11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Der Betrieb der WESSLING Standorte ist mit dem Einsatz von Ressourcen verbunden.
Der Energieverbrauch geht auf die Versorgung der Immobilien und die Mobilität zurück, die relevante Abfallerzeugung entsteht vornehmlich in den Laboratorien. Damit fallen zur Entsorgung insbesondere Abfallfraktionen an, die dem gewerblichem Siedlungsabfall nach Gewerbeabfallveordnung (GewAbfV) zuzuordnen sind sowie labortypische Abfälle.   

Der Wasserverbrauch resultiert im Wesentlichen aus dem Betrieb der Sanitärbereiche und dem Laborbetrieb. WESSLING ist kein Starkverschmutzer im Sinne der wasserrechtlichen Vorgaben.

Als signifikante Ressource kommen Chemikalien in den Laboratorien zum Einsatz. Art und Maß des Chemikalieneinsatz ergibt sich aus der Anwendung von Methoden, die ganz wesentlich – z. B. vom Gesetzgeber – vorgeschrieben sind. Da WESSLING signifikant im gesetzlich geregelten Bereich agiert, dieser einem stetigen Wandel unterworfen ist, Methoden wegfallen oder neu hinzukommen oder der Verbrauch an Chemikalien von den jeweiligen Aufträgen abhängt, ist ein Vergleich über die Jahre nicht aussagekräftig, der ansonsten (z. B. Energieverbrauch) Bestandteil des jährlichen Managementreviews ist. Die Möglichkeit der Einflussnahme auf den Chemikalienverbrauch ist gering. Neben Chemikalien kommt Prozesswasser in den Laboratorien zum Einsatz.
Ökologisch relevant ist die Lagerung und Bereitstellung von Chemikalien, da diese potenziell wassergefährdend sind. 

Für die Bericht- und Gutachtenerstellung sowie die weitere Kommunikation mit interessierten Parteien wird Papier verwendet, wobei anlog dem Chemikalieneinsatz der Verbrauch wesentlich von Art und Maß der Aufträge abhängt, die je nach Anforderung den Ausdruck – teilweise in mehrfacher Ausfertigung - von dokumentierten Informationen notwendig machen und einen aussagekräftigen Vergleich des Verbrauches über die Jahre nicht sinnhaft ermöglichen. Intern wird durch die obligatorische Einstellung der Drucker auf Duplexdruck und die Sensibilisierung der Mitarbeiter der Papierverbrauch reduziert. Darüber hinaus wurden zur gemeinsamen und zeitgleichen Bearbeitung von Dokumenten EDV-technische Lösungen eingerichtet, die den Ausdruck von Dokumenten und Aufzeichnungen in den verschiedenen Stadien der Erstellung weniger sinnig machen. Das eingesetzte Papier ist chlorfrei und aus nachhaltiger Forstwirtschaft, soweit aus normativen bzw. aus Gründen der geforderten Qualität keine Alternative notwendig ist.

IT-Lösungen werden zentral über den WESSLING-IT-Service bereitgestellt. Im Regelfall werden Rechner, Drucker, Kopierer und weitere Geräte geleast, um stetig eine Infrastruktur auf Stand der Technik vorzuhalten, die unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit vergleichsweise wenig Energie verbraucht. Elektroschrott fällt mit dem regelmäßigen Tausch der Geräte bzw. der Rücknahme durch den Leasinggeber somit nicht oder nur in geringen Mengen an. Soweit Elektroschrott anfallen sollte, wird dieser über zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe entsorgt. 
 

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Mit den implementierten Managementsystemen ist sichergestellt, dass im Rahmen der Managementreviews die vereinbarten Ziele durch die Geschäftsführung mindestens jährlich auf Einhaltung überprüft sowie neue verbindliche Ziele formuliert werden. 
Zu den wichtigsten Zielen gehört die Reduzierung des Ressourceneinsatzes und die Sensibilisierung der Mitarbeiter für Aspekte der Nachhaltigkeit sowie die weitere Optimierung der Entsorgung nicht vermeidbarer Abfälle.

Für 2019 sind neben qualitätsrelevanten Vorgaben insbesondere folgende Ziele ausgegeben worden:

Risiko
Der Ressourcenverbrauch ist stark abhängig von Art und Maß der Aufträge, weshalb gesetzte Ziele nicht erreicht werden. Dies auch dann, wenn die Performance optimiert wurde.  

