11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Den größten Anteil der in Anspruch genommen Ressourcen stellen Energie, Treibstoff, Wasser, Baustoffe und Flächen dar. Während der Verbrauch von Energie und Treibstoffen im Einzelnen bewertet wird (siehe Kriterium 12 und 13), können über den Verbrauch von Wasser und Baustoffen aktuell nur bedingt Angaben gemacht werden. So werden über das Umweltmanagementsystem zwar der Frischwasserverbrauch und das Abfallaufkommen (siehe Umwelterklärung) in den Verwaltungsstandorten erfasst, jedoch sind diese Mengen im Vergleich zum Verbrauch im Wohnungsbestand, wie z. B. für das Grünflächenmanagement, eher zu vernachlässigen. Für die zukünftige Ermittlung der in Anspruch genommen Ressourcen und Materialen wird vor diesem Hintergrund für das Segment Immobiliendienstleistungen eine Datenbank aufgebaut, die ab 2016 als Basis für die Ableitung von Handlungsbedarfen dienen wird.

Ein weiterer wichtiger Indikator in diesem Kontext ist der Versiegelungsgrad von Flächen. VIVAWEST bewirtschaftete im Berichtsjahr rund 23,5 Millionen Quadratmeter bebaute Grundstücksflächen und erreicht einen Versiegelungsgrad von 16,8 Prozent. Durch Maßnahmen zur Regenwasserversickerung, Regenwassernutzung oder Dachbegrünung wirkt VIVAWEST nicht nur in Neubaugebieten, sondern auch in bestehenden Wohnquartieren einer weiteren Flächenversiegelung entgegen und trägt zur Erhaltung der Biodiversität in Ballungsgebieten bei. So wurden im Berichtsjahr auf einer Fläche von 14.327 Quadratmetern umfangreiche Maßnahmen zur Dachbegrünung realisiert, welche im Vorjahresvergleich zu einer Reduzierung des Versiegelungsgrades von 0,2 Prozentpunkten geführt haben.

Vergleiche Bericht 2015 (Seite 120) und Umwelterklärung.

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

VIVAWEST hat sich für 2016 klare ökologische Ziele gesetzt. (Vergleiche auch Kriterium 3)

Ökologie
Vergleiche Bericht 2015 (Seite 131).

Darüber hinaus hat VIVAWEST zur Einhaltung der EMAS-Anforderungen sieben Leitlinien festgelegt, die ein ressourcen- und umweltschonendes Verhalten im gesamten Konzern sicherstellen. Diese Leitlinien werden gemäß der EMAS-Systematik als „Umweltpolitik“ bezeichnet. Im Umweltprogramm 2016 sind zudem konkrete ökologische Maßnahmen für das Jahr 2016 festgelegt worden.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator G4-EN1
Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen.

Grundlage für gesundheitlich unbedenklichen Wohnraum ist die Verwendung geeigneter Baustoffe. Die verwendeten Baustoffe entscheiden aber auch über den Bedarf an Primärenergie, der für die Gebäudeerstellung notwendig wird. Gleichzeitig sind sie wichtige Parameter für den Energieverbrauch und das Wohnklima und geben später den notwendigen Aufwand der Baustofftrennung im Fall eines Abrisses vor. Mit der sukzessiven Erweiterung und Pflege eines Baustoffkatalogs trägt VIVAWEST diesen Erkenntnissen seit Jahren Rechnung. Die Erkenntnisse und Innovationen rund um Baustoffe, ihren Primärenergieverbrauch und ihre Gesundheitsaspekte werden in dem Baustoffkatalog gesammelt und fortgeschrieben und stehen allen Planern und Bauleitern im Konzern per Intranet-Plattform zur Verfügung. Kontinuierlich werden Rückmeldungen aus dem Bestand sowie Neuerungen eingepflegt.

Darüber hinaus wird, wie in Kriterium 11 beschrieben, zur zukünftigen Ermittlung von Volumina der in Anspruch genommenen Ressourcen und Materialen für das Segment Immobiliendienstleistungen eine Datenbank aufgebaut, die ab 2016 als Basis für die Ableitung von Handlungsbedarfen dienen wird.

Leistungsindikator G4-EN3
Energieverbrauch innerhalb der Organisation.

