11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Die größten ökologischen Auswirkungen haben:
  1. Fläche [m2]
  2. Abfall, insbesondere Restmüll [m3]
  3. Strom [kWh]
  4. Wärme/Kälte [kWh]
  5. An- und Abreise der Messe- und Kongresskundschaft [t CO2]
Die durch die Messehallen/-gelände und das CCH in Anspruch genommene versiegelte Fläche ist die größte Ressource im Arbeitsalltag der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC). Daher wurde bereits 2007 auf der Halle H am CCH Congress Center Hamburg einer der größten Staudendachgärten Europas angelegt. Das Ziel ist es, einen Teil der Biodiversität und Versickerungsflächen für Regenwasser zurückzugeben.

© Hamburg Messe und Congress / H. G. Esch, Ingenhoven Architects
Luftaufnahme Messegelände © Hamburg Messe und Congress / H. G. Esch, Ingenhoven Architects

Der während der Messe- und Kongressveranstaltungen entstehende Abfall wird durch die HMC-Servicepartner – soweit möglich – regelkon­form recycelt und entsorgt. Für die Entsorgung stehen den Ausstellenden verschiedenste Abfallbehältnisse zur Verfügung, sodass die Möglichkeit der Mülltrennung gegeben ist. Der eigens erstellte „Grüne Ausstellenden-Leitfaden für einen umweltverträglichen Messeauftritt“ dient der Sensibilisierung der Ausstellenden. Die Entsorgung von Restmüll ist höherpreisig, so dass ein Anreiz für die Ausstellenden geschaffen wird, Restmülll zu vermeiden. Das Papier im Verwaltungstrakt ist 100-prozentig FSC-zertifiziert. Die Papierabfälle sollen zudem im Zuge der Digitalisierung weiter reduziert werden (Stichwort „papierloses Büro“: Ein Beispiel hierfür ist das digitale Besprechungsprotokoll über SmartSheet).

Um den CO2-Fußabdruck der HMC zu reduzieren, nutzt die HMC zu 100 % Ökostrom und fast ausschließlich Restfernwärme, die sukzessiv noch „grüner“ werden soll.

Im Bereich Mobilität arbeitet die HMC aktuell an Potenzialen und Verbesserungen. So sind bereits E-Karren inkl. Ladeinfrastruktur in Betrieb und alle weiteren kraftstoffbetriebenen Pkw entsprechen mindestens der Klassifizierung Euro 5 – 6. Dies richtet sich nach der „Leitlinie für die Beschaffung von Fahrzeugen mit geringen CO2- und Schadstoffemissionen“, welchem sich die HMC im Rahmen der Klima-Partner-Vereinbarung verschreibt, um die Emissionen möglichst gering zu halten. Ab Mitte 2021 werden die Geschäftswagen der HMC sukzessive auf Hybridfahrzeuge umgestellt. 2022 startet der Bau zahlreicher E-Ladesäulen in den HMC-Parkhäusern im Rahmen des Projekts ELBE.

Die Besuchenden haben bereits jetzt die Möglichkeit einer vergünstigten sowie CO2-freien Anreise mit der Deutschen Bahn. Gleiches gilt für die Ausstellenden. Die gemeinsame Ausstellung der Stände an einer großen, zentralen Veranstaltungsstätte verhindert zudem, dass Anbieter und Interessierte vielfache Reisen durch das Land vornehmen müssen, um Produkte anbieten oder ansehen zu können, da auf diese Weise alle gleichzeitig an einem Ort sein können. Die einmalige Reise zu einem zentralen Treffpunkt aller Ausstellenden sorgt für Emissionseinsparungen, da nicht jede/r Ausstellende einzeln besucht werden muss.

Die entsprechenden Kennzahlen zu den genutzten Ressourcen werden in den Leistungsindikatoren 11 – 12 dargelegt.