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator GRI SRS-301-1: Eingesetzte Materialien
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht oder -volumen der Materialien, die zur Herstellung und Verpackung der wichtigsten Produkte und Dienstleistungen der Organisation während des Berichtszeitraums verwendet wurden, nach:
i. eingesetzten nicht erneuerbaren Materialien;
ii. eingesetzten erneuerbaren Materialien.

Die WESSLING GmbH stellt als Dienstleister in den Bereichen Analytik und Beratung keine materiellen Güter her. Daher ist dieser Leistungsindikator unwesentlich.
Als wesentlich wird dennoch der Papierverbrauch gewertet, weshalb dieser gerätegenau nachvollzogen und über den Teilmanagementbewertungsbericht an die Geschäftsführung kommuniziert wird. Die Qualität des eingesetzten Papiers ist abhängig von der Verwendung als Grundlage für Prüfberichte, Gutachten, Berichte und andere Aufzeichnungen sowie Dokumente. Die Anforderungen der interessierten Parteien bestimmen somit wesentlich die Anforderungen an die Qualität. Grundsätzlich ist das Papier mit einem FSC-Siegel gekennzeichnet. Kennzahlen zu den eingesetzten Qualitäten werden nicht erhoben, weil die Kennzahlen keine steuernde Wirkung hätten.

Verbrauch an Papier in 2018:
Art Verbrauch in Stück
Schwarz-Weiß-Druck 3.965.627
Farb-Druck 911.301

Leistungsindikator GRI SRS-302-1: Energieverbrauch
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus nicht erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

b. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

c. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen den gesamten:
i. Stromverbrauch
ii. Heizenergieverbrauch
iii. Kühlenergieverbrauch
iv. Dampfverbrauch

d. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen die/den gesamte(n):
i. verkauften Strom
ii. verkaufte Heizungsenergie
iii. verkaufte Kühlenergie
iv. verkauften Dampf

e. Gesamten Energieverbrauch innerhalb der Organisation in Joule oder deren Vielfachen.

f. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

g. Quelle für die verwendeten Umrechnungsfaktoren.

Der Energieverbrauch der WESSLING GmbH resultiert aus der für die Dienstleistungserbringung notwendigen Mobilität sowie dem Betrieb und der Beheizung/Kühlung der Betriebsstätten. Die WESSLING GmbH führt nach den Vorgaben des EDL-G regelmäßig Energieaudits durch. Die Energieaudits werden von qualifizierten Personen gemäß § 8b EDL-G durchgeführt. Das Audit wird entsprechend der Vorgaben in 2019 durchgeführt, womit spätestens zu diesem Zeitpunkt die Wirksamkeit von Maßnahmen nachzuweisen ist. Unabhängig davon findet eine Erfassung und Bewertung der Energieverbrauchsdaten im Anwendungsbereich der DIN EN ISO 14001 statt. Wegen unterschiedlicher Erfassungsintervalle an den Standorten, Umzügen sowie Schätzungen können sich Unschärfen ergeben, die durch fortlaufende Verbesserungen in der Erfassung der Daten minimiert werden.


Allgemeine Daten:
Stromverbrauch: 4.064.396 kWh/a
Eigenstromerzeugung (BHKW): 487.421 kWh/a
Stromverbrauch abzüglich Eigenstromerzeugung BHKW 3.576.975 kWh/a
Diesel (PKW mit Privatnutzung) 1.182.100 kWh/a (118.210 Liter)
Diesel (PKW Poolfahrzeuge) 877.600 kWh/a (87.750 Liter) 
Diesel (Kurierfahrzeuge) 381.010 kWh/a (38.101 Liter)
Diesel (Nutzfahrzeuge für Probenahme etc.) 1.411.190 kWh/a (141.119 Liter)
Dieselverbrauch (gesamt) 3.851.800 kWh/a (385.180 Liter)
Heizölverbrauch: 191.550 kWh/a (19.155 Liter)
Verbrauch Fernwärme: 128.329 kWh/a
Gasverbrauch (Beheizung + Energieinsel): 3.912.573 kWh/a

