11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen

Klimaschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen ist bei der Provinzial ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur. Versicherungsprodukte sind immateriell und verbrauchen natürlichen Ressourcen nicht direkt. Anders sieht es im Geschäftsbetrieb sowie im Bereich der Digitalisierung aus. Dort können wir den Verbrauch natürlicher Ressourcen aktiv beeinflussen und senken. (Vgl. Kriterium 3 Ziele; Handlungsfelder Digitalisierung und Ressourcenschonung).  Wir analysieren die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt, indem wir den Verbrauch von natürlichen Ressourcen jährlich systematisch ermitteln. Wir setzen an allen Konzernstandorten innovative Technologien und Maßnahmen ein, die uns helfen, Verbräuche zu reduzieren und Klimabelastungen zu vermeiden.
Maßnahmen und Prozesse entwickeln wir weiter und kommunizieren die Ergebnisse für die für uns relevanten Bereiche:

•             Papierverbrauch
•             Energie
•             Wasser
•             Verkehr
•             Abfall
•             Emissionen in CO2
•             CO2 -Kompensationen

Eine weitere wesentliche natürliche Ressource ist der Flächenverbrauch an den verschiedenen Standorten.





Wasser
Das Glasdach der Atriumhalle in Düsseldorf entspricht 15 Prozent der gesamten Dachfläche des Gebäudes. Das Regenwasser, das auf dieses Glasdach fällt, wird – zusammen mit dem Wasser der Klimaanlagen - in einem Auffangbecken unter dem Provinzialplatz gesammelt und zur Bewässerung der Pflanzen im Inneren des Gebäudes und für die Toilettenspülung genutzt. Die Regenwassernutzung ist dabei natürlich durch die schwankenden Niederschlagsmengen beeinflusst.

Kapitalanlagen
Bei unseren Kapitalanlagen konzentrieren wir unsere Investitionen auf Unternehmen mit einem umweltfreundlicheren Profil. (Vgl. Kriterium 3 Ziele; Handlungsfeld Kapitalanlagen) Wir meiden Unternehmen, die in schwerwiegender Weise gegen den UN Global Compact verstoßen. Nach diesem sollen die Unternehmen u.a. im Umgang mit den Umweltproblemen dem Vorsorgeprinzip folgen und ressourcenschonend wirtschaften. Dieses Ziel soll ebenfalls durch die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien gefördert werden. Daneben leisten wir über den Ausschluss von Unternehmen, die bestimmte Schwellenwerte bei der CO2 -Intensität überschreiten, einen Beitrag zur Bekämpfung der globalen Klimaerwärmung. In den Kriterien zu den Umweltbelangen beziehen wir uns auf Angaben zu unseren Konzernstandorten in Münster, Düsseldorf, Kiel, Hamburg und Detmold.

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Mit natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll und schonend umzugehen ist ein gesamtgesellschaftliches Thema, dem sich der Provinzial Konzern verpflichtet fühlt. In der Kombination von Ressourcenschonung und Digitalisierung können viele Verbesserungen zum Einsatz von Ressourcen erreicht und klimaschädliche Emissionen reduziert werden.

Die Ziele und geplanten Maßnahmen sowie der Zeitpunkt der Zielerreichung sind im Kriterium 3 „Ziele“ beschrieben. (Vgl. dazu auch Kriterium 3 Zieltableau und Kriterium 11 Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen) Wir quantifizieren unsere Umweltwirkungen und Fortschritte in den Bereichen Papierverbrauch, Energie, Wasser, Verkehr, Abfall, CO2 -Emissionen und Kompensationsleistungen. Die Erhebung der Umweltdaten erfolgt über die jeweiligen Fachabteilungen. Diese Daten werden von den Fachabteilungen an die Umweltmanagerin berichtet und über die DNK-Erklärung vom Vorstand freigegeben. Wir verwenden bei der Erhebung betriebsökologischer Daten die Methodik und Umrechnungsfaktoren des VfU Berechnungstools (Version 1.4 von 2018). Der Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzdienstleitungsinstituten e.V. (VfU) hat sich auf Kennzahlen zur betrieblichen Umweltleistung von Finanzdienstleister spezialisiert. Weitere Informationen finden Sie unter https://vfu.de/ressourcen/tools/vfu-kennzahlen-tool.

