11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Prioritäten setzen: bedeutende Umweltaspekte

Mit der Herstellung von Produkten geht auch immer in irgendeiner Weise ein Einfluss auf die Umwelt einher. Manchmal ist der Fußabdruck größer, den man hinterlässt, manchmal kleiner, im besten Fall ist er sogar positiv statt negativ. Da ist es wichtig, nicht aus den Augen zu verlieren, wann, wo und wie das eigene Handeln Auswirkungen hat. Diese Auswirkungen auf die Umwelt werden in der Nachhaltigkeitswelt oft unter dem Begriff Umweltaspekte zusammengefasst.

Für die Bewertung dieser Umweltaspekte haben wir zunächst unsere Wesentlichkeitsanalyse als Ausgangspunkt genommen. Doch die Bewertung der Umweltaspekte geht über unsere Wesentlichkeitsanalyse hinaus. Wir gehen, unter Berücksichtigung der Anforderungen von EMAS in der revidierten Fassung von 2017 und ISO 14001:2015, noch weiter ins Detail. Dabei werden u.a. auch der Kontext analysiert, Erwartungen von Anspruchsgruppen einbezogen, Lebenswegbetrachtungen vorgenommen und nicht zuletzt Chance- und Risikoanalysen durchgeführt. In ihrer aktuellsten Form sind die Umweltaspekte in unserer Aktualisierten Umwelterklärung veröffentlicht.

Direkt oder indirekt?


Wir unterscheiden generell zwischen direkten und indirekten Umweltaspekten.
Direkte Umweltaspekte beziehen sich unmittelbar auf einen oder beide Lebensbaum Standorte, zum Beispiel unser Stromverbrauch oder auch der Müll, der direkt bei uns anfällt.
Indirekte Umweltaspekte beziehen sich auf die Wertschöpfungsketten außerhalb unserer eigenen Standorte. Solche Aspekte sind beispielsweise der Energieverbrauch unserer Lieferanten beim Anbau von Rohwaren oder auch bei der Herstellung von Verpackungsmaterialien.
Von insgesamt 23 identifizierten Umweltaspekten sind 14 direkte und 9 indirekte Aspekte. Die folgenden sind besonders bedeutend:

Bedeutende direkte Umweltaspekt

Bedeutende indirekte Umweltaspekte

Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen


Die Daten zur Inanpsruchnahme natürlicher Ressourcen erfassen wir umfassend innerhalb unseres Systems von Umwelt- und Nachhaltigkeitsindikatoren. Die aktuellen Daten von 2017 und Vergleichsdaten aus den Vorjahren haben wir in unserer Aktualisierten Umwelterklärung veröffentlicht.

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Ökologische Grundsätze

Als Unternehmen engagieren wir uns für Natur und Mensch und haben das Ziel, positiv zu Umwelt und Gesellschaft beizutragen. Wir denken in Kreisläufen. Wir reduzieren unseren Ressourceneinsatz sowie Umweltbelastungen auf ein Minimum.

In ökologischer Hinsicht ist die bedeutendste Grundlage unseres unternehmerischen Handelns die konsequente Förderung und Ausweitung eines sozial verantwortungsvollen ökologischen Landbaus. Über den ökologischen Landbau hinaus achten wir insbesondere auf Energieeffizienz, den Einsatz regenerativer Energien, ökologische Verpackungsauswahl und die Minimierung von Abfällen. Unsere Werte und Prinzipien setzen wir in der gesamten Wertschöpfungskette um. 

Unsere grundlegenden Ansprüche konkretisieren wir durch strategische und operative Umweltziele, durch die wir kontinuierliche Verbesserungen anstreben und die wir jährlich überprüfen, aktualisieren und ergänzen. Um den Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen noch mehr Gewicht zu geben, haben wir zum Jahreswechsel 2016/2017 die Stelle des Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagers von einer 80 %- zu einer 100 %-Stelle aufgestockt, sodass sich eine Person voll und ganz dem Thema Nachhaltigkeit widmet.