Kennzahlen BHKW (Energieinsel Altenberge) und Solaranlage (Bochum):
Feuerungswärmeleistung (BHKW): 415 KW
Feuerungswärmleistung (Spitzenlastkessel): 750 KW
Eigenverbrauch: 486.391 kWh
Netzeinspeisung: 1.030 kWh 
Erdgasverbrauch BHKW: 1.350.197 kWh
Erdgasverbrauch Spitzenlastkessel: 1.146.890 kWh
Erdgasverbrauch BHKW+Spitzenlastk.: 2.497.087 kWh
Wärmeerzeugung bzw. Umwandlung durch Absorber in Kälte): 656.196 kWh
CO2-Einsparung gegenüber Stromnetzbezug: 102 t (Quelle: Gemis 2016)
Leistung Solaranlage in kWp: 32
Einspeisung ins öffentliche Netz in kWh (Solaranlage Bochum): 30.741
CO2-Einsparung gegenüber Energiemix 2018 14,5 t (474g /kwh, Quelle Umweltbundesamt)

Kennzahlen Fuhrpark:
Anzahl Pkw mit Privatnutzung 71
Kilometerleistung Pkw mit Privatnutzung 2.096.568 
Durchschnittsverbrauch in Litern/100 km Pkw mit Privatnutzung: 5,64
Anzahl PKW Poolfahrzeuge: 59
Kilometerleistung Poolfahrzeuge 1.454.723
Durchschnittsverbrauch in Litern/100 km Poolfahrzeuge: 6,03
Anzahl Kurierfahrzeuge: 11
Kilometerleistung Kurierfahrzeuge: 598.582
Durchschnittsverbrauch in Litern/100 km Kurierfahrzeuge: 6,37
Anzahl Nutzfahrzeuge (Transporter): 66
Kilometerleistung Nutzfahrzeuge: 1.669.315
Durchschnittsverbrauch in Litern/100 km Nutzfahrzeuge: 8,45
Kilometerleistung gesamt: 5.819.188 
Durchschnittsverbrauch in Litern/100 km gesamt: 6,62
Anzahl E-Fahrzeuge (Streetscooter): 1
Kilometerleistung Streetscooter: nur Kurzstrecke (ca. 20 km/Tag), insbesondere Firmengelände Altenberge
Verbrauch in kWh E-Fahrzeuge: wird derzeit noch nicht ermittelt, da vernachlässigbar
gefahrene Kilometer mit der Bahn: 595.120 (Auswertung DB)
Einsparung CO2 durch Nutzung Bahn: Referenzwert Mittelklassefahrzeug Diesel  Euro 6 mit Auslastung 1. Person  74,125 t (Auswertung DB)

Leistungsindikator GRI SRS-302-4: Verringerung des Energieverbrauchs
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Verringerung des Energieverbrauchs, die als direkte Folge von Initiativen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz erreicht wurde, in Joule oder deren Vielfachen.

b. Die in die Verringerung einbezogenen Energiearten: Kraftstoff, elektrischer Strom, Heizung, Kühlung, Dampf oder alle.

c. Die Grundlage für die Berechnung der Verringerung des Energieverbrauchs wie Basisjahr oder Basis/Referenz, sowie die Gründe für diese Wahl.

d. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Verringerung des Energieverbrauches:

Dieselverbrauch 2017 in Litern 389.017
Dieselverbrauch 2018 in Litern 385.181
Verringerung des Verbrauches 2018 gegenüber Basisjahr 2017 in Litern 3.836
Kilometerleistung PKW 2018 ca. 5.819.000
Kilometerleistung PKW 2017 ca. 5.889.000


Das Energieaudit nach EDL-G wird im Dezember 2019 abgeschlossen und dokumentiert sein, womit weitere Informationen zu Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauches sowie die Wirksamkeit von Maßnahmen erst im Nachhaltigkeitsbericht 2019 dargestellt werden können.