Das Zieltableau für unser Handlungsfeld Ressourcenschonung (Vgl. Kriterium 3 Ziele) nutzt ebenso die ermittelten Daten aus dem VfU Kennzahlentool. Die Überprüfung der geplanten Ziele und Maßnahmen der Handlungsfelder wird, wie in Kriterium 5 Verantwortung und Kriterium 7 Kontrolle geschildert, durch die Handlungsfeldverantwortlichen durchgeführt und – falls notwendig - angepasst. Die Identifikation von Risiken ist in Kriterium 1 Strategische Analyse und Maßnahmen beschrieben. Für den Bereich Umweltbelange wurden für die Betriebsökologie keine wesentlichen Risiken festgestellt. In den Kriterien zu den Umweltbelangen beziehen wir uns auf Angaben zu unseren Konzernstandorten in Münster, Düsseldorf, Kiel, Hamburg und Detmold.

Beispiele für unser ressourcenoptimiertes Handeln an den unterschiedlichen Standorten:  
Wir beteiligen uns an vielen regionalen Aktionen wie z.B.:

Herausragendes Engagement für Umweltschutz im Büroalltag und verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt wurde der Provinzial Rheinland mit der Urkunde zum 2. Platz beim Wettbewerb „Büro und Umwelt 2020“ in der Kategorie Große Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden vom Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V. ausdrücklich bescheinigt. Dies ist ein  Anreiz für uns, den Umweltschutzgedanken im Arbeitsalltag immer wieder in den Fokus zu nehmen, um weitere Verbesserungsmöglichkeiten zu entdecken. Von diesen Ergebnissen möchten wir als Konzern profitieren. In diesem Zusammenhang haben wir die Mitgliedschaft bei B.A.U.M. e.V. auf den fusionierten Konzern ausgeweitet.

Wir arbeiten daran, kontinuierlich besser zu werden und berichten hier ausführlicher zu einigen Maßnahmen:

Azubi-Werkstatt: Nachhaltigkeit
Das Thema Nachhaltigkeit wird seit 2016 noch stärker in die Ausbildung in Düsseldorf integriert. Die Auszubildenden des zweiten Lehrjahres setzen sich mit verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit auseinander und machen sie auch für die gesamte Belegschaft erfahrbar. Des Weiteren versuchen wir, verschiedene Stakeholdergruppen zu beteiligen.  

Blockheizkraftwerke (BHKW) 
Durch unsere BHKW wurden 5.684.760 kWh und durch unsere Photovoltaikanlagen weitere 112.016 kWh Strom selbst produziert und im eigenen Unternehmen verbraucht.  

Wiederverwertung und Recycling ausgedienter IT-Hardware
Durch die Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Integrationsunternehmen AfB steigern wir unsere Ressourceneffizienz. Dieses Unternehmen erhält unsere ausgemusterte IT-Hardware, bereitet diese neu auf und führt sie in den Verwendungskreislauf zurück. Durch die Vermeidung von Neuproduktionen werden nachweislich natürliche Ressourcen geschont und CO2 -Emissionen reduziert (vgl. Leistungsindikator zu 11 und 12). Im Jahr 2020 wurden durch ReUse und Recycling unserer abgegebenen Geräte 9.469.955 l weniger Wasser verbraucht und der Primärenergieaufwand konnte um 4.879.883 kWh reduziert werden.
Auch Mitarbeitende haben am Standort Düsseldorf die Möglichkeit während der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit ihre Geräte einem zweiten Leben zuzuführen. Hierdurch wurden in 2020 weitere 5.440 kg Eisenäquivalente, 18.025 kWh Energie und entsprechend 5.263 kg CO2 - Äquivalenten eingespart.  



Verkehr/Dienstreisen
Die Reiserichtlinien sehen vor, dass Bahnreisen grundsätzlich zu bevorzugen sind. Für alle Geschäftsflüge und Bahnreisen erfolgt die CO2 -Kompensation über atmosfair. Durch die besonderen Bedingungen und Hygiene-Regeln aufgrund der Pandemie wurden kaum noch Flug- und Bahnreisen absolviert.
Seit 2020 werden alle Bahn- und Flugreisen des gesamten Konzerns kompensiert. Vgl. Leistungsindikator 13  

Druck und Versand

Der ressourcenschonende Einsatz von Papier für ist für einen Dienstleister natürlich von besonderer Bedeutung und deshalb ein wichtiges Ziel. Die fortschreitende Digitalisierung, wodurch viele Druckauflagen komplett entfallen können, beeinflusst den Papierverbrauch ebenso wie eine Vielzahl von weiteren Maßnahmen:

Zur Sensibilisierung der Belegschaft für den verantwortungsvollen Einsatz von Papier wurde beispielsweise eine Aktionsfläche „Wieviel Papier brauchen wir wirklich?“ aufgebaut. Die Belegschaft wurde motiviert, ineffiziente Prozesse und überflüssige Druckaufträge aufzufinden. Das verwendete Papier ist zu 92 % mit Nachhaltigkeitslabeln ausgezeichnet.