Siehe auch: „Unser Beitrag zu den 17 UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung
SDG 7 Bezahlbare und saubere EnergieSDG 9 Industrie, Innovation und InfrastrukturSDG 11 Nachhaltige Städte und GemeindenSDG 12 Nachhaltige/r Konsum und ProduktionSDG13 Maßnahmen zum KlimaschutzSDG 15 Leben an Land

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Nachhaltigkeit versteht die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) auch als „[...] eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“ (Brundlandt-Definition der UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung aus dem Jahr 1987).

Hier spielt besonders der Klimaschutz eine bedeutende Rolle. Klimaschutz ist nicht nur auf ökologischer Ebene nachhaltig. Auch auf sozialer und ökonomischer Ebene sorgt der Schutz vor einem sich stark verändernden Klima für Stabilität und langfristige Erfolge.

Die HMC ist Veranstalterin von globalen Leitmessen mit Bezug zu Themen der Nachhaltigkeit. Hierzu zählt z. B. die WindEnergy Hamburg. Hier werden u. a. regenerative Energiequellen präsentiert. Die HMC bietet aber nicht nur Dritten einen zentralen Treffpunkt (z. B. Heldenmarkt – die Messe für nachhaltigen Konsum), sondern hat auch intern Grundsätze der betrieblichen Klimaschutzpolitik in ihren Klimaschutzleitsätzen niedergelegt (siehe Kriterium 6).

Klimaschutz ist damit auch aus der unternehmerischen Verantwortung heraus ein zentrales Anliegen. Als öffentliches Unternehmen wirkt die HMC auch deshalb daran mit, die Klimaschutzpolitik des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) umzusetzen und fortlaufend einen Beitrag zu leisten.

Zur Erreichung dieser Ziele fördert die HMC zahlreiche fortlaufende Maßnahmen im Rahmen der Klimaschutzleitsätze. Hier ein Auszug:

Generell: Abfall: Büromaterialien und Verwaltungstrakt: Böden und Wasser:
© Hamburg Messe und Congress / www.falconcrest.comLuftaufnahme Messegelände und Umgebung © Hamburg Messe und Congress / www.falconcrest.com

Energie und Kraftstoffe:
  • Senkung des Stromverbrauchs (z. B. „Mach mich aus“-Hinweise auf Lichtschaltern ab 2021)
  • CO2-Bilanzierung
  • Energieaudit nach EDL-G
  • 100 % Ökostrom seit 2011
  • Einhaltung der Energieeinsparverordnung von 2014 (Messehallen)
  • Effizienzklasse A
  • E-Karren inkl. Ladeinfrastruktur
  • Präferenz zur Nutzung des Tageslichts anstelle von elektrischem Licht
  • Umrüstung auf energieeffiziente Technik (bspw. LEDs, Bewegungsmelder in Gängen/Fluren, Licht- und Medientechnik)
  • Dienstfahrräder
  • Sukzessive Umstellung der Geschäftswagen auf Hybridfahrzeuge
Wärme/Kälte:
  • 99 % Restfernwärme
  • Wärmerückgewinnung mit den Lüftungsanlagen
  • Lüftungs- und Kältetechnik aller Säle einzeln steuerbar
  • UVC-Luftentkeimungsanlagen (Hallen B1 bis B4, dem Eingang Ost und dem Eingang Süd)
  • CCH: operative Temperaturen im Gebäude zonal und saisonal angepasst und einzeln steuerbar in allen Sälen
  • CCH: Klimatisierung des CCH mittels der natürlichen Kühlfunktion des Parks Planten un Blomen
Zusätzlich im CCH:
  • Luftqualität:
    • natürliche Belüftung (am Park Planten un Blomen)
    • nach Personenanzahl regelbare Luftqualität
    • garantierte Luftfeuchte, hohe Lüftungsraten
  • Schadstoffe:
    • ausschließliche Verwendung DGNB-zertifizierter Bauprodukte
    • fachgerechte Entsorgung beim Rückbau von Altlasten

