11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Im Berichtsjahr 2018 konnte ASSMANN auf 22 Jahre Umweltmanagement nach der Europäischen Verordnung zum Umweltmanagement (EMAS) zurückblicken. Wie kaum ein anderes Unternehmen der Büromöbelbranche analysiert und verbessert ASSMANN die ökologischen Auswirkungen und den Ressourcenverbrauch seiner Tätigkeit; dazu gehört auch eine umfassende Zusammenarbeit mit den Lieferanten, nicht nur in ökologischer Hinsicht (vgl. Kriterium 4). Auf S. 48-57 der Umwelterklärung 2019 stellen wir sehr ausführlich die direkten und indirekten Umweltauswirkungen dar inklusive einer Bewertung der jeweiligen Aspekte entsprechend ihres Umweltgefährdungspotenzials. Auf den S. 58-81 sind eine ausführliche Input-Output-Bilanz sowie die Kernindikatoren nach EMAS dargestellt.

Folgend ein zusammenfassender Überblick über die wichtigsten Auswirkungen bezüglich des Ressourceneinsatzes:

Wasser
Der Wasserverbrauch resultiert zum überwiegenden Teil aus dem Bedarf des Sanitärbereichs und wird durch das öffentliche Wassernetz gedeckt. Darüber hinaus werden geringe Mengen für die Fahrzeugwäsche sowie als Reinigungswasser für die Leimmaschinenreinigung verwendet. Der Ölabscheider am Lkw-Waschplatz (nur Fahrzeugwäsche) wird regelmäßig gewartet und extern überprüft, wie in der Genehmigung nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG) vorgesehen. In Bezug auf die Produktionsmenge hat sich der Frischwasserverbrauch in 2018 um 32,4% verringert. Dies ist einem nicht frühzeitig identifizierten Wasserrohrbruch im Außenbereich im Jahr 2017 zuzurechnen, der in diesem Jahr einen unverhältnismäßig hohen Wasserverbrauch verursachte. Doch auch im Vergleich zum Jahr 2016 ergab sich eine Verringerung um fast 24%. Diese Einsparungen resultieren überwiegend aus Verbesserungen im Sanitärbereich – insbesondere durch den Einsatz wasserloser Urinale. Durch die Schließung unserer Echtholzabteilung zum Jahreswechsel 2018/2019 werden wir ab 2019 kein Prozesswasser mehr benötigen.

Boden/Fläche/Biodiversität
Unser Betrieb ist seit der Gründung „auf der grünen Wiese“ kontinuierlich ausgebaut worden. Auf dem eigenen Gelände sind Umweltschäden, die zu einer Bodenverunreinigung geführt hätten, nicht bekannt. Im Zuge der Neubauplanung wurde eine Altlast auf einem Nachbargrundstück untersucht. Da mit dem bisherigen Eigentümer keine Übereinkunft über Maßnahmen vor dem Erwerb getroffen werden konnte und die fach- und gesetzeskonforme Beseitigung der fremden Altlast nicht wirtschaftlich ist, wurde von der bisherigen Planung und dem Erwerb der Fläche Abstand genommen. Aktuell befinden wir uns in einer Neuplanung, die mit der verfügbaren Fläche und ohne zusätzliche Bodenversiegelung auskommt. Von den insgesamt 73.714 qm Fläche sind 36,7 % versiegelt, 35,93 % überbaut und 27,37 % Grünfläche. ASSMANN besitzt keine Grundstücke in Schutzgebieten und es sind keine gefährdeten Arten durch unser Unternehmen bedroht. Ein besonderer Landschaftsschutz oder etwa die Wiederherstellung zuvor zerstörter natürlicher Lebensräume ist daher nicht nötig, ebenso wenig ein gesondertes Biodiversitätsmanagement, das über unser bestehendes Umweltmanagement hinausgehen würde.

