11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Gemäß ihrer Unternehmensphilosophie geht die GROSS GmbH verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen um und sucht stets nach Möglichkeiten diese einzusparen, oder durch umweltfreundlichere Ressourcen zu substituieren.
Bei GROSS werden folgende Ressourcen in Anspruch genommen.

Gebäudeinfrastruktur und Energie

Ressource Menge (2020) Nutzung
Wasser 424 m³ Wasser wird im Rahmen der Gebäudeinfrastruktur für Küchen und Badezimmer sowie im Werkstattbereich für Spülbecken benötigt. Der Mehraufwand im Vergleich zum Vorjahr kommt durch den Neubau (Verdopplung der Betriebsfläche) zustande.
Strom  96.900 kWh Strom wird für die Gebäudeinfrastruktur benötigt, zum Beispiel zum Betreiben von Beleuchtung, Elektrogeräten und dem Laden von Elektrofahrzeugen. Über die Eigenerzeugung des Stroms berichten wir in Kriterium 12.
Diesel 39.850 Liter /
396.000 kWh
Für Reisetätigkeiten unserer Kundendienst-Mitarbeitenden sowie unserer Vertriebs-Mitarbeitenden wird Diesel zum Betreiben der Fahrzeuge benötigt. Über Maßnahmen zur Reduktion dieser Kennzahl berichten wir in Kriterium 12. 
Biomasse-Pellets 68,5 Tonnen /
342.700 Kwh
Zum Beheizen der Büro- und Werkstattflächen werden Biomasse-Pellets verwendet. Über die Effizienz der Heizanlage berichten wir in Kriterium 12.
In Q4/2019 wurde eine noch effizientere, zweite Heizanlage in Betrieb genommen.


Flächennutzung und Biodiversität

GROSS beansprucht eine Grundstücksfläche von 6.860 m², die sich wie folgt zusammensetzt

Gebäudegrundfläche gesamt        3.170 m²
Hof- und Pflasterflächen                2.870 m²
Grünflächen                                   820 m²

Durch die Errichtung des Wettenberger „Gewerbe- und Umweltpark“ wurde Wald- und Wiesenfläche durch Industriefläche ersetzt. Uns ist keine Einschränkung von Lebensräumen bedrohter Tier- oder Pflanzenarten bekannt. Das Grundstück weist eine Grünfläche von 820 m² auf, auf der ein Bachlauf sowie ein Baumbestand erhalten werden konnte und Tieren einen Lebensraum gibt. Insgesamt ist der Einfluss von GROSS auf die Biodiversität sehr gering.


Abfall

Als kundenorientierter Anbieter von Wartungs- und Instandhaltungsdienstleistungen bieten wir unseren Kunden an, verschlissene Ersatzteile sowie Altöl, welche bei Wartungsarbeiten anfallen, kostenlos zurück zu nehmen. So gewährleisten wir, dass anfallende Abfallstoffe, insbesondere ölhaltige Abfälle, ordnungsgemäß entsorgt werden. Aufgrund dieser Maßnahme fallen bei GROSS größere Abfallmengen an, als dies bei anderen Unternehmen gleicher Größe und Branche der Fall ist.