Die Nachhaltigkeitsbeauftragte prüft regelmäßig die implementierten und geplanten Maßnahmen, unterstützt durch die Projektgruppe Nachhaltigkeit. Darüber hinaus werden Visionen und Potenziale erarbeitet. In Ergebnispräsentationen wird der Stand der Maßnahmenerreichung regelmäßig an die Geschäftsführung berichtet. Des Weiteren informiert die HMC die Leitstelle Klima als Initiator der Klima-Partner-Vereinbarung über die (geplanten) Einsparungen. Bisher wurden neben den Einsparungszielen der FHH (siehe Klimaplan) keine eigenen quantitativen Zwischenziele gesetzt.

Die HMC behandelt die von ihr und ihren Servicepartnern in Anspruch genommenen Ressourcen als wesentlich und arbeitet daran, ihre Material- und Energieeffizienz stetig zu verbessern. Des Weiteren fordert die HMC von ihren Servicepartnern die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards ein.

Ein bedeutsames Risiko der Geschäftstätigkeit der HMC für die natürlichen Ressourcen besteht in der Rückführung. Die Sicherstellung einer korrekten Abfalltrennung/-Recycling ist bei einer Großzahl an Messen und Veranstaltungen komplex. Die Ausstellenden sind dazu angehalten, besonders auf wiederverwendbare Materialien und bewusste Abfalltrennung zu achten. Ein Beispiel für eine nachhaltige Materialnutzung während einer Veranstaltung ist die Nutzung wiederverwendbarer Teppichfliesen. Ab 2022 werden außerdem zertifizierte Cradle-to-Cradle Teppiche angeboten.

Zudem besteht ein anhaltendes Risiko für einen hohen Verbrauch natürlicher Ressourcen (insbesonders Kraftstoffe) durch die An- und Abreise der Messeaustellenden, Kongressteilnehmenden und Besuchenden. Es obliegt nicht der HMC, zu bestimmen, welches Verkehrsmittel genutzt wird; die HMC kann lediglich Bewusstsein und Anreize (z. B. DB-Vergünstigungen) schaffen (siehe Berichtsjahr 2019 für die Untersuchungsergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit zur verstärkten Einbindung des ÖNPV in das Veranstaltungsticket).

Siehe auch: „Unser Beitrag zu den 17 UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung
SDG 6 Sauberes Wasser und SanitäreinrichtungenSDG 7 Bezahlbare und saubere EnergieSDG 9 Industrie, Innovation und InfrastrukturSDG 11 Nachhaltige Städte und GemeindenSDG 12 Nachhaltige/r Konsum und ProduktionSDG 13 Maßnahmen zum KlimaschutzSDG 15 Leben an Land

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator GRI SRS-301-1: Eingesetzte Materialien
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht oder -volumen der Materialien, die zur Herstellung und Verpackung der wichtigsten Produkte und Dienstleistungen der Organisation während des Berichtszeitraums verwendet wurden, nach:
i. eingesetzten nicht erneuerbaren Materialien;
ii. eingesetzten erneuerbaren Materialien.

  2020 2019
Reinigungsmittel (nachhaltig und leicht ökologisch verträglich)
Sanitärreiniger [Liter] 110 420
Neutralreiniger [Liter] 160 650
Büromaterialien
Kopierpapier A4 (80mg/m2) [Blatt] 400.000 1.000.000
Visitenkarten beidseitig
(5,5 x 8,5 cm à 300 g/m2) [Stk.]
8.000 66.050
Briefbögen A4 (120g/m2) [Stk.] 6.000 4.000
Kuvertierhüllen/Versandtaschen (FSC – verschied. Größen und Grammaturen) [Stk.] / 278.000
Komplettstände
(Hierbei wird aus vier Standbaupaketen (Standard, Comfort, Business, Premium) ausgewählt. Zusätzlich können wiederverwendbare Materialien wie Möbel, Leuchtstrahler, etc. mitgebucht werden).
Fläche [m2] 1.527 4.396
Einwegteppich (Einweg) [m2] 1.527 4.396
Wandverkleidung (Einweg) [m2] 72 777
Wiederverwendbare Teppichfliesen
Eine Teppichfliese entspricht 1 m2 bzw. 0,25 m2 und wird im Durchschnitt 25-mal wiederverwendet. Die Reinigung verläuft durch eine speziell dafür entwickelte Maschine.
Fläche [m2] 33.472 212.910
Entsprechendes Gewicht [t] 100 639
Die Werte stehen in Abhängigkeit zu veranstaltungsstarken bzw. -schwachen Jahren. Corona-bedingte Abweichungen sind möglich.