An einigen Konzernstandorten wird der klimaneutrale Druck genutzt. Hierdurch wurden insgesamt 33 Tonnen CO2 e kompensiert.

Andere Konzernstandorte nutzen beim Versand von Briefen GOGREEN der Deutschen Post DHL Group. Treibhausgasemissionen, die durch Transport und Logistik entstanden, werden nach internationalen Standards ermittelt, bilanziert und über international anerkannte Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Hierdurch wurden insgesamt 258,9 t CO2e ausgeglichen. Vgl. Leistungsindikator 13  

Baum statt Brief
Bei Baum statt Brief motivieren wir unsere Kunden zur Nutzung des Kundenportals inklusive elektronischem Postfach, indem wir für jede Anmeldung einen Baum pflanzen. Im Kundenportal wird die gesamte Korrespondenz digital hinterlegt. Vgl. Kriterium 3 Ziele    





Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator GRI SRS-301-1: Eingesetzte Materialien
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht oder -volumen der Materialien, die zur Herstellung und Verpackung der wichtigsten Produkte und Dienstleistungen der Organisation während des Berichtszeitraums verwendet wurden, nach:
i. eingesetzten nicht erneuerbaren Materialien;
ii. eingesetzten erneuerbaren Materialien.

Versicherungen sind immaterielle Produkte. Die zur Herstellung und "Verpackung” benötigten Materialen, also die durch den Geschäftsbetrieb verursachten Verbräuche werden unten aufgeführt.  

Leistungsindikator GRI SRS-302-1: Energieverbrauch
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus nicht erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

b. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

c. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen den gesamten:
i. Stromverbrauch
ii. Heizenergieverbrauch
iii. Kühlenergieverbrauch
iv. Dampfverbrauch

d. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen die/den gesamte(n):
i. verkauften Strom
ii. verkaufte Heizungsenergie
iii. verkaufte Kühlenergie
iv. verkauften Dampf

e. Gesamten Energieverbrauch innerhalb der Organisation in Joule oder deren Vielfachen.

f. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

g. Quelle für die verwendeten Umrechnungsfaktoren.

Unser Strom stammt aus erneuerbaren Energien.


















*außer gemietete Gebietsdirektionen, da keine validen Daten vorliegen.


Die Erstellung der Umweltbilanz für die DNK-Erklärung des Provinzial Konzerns erfolgt erstmalig und unter Zuhilfenahme des VfU-Kennzahlen Tools. Die „VfU Kennzahlen“ und das zugehörige Berechnungstool sind ein weltweit anerkannter Standard für die Bilanzierung der betrieblichen Umweltkennzahlen bei Finanzinstituten. Das VfU-Kennzahlen Tool orientiert sich an den Maßstäben der internationalen Umweltindikatorensysteme (Global Reporting Initiative) und Treibhausgas-Footprinting-Standards wie dem Greenhouse Gas Protocol.
 

Leistungsindikator GRI SRS-302-4: Verringerung des Energieverbrauchs
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Verringerung des Energieverbrauchs, die als direkte Folge von Initiativen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz erreicht wurde, in Joule oder deren Vielfachen.

b. Die in die Verringerung einbezogenen Energiearten: Kraftstoff, elektrischer Strom, Heizung, Kühlung, Dampf oder alle.

c. Die Grundlage für die Berechnung der Verringerung des Energieverbrauchs wie Basisjahr oder Basis/Referenz, sowie die Gründe für diese Wahl.

d. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Die Daten der Umweltbilanz aus der DNK-Erklärung 2020 stellen das Basisjahr für den neu fusionierten Konzern dar. Sie werden im nächsten Jahr als Grundlage für die Berechnung der Verringerung von Verbrauchswerten genutzt. 


Circa ein Drittel unseres Stromverbrauchs konnte durch eigene Blockheizkraftwerke (BHKWs) selbst erzeugt werden.

