11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

In allen Bereichen der Versorgung von Kunden mit Gas, Wasser, Wärme, Strom und Telekommunikation sollen Umwelteinflüsse auf Bodenflächen, Grundwasser und Luft, die durch den Bau, Betrieb und die Instandhaltung von Anlagen und Netzen entstehen, so gering wie möglich gehalten bzw. ganz vermieden werden. Grundsätzlich hält EWR die in Deutschland geltenden gesetzlichen Vorgaben sowie Auflagen ein. Darüber hinaus sollen in den nächsten Jahren Netzstationen und Leitungsverläufen von EWR sukzessive mit bestehenden Schutzflächen abgeglichen werden: Um bei der Festlegung von Trassen, Kabeln und Rohren durch eine ökologische Baubegleitung mögliche Standorte und Flächen zu schützen, zu umgehen oder Maßnahmen zu ergreifen, die dem Naturschutz dienen - z. B. durch Festlegung von Bauzeiten, Schaffung von Ersatzflächen, Pflanzen von biodiversitätsfördernden Bäumen, Büschen und Sträuchern sowie Vermeidung von Mäharbeiten auf ausgewiesenen Flächen. Hierzu wurden in den letzten Jahren seit 2018 in Zusammenarbeit mit den lokalen Naturschutzverbänden bereits 4 Flächen naturnah aufgewertet: die EWR Hauptverwaltung, eine Umspannanlage, ein Solarpark sowie eine Trafostation. Weitere Flächen sind in der Planung.

Im Geschäftsbereich Wasser ist die Grundwasserentnahme zur Versorgung unserer Trinkwasserkunden eine der Schlüsselgrößen zur Beschreibung der Nutzung natürlicher Ressourcen. Die Grundwasserentnahme 2019 lag trotz eines Hitzesommers unter dem Vorjahresniveau. Es wurden 3,5 % weniger Grundwasser zur Versorgung der Bevölkerung entnommen als im Vorjahr. Beim Anteil des Eigenverbrauches ist eine Steigerung von 0,2 % zum Vorjahresniveau zu verzeichnen.

Der Eigenverbrauch, der zum Betrieb der Wasseraufbereitung im Wasserwerk notwendig ist (Filterspülung), wird durch Versickerung vor Ort wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt. Bei einem geringeren Wasserdurchfluss, durch die Entnahme von Kunden, ist es notwendig, dass die Rohre regelmäßig gespült werden. Hierdurch kommt es zu einem höheren Eigenverbrauch. Auch Leckagen und Rohrbrüche können ungeplant zu einem Anstieg des Wasserverbrauchs führen.

Förderung + Bezug 2018 vs. 2019:
7.446,8 tm³ (2018) * 96,5 % =7.191,81 tm³ (2019)

Eigenverbrauch 2018 vs. 2019:
133,34 tm³ (2018) * 111 % = 148,17 tm³ (2019)

Anteil Eigenverbrauch 2018 + 2019
2018: 7.446,80 tm³ * 1,8 % = 133,34 tm³

2019: 7.191,81 tm³ * 2,0 % = 148,17 tm³

Direkte Umwelteinflüsse wie Treibhausgasemissionen entstehen auch durch die Versorgung von Verwaltungsgebäuden und Betriebsstätten mit Wärme und Strom. Bei der Sanierung des Hauptverwaltungsgebäudes in Worms vor einigen Jahren wurden bereits bei der Planung Maßnahmen zur Energieeinsparung berücksichtigt. Durch eine Generalsanierung konnte 2017 der Gesamtverbrauch an kWh im Vergleich zum Basisjahr 2013 um knapp 800.000 kWh reduziert werden. Dies entspricht einer prozentualen Energieeinsparung von circa 45 % bei verbessertem Komfort für die Mitarbeiter. In der zweiten Jahreshälfte 2018 fusionierten die Alzeyer er-p GmbH und die EWR AG. So wird klar, warum der Gesamtenergieverbrauch der EWR Gruppe sich im Jahresvergleich 2018/2019 wie eine Steigerung darstellt. Die 2019er Zahlen stellen dabei die neue Grundlage dar, die Energieverbräuche gesamt zu monitoren und Einsparpotenziale zu ermitteln:

Energieverbrauch Gebäude der EWR Gruppe
2018 Verbrauch CO2   2019 Verbrauch CO2
  kWh kg     kWh kg
Strom 2.689.354 793.359   Strom 2.949.317 822.859
Erdgas 1.216.277 154.043   Erdgas 1.283.598 162.569
Wärme 194.400 24.621   Wärme 375.310 47.533

Gesamtenergiebedarf der EWR AG und EWR Netz GmbH:
Die beiden Unternehmen EWR und erp in Alzey haben Ende 2018 fusioniert. Zur Datenerfassung waren unterschiedliche Softwaresysteme im Einsatz. Eine Harmonisierung der Software und Datenerfassung ist geplant. Die Vergleichsauswertung für 2018 war zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht vollständig, daher ist die Aussagekraft für 2018 begrenzt.
2019   2018
Eingesetzte
Energie /
Energiequelle /
Energieträger
Energie-verbrauch in kWh Anteil am Gesamtenergie-verbrauch CO2 in kg   Eingesetzte
Energie /
Energiequelle /
Energieträger
Energie-verbrauch in kWh Anteil am Gesamtenergie-verbrauch CO2 in kg
 