Leistungsindikator GRI SRS-303-3: Wasserentnahme
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamte Wasserentnahme aus allen Bereichen in Megalitern sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten.

b. Gesamte Wasserentnahme in Megalitern aus allen Bereichen mit Wasserstress sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten sowie eine Aufschlüsselung des Gesamtvolumens nach den in i-iv aufgeführten Entnahmequellen.

c. Eine Aufschlüsselung der gesamten Wasserentnahme aus jeder der in den Angaben 303-3-a und 303-3-b aufgeführten Quellen in Megalitern nach den folgenden Kategorien:
i. Süßwasser (≤1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (Total Dissolved Solids (TDS)));
ii. anderes Wasser (>1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS)).

d. Gegebenenfalls erforderlicher Kontext dazu, wie die Daten zusammengestellt wurden, z. B. Standards, Methoden und Annahmen.

Der Wasserverbrauch ist kein wesentlicher Umweltaspekt. Der Wasserverbrauch resultiert im Wesentlichen aus dem Betrieb der sanitären Einrichtungen und dem Verbrauch an Rein- oder Reinstwasser für analytische Prozesse.
Die sanitären Einrichtungen werden analog der sonstigen Infrastruktur auf Stand gehalten. Der Verbrauch an Wasser für analytische Zwecke ist auftrags- bzw. methodenabhängig und nicht signifikant beeinflussbar.
Eigene Brunnen zur Grundwasserentnahme werden nicht betrieben.

Leistungsindikator GRI SRS-306-2: Abfall
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht des gefährlichen Abfalls, gegebenenfalls mit einer Aufschlüsselung nach folgenden Entsorgungsverfahren:
i. Wiederverwendung
ii. Recycling
iii. Kompostierung
iv. Rückgewinnung, einschließlich Energierückgewinnung
v. Müllverbrennung (Massenverbrennung)
vi. Salzabwasserversenkung
vii. Mülldeponie
viii. Lagerung am Standort
ix. Sonstige (von der Organisation anzugeben)

b. Gesamtgewicht ungefährlicher Abfälle, gegebenenfalls mit einer Aufschlüsselung nach folgenden Entsorgungsverfahren:
i. Wiederverwendung
ii. Recycling
iii. Kompostierung
iv. Rückgewinnung, einschließlich Energierückgewinnung
v. Müllverbrennung (Massenverbrennung)
vi. Salzabwasserversenkung
vii. Mülldeponie
iii. Lagerung am Standort
ix. Sonstige (von der Organisation anzugeben)

c. Wie die Abfallentsorgungsmethode bestimmt wurde:
i. Direkt von der Organisation entsorgt oder anderweitig direkt bestätigt
ii. Vom Entsorgungsdienstleister zur Verfügung gestellte Informationen
iii. Organisatorische Standardmethoden des Entsorgungsdienstleisters

Die WESSLING GmbH erzeugt an den verschiednene Standorten in Abhängigkeit der Dienstleistungsdichte nach Art und Maß unterschiedliche Abfallfraktionen. Neben den gewerblichen Siedlungsabfällen nach GewAbfV (Gewerbeabfallverordnung) werden insbesondere an den Laborstandorten Abfälle erzeugt, die in 2018 u.a. den folgenden Kapiteln der AVV (Abfallverzeichnisverordnung) zugeordnet wurden. 

Kapitel 02: Abfälle insbesondere aus der Herstellung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln
Kapitel 06: Abfälle aus anorganisch-chemischen Prozessen
Kapitel 07: Abfälle aus organisch-chemischen Prozessen
Kapitel 08: Abfälle aus HZVA von u.a. Beschichtungen, Klebstoffen, Dichtmassen und Druckfarben
Kapitel 15: Verpackungsabfall, Aufsaugmassen, Wischtücher, Filtermaterialien und Schutzkleidung
Kapitel 16: Bleiakkus, Elektroschrott, gefährliche Laborchemikalien
Kapitel 17: Bau- und Abbruchabfälle
Kapitel 18: Abfälle aus der humanmedizinischen oder tierärztlichen Versorgung und Forschung
Kapitel 20: Siedlungsabfälle, z. B. Leuchtstoffröhren

Die Fraktionstiefe umfasst ca. 30 Abfallfraktionen.

Die WESSLING GmbH ist teilweise Mieter von Betriebsstätten bzw. Standorten. Die Entsorgung von Abfällen obliegt je nach Standort ganz oder teilweise dem Vermieter. Auch stellt dieser die Infrastruktur für die Entsorgung zur Verfügung. Hieraus ergeben sich Unschärfen in der Datenerfassung, die derzeit in Absprache mit Vermietern abgestellt werden sollen. 