Wesentliche Risiken

Die potenziell größten ökologischen Auswirkungen und Risiken lebensmittelverarbeitender Betriebe liegen in der Regel in der Lieferkette, insbesondere im Anbau. Lebensbaum Produkte stammen deshalb zu 100 % aus ökologischem Landbau. Ein großer Teil davon wird nach den besonders strengen Kriterien von Anbauverbänden wie Demeter oder Naturland angebaut. Damit setzen wir auf eine Form der Landwirtschaft, die den Boden und die Ökosysteme zu erhalten weiß und wesentliche ökologische Risiken konventioneller Landwirtschaft von vorneherein vermeidet. Auch Klimarisiken werden so tendenziell minimiert. Zudem arbeiten viele unserer Lieferanten durch bodenverbessernde Maßnahmen, Hecken und Schattenbäume, verbesserte Sortenauswahl und weitere Maßnahmen daran, die Resilienz ihrer Anbaukulturen gegen Klimarisiken und andere Umweltveränderungen zu verbessern.

Zunehmende Umweltrisiken die sich für uns bzw. unsere Anbaupartner in der Lieferkette ergeben bestehen neben dem Klimawandel in der vieler Orten bestehenden lokalen Umweltverschmutzung durch konventionelle Landwirtschaft, Industrie und schmutzige, ineffiziente oder fehlende lokale Energieerzeugung, Abwasserreinigung, Entsorgung usw. Diese Verschmutzungen beeinträchtigen die Rohwarenqualität und machen dadurch so manche Charge für uns sogar unbrauchbar.

An unseren eigenen Produktionsstätten in Diepholz und Gronau sind die Umweltrisiken vergleichsweise überschaubar. Wir setzen auf moderne Technik mit hoher Energieeffizienz, regenerative Energie, umweltfreundliche Materialien und auf hohe Umwelt- und Arbeitssicherheitsstandards in unseren Prozessen, um Risiken zu minimieren. Klimarisiken durch die dennoch verbleibenden CO2-Emissionen kompensieren wir.

Was bleibt sind die ökologischen Risiken, die mit unserem Verpackungsmaterial verbunden sind. Mangelnder Produktschutz, ökologisch schädliche Ausgangsmaterialien oder Herstellprozesse, schlechte Recyclingfähigkeit oder falsche Entsorgung stellen hier z.B. wesentliche Risiken dar. Einige Risiken können wir durch gezielte Materialauswahl, z.B. gentechnikfreie Ausgangsmaterialien, recycelte Materialien, Biobaumwollfäden an Teebeuteln oder durch Verzicht auf ökologisch besonders schädliche Verpackungsmaterialien wie z.B. Kaffeekapseln vermeiden oder minimieren. Dennoch besteht in diesem Bereich ein hohes Risiko für Zielkonflikte, weil z.B. viele Anforderungen hinsichtlich des Produktschutzes oder der technischen Verarbeitungsfähigkeit von Verpackungen häufig schlecht oder gar nicht zur ökologisch oder im Hinblick auf Recyclingfähigkeit wünschenswertesten Verpackungsart passen.


Energiemanagement

Das Lebensbaum Energiemanagement setzt auf „weniger, anders und selbstgemacht".
Materialeffizienz: Der Faktor Verpackung