Abfall
Die im Betrieb entstehenden Abfälle durch Lackierung, Produktion, Betriebstechnik oder Verpackung werden getrennt gesammelt und gemäß den Bestimmungen der aktuellen GewAbfV entsorgt. Im Jahr 2018 betrug die Getrenntsammlungsquote 98,5%. Es wird bei der Auswahl der Entsorger darauf geachtet, dass nur zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe eingesetzt werden. Die Abfallnachweisführung wird zentral vom Abfallbeauftragten verwaltet. Die Verringerung der Abfallmengen gehört zu den kontinuierlichen Aktivitäten unseres Unternehmens. Ein Test zur Sammlung von Polypropylenresten in Big Bags und deren Rückführung zum Vorlieferanten mit dem Ziel, unsere Recyclingquote zu erhöhen, hat sich aktuell zerschlagen, da der Vorlieferant die dafür vorgesehene Produktsparte abgegeben hat. Andere Verwendungsmöglichkeiten befinden sich zurzeit beim Lieferanten in Klärung. Insgesamt ist im Jahr 2018 die Abfallmenge um 8,1% gestiegen. Dieser absolute Anstieg ist auf die Erhöhung der Produktionsmenge zurückzuführen. Bezogen auf die Produktionsmenge konnte der Abfall dagegen erfreulicherweise um 8,2% reduziert werden. Die gefährlichen Abfälle konnten sogar im absoluten Wert um 40,4% reduziert werden. Im nächsten Jahr ist jedoch ein Anstieg zu erwarten, da der Bereich Echtholz zum Jahreswechsel 2018/19 aufgelöst wurde und Restbestände an Produktionsmaterialien wie beispielsweise Lacken entsorgt werden mussten.

Energie
ASSMANN verbrauchte 4.166,69 MWh Strom im Jahr 2018. Der Verbrauch von elektrischer Energie im Verhältnis zur Produktionsmenge konnte im Vergleich zum Vorjahr nicht reduziert werden sondern bewegte sich auf Vorjahresniveau. Er lag 2017 bei 121,2 kWh / t und 2018 mit 123,3 kWh / t etwa 1,8 % über dem Vorjahreswert. Der leichte Anstieg ist auf die beiden Punkte zurückzuführen, die bereits im Jahr 2017 zu einem Anstieg geführt haben. Zum einen wurde im Jahr 2017 eine Zelthalle errichtet, die die Übergangsfertigung der Korpusmöbel während der Aufbau- und Anlaufphase der neu installierten Korpusmöbellinie beherbergt. Für diese zusätzliche Fläche fallen Energiekosten insbesondere durch die Beleuchtung an. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage erfordert zusätzliche Energieaufwendungen, die sich jedoch noch nicht in produzierten Möbeln niederschlagen. Für 2018 schlagen diese Punkte jedoch im Gegensatz zu 2017 ganzjährig zu Buche. Im Bereich der Wärmeenergie konnte der Energieeinsatz bezogen auf die Produktionsmenge von 215,77 kWh/t in 2017 um 16% auf 181 kWh/t gesenkt werden. Dies ist aber hauptsächlich auf witterungsbedingte Faktoren zurückzuführen. Wir untersuchen auch weiterhin alle verbrauchenden Einheiten im Unternehmen auf potenzielle Einsparungen, um daraus gegebenenfalls Maßnahmen zur Reduzierung einzuleiten. Zu diesem Zweck wurde ein Energiemanagementsystem nach Vorgaben der ISO 50001 implementiert, welches wir jedoch nicht zertifizieren lassen.

Emissionen
Aufgrund der genehmigungsbedürftigen Feuerungsanlage nach der 4. BImSchV VO liegt hier das besondere Augenmerk auf den Emissionen. Sämtliche aktuellen Messwerte liegen unter den erlaubten Grenzwerten (vgl. Umwelterklärung 2019 S. 67). Durch Bearbeitungsmaschinen entsteht ein Lärmpegel, der durch regelmäßige Messungen beobachtet und, wenn möglich, verringert wird. Wo dies nicht möglich ist, wird Gehörschutz bereitgestellt. Die Bestimmungen der Lärm- und Vibrationsrichtlinien werden eingehalten. Da unser Unternehmen in einem Gewerbegebiet mit direkt benachbarter Wohnbebauung liegt, ist der Aspekt Außenlärm als relevant einzustufen. Bislang traten keine Probleme auf, dennoch wird derzeit ein Lärmschutzkonzept für das Gesamtwerk entwickelt.