Leistungsindikator GRI SRS-303-3: Wasserentnahme
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamte Wasserentnahme aus allen Bereichen in Megalitern sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten.

b. Gesamte Wasserentnahme in Megalitern aus allen Bereichen mit Wasserstress sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten sowie eine Aufschlüsselung des Gesamtvolumens nach den in i-iv aufgeführten Entnahmequellen.

c. Eine Aufschlüsselung der gesamten Wasserentnahme aus jeder der in den Angaben 303-3-a und 303-3-b aufgeführten Quellen in Megalitern nach den folgenden Kategorien:
i. Süßwasser (≤1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (Total Dissolved Solids (TDS)));
ii. anderes Wasser (>1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS)).

d. Gegebenenfalls erforderlicher Kontext dazu, wie die Daten zusammengestellt wurden, z. B. Standards, Methoden und Annahmen.





d) VfU Berechnungstool Version 1.4 von 2018

Leistungsindikator GRI SRS-306-2: Abfall
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht des gefährlichen Abfalls, gegebenenfalls mit einer Aufschlüsselung nach folgenden Entsorgungsverfahren:
i. Wiederverwendung
ii. Recycling
iii. Kompostierung
iv. Rückgewinnung, einschließlich Energierückgewinnung
v. Müllverbrennung (Massenverbrennung)
vi. Salzabwasserversenkung
vii. Mülldeponie
viii. Lagerung am Standort
ix. Sonstige (von der Organisation anzugeben)

b. Gesamtgewicht ungefährlicher Abfälle, gegebenenfalls mit einer Aufschlüsselung nach folgenden Entsorgungsverfahren:
i. Wiederverwendung
ii. Recycling
iii. Kompostierung
iv. Rückgewinnung, einschließlich Energierückgewinnung
v. Müllverbrennung (Massenverbrennung)
vi. Salzabwasserversenkung
vii. Mülldeponie
iii. Lagerung am Standort
ix. Sonstige (von der Organisation anzugeben)

c. Wie die Abfallentsorgungsmethode bestimmt wurde:
i. Direkt von der Organisation entsorgt oder anderweitig direkt bestätigt
ii. Vom Entsorgungsdienstleister zur Verfügung gestellte Informationen
iii. Organisatorische Standardmethoden des Entsorgungsdienstleisters


Anmerkungen: 
Die ungefährlichen Abfälle zur Beseitigung werden beim Abholen nicht gewogen. Die Ermittlung des Gewichts dieser Abfallart ist somit bestimmt durch die Größe der Behältnisse und die Anzahl der Leerungen. 
Die Entsorgung einer Vielzahl von Elektrogeräten erfolgt durch die AfB. 
 

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Im Konzern sind die größten Quellen für Treibhausgasemissionen der Strombedarf, die Wärme- und Kälteversorgung der Gebäude sowie Emissionen durch notwendige Dienstreisen, vor allem mit dem PKW. Die konkreten Zielsetzungen sind in Kriterium 3 im Zieltableau hinterlegt.

In diesem Bericht werden erstmalig Daten auf fusionierter Konzernebene erfasst. Dadurch verändert sich nun unser Basisjahr auf das Jahr 2020. Zur Erhebung betriebsökonomischer Daten wurden Methodik und Umrechnungsfaktoren des VfU Berechnungstools (Version 1.4 2018) verwendet. Auch die in den Leistungskriterien 11-13 und im Zieltableau (Kriterium 3 Ziele) verwendeten Daten werden über das VfU Kennzahlentool ermittelt. Der Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzdienstleitungsinstituten e.V. (VfU) hat sich auf Kennzahlen zur betrieblichen Umweltleistung von Finanzdienstleistern spezialisiert.
Weitere Informationen finden Sie unter https://vfu.de/ressourcen/tools/vfu-kennzahlen-tool.

Die relevanteste direkte Emissionsquelle ist unser Stromverbrauch. Als Energieeffizienzmaßnahme haben wir an drei Standorten Blockheizkraftwerke (BHKW). Somit haben wir einen höheren Gasverbrauch bei reduziertem Stromzukauf. Die BHWK tragen zur Deckung einer konstanten Grundlast bei und produzieren gleichzeitig Strom – ebenfalls zur Deckung einer elektrischen Grundlast. Dies führt in Summe zu einer Reduzierung der benötigten Primärenergie. Um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, haben wir den zugekauften Strom an allen Standorten des Konzerns auf Ökostrom umgestellt.

