11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Die Sparkasse am Niederrhein betrachtet die direkten Auswirkungen des Sparkassenbetriebes auf den Verbrauch von Ressourcen für Elektrizität, Wärme und Wasser sowie auf den Verbrauch von sonstigen Betriebsmitteln. Dabei ist es Ziel der Sparkasse, durch einen Mix aus organisatorischen, baulichen und investiven Maßnahmen sowie durch eine intensive Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Ressourcenverbrauch kontinuierlich zu verringern.  

Die Sparkasse nutzt und produziert alternative Energien in verschiedenen Geschäftsstellengebäuden. So kommt bereits in vier Geschäftsstellen moderne Wärmepumpentechnik zum Einsatz, die zum Teil durch witterungsgeführte Digitaltechnik gesteuert bzw. geregelt wird. Zudem erzeugt die Sparkasse am Niederrhein auf dem Dach der Sparkassenimmobilie in Neukirchen-Vluyn „grünen Strom" mittels einer Photovoltaikanlage, welcher in das allgemeine Stromnetz eingespeist wird.

Ein konkretes Konzept zu Umweltbelangen hat die Sparkasse am Niederrhein noch nicht manifestiert. Ein Konzept soll sukzessive unter Einbindung der Geschäftsleitung entwickelt und in die Geschäfts- und Risikostrategie integriert werden, die jährlich überprüft wird. Allerdings verbindet die Sparkasse bereits heute schon vielfach umweltschonende Belange in ihrem Handlungsumfeld. So ist z. B. der Fachbereich Organisation derzeit u. a. mit der Entwicklung eines nachhaltigen Abfallentsorgungskonzeptes für das Gesamtinstitut beauftragt. Die Hauszeitung der Sparkasse am Niederrhein wird seit dem Berichtsjahr als Klimaneutrales Druckprodukt erstellt.  

Betrachtet man die Geschäftstätigkeit der Sparkasse, sind die wesentlichen Umweltauswirkungen der Papierverbrauch und der betriebsnotwendige Energieverbrauch für Wärme und Strom sowie Fahrten innerhalb des Geschäftsgebietes und zu Fortbildungsveranstaltungen.  

Hinweis: Die nachfolgenden Verbrauchswerte beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2018, da die Werte für das Geschäftsjahr 2019 bei Erstellung dieses Berichtes noch nicht vorlagen.

Der Energie- und Umweltbericht wird jährlich erstellt und dem Vorstand vorgelegt. In Summe aller Maßnahmen konnte die Sparkasse ihren Stromverbrauch (ohne Wärmepumpenstrom) von ca. 2,64 Mio. Kilowattstunden (kWh) im Jahr 2013 auf ca. 2,1 Mio. kWh im Jahr 2018 senken. Es wurden 2018 0,04 Mio. kWh Wärmepumpenstrom verbraucht. Gegenüber dem Jahr 2017 sank der gesamte Stromverbrauch um 77.231 kWh.

Im Jahr 2018 erzeugte die Sparkasse am Niederrhein über eine Photovoltaik-Anlage 22.733 kWh Strom, was einer Reduzierung des CO2-Ausstosses um 15.527 Kilogramm entspricht.

Eine ebenso erfreuliche Entwicklung konnte im Bereich der thermischen Energie erzielt werden. Der Verbrauch an Heizenergie konnte von 3,42 Mio. kWh im Jahr 2013 auf rund 2,67 Mio. kWh im Jahr 2018 reduziert werden. Gegenüber dem Jahr 2017 wurden fast 30.000 kWh Heizenergie eingespart.   Im Jahr 2018 verbrauchte die Sparkasse rund 4.800 m3 Wasser. Dies ist ein Mehrverbrauch von rund 1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Bewertet man diesen Mehrverbrauch von 70 m3 Wasser im Verhältnis zu den langanhaltenden hohen Temperaturen im Sommer 2018, so lässt sich erkennen, dass der Trend zu einem umweltbewussten und schonenden Umgang mit dem Wasser erkennbar wird.  