Abfallart Menge (2020) Nutzung
Abwasser 424 m³ Wasser wird im Rahmen der Gebäudeinfrastruktur für Küchen und Badezimmer sowie im Werkstattbereich für Spülbecken benötigt. Der Mehraufwand im Vergleich zum Vorjahr kommt durch den Neubau (Verdopplung der Betriebsfläche) zustande.
Papier und Pappe ca. 13 Tonnen Papier und Pappe fällt in einer normalen Büroumgebung an sowie beim Empfang von Paketsendungen.
Diese Abfallart wird in einem 5 cbm-Behälter gesammelt und wöchentlich durch einen Entsorgungsfachbetrieb entleert. Eine Wiegung findet nicht statt, sodass der angegeben Wert auf Erfahrungswerten des Entsorgungsfachbetriebs basiert.
Holz ca. 8 Tonnen Holz fällt bei Anlieferung von Waren auf Einwegpaletten an. Diese Abfallart wird in einem 7 cbm-Behälter gesammelt und auf Abruf durch einen Entsorgungsfachbetrieb entleert. Eine Wiegung findet nicht statt, sodass der angegeben Wert auf Erfahrungswerten des Entsorgungsfachbetriebs basiert.
Altreifen ca. 1,4 Tonnen /
137 Stück
Altreifen fallen im Rahmen des Kfz-Services durch Erneuerung von Reifen sowohl bei Kundenfahrzeugen als auch bei Fahrzeugen des eigenen Fuhrparks an.
Nichtchlorierte Maschinen-, Getriebe- und Schmieröle auf Mineralölbasis 9,9 Tonnen Altöle fallen im Rahmen von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten bei Kundendienst-Einsätzen sowie im Kfz-Service an.
Halogenfreie Bearbeitungs-emulsionen und -lösungen 19,2 Tonnen Diese Abfallart entsteht im Rahmen von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten bei Kundendienst-Einsätzen, insbesondere bei Behälterprüfungen.
Aufsaug- und Filtermaterialien, Ölfilter, ölgetränkte Wischtücher und Textilien 11,35 Tonnen Mineralöle fallen im Rahmen von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten bei Kundendienst-Einsätzen sowie im Kfz-Service an. Im Rahmen dieser können z.B. bei Reinigungsarbeiten Abfälle mit Öl benetzt werden. Dieser Wert konnte im Vergleich zum Vorjahr gesenkt werden. In der Vergangenheit wurden über dieses Abfallsystem auch nicht wassergefährdende Stoffe, wie z.B. sauberes Papier und Pappe entsorgt. Durch eine Sensibilisierung der Mitarbeitenden für eine bessere Abfalltrennung konnte dieser Wert gesenkt werden.
Gemischte Siedlungsabfälle 10,85 Tonnen Gemischte Siedlungsabfälle entstehen durch den täglichen Betrieb in allen Gewerken. Unter Anderem werden hierüber auch Bioabfälle, Glas, Metall, Gummi und Textilien (mit Ausnahme ölbenetzter Textilien) erfasst. Diese Abfälle fallen in so geringen Mengen an, dass eine getrennte Erfassung logistisch nicht möglich ist.

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Gemäß ihrer Unternehmensphilosophie geht die GROSS GmbH verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen um und sucht stets nach Möglichkeiten diese einzusparen, oder durch umweltfreundlichere Ressourcen zu substituieren.
Ein nachhaltiger Gebäudebetrieb ist der GROSS GmbH sehr wichtig. Auf den Dächern der Unternehmensgebäude sind Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 135 kWp installiert. 
Der eigenerzeugte Stromertrag liegt bei 88.824 kWh/Jahr. Der Gesamtstromverbrauch des Unternehmens GROSS liegt bei 96.896 kWh/Jahr. Rechnerisch wird ein Anteil von 91,67 % des Stromverbrauches durch Sonnenenergie erzeugt. 
Im Jahr 2014 wurde im gesamten Unternehmen die Heizung auf „Biomasse“ umgestellt und 2019 um zwei weitere Biomasseheizkessel erweitert. Die vorher eingesetzte Fernwärmeversorgung mittels Gasheizung und ca. 20 % Netzverlusten wurde nachhaltig ersetzt. Durch diese Maßnahme wurde eine Energieersparnis von ca. 35 % realisiert.
Die energieoptimierte Gebäudebe- und entlüftung mit Wärmepumpentechnik begünstigen einen niedrigen Energieverbrauch.
Eine zentrale Energieerfassungssoftware ermöglicht die Visualisierung der Energieströme und ermittelt kontinuierlich die Energieverbräuche und berechnet mögliche Einsparpotenziale. 
Durch die Umstellung auf die Photovoltaikanlage und Biomasse-Heizung konnten bereits enorme CO2-Einsparungen verzeichnet werden. Treibhausgas-Emissionen des Gebäudekomplexes, die bisher nicht vermieden werden konnten, werden durch die finanzielle Unterstüzung von Klimaschutzprojekten vollständig kompensiert, sodass wir auf diese Weise einen CO2-neutralen Gebäudebetrieb erreichen. 
 