Für die Verwaltungsstandorte ermittelt VIVAWEST sowohl den Verbrauch der Heizenergie als auch den Stromverbrauch. Zusammengenommen konnten beide Verbräuche im Berichtsjahr um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden. Diese Reduktion ist vor allem auf den Austausch der Heizanlage im Kundencenter Aachen sowie auf die Optimierung der Heizanlage im Kundencenter Dinslaken verknüpft mit Wärmedämmmaßnahmen am Gebäude zurückzuführen.

Energieverbrauch (Heizenergie und Strom) in den Verwaltungsstandorten:
2014: 7.098,6 MWh
2015: 6.316,2 MWh

Der Fuhrpark von VIVAWEST umfasst knapp 562 Fahrzeuge, die mit Diesel, Benzin und Zweitaktgemisch betrieben werden. Darunter sind 220 PKW und eine Vielzahl verschiedener LKW, Kleintransporter und Baufahrzeuge. Letztere kommen vor allem im Segment Immobiliendienstleistungen zum Einsatz, in dem kontinuierlich Optimierungsmaßnahmen zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs durchgeführt werden.

Insgesamt wurden 1.675.924 Liter Treibstoff im Berichtsjahr verbraucht. Absolut erhöht sich damit zwar der Treibstoffverbrauch um mehr als 6 Prozent, dies ist aber auf die Erweiterung des Fuhrparkes um 50 Fahrzeuge (9,8 Prozent) zurückzuführen, sodass relativ gesehen eine Reduzierung zu verzeichnen ist.

Treibstoffbrauch VIVAWEST Fuhrpark:
2014: 1.580.222 Liter
2015: 1.675.924 Liter

Vergleiche Bericht 2015 (Seite 121).

Leistungsindikator G4-EN6
Verringerung des Energieverbrauchs.

VIVAWEST differenziert aufgrund der Mengenverhältnisse grundsätzlich zwischen dem Energieverbrauch innerhalb und dem Energieverbrauch außerhalb der Organisation, strebt aber in beiden Fällen die kontinuierliche Senkung durch Steigerung der Energieeffizienz an.

Außerhalb der Organisation: Im Sinne der Energiewende strebt VIVAWEST an, den Verbrauch an Heizenergie durch die Mieter zu senken. Aufgrund vielfältiger Maßnahmen, vorwiegend energetische Modernisierungen, Austausch von veralteten Heizanlagen und Optimierung bestehender Heizanlagen, konnte in den letzten Jahren der Energieverbrauch kontinuierlich gesenkt werden. Mit einem Heizenergieverbrauch von 168,8 kWh pro Quadratmeter in 2015 wurde die Energieintensität im Vergleich zum Vorjahr um weitere 1,8 Prozent reduziert.

Innerhalb der Organisation: Für die Verwaltungsstandorte ermittelt VIVAWEST sowohl den Verbrauch der Heizenergie als auch den Stromverbrauch. Zusammengenommen konnten beide Verbräuche im Berichtsjahr um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden. Diese Reduktion ist vor allem auf den Austausch der Heizanlage im Kundencenter Aachen sowie auf die Optimierung der Heizanlage im Kundencenter Dinslaken verknüpft mit Wärmedämmmaßnahmen am Gebäude zurückzuführen.

Der Fuhrpark von VIVAWEST umfasst knapp 562 Fahrzeuge, die mit Diesel, Benzin und Zweitaktgemisch betrieben werden. Darunter sind 220 PKW und eine Vielzahl verschiedener LKW, Kleintransporter und Baufahrzeuge. Letztere kommen vor allem im Segment Immobiliendienstleistungen zum Einsatz. In diesem Segment wurde Mitte 2013 mit der EDV-gestützten Disposition von Monteuren und Routenplanung begonnen und damit eine wichtige Maßnahme zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen angestoßen. Seither erfolgen kontinuierlich Optimierungsmaßnahmen. Insgesamt wurden 1.675.924 Liter Treibstoff im Berichtsjahr verbraucht. Absolut erhöht sich damit zwar der Treibstoffverbrauch um mehr als 6 Prozent, dies ist aber auf die Erweiterung des Fuhrparkes um 50 Fahrzeuge (9,8 Prozent) zurückzuführen, sodass relativ gesehen eine Reduzierung zu verzeichnen ist.