Die Sparkasse am Niederrhein stellt eigene Briefsendungen mittels GoGreen der DPAG CO2-neutral zu. Hierbei werden die durch den Brieftransport entstehenden CO2-Emissionen nach einem internationalen Standard ermittelt und bilanziert. Zum Ausgleich investiert die DPAG in internationale Klimaschutzprojekte.

Im Kundengeschäft können die Kredit- und Anlageentscheidungen ökologische Auswirkungen haben. Daher bietet die Sparkasse ihren Kunden den Einsatz von KfW-Förderkrediten z. B. zur energetischen Sanierung von Wohneigentum an. Kredite werden an Privat- und Firmenkunden in der Region vergeben. Dabei unterliegen die vom Kunden finanzierten Investitionen in der Regel deutschem Recht und deutschen Umweltstandards.

Rohstoffspekulationen im Depot A betreibt die Sparkasse am Niederrhein nicht.

Die Risiken aus der Geschäftstätigkeit werden jährlich analysiert. Im Rahmen der Erhebung der operationellen Risiken unter Einbeziehung der Fachabteilungen werden eventuelle negative Auswirkungen des Geschäftsbetriebes auf natürliche Ressourcen und Ökosysteme erhoben. Die Ergebnisse werden analysiert und finden, wenn sie wesentlich sind, Berücksichtigung im Risikobericht und der Risikostrategie, die jährlich überarbeitet wird. Hierin wird der Umgang mit verschiedenen Risikoarten sowie die Festlegung der wesentlichen Risiken dokumentiert.

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Erneuerung und Sanierungen von Sparkasseneigenen Immobilien basieren auf Maßnahmen, die dem Stand der Technik, sprich zukunftsorientierten Vorgaben und Richtlinien entsprechen. Somit stehen aktuell im Zuge von Renovierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen insbesondere die Anpassung und Modifizierung von Beleuchtungsanlagen auf LED-Technik sowie die Erneuerung von Heiztechnik im Vordergrund.

Bisher hat die Sparkasse verschiedene Maßnahmen unter ökologischen Aspekten umgesetzt. Das 2019 durchgeführte Energieaudit (im Rahmen der EDL-G-Richtlinien) hat weitere Möglichkeiten aufgezeigt, um Energieeinsparungen zu generieren. Durch die in den vergangenen Jahren bereits durchgeführten Maßnahmen ist das ermittelte Einsparpotenzial jedoch niedrig (d. h. niedriger als 20 %) bewertet worden. Das Energieaudit wurde dem Vorstand zur Kenntnis gegeben. Die identifizierten Energieeffizienzpotentiale und Maßnahmenempfehlungen sind durch den Fachbereich zu bewerten und soweit sie praktikabel sind und ins Budget passen, bei der Planung zu berücksichtigen.  

Konkrete Verbrauchswerte für die einzelnen Energiearten werden nicht als Ziel definiert. Die Steuerung erfolgt über monetäre Werte. Der Trend zu niedrigeren Verbrauchswerten wird sich fortsetzen, da im Rahmen der Optimierung des Geschäftsstellennetzes im Jahr 2018 eine weitere Reduzierung der genutzten Flächen erfolgt ist. Die Überwachung erfolgt im Rahmen des jährlichen Energie- und Umweltberichtes sowie monetär im Rahmen der Budgetberichte.

Die Sparkasse setzt auf eine Sensibilisierung der Mitarbeiter zu einem sparsamen Verbrauch von Energie. Umweltschonende Maßnahmen wie Mülltrennung, Absenkung der Raumtemperatur und Ausschaltung von elektrischen Geräten außerhalb der Betriebszeiten sowie die Berücksichtigung moderner und energiesparender Beleuchtungstechnik, z. B. im Rahmen von Renovierungsmaßnahmen, finden in allen Geschäftsstellen und der Hauptstelle Anwendung. Ideen unserer Mitarbeiter zu umweltschonenden Maßnahmen nehmen wir gerne im Betrieblichen Vorschlagswesen auf. Werden Vorschläge zum Umweltschutz umgesetzt, erhält die vorschlagende Person eine durch einen Zuschlag erhöhte Prämie.  