Insgesamt haben wir in 2017 in Diepholz 2.063 t Rohwaren eingekauft, 27,7% weniger als im Vorjahr. In Gronau wurden 2.316 t Rohkaffee eingekauft, was 15,3% unter dem Vorjahresniveau liegt. Über die Bioanforderung hinaus stellen wir an unsere Rohwarenlieferanten dabei weiterführende Sozial- und Umweltanforderungen, die wir in verbindlichen Handlungsgrundsätzen festgelegt haben und nach einem festen System prüfen. Aber nicht nur unsere Rohstoffe unterliegen strengen Auflagen. Auch an Verpackungen haben wir höchste Ansprüche. Sie sollen die Produkte bestmöglich schützen. Aber dafür wollen wir nicht mehr Material verwenden als unbedingt nötig. Und das, was wir nutzen, sollte so umweltverträglich wie möglich sein. An der Optimierung der Material-Effizienz, die sich aufgrund unserer Produktpalette hauptsächlich auf die Verpackungen bezieht, arbeiten wir kontinuierlich: In Diepholz ist unser durchschnittlicher Verpackungseinsatz pro Produkt, der in den Vorjahren kontinuierlich zurückgegangen ist, in 2017 erstmals wieder leicht angestiegen auf 31,5 g. Zuvor ist er von 34,6 g in 2014 auf 33,3 g in 2015 und 28,5 g in 2016 gesunken. Klingt nach einer schweren Verpackung, aber darin sind nicht nur alle direkten Produktverpackungen eingerechnet, sondern auch die Versandverpackungen, die auf dem Weg von uns ins Ladenregal notwendig sind. Insgesamt haben wir in Diepholz in 2017 999 t Verpackungsmaterial eingesetzt, 3,1% weniger als im vorherigen Jahr. Davon waren 83,7% aus Papier und Kartonage, 9,6% aus Verbundmaterialien, NatureFlex machte 2,6% und Glas 2,4% aus. Andere Materialien lagen in ihren Anteilen unter einem Prozent. Gleichzeitig arbeiten wir daran, den Anteil an Verpackungen aus nachwachsenden Materialien Jahr für Jahr zu steigern. 2017 lag er bei 86,6 %. Für Kaffee setzen wir Verpackungsmaterial in Form von Folien, Beuteln Kartonage und Etiketten ein. In 2017 waren das insgesamt 321,7 t, mit 4,7 t etwas mehr als ein Jahr zuvor und im Durchschnitt 88,2 g Verpackung pro Kilo Kaffee. 70,0 % davon macht die Umverpackungskartonage aus. Für unsere Standard-Kaffeeverpackungen (250 g, 500 g und 1.000 g) ist festzustellen, dass die 500 g Tüte im Verhältnis zum Inhalt am wenigsten Material benötigt: 250 g Kaffee = 8 g Folie, 500 g = 10 g, 1 kg = 22 g.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator G4-EN1
Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen. Link

Informationen und Daten zu eingesetzten Materialien für 2017 und die Vorjahre sind auf Seite 13 unserer Aktualisierten Umwelterklärung 2018 zu finden.

Leistungsindikator G4-EN3
Energieverbrauch innerhalb der Organisation. Link

Informationen und Daten zu Energiequellen und Energieverbräuchen für 2017 und die Vorjahre sind auf den Seiten 9 und 10 in unserer Aktualisierten Umwelterklärung 2018 zu finden.

Leistungsindikator G4-EN6
Verringerung des Energieverbrauchs. Link

Informationen und Daten zu Energiequellen und Energieverbräuchen für 2017 und die Vorjahre sind auf den Seiten 9 und 10 in unserer Aktualisierten Umwelterklärung 2018 zu finden.

Leistungsindikator G4-EN8
Gesamtwasserentnahme nach Quellen. Link

Informationen und Daten zum Wasserverbrauch in 2017 und in den Vorjahren sind auf Seite 14 unserer Aktualisierten Umwelterklärung 2018 zu finden.

Leistungsindikator G4-EN23
Gesamtgewicht des Abfalls nach Art und Entsorgungsmethode. Link

Informationen und Daten zum Abfallaufkommen und den Entsorgungswegen in 2017 und in den Vorjahren sind auf Seite 14 unserer Aktualisierten Umwelterklärung 2018 zu finden.

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Klimafreundlich Wirtschaften 

Klimafreundlich zu wirtschaften ist unsere Prämisse. Und das nicht erst seit Paris oder Kyoto. Dennoch zählen klimarelevante Emissionen zu den wesentlichen Umweltauswirkungen, die mit unserer Geschäftstätigkeit verbunden sind. Wichtig ist uns, diese zum einen so gering wie möglich zu halten, zum anderen wollen wir entstandene Emissionen am Ende auch wieder ausgleichen.