Zur weiteren Reduktion der CO2-Emissionen strebt GROSS eine stetige Optimierung des Fuhrparks an. Für den regionalen Lieferverkehr wurden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren durch Elektrofahrzeuge ersetzt. Die verbleibenden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren sind auf dem neusten Stand der Technik und erfüllen überwiegend die Abgasnorm Euro 6. Die Verbräuche werden stetig ausgewertet und die Mitarbeitenden in Fahrerschulungen kontinuierlich auf eine energiesparende Fahrweise geschult. Im kommenden Geschäftsjahr sollen vier Diesel-Fahrzeuge durch nachhaltige Hybrid- bzw. Vollelektrofahrzeuge ersetzt werden.
In Zukunft sollen auch Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb im Lieferverkehr und Kundenservice erprobt werden, um langfristig den Fuhrpark ebenfalls CO2-neutral zu gestalten. Um die Mobilität der Zukunft besser beurteilen zu können, nehmen wir in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Gießen und der THM an einer Studie zur E-Revolution teil. Es ist derzeit nicht möglich, den kompletten Fuhrpark mit nachhaltigen Energieträgern zu betreiben. Wir sind sehr von der am Markt verfügbaren Technik abhängig, und können dieses Ziel daher derzeit nicht terminieren.
 
Unsere Mitarbeitenden werden zudem für einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und sparsamen Umgang mit Wasser, Büromaterialien und Papier angehalten. Langfristig möchten wir weitestgehend auf Papier verzichten. Wir haben hierzu bereits Serviceaufträge von Papier auf den digitalen Versand umgestellt, auch Wartungsverträge werden nicht mehr per Post, sondern nur noch digital versandt. Wir motivieren unsere Mitarbeitenden für die Digitalisierung, möchten jedoch jedem die Freiheiten lassen, so zu arbeiten wie man es möchte. Daher gibt es zu diesem Ziel keine quantitative oder zeitbezogene Einordnung. 
In diesem Jahr fand im Anschluss an die jährliche Sicherheitsunterweisung eine Schulung zum Thema Abfallmanagement statt. In folge dieser konnte ein leichter Rückgang der Abfälle sowie eine bessere Trennung von Mischabfällen erreicht werden.

Zukünftig möchten wir unseren Verbrauch der Ressource Erdöl verringern. Dazu wollen wir den Einsatz herkömmlicher öleingespritzer Kompressoren verringern und stattdessen auf wassereingespritze oder ölfreie Anlagen setzen. In 2021 soll dazu eine Pilotanlage mit mindestens 3 wassereingespritzten Kompressoren installiert werden, um diese in einem Feldtest umfangreich zu testen und das Potenzial dieser zu ermitteln. 
 
Ein gewisses Risiko sehen wir in der Verseuchung von Boden durch auslaufendes Mineralöl. Bei Instandhaltungsarbeiten an Kompressoren oder Kraftfahrzeugen werden Mineralöle verwendet. Um dieses Risiko so gering wie möglich zu halten, haben wir diverse Maßnahmen eingeleitet. Um die Lagermenge so gering wie möglich zu halten, werden Altöle regelmäßig durch einen zertifizierten Entsorgungs-Fachbetrieb abgeholt. Frisches Öl wird bedarfsgerecht bestellt. Um während der Lagerung ein Eindringen der Mineralöle in das Ökosystem zu verhindern, gibt es eine zentrale Sammelstelle für frisches und verbrauchtes Öl sowie ölbenetzter Abfälle. Diese ist ausgestattet mit modernen Sammelbehältnissen sowie Auffangwannen, die den geltenden Normen entsprechen. Darüber hinaus werden die Behältnisse regelmäßg auf den einwandfreien Zustand und die ordnungsgemäße Anwendung geprüft. 
 