Umweltfreundliches Handeln ist auch unter Reputationsgesichtspunkten immer wichtiger. Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung lässt erkennen, dass sich unsere Produktionsweise und unser Lebensstil im Sinne des Klimaschutzes verändern sollen. Mangelndes Bewusstsein für Umweltfragen könnte mittelfristig die Reputation als Kreditinstitut bei wichtigen Kundengruppen, potentiellen Auszubildenden und Mitarbeitenden beeinträchtigen.  

Größere Investitionen zur energetischen Verbesserung der Geschäftsräume sind aufgrund der Belastungen der Sparkasse durch das Niedrigzinsumfeld zurzeit nicht geplant. Die Erstellung eines Entsorgungskonzeptes ist für 2020 von der Unternehmensleitung in Auftrag gegeben worden.

Die Sparkasse am Niederrhein versucht, die Ressourceneffizienz weiter zu verbessern:  

Um einem hohen Papierverbrauch entgegenzuwirken, sucht die Sparkasse nach Möglichkeiten, den Papierverbrauch einzudämmen. Sie bietet aktiv das elektronische Postfach für ihre Kunden an, in das Kontoauszüge und Vertragsunterlagen eingestellt werden können. Die Sparkasse hat im Berichtsjahr u. a. für die Erstellung von Verträgen 3,4 Mio. Blatt Papier verwendet. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Einsparung von 0,3 Mio. Blatt Papier.

Durch die fortschreitende Digitalisierung der Geschäftsprozesse und zunehmende Bereitstellung von Kundeninformationen in digitaler Form konnte die Sparkasse 2019 ihren Verbrauch an Thermopapier für die Kontoauszugsdrucker um über 300.000 Blatt senken.

Beim Einkauf der für den Bankbetrieb benötigten Materialien achtet die Sparkasse am Niederrhein auf die Qualität, um Dinge möglichst lange oder intensiv nutzen zu können, auf ökologische Aspekte sowie auf die Preise. So kauft sie ein relativ leichtes Papier, das trotzdem beidseitig bedruckt werden kann.

Die Bestellung von Büromaterialien erfolgt durch die Abteilungen / Geschäftsstellen digital bei einem Dienstleister aus der Region. Mindestmengen sollen beachtet werden, um häufige Anlieferungen zu vermeiden. Produkte, bei denen besondere Umwelteigenschaften vorhanden sind, sind in dem Bestellprogramm besonders gekennzeichnet. Dies ermöglicht den Beschäftigten, Produkte unter ökologischen Gesichtspunkten zu bestellen.  

Die Bedingungen, unter denen die Waren, die die Sparkasse kauft, hergestellt werden, sind für sie nicht immer erkennbar. Mit Dienstleistern hat sie Vereinbarungen getroffen, um die Qualität der Dienstleistungen dauerhaft zu erhalten. Sie führt regelmäßig Servicegespräche mit ihren wesentlichen Dienstleistern. Über Nachhaltigkeitsthemen wird dabei situationsbezogen gesprochen.  

Zur Reduzierung von PKW-Fahrten im Nahbereich, wurden zwei E-Scooter angeschafft, die für Dienstfahrten genutzt werden können.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator EFFAS E04-01
Gesamtgewicht des Abfalls. Link

Das Gesamtgewicht des Abfalls betrug hochgerechnet für das Jahr 2019 rund 284 t
(Hauptabfallmengen: 123 t Papier/Pappe/Kartonagen und 95 t Restmüll [Hausmüll]).