Leistungsindikator GRI SRS-302-1: Energieverbrauch
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus nicht erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

b. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

c. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen den gesamten:
i. Stromverbrauch
ii. Heizenergieverbrauch
iii. Kühlenergieverbrauch
iv. Dampfverbrauch

d. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen die/den gesamte(n):
i. verkauften Strom
ii. verkaufte Heizungsenergie
iii. verkaufte Kühlenergie
iv. verkauften Dampf

e. Gesamten Energieverbrauch innerhalb der Organisation in Joule oder deren Vielfachen.

f. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

g. Quelle für die verwendeten Umrechnungsfaktoren.

  2020 2019 2018
Ökostrom [kWh] 6.011.005 10.043.128 11.999.346
Restfernwärme [kWh] 5.135.331 6.556.458 6.934.810
Gas [kWh] 41.286 31.886 44.012
Seit 2017: keine Werte für CCH aufgrund der Revitalisierung. Die Werte stehen in Abhängigkeit zur Witterung, veranstaltungsstarken bzw. -schwachen Jahren und energetischen Umbauten. 2020: Corona-bedingte Effekte (kaum Veranstaltungsgeschäft, defekter Temperaturregler).

Leistungsindikator GRI SRS-302-4: Verringerung des Energieverbrauchs
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Verringerung des Energieverbrauchs, die als direkte Folge von Initiativen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz erreicht wurde, in Joule oder deren Vielfachen.

b. Die in die Verringerung einbezogenen Energiearten: Kraftstoff, elektrischer Strom, Heizung, Kühlung, Dampf oder alle.

c. Die Grundlage für die Berechnung der Verringerung des Energieverbrauchs wie Basisjahr oder Basis/Referenz, sowie die Gründe für diese Wahl.

d. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Vergleich zum Vorjahr 2020 2019 2018
Ökostrom [%] -40,1 -16,3 +  7,6
Restfernwärme [%] -21,7 -  5,4 -   3,9
Gas [%] +29,5 -27,6 +29,1
Seit 2017: keine Werte für CCH aufgrund der Revitalisierung. Die Werte stehen in Abhängigkeit zur Witterung, veranstaltungsstarken bzw. -schwachen Jahren und energetischen Umbauten. 2020: Corona-bedingte Effekte (kaum Veranstaltungsgeschäft, defekter Temperraturegler).

Leistungsindikator GRI SRS-303-3: Wasserentnahme
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamte Wasserentnahme aus allen Bereichen in Megalitern sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten.

b. Gesamte Wasserentnahme in Megalitern aus allen Bereichen mit Wasserstress sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten sowie eine Aufschlüsselung des Gesamtvolumens nach den in i-iv aufgeführten Entnahmequellen.

c. Eine Aufschlüsselung der gesamten Wasserentnahme aus jeder der in den Angaben 303-3-a und 303-3-b aufgeführten Quellen in Megalitern nach den folgenden Kategorien:
i. Süßwasser (≤1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (Total Dissolved Solids (TDS)));
ii. anderes Wasser (>1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS)).

d. Gegebenenfalls erforderlicher Kontext dazu, wie die Daten zusammengestellt wurden, z. B. Standards, Methoden und Annahmen.