Durch die Umstellung auf Ökostrom konnten 5.107 t CO2 -Emissionen vermieden werden.

Weitere Hinweise zur Stromversorgung finden Sie in Kriterium 11 Ressourcenschonung.

An den Standorten Kiel, Hamburg und Detmold beziehen wir die zum Betrieb der Gebäude notwendige Heizenergie aus einer emissionsarmen Fernwärmeversorgung, wodurch ebenfalls CO2 -Emissionen vermieden werden.

Beispiele von Maßnahmen zur Senkung der Umweltwirkungen und der CO2 - Emissionen an den verschiedenen Standorten sind z.B.
In den Kriterien zu den Umweltbelangen beziehen wir uns auf Angaben zu unseren Konzernstandorten in Münster, Düsseldorf, Kiel, Hamburg und Detmold.

Besondere Herausforderungen in 2020

Wir profitierten in 2020 davon, dass wir in den letzten Jahren die Anzahl von Videokonferenz- und Telekommunikationsräumen ausgebaut und weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel die Möglichkeit Web-Konferenzen durchzuführen, zum standortübergreifenden Arbeiten zur Verfügung gestellt haben. Hierdurch ist das Arbeiten auch unter Corona-Bedingungen möglich und es können Dienstreisen und die dadurch entstehenden Emissionen weiter verringert werden.

Für alle Konzernstandorte konnte anhand einer Mobilitätsbefragung das Pendlerverhalten der Mitarbeitenden ermittelt werden. Für 2019 wurden so jährliche Emissionen durch Pendlerverkehr in Höhe von 15.563 t CO2 errechnet. Seit Beginn der Corona-Pandemie Anfang März 2020 reduzierte sich der Pendlerverkehr im Konzern um durchschnittlich 60 Prozent, wodurch Treibhausgas-Emissionen von 7.781 t CO2 vermieden wurden. Auf der anderen Seite berücksichtigt das VfU-Tool Strom-Emissionen aus Homeofficetätigkeiten in Höhe von 156 t CO2 . Somit wurden in 2020 insgesamt 7.625 t CO2 eingespart.

Klimakompensationen

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, Waldprojekte zu finanzieren, um die (noch) nicht vermeidbaren Emissionen unserer Geschäftstätigkeit auszugleichen. Die aufgeforsteten Wälder filtern nicht nur das Treibhausgas CO2 aus der Atmosphäre, sie entwickeln sich über dies zu wichtigen Lebensräumen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, verbessern die erodierten Bodenverhältnisse, schützen Menschen vor Überschwemmungen und vieles mehr.

Umsetzungspartner ist der vom deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) zertifizierte Verein PRIMAKLIMA e.V., der sich bereits seit 1991 für die Mehrung und den Erhalt von Wäldern für den Klimaschutz einsetzt. Mit der Bewertung der Projekte hinsichtlich ihrer Kohlenstoffbindung sowie internationaler Nachhaltigkeitskriterien ist ein externer Gutachter des B.A.U.M. e.V. beauftragt. Bei den Leistungskriterien zu 13 haben wir einen Überblick zu unseren weiteren Kompensationsmaßnahmen und –partnern erstellt.

Ausblick

Die Provinzial war am Standort Düsseldorf bereits in 2011 erster klimaneutraler Erstversicherer. Dies wurde durch konsequente Verfolgung einer Klimastrategie erreicht, durch die der jährliche Kohlendioxidausstoß von damals 11.092 Tonnen um mehr als 7.300 Tonnen auf 3.773 Tonnen CO2 und damit auf ca. 34 Prozent der Emissionen reduziert werden konnte. Als neu fusionierter Konzern machen wir uns mit unseren Unternehmensstandorten, mit Unterstützung von externen Spezialisten, auf den Weg zum klimaneutralen Unternehmen. Unser Konzernziel ist das gleiche wie vor Jahren in der Klimastrategie festgelegt: Emissionen vermeiden oder reduzieren und – bis bessere Lösungen vorhanden sind - unvermeidbare Emissionen kompensieren. So soll die Klimaneutralität für Scope 1 und 2 bis 2025 erreicht werden. Mit der Teilnahme an der „Marktoffensive Erneuerbare Energien“, die in Zusammenarbeit von dena und den Klimaschutz-Unternehmen e.V. ins Leben gerufen wurde, erhoffen wir uns weitere Impulse und Lösungsansätze für die Umsetzung unserer Klimastrategie. In den nächsten Jahren werden laufende Maßnahmen, wie
Außerdem beteiligen wir uns in 2021 an dem Projekt „Wege zum klimaneutralen Unternehmen“ des Klimaschutz-Unternehmen e.V. und des Fachgebiets „umweltgerechte Produkte und Prozesse“ upp der Universität Kassel. Dabei werden wir unsere Emissionen der externen Betrachtung und Analyse unterziehen und einen individuellen Fahrplan für uns entwickeln. (vgl. Kriterium 3 Ziele)  