Leistungsindikator EFFAS E05-01
Anteil des gesamten Abfalls, der recycelt wird. Link

Der gesamte Abfall wird an dritte Unternehmen weitergegeben, weshalb die Sparkasse den Anteil des gesamten Abfalls, der recycelt wird, nicht erhebt. 

Leistungsindikator EFFAS E01-01
Gesamter Energieverbrauch. Link

Der Gesamtenergieverbrauch (Strom und Wärme) 2018 betrug knapp 4,8 Mio. kWh (davon 2,1 Mio. kWh Strom, 2,6 Mio. kWh Heizenergie und 0,04 Mio. kWh Wärmepumpenstrom).

Die Werte für das Jahr 2019 lagen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes noch nicht für alle genutzten Gebäude vor, daher werden hier die Werte für das Vorjahr genannt.

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die Treibhausgas-Emissionen nach dem GHG werden nicht ermittelt. Aus Sicht der Sparkasse sind sie nicht wesentlich für die Steuerung des Geschäftsbetriebes eines Finanzdienstleisters. Der Sparkasse ist bewusst, dass die wesentlichen Emissionen durch den Heizenergie- und Stromenergieverbrauch entstehen. Die Sparkasse bevorzugt es daher, bei Ersatzinvestitionen zu prüfen, ob hiermit unter Kosten-Nutzen-Aspekten eine Verringerung von Treibhausgas-Emissionen erreicht werden kann. Hinweise zu gegebenenfalls sinnvollen Investitionen enthält der Energieauditbericht, der auf Basis des 2019 durchgeführten Energieaudits (inclusive der genaueren Betrachtung von einzelnen Standorten) durchgeführt wurde. Die hier aufgeführten möglichen Maßnahmen sind vom Fachbereich sukzessive unter Aspekten der Praktikabilität und des vorhandenen Budgets zu prüfen.

Beim Einsatz von IT-Hardware achtet die Sparkasse auf einen geringen Stromverbrauch. An den meisten Arbeitsplätzen setzt sie seit mehreren Jahren sogenannte ThinClients ein, die mehr als die Hälfte weniger Strom als normale Desktop-Computer verbrauchen.

Durch die Nutzung von Video- und Telefonkonferenzen sowie Webinaren werden Dienstfahrten verringert. Viele Schulungen erfolgen am Arbeitsplatz mittels Lernprogramm. So lassen sich Fahrten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu internen und / oder externen Fortbildungsveranstaltungen reduzieren.

Transportfahrten zu den verschiedenen Standorten der Sparkasse werden gebündelt, um Fahrten und damit Energieaufwand und CO2-Belastung zu verringern. Weitere Maßnahmen, die die Sparkasse ergriffen hat, sind unter dem Kriterium 12 beschrieben.
Den Strom, der durch die Photovoltaikanlage in der Geschäftsstelle in Neukirchen erzeugt wird, speist die Sparkasse in das allgemeine Stromnetz ein. Durch den Einsatz von modernster Wärmepumpentechnik in vier Geschäftsstellen wird der CO2-Ausstoß für die Beheizung unserer Gebäude reduziert.

Seit vielen Jahren beteiligt sich die Sparkasse am Niederrhein an dem Umweltprogramm „GoGreen" von DHL. Im Rahmen dieses Programms werden die durch den Transport der DHL entstehenden Treibhausgase durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator EFFAS E02-01
Gesamte THG-Emissionen (Scope 1, 2, 3). Link

Keine Angabe möglich, da die Treibhausgas-Emissionen nach dem GHG aus technischen Gründen noch nicht ermittelt werden. Die Treibhausgas-Emissionen sind aus Sicht der Sparkasse nicht wesentlich für die Steuerung des Geschäftsbetriebes. Daher bevorzugt es die Sparkasse bei Ersatzinvestitionen zu prüfen, ob hiermit unter Kosten-Nutzen-Aspekten eine Verringerung von Treibhausgas-Emissionen erreicht werden kann.