scanner, Notebooks, Smartphones und Server werden durch Re-Marketing im Ressourcenkreislauf belassen, anstatt diese zu vernichten. Dazu arbeiten wir mit einer Gesellschaft zusammen, die u. a. von der Deutschen Umwelthilfe mit dem Green Electronics-Preis ausgezeichnet wurde.

Büro- und IT-Ausstattung 

Bei der Ausstattung unserer Einrichtungen (Bürogebäude, Seminarzentren, Hotels) sowie der Beschaffung von IT-Ausstattung als zentrales Arbeitsmittel unserer Mitarbeitenden stehen für uns der Anwendernutzen und das Kosten-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund. Bei der Ausschreibung von Notebooks werden ökologische Aspekte einbezogen. Wobei auch die Langlebigkeit bereits aufgrund der Wirtschaftlichkeitsanalyse von Bedeutung ist. Auch eine sukzessive Vermeidung von IT-Hardware, die zumeist unter der Verwendung seltener Erden produziert wird, suchen wir über eine zunehmende Virtualisierung zu erreichen. Bereits im Jahr 2019 haben wir in unseren Rechenzentren und Standorten deutschlandweit einen Virtualisierungsgrad von 95% der Server erreicht.

Boden, Fläche, Biodiversität 

Die Ressourcen Boden, Fläche und Biodiversität werden vom Genossenschaftsverband und seinen Partnerunternehmen nur in geringem Umfang in Anspruch genommen. Aufgrund der geringen Bedeutung sind sie gemäß dem Wesentlichkeitsgrundsatz in unsere Analyse nicht eingeflossen.