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator GRI SRS-305-1 (siehe GH-EN15): Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der direkten THG-Emissionen (Scope 1) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Der neu fusionierten Provinzial Konzern legt für das Berichtsjahr 2020 erstmals eine gemeinsame DNK-Erklärung vor. Somit wird 2020 zum neue Basisjahr.  
Die Umweltbilanz wird mithilfe des VFU-Kennzahlen Tool(Version 1.4 2018) erstellt, das sich an den Maßstäben der internationalen Umweltindikatorensystemen (Global Reporting Initiative) und Treibhausgas-Footprinting-Standards wie dem Greenhousegas Protocol orientiert. Die „VfU Kennzahlen“, und das zugehörige Berechnungstool sind ein weltweit anerkannter Standard für die Bilanzierung der betrieblichen Umweltkennzahlen bei Finanzinstituten.  







Leistungsindikator GRI SRS-305-2: Indirekte energiebezogenen THG-Emissionen (Scope 2)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. Gegebenenfalls das Bruttovolumen der marktbasierten indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

c. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.






Die CO2 -Umrechnungen erfolgen mit Hilfe der aktuellen VfU-Umrechnungstabelle (Version 1.4 2018).

Leistungsindikator GRI SRS-305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3) in Tonnen CO2-Äquivalenten.

b. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2 -Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Kategorien und Aktivitäten bezüglich sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3), die in die Berechnung einbezogen wurden.

e. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

f. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.




Die CO2 -Umrechnungen erfolgen mit Hilfe der aktuellen VfU-Umrechnungstabelle (Version 1.4 2018).

Leistungsindikator GRI SRS-305-5: Senkung der THG-Emissionen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Senkung der THG-Emissionen, die direkte Folge von Initiativen zur Emissionssenkung ist, in Tonnen CO2 Äquivalenten.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Basisjahr oder Basis/Referenz, einschließlich der Begründung für diese Wahl.

d. Kategorien (Scopes), in denen die Senkung erfolgt ist; ob bei direkten (Scope 1), indirekten energiebedingten (Scope 2) und/oder sonstigen indirekten (Scope 3) THG-Emissionen.

e. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Durch die Belieferung aller Konzernstandorte mit Ökostrom konnten CO2-Emissionen in Höhe von 5.107 t verrmieden werden. Für die Provinzial wurde 2020 das neue Basisjahr.
Veränderungen der THG-Emissionen können erst ab dem nächsten Jahr sinnvoll beurteilt werden, da in
2020 erstmals ein Gesamt-Bericht für den neu fusionierten Konzern erstellt wurde und der Vergleich zum Vorjahr somit nicht aussagekräftig wäre.

Die folgenden CO2-Mengen wurden durch direkte Verträge (Primaklima oder atmosfair) oder durch
klimaneutrales Drucken und GoGreen über Partner kompensiert. Darüber hinaus sparen wir durch Maßnahmen, wie z. B. Baum statt Brief sowie die Kooperation zur Aufbereitung bzw. Verwertung gebrauchter Elektronik-Geräte. Somit konnten weitere CO2e eingespart werden. Diese Einsparungen sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt:


Insgesamt wurden somit Emissionen aus Scope 2 und Scope 3 in Höhe von insgesamt 13.993 t CO2e vermieden. Die Berechnung der CO2e erfolgte zu Ökostrom, Mitarbeiterpendeln
und zur Aktion Baum statt Brief mit Hilfe der aktuellen VfU-Umrechnungstabelle (Version 1.4 2018). Die Klimawirkung der Aufbereitung bzw. Verwertung gebrauchter Elektronik-Geräte berechnet die AfB mit Hilfe einer Ökobilanzstudie von myclimate.