Soweit WESSLING die Verantwortung für die ordnungsgemäße und schadlose Entsorgung trägt, werden ausschließlich zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe mit der ordnungsgemäßen und schadlosen Entsorgung beauftragt. Um mehr Transprenz hinsichtlich der technischen Verfahren der stofflichen oder energetischen Verwertung oder gegebenfalls Beseitigung zu erhalten, wurden Entsorger um Auskunft angefragt. Die Daten liegen für eine Berichterstattung noch nicht in ausreichendem Maße vor. Darüber hinaus werden derzeit die Abfallfraktionen auf eine weitere Trenntiefe hin geprüft, womit potenziell weitere Abfallfraktionen in die Bilanzierung aufgenommen werden.

Eine umfängliche Berichterstattung zum Leistungsindikator GRI SRS-306-2 wird für den DNK-Bericht 2019 angestrebt.


13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die THG-Emissionen werden jährlich für die wesentlichen Energieträger ermittelt. Die Informationen werden - ebnso wie andere Nachhaltigkeitsaspekte - im Teilmanagementbewertungsbericht Nachhaltigkeit dokumentiert und von der Geschäftsführung im Rahmen des Managementreviews bewertet.
Die Ziele der Reduzierung der Treibhausgasemissionen ergeben sich aus den Zielen zur Verringerung der Nutzung von fossilen Brennstoffen bzw. Strom.
Zu den Zielen gehören die Reduzierung des Dieselverbrauches sowie des Stromverbrauches und der damit verbunden THG-Emissionen um jeweils 2 % gegenüber dem Vorjahr. 
Als kundenorientierter Dienstleister sind Termine beim Kunden vor Ort das Tagesgeschäft. Termine erfolgen häufig anlassbezogen und erfordern ein hohes Maß an Flexibilität. Da die Standorte der Kunden und anderen Partner sich in der Regel nicht an der ÖPNV-Erreichbarkeit ausrichten, die Termine teilweise spontan oder kurzfristig durchgeführt werden müssen und auch die zu überwindenden Strecken signifikant sein können, wird derzeit im Regelfall auf dieselbetriebene Firmenfahrzeuge zurückgegriffen. E-Fahrzeuge oder Fahrzeuge mit anderen alternativen Antrieben erfüllen derzeit noch nicht die WESSLING Ansprüche. Ansprüche sind hier eine hohe Wirtschaftlichkeit, eine hohe Verfügbarkeit (geringe Standzeiten für Wartung etc., große Reichweiten, gute Ersatzteilversorgung) und eine hohe Zuverlässigkeit. Auf Fahrten zum Kunden oder zu Behörden wird nur verzichtet, wenn Alternativen vom Kunden oder anderen Partnern akzeptiert werden. Insofern ist die Reduzierung der THG-Emission eine gemeinsame Herausforderung für WESSLING, Kunden und die anderen Partner. 
Die von WESSLING genutzten Immobilien sind teilweise angemietet, womit Art und Maß der Infrastruktur nicht vollumfänglich von WESSLING beeinflusst werden können. 

Die notwendige Mobilität, der Stromverbrauch und damit die THG-Emissionen werden wesentlich von den Aufträgen und den WESSLING Prozessen bestimmt. WESSLING setzt zur Reduzierung der THG-Emissionen auf optimierte Prozesse, die zur Fehlervermeidung beitragen und eine effektive Auftragsabwicklung unter Berücksichtigung der Erfordernisse der Kunden möglich machen. Hierzu sind Qualitätsmanagementsysteme nach den Vorgaben der DIN EN ISO 17025 und DIN EN ISO 9001 implementiert.
    
Die Bedeutung der Aufträge für die THG-Emissionen birgt zwangsläufig die Gefahr, dass die gesetzten Ziele nicht erreicht werden. Dennoch werden die Ziele bewusst gesetzt, da so eine intensivere Auseinanderdersetzung mit Verbräuchen und Emissionen notwendig ist, die am Ende zu sinnvollen Maßnahmen führen kann.