  2020 2019 2018
Wasserzähler [m3] 17.332 31.771 29.958
Die Wassernutzung beschränkt sich auf die sanitären Anlagen, die Teeküche, Reinigungszwecke und Gastronomie (Trinkwasser). Das Frischwasser wird direkt durch den Versorger Hamburg Wasser bezogen. Seit 2017: keine Werte für CCH aufgrund der Revitalisierung. Die Werte stehen in Abhängigkeit zur Witterung, veranstaltungsstarken bzw. -schwachen Jahren und energetischen Umbauten. 2020: Corona-bedingte Effekte (kaum Veranstaltungsgeschäft).

Leistungsindikator GRI SRS-306-3 (2020): Angefallener Abfall
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht des anfallenden Abfalls in metrischen Tonnen sowie eine Aufschlüsselung dieser Summe nach Zusammensetzung des Abfalls.

b. Kontextbezogene Informationen, die für das Verständnis der Daten und der Art, wie die Daten zusammengestellt wurden, erforderlich sind.

  2020 2019 2018
Verpackungen [m3] 85,0 28,6 28,6
Altglas [m3] 0,48 1,10 0,72
Restabfall [Mg] 117,3 954,0 1.388,0
Altpapier [Mg] 5,4 18,0 25,8
Altholz [Mg] 4,8 206,0 280,5
Halogenfreie Bearbeitungsemulsion [Liter] 1.550 k.A. 4.600
Altbatterien [kg] k.A. 163,0 630,0
Gebrauchte Geräte, die Fluorchlorkohlenwasserstoffe enthalten z. B. Kühlschränke [Stk.] 8 5 6
Leuchtstoffröhren k.A. 520,0 180,0
Elektroschrott [Mg] k.A. 1,1 k.A.
Monitore [Stk.] k.A. k.A. k.A.
Feuerlöscher [Stk.] 12 k.A. k.A.
Altreifen [Stk.] 8 k.A. k.A.
Dämmmaterial KMF [cbm] 4,0 k.A. k.A.
Kohlenteer/teerhaltige Produkte [Mg] 26,4 k.A. k.A.
Bitumengemische [Mg] 44,2 k.A. k.A.
gemischte Bau- und Abbruchabfälle [Mg] 434,0 3,1 k.A.
Sperrmüll [Mg] 6,8 k.A. k.A.
Beton [cbm] 425,0 k.A. k.A.
Ziegel [cbm] 88,0 k.A. k.A.
Farben und Lacke mit Ausnahme 080111 [kg] 209,0 k.A. k.A.
Farben und Lacke lösemittelhaltig [kg] 193,0 565,0 842,0

Die Werte stehen in Abhängigkeit zu veranstaltungsstarken bzw. -schwachen Jahren. Corona-bedingte Abweichungen sind möglich. Einige Werte entstehen ggf. durch Bauarbeiten oder Umrüstungen, wie z. B. die Umstellung auf LED-Beleuchtung im Parkhaus Lagerstraße oder die Deckenerneuerung TG West an Halle A3/A4. Die Abfallentsorgungsmethode wird durch den Entsorger bestimmt und standardmäßig und fachgerecht rückgeführt. Abfalltrennung ist gegeben.

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die drei wichtigsten bei der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) anfallenden Emissionsquellen sind die (1) Heizung/Kühlung und (2) Stromversorgung der Messehallen, des CCH und des Verwaltungsgebäudes sowie die (3) Mobilität der Ausstellenden, Besuchenden und Teilnehmenden der Messe- und Kongressveranstaltungen.

Da die Stromversorgung der HMC zu 100 % durch Ökostrom/Strom aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt wird, sind die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen in diesem Bereich gering. Dadurch werden die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum deutschen Strommix jährlich um rund 5.800 Tonnen CO2-Äquivalente reduziert.