Dafür investieren wir immer wieder. Zum Beispiel in eine eigene Geothermie-Anlage, in einen besonders energieeffizienten Kaffeeröster oder eine Photovoltaik-Anlage. Emissionen, die sich nicht vermeiden lassen und die durch unseren eigenen Energieverbrauch entstehen (Scopes 1 und 2) oder bei unseren Spezialisten anfallen, gleichen wir aus. Auch Geschäftsflüge, Drucksachen, und Post- und Paketversand erfolgen klimaneutral. Unsere Tees aus Darjeeling und Assam weisen auf Grund der dort erzielten CO2-Bindung im Boden sogar eine positive Klimabilanz auf: Wer im Laden zu einem dieser Tees greift, erhält ein Produkt, das einschließlich Verpackung und aller erfolgten Anbau-, Transport- und Verarbeitungsschritte das Klima netto entlastet hat.

Die Berechnung von Emissionswerten, die sich standardisiert erheben lassen, führen wir seit 2015 mit dem CO2-Rechner PRO durch. Dadurch gewährleisten wir eine Berechnung in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Greenhouse Gas Protocol (kurz: GHG). Für Emissionen, die sehr spezifische Daten und Emissionsfaktoren benötigen, wie zum Beispiel in Zusammenhang mit unseren Verpackungsmaterialien, werden wir bei der Berechnung von Soil & More Impact unterstützt. Die Emissionsfaktoren dafür stammen in der Regel von Defra 2012, der Richtlinie des britischen Ministeriums für Umwelt, Ernährung und Gemeindeangelegenheiten, oder dem Weltklimarat (kurz: IPCC, lang:Intergovernmental Panel on Climate Change).


Direkte Emissionen 2017 (Scope 1 und 2) gemäß GHG-Protokoll sowie produktionsbedingte Emisssionen die bei externen Fertigungsdienstleistern angefallen sind:

Erdgas: 515 tCO2e
Fuhrpark: 132 tCO2e
Naturstrom: 1172 tCO2e
Standardstrom für extern hergestellte Produkte: 4 tCO2e
Erdgas für extern hergestellte Produkte: 2 tCO2e
Erdöl für extern hergestellte Produkte: 21 tCO2e
Gesamtemissionen: 1847 tCO2e
CO2-Einsparung durch die Nutzung von CO2-neutralem Naturstrom: 1097 tCO2e
CO2-Kompensation durch Gold-Standard-Zertifikat: 750 tCO2e
Ergebnis nach Kompensation: 0 tCO2e (das heißt: CO2-neutrale Produktion)

Zusätzlich zu den in der Tabelle ausgewiesenen direkten Emissionen sind in 2017 in unserer Wertschöpfungskette weitere 3.322 tCO2e an Emissionen angefallen (2016: 3.592 tCO2e). Diese hängen zusammen mit Packstoffeinsatz (2.279 tCO2e), Transportlogistik (624 tCO2e), Mitarbeitermobilität (358 tCO2e) und weiteren Faktoren (115 tCO2e). Davon werden 114 tCO2e durch uns oder unsere Dienstleister kompensiert (Bahnfahrten, Flüge, Post- und Paketversand, Drucksachen). Unsere Rohwaren haben hingegen eine positive Bilanz, d. h. durch die CO2- Bindung in Boden und Pflanzen werden in Summe mehr Treibhausgase gebunden als emittiert.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator G4-EN15
Direkte THG-Emissionen (Scope 1). Link

Informationen und Daten zu unserer Klimapolitik und Klimabilanz für 2017 und die Vorjahre finden sich auf den Seiten 11 und 12 in unserer Aktualisierten Umwelterklärung 2018.

Leistungsindikator G4-EN16
Indirekte energiebezogene THG-Emissionen (Scope 2). Link

Informationen und Daten zu unserer Klimapolitik und Klimabilanz für 2017 und die Vorjahre finden sich auf den Seiten 11 und 12 in unserer Aktualisierten Umwelterklärung 2018.

Leistungsindikator G4-EN17
Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3). Link

Informationen und Daten zu unserer Klimapolitik und Klimabilanz für 2017 und die Vorjahre finden sich auf den Seiten 11 und 12 in unserer Aktualisierten Umwelterklärung 2018.

Leistungsindikator G4-EN19
Reduzierung der THG-Emissionen. Link

Informationen und Daten zu unserer Klimapolitik und Klimabilanz für 2017 und die Vorjahre finden sich auf den Seiten 11 und 12 in unserer Aktualisierten Umwelterklärung 2018.