Die Ziele sind absolut und nicht relativ dokumentiert. Dies ist der Vielzahl der Dienstleistungen und der Verschachtelung von Tätigkeiten und Prozessen geschuldet. Derzeit ist noch kein Kennzahlensystem etabliert und verfügbar, dass hier eine optimierte Zielableitung möglich macht. Ein beabsichtigtes WESSLING Wachstum kann zur Folge haben, dass die absoluten Ziele nicht erreicht werden.  
    
Basis der Berechnung der THG-Emissionen ist die international anerkannte Nachhaltigkeitssoftware der thinkstep AG "Gabi-Software".

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator GRI SRS-305-1 (siehe GH-EN15): Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der direkten THG-Emissionen (Scope 1) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Zu den Scope 1-Emissionen zählen die Emissionen aus der Nutzung der Energieträger Heizöl, Diesel und Erdgas.
Die Angaben verstehen sich als CO2-Äquivalente, die über die international anerkannte Nachhaltigkeitssoftware der thinkstep AG "Gabi" berechnet. In der Berechnung der Äquivalente sind sämtliche Treibhausgase berücksichtigt. Biogene-Emissionen fallen nicht an.

Heizöl 7,1 t CO2-Äquivalente
Diesel  1100,2 t CO2-Äquivalente
Erdgas: 133,4 t CO2-Äquivalente
 Scope 1 gesamt:  1240,3 t CO2-Äquivalente

Leistungsindikator GRI SRS-305-2: Indirekte energiebezogenen THG-Emissionen (Scope 2)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. Gegebenenfalls das Bruttovolumen der marktbasierten indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

c. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Zu den Scope 2-Emissionen zählen die Emissionen aus der Nutzung von Strom und Fernwärme.
Die Angaben verstehen sich als CO2-Äquivalente, die über die international anerkannte Nachhaltigkeitssoftware der thinkstep AG "Gabi" berechnet werden. In der Berechnung der Äquivalente sind sämtliche Treibhausgase berücksichtigt.

Fernwärme: 36,8 t CO2-Äquivalente
Strom: 2.032,3 t CO2-Äquivalente
Scope 2 gesamt: 2.069,1 t CO2-Äquivalente

Leistungsindikator GRI SRS-305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3) in Tonnen CO2-Äquivalenten.

b. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2 -Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Kategorien und Aktivitäten bezüglich sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3), die in die Berechnung einbezogen wurden.

e. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

f. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Informationen zu gekauften Waren (insbesondere Chemikalien) und Dienstleistungen sowie zu den Produktionsmitteln sind derzeit nicht oder nur in Teilen verfügbar. Darüber hinaus kommen potenziell mehrere tausend Chemikalien - teilweise in sehr geringen Mengen – zum Einsatz, die auch wegen der gesetzlich vorgegebenen Substitutionsprüfung regelmäßig einem Ersatz unterliegen können. Diese im Detail zu erfassen und Scope 3-Emissionen abzuleiten ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht möglich. Es wurde von der WESSLING-CSR-Arbeitsgruppe, nach Prüfung der potenziellen Aussagefähigkeit der Daten und hieraus abzuleitenden Maßnahmen, festgelegt, dass die Ermittlung der Scope 3-Emissionen derzeit nicht erfolgt.

Leistungsindikator GRI SRS-305-5: Senkung der THG-Emissionen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Senkung der THG-Emissionen, die direkte Folge von Initiativen zur Emissionssenkung ist, in Tonnen CO2 Äquivalenten.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Basisjahr oder Basis/Referenz, einschließlich der Begründung für diese Wahl.

d. Kategorien (Scopes), in denen die Senkung erfolgt ist; ob bei direkten (Scope 1), indirekten energiebedingten (Scope 2) und/oder sonstigen indirekten (Scope 3) THG-Emissionen.

e. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Maßnahmen zur Senkung der THG-Emissionen sind insbesondere Maßnahmen zur Verlagerung der Mobilität vom PKW auf die Bahn und Maßnahmen zur Sensibilisierung der Mitarbeiter für Aspekte der Nachhaltigkeit. Hierzu gehören ein bedienerfreundliches Bahn-Firmenkundenportal zur Organisation der Dienstreise sowie die Möglichkeit eine Bahncard zu erwerben. 