Vergleiche Bericht 2015 (Seite 120f.) und Umwelterklärung.

Leistungsindikator G4-EN8
Gesamtwasserentnahme nach Quellen.

Der Frischwasserverbrauch an den Verwaltungsstandorten beträgt im Jahr 2015 insgesamt 6.964 m3. Der Wasserverbrauch der Standrohre auf den Baustellen wird aktuell nicht digital erfasst und kann deshalb nicht ausgewertet werden.

Frischwasserverbrauch Verwaltungsstandorte:
2014: 6.998 m3
2015: 6.964 m3

Vergleiche Umwelterklärung.

Leistungsindikator G4-EN23
Gesamtgewicht des Abfalls nach Art und Entsorgungsmethode.

Die Restabfallmenge wird nur an den Verwaltungsstandorten gemessen und jährlich im Rahmen der Umwelterklärung veröffentlicht. Das Abfallaufkommen auf den Baustellen wird aktuell nicht digital erfasst und kann deshalb nicht ausgewertet werden.

VIVAWEST ergreift darüber hinaus unterschiedliche Maßnahmen zur Verminderung des Abfallaufkommens im Wohnungsbestand. In 2015 wurden im Wesentlichen zwei Ansätze erprobt:
  1. Aktives Müllmanagement: Durch systematisches Aufklären der Mieter und konsequentes Trennen der Abfälle wird das Tonnenvolumen sukzessive reduziert. Dies wiederum führt zu finanziellen Einsparungen bei den Mietern.
  2. Unter- bzw. Niederfluranlagen: Diese Anlagen wurden zuletzt in den „Neuen Stadtgärten“ in Recklinghausen eingesetzt und befördern den Müll „unter Tage“. Bei diesem System werden klassische Müllgefäße durch unterirdische Anlagen mit chipgesteuerten Einwurfklappen ersetzt, die sich positiv auf das Nutzungsverhalten auswirken. Abgerechnet werden die Anzahl eingeworfener Müllmengen pro Haushalt sowie ein prozentual festgelegter Grundkostenanteil. Mit dem System wird nicht nur das Abfallvolumen gesenkt, sondern auch das optische Erscheinungsbild im Quartier aufgewertet.
Vergleiche Bericht 2015 (Seite 120) und Umwelterklärung.

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

VIVAWEST hat sich für 2016 klare ökologische Ziele gesetzt (vergleiche auch Kriterium 3 und 12). Hierzu gehört die Senkung der CO2-Emissionen. Zur Senkung der klimarelevanten Emissionen, vorrangig der CO2-Emissionen, setzt VIVAWEST vor allem in den Wohnungsbeständen, aber auch an den Verwaltungsstandorten und im Fuhrpark zahlreiche Maßnahmen um.

Im Wohnungsbestand konnten die jährlichen CO2-Emissionen von 1990 bis Ende 2015 um 343.853 Tonnen reduziert werden. Dies entspricht einer Reduzierung je Quadratmeter Wohnfläche um 49 Prozent (vergleiche Kriterium 7, wohnungswirtschaftliche Ergänzungen).

In 2015 wurden darüber hinaus etwa 17 Prozent der veralteten Fahrzeuge durch Neufahrzeuge mit einem geringeren Schadstoßausstoß ersetzt oder mit Katalysatoren nachgerüstet. Die noch übrigen 20 Fahrzeuge mit gelben bzw. roten Plaketten werden im Frühjahr 2016 ersetzt, sodass dann ausschließlich Fahrzeuge mit grünen Plaketten eingesetzt werden.

Des Weiteren hat auch der Einsatz regenerativer Energien bei VIVAWEST Tradition. An geeigneten Standorten setzt VIVAWEST bereits seit 1991 Solarthermie ein. Mit ihrem in 2008 in Gelsenkirchen-Schaffrath errichteten Photovoltaik-Projekt ist VIVAWEST Besitzerin einer der größten Solarsiedlungen in Deutschland. Auch andere Formen der Nutzung regenerativer Energien werden bei VIVAWEST eingesetzt, wie zum Beispiel Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellen, Photovoltaik oder Wärmepumpen mit unterschiedlichen Energiequellen.