 

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator EFFAS E04-01
Gesamtgewicht des Abfalls. Link

Das Gesamtgewicht aller Abfallarten über alle Gewerke beträgt 73,696 t/a (2020). 

Leistungsindikator EFFAS E05-01
Anteil des gesamten Abfalls, der recycelt wird. Link

Aktuell werden 85,28 % der anfallenden Abfallstoffe recycelt. Geplant ist gemäß unserer 90/10­Regelung, dass zukünftig mindestens 90% der Abfallstoff recycelt werden müssen.

Leistungsindikator EFFAS E01-01
Gesamter Energieverbrauch. Link

Im Unternehmen eingesetzte Energiequellen sind Strom, Biomasse und Diesel. Kombiniert ergibt sich ein Energieverbrauch von 835,7 MWh (2020).

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Klimarelevante Emissionen entstehen im Wesentlichen bei der Verbrennung von Kraftstoff in unseren Fahrzeugen sowie bei Strom aus Netzbezug.
Der größte Anteil mit 105,4 Tonnen Treibhausgasen entfällt davon auf den Kraftstoffverbrauch unserer Kundendienst-Fahrzeuge sowie der Fahrzeuge der Vertriebsmitarbeitenden.
Unser langfristiges Ziel ist die CO2-Neutralität. Im Gebäudebetrieb erreichen wir das durch den Einsatz erneuerbarer Energien sowie teilweise durch Kompensation. Im Fuhrpark wollen wir unseren CO2-Ausstoß durch den Einsatz von nachhaltigen Technologien verringern, eine vollständige Substitution von Verbrennern ist uns derzeit jedoch nicht möglich. Da wir sehr abhängig von am Markt verfügbarer Technik sind, können wir dieses Ziel derzeit nicht konkretisieren. 
Unsere Ziele, daraus abgeleitete Maßnahmen sowie bisherige Ergebnisse führen wir detailierter in Kriterium 12 auf. 
Berechnungsgrundlage für die Treibhausgas-Emissionen sind die offiziellen Umrechnungsfaktoren des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (einsehbar auf der Energieseite des BAFA unter folgendem Link: https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/eew_infoblatt_co2_faktoren_2021.html ).
 

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator EFFAS E02-01
Gesamte THG-Emissionen (Scope 1, 2, 3). Link

Die gesamten messbaren Treibhausgasemissionen betragen 109,7 t/a (2020). Aufgeteilt auf die drei wesentlichen Erzeuger ergeben sich folgende Kennzahlen.

Scope 1: Emission durch Kraftstoffbedarf unseres Fuhrparks: 105,4 t/a

Oben angegebene Kennzahl umfasst nur Treibhausgase, die bei der Verbrennung von Kraftstoff im Fahrzeugmotor entstehen. Treibhausgase, die durch Elektrofahrzeuge oder aber durch Abrieb von Reifen und Bremsscheiben entstehen, werden nicht erfasst.

Scope 2: Emission durch Strombedarf: 4,3 t/a

Circa 92% des Strombedarfs werden durch die eigene Photovoltaikanlage zur Verfügung gestellt. Die
CO2-Emission beschränkt sich auf die für Herstellung und Transport aufgewendete Energie. In oben genannten Kennzahl sind nur die Treibhausgas-Emissionen berücksichtigt, die bei der Erzeugung des zugekauften Stroms anfallen. Diese Emissionen kompensieren wir vollständig durch die finanzielle Unterstützung von Klimaschutzprojekten.

Scope 3: Emission durch Biomasse-Heizung

Die Treibhausgase, die bei der Verbrennung der Biomasse-Pellets entstehen, werden nicht mit einberechnet, da diese auch auf anderen Wegen, wie z.B. der Kompostierung, anfallen würden und sie so den CO2-Gehalt der Atmosphäre kaum beeinflussen. Die Treibhausgas-Bilanz setzt sich daher aus der für Herstellung und Transport der Biomasse-Pellets benötigten Energie zusammen. Diese wird nicht erfasst.