Sonstige Maßnahmen werden erst nach Abschluss bzw. dem Erreichen eines bestimmten Umsetzungsstandes bewertet (z. B. Umstellung der Beleuchtung auf LED). THG-Einsparungen, die sich aus der Sensibilisierung von Mitarbeitern ergeben und damit auf eine Verhaltensänderung abzielen, sind nicht messbar, für WESSLING aber ein zentrales Anliegen.

Als Basisjahr wird derzeit das vorangegangene Jahr gewählt. Hintergrund ist, dass WESSLING eine sehr hohe Dienstleistungsviefalt und -dynamik hat, die verschiedenen Dienstleistungen von Kunden von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark angefragt werden (z. B. wegen Gesetzesänderungen), Dienstleistungen wegfallen oder hinzukommen, Kunden neu gewonnen oder verloren werden und Standorte gewechselt, ausgebaut oder verkleinert wurden. Damit unterliegt WESSLING als stark kundenorientiertes Unternehmen einem stetigen Wandel, der die Vergleichbarkeit von Verbräuchen und Emissionen erschwert.
Derzeit wird geprüft, als Basisjahr das jeweils 5 Jahre zurückliegende Kalenderjahr zu verwenden, um eine Entwicklung transparenter darzustellen.  
Nachfolgend Daten zur Nutzung der Bahn 2018 im Vergleich zum Basisjahr 2017. Im gleichen Zeitraum reduzierten sich die mit dem PKW gefahrenen Kilometer um ca. 70.000 Kilometer auf eine Gesamtkilometerfahrleistung von 5.819.000 Kilometer, was einerseits auftragbedingt ist und auf die gestiegene Bereitschaft der Mitarbeiter zurückgeführt wird, die Bahn als Alternative zu nutzen. Den mit der Reduzierung der PKW-Kilometerleistung verbundenen geringeren Dieselverbrauch differenziert Initiativen zuzuweisen,  ist nur bedingt möglich. 

Nutzung der Bahn:
gefahrene Bahnkilometer in km (2018) 595.120
Bahnkilometer Fernverkehr (2018) 548.695
Bahnkilometer Nahverkehr (2018) 46.425
Anteil Fernverkehr (2018) ca. 92% 
THG-Emissionen in CO2-Äquivalente in 2018 (Quelle Umweltbundesamt) in t 22,566 
gefahrene Bahnkilometer in km (2017) 573.088
Bahnkilometer Fernverkehr (2017) 523.604
Bahnkilometer Nahverkehr (2017) 49.484
Anteil Fernverkehr (2017) ca. 92 %
THG-Emissionen in CO2-Äquivalente in 2017 (Quelle Umweltbundesamt) in t 21.731 
Differenz gefahrene Bahnkilometer 2018 zu 2017 +22.032
Differenz CO2-Äquivalente von 2017 zu 2018 in t (Bahn)  +0,835 
Differenz Dieselverbrauch PKW in Liter von 2018 zu 2017 - 3.885
Differenz Differenz CO2-Äquivalente von 2017 zu 2018 in t (PKW) 10,1
Einsparung in t CO2-Äquivalente in t 9,265
Quelle Berechnungsmethode Umweltbundesamt 

Die Energieinsel Altenberge und die PV-Anlage Bochum sind Bestandsanlagen, deren Leistung und damit die THG-Emissionen ganz wesentlich von der Witterung abhängig sind. Eine Beeinflussung der Leistung durch WESSLING ist nur bedingt gegeben. Daher sind die Angaben rein informativ und stellen keine Maßnahme zur Senkung der THG-Emissionen im Sinne des Leistungsindikators dar. 

Energieinsel Altenberge:
BHKW mit Absorptionskälteanlage; Eigenstromerzeugung in kWh in 2018 487.41
Einsparung CO2-Äquivalente gegenüber Netzbezug (Strommix Deutschland) in t 102 t (Scope 2)
Quelle: Gemis 2016

PV-Anlage Bochum:
Leistung in kWp 32
Einspeisung in kWh in 2018 30.741
Einsparung CO2-Äquivalente in t 14,5 (Scope 2)
Quelle: Umweltbundesamt

Mit Abschluss des Audits nach EDL-G in 2019 werden in der DNK-Erklärung 2019 weitere Einsparungen dokumentiert werden.