Kraftstoff 2.733.829 3,5% 581.455   Kraftstoff 2.283.042 3,4% 681.152

Fuhrpark:
EWR bemüht sich im Zuge einer umweltverträglichen Energieversorgung um alternative Antriebstechniken. Hierbei setzt das Unternehmen bereits heute auf eine Reihe von E- bzw. Hybrid- und Gas-Fahrzeugen. Bei jeder Neu- bzw. Ersatzbeschaffung von für den Netzbetrieb notwendigen Fahrzeugen erfolgt, sofern technisch möglich und wirtschaftlich abbildbar, die Anschaffung von E- bzw. Hybrid- und Gas-Fahrzeugen. EWR beobachtet kontinuierlich die entsprechenden neuen technischen Fortschritte. Die Umstellung auf alternative, umweltfreundliche Antriebsarten ist somit ein fester Bestandteil der strategischen Ausrichtung des Fuhrparks.

In der EWR AG sind ca. 60 Fahrzeuge als Dienst-/Pool- und Bereitschaftsfahrzeuge eingesetzt, wovon derzeit 10 Fahrzeuge mit einem Hybrid- und weitere 11 Fahrzeuge mit Elektroantrieb ausgestattet sind.

In der EWR Netz GmbH werden ca. 160 Fahrzeuge als Dienst-/Pool- und Bereitschaftsfahrzeuge eingesetzt, wovon derzeit 3 Fahrzeuge mit einem Hybridantrieb ausgestattet sind. Weitere 30 Fahrzeuge werden mit Gas betrieben.

Mitarbeitern, die einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekommen, werden primär Fahrzeuge mit Hybridantrieb angeboten. Darüber hinaus werden Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb in die Dienstwagenauswahl aufgenommen. Ziel ist es, bis Ende 2021 alle Fahrzeuge auf Elektro-/Hybridantriebe oder reinen Elektrobetrieb umzustellen. Um hier als Unternehmen auch eine Vorbildfunktion zu übernehmen, wurde bei EWR die entsprechende Ladeinfrastruktur aufgebaut. Mittlerweile besteht für alle Mitarbeiter die Möglichkeit, Fahrzeuge an jedem Standort des Unternehmens mit Strom zu versorgen.

Um Anreize für die Anschaffung im privaten Bereich der Mitarbeiter zu schaffen, wurde in Zusammenarbeit mit der Fa. Audi ein besonderes Leasingangebot für einen Audi A 3 etron (Hybridfahrzeug) erstellt. Von dieser Möglichkeit machten 70 Mitarbeiter Gebrauch. Diese Mitarbeiter haben die Möglichkeit, kostenfrei die Ladeinfrastruktur von EWR zu nutzen. Daneben wird allen Mitarbeitern eine Unterstützung beim Kauf eines Pedelecs als „JobRad“ angeboten.

EWR hat bereits in den vergangenen Jahren ca. 30 Gasfahrzeuge überwiegend für den Bereich der Nutzfahrzeuge/Poolfahrzeuge eingesetzt, um die Region möglichst CO2-neutral mit Dienstleistungen zu versorgen. Allerdings ist festzustellen, dass die bestehende Infrastruktur für Erdgastankstellen und die Beständigkeit der Versorgung nicht durchgängig ist bzw. praktikabel zur Verfügung steht. Aus diesem Grund muss das Unternehmen den Fokus vermehrt auf zukunftsfähigere Lösungen legen. Alternative Antriebsarten für Transporter wurden in der Vergangenheit bei EWR bereits in Feldversuchen getestet. Allerdings ist deren Reichweite und Ladefähigkeit für unsere Zwecke derzeit noch nicht ausreichend. Marktbeobachtungen und Testeinsätze von neuen Möglichkeiten sind bei EWR fest verankert und laufen kontinuierlich. Meister-/Baubeauftragte- und Poolfahrzeuge werden bei Neubeschaffung immer auf Umsetzbarkeit der Umstellung auf Elektro-/Hybridantrieb geprüft und kontinuierlich umgestellt.

Bei der folgenden Aufstellung wurden Sonderfahrzeuge wie Steiger, Kranwagen, Unimog mit Kranfunktion sowie Tieflader und Transportfahrzeuge für den Masttransport nicht betrachtet. Wie schon bei der Darstellung der Energieverbräuche ist auch die Zunahme von Kraftstoff- und Energiemengen ist der Fusion geschuldet, bei der die ehemalige Alzeyer er-p GmbH vollständig in die neue EWR AG aufgegangen ist. Da alle Mitarbeiter und Betriebsflächen übernommen wurden, muss 2019 als neues Basisjahr für eine zukünftige Ressourceneffizienzbetrachtung dienen und kann nicht im Vergleich zu 2018 stehen.

2018   2019
Kraftstoff Menge Energie CO2   Kraftstoff Menge Energie CO2
    kWh kg       kWh kg
Diesel 163.750 l 1.630.950 433.937   Diesel 190.119 l 1.893.581 503.814
Otto 55.318 l 498.965 128.114   Otto 65.844 l 544.438 139.873
Erdgas 11.898 kg 153.126 19.394   Erdgas 22.984 kg 295.810 37.465
Produkte & Dienstleistungen
Durch einen Anteil von über 65 % Ökostrom und klimaneutralem Erdgas im Gesamtproduktportfolio liegt die CO2-Belastung von EWR 2019 mit 207 g/kWh deutlich unter dem deutschlandweiten Gesamtstrommix mit 352 g/kWh.