Vergleiche Bericht 2015 (Seite 120ff.) und Umwelterklärung.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator G4-EN15
Direkte THG-Emissionen (Scope 1).

Direkte CO2-Emissionen entstehen bei VIVAWEST im Wesentlichen durch den Fuhrpark. Für den Fuhrpark ergibt sich für das Berichtsjahr ein CO2-Ausstoß von 4.404 Tonnen. Damit erhöht sich zwar – absolut betrachtet – der CO2-Ausstoß um 6,1 Prozent, dies ist aber auf die Erweiterung des Fuhrparkes um 50 Fahrzeuge (9,8 Prozent) zurückzuführen. Relativ betrachtet, wird der CO2-Ausstoß folglich reduziert.

Vergleiche Bericht 2015 (Seite 121f.).

Leistungsindikator G4-EN16
Indirekte energiebezogene THG-Emissionen (Scope 2).

Indirekte CO2-Emissionen entstehen bei VIVAWEST im Wesentlichen durch die CO2-Emissionen im Wohnungsbestand, aber auch in den Verwaltungsstandorten.

CO2-Emissionen im Wohnungsbestand
2014: 374.009 Tonnen
2015: 361.868 Tonnen (- 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr)

CO2-Emissionen in den Verwaltungsstandorten
2014: 1.526 Tonnen
2015: 1.446 Tonnen (- 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr)

Vergleiche Bericht 2015 (Seite 121f.).

Leistungsindikator G4-EN17
Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3).

Weitere klimarelevante Emissionen, wie Kohlenstoffmonoxid (CO), Stickoxide (NOx) und Schwefeldioxide (SOx), der selbst betriebenen Feuerungsanlagen aller Verwaltungsstandorte sind seit dem Vorjahr deutlich gesunken. Im Jahr 2015 beträgt der gesamte CO-Ausstoß nur 1,04 Kilogramm und der NOx-Ausstoß lediglich 14,33 Kilogramm. Wesentlicher Grund ist auch hier die Verbesserung der Heizanlagen in den Kundencentern Aachen und Dinslaken.

Kohlenstoffmonoxid (CO)
2014: 1,12 kg
2015: 1,04 kg (-7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr)

Stickoxide (NOx)
2014: 15,27 kg
2015: 14,33 kg (-6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr)

Schwefeldioxide (SOx)      
2014: keine
2015: keine

Darüber hinaus setzt VIVAWEST bei Modernisierungsmaßnahmen vorrangig Dachziegel ein, die Luftschadstoffe neutralisieren können. Durch Beimischung eines Katalysators in der Endbeschichtung der verwendeten Betondachsteine werden mittels Fotokatalyse Stickoxyde in ungefährliche Nitrate umgewandelt. Allein in 2015 wurden 32.128 Quadratmeter Dachfläche im VIVAWEST Bestand mit diesen so genannten Climalife-Dachziegeln eingedeckt. Insgesamt hat VIVAWEST bereits 155.493 Quadratmeter auf diese Weise modernisiert. Laut Berechnungen des Fraunhofer Institutes werden hierdurch jährlich 519 Kilogramm an gefährlichen Stickoxyden in der Luft neutralisiert, dies entspricht den Emissionen von 170 Diesel-PKW mit einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 17.000 Kilometern.

Vergleiche Bericht 2015 (Seite 122f.) und Umwelterklärung.

Leistungsindikator G4-EN19
Reduzierung der THG-Emissionen.

CO2-Emissionen Fuhrpark
6,1 Prozent gegenüber 2014, aufgrund der Erweiterung des Fuhrparks um 50 Fahrzeuge ( 9,8 Prozent)

CO2-Emissionen im Wohnungsbestand
-3,2 Prozent gegenüber 2014

CO2-Emissionen in den Verwaltungsstandorten
-5,2 Prozent gegenüber 2014

Kohlenstoffmonoxid (CO)
-7,1 Prozent gegenüber 2014

Stickoxide (NOx)
-6,2 Prozent gegenüber 2014

Schwefeldioxide (SOx)      
Keine Veränderung gegenüber 2014

Vergleiche G4-EN15, G4-EN16, G4-EN17.