Ein klimarelevanter Faktor ist hingegen die Nutzung der steinkohlereichen Restfernwärme. Die Wärme wird zunächst an andere Nutzende geliefert und kommt anschließend über Wärmetauscher bei der HMC an. Diese Form des Heizens könnte als Reststoffverwertung bezeichnet werden und ist auch langfristig eine gute Option, da die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) das Fernwärmenetz besitzt und plant, die treibhausgasreichen Verbrennungsanlagen durch regenerative Energiequellen zu ersetzen.
Eine große Herausforderung ist die Quantifizierung der Emissionen aus dem veranstaltungsgetriebenen Verkehr. Da dies nur über Stichprobenbefragungen ermittelt werden kann, können nur Schätzungen über diese Emissionen getroffen werden.

2020 hat die HMC eine veranstaltungsunabhängige CO2-Bilanzierung für das Jahr 2019 mit einem Servicepartner durchgeführt. Der CO2-Fußabdruck basiert auf Daten bezüglich des Facility Managements, der Mobilität der Beschäftigten, Geschäftsreisen, der Beschaffung und der Eigenlogistik gemäß dem anerkannten GHG Protocol (Scope 1 – 3). Daraus konnten wichtige Einsparungspotenziale gezogen werden. Die größte Emissionsquelle stellt der Posten Fremderzeugte Wärme (37,9 %) dar. Der zweitgrößte Posten umfasst die Vorkette Wärme/Kälte-Emissionen mit 18,2 %. An dritter Stelle stehen mit 13,7 % die Emissionen aus dem Posten Vorkette Strom.  Eine CO2-Kompensation ist aufgrund der Corona-bedingten Wirtschaftlage bisher nicht zu vertreten. Aus dem Pilotprojekt geht außerdem hervor, dass für ein noch exakteres Ergebnis zukünftig die Datenermittlung und -qualität verbessert werden sollen. Auf eine Erhebung des Fußabdrucks für 2020 und 2021 wurde verzichtet, da das Emissionsaufkommen stark von der Pandemie beeinflusst wurde. Erst ab 2022 ist eine Erhebung wieder geplant. Ein langfristiges Ziel ist, darüber hinaus die benötigten Daten ebenfalls in Abhängigkeit der Veranstaltungen zu erheben.

Der Senat erklärt mit dem Masterplan Klimaschutz das Ziel, die CO2-Emissionen bis 2050 gegenüber 1990, um mindestens 95 % zu reduzieren. Mit den Maßnahmen des Aktionsplans 2030 soll als Zwischenziel eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 55 % erreicht werden. Hamburgs öffentliche Unternehmen sollen die Klimaneutralität bis 2040 anstreben.

Fortlaufend werden also die Klimazielsetzungen der FHH verfolgt und ein positiver Beitrag zur Reduktion von schädlichen Emissionen angestrebt. Die Geschäftsführung und die Nachhaltigkeitsbeauftragte überwachen kontinuierlich die Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen.

Um die Klimaschutzziele des Hamburger Senats für 2030 (Zwischenziel) zu erfüllen, sind im Transformationspfad Wirtschaft des Klimaplans im Vergleich zu 1990 insgesamt rund 5,5 Mio. t CO2-Emissionen aus der gesamten Hamburger Wirtschaft einzusparen.

Als Teil der Klima-Partner-Vereinbarung (seit 2018) hat die HMC mit 15 anderen öffentlichen Unternehmen eine Vorbildrolle eingenommen und verpflichtet sich, jährlich 140.000 t CO2 einzusparen. Das dort verankerte Basisjahr zur Reduktion klimarelevanter Treibhausgase ist 2012. Weitere Impulse für den Beitrag der HMC zur Emissionsreduktion erfolgen durch die Kooperationen der HMC als UmweltPartner der Stadt Hamburg und die Mitgliedschaft in der Luftgütepartnerschaft.

Regelmäßig führt die HMC zudem Investitionen durch, die zu wesentlichen Einsparungen führen, z. B.:
HMC
Ladeinfrastruktur-Plan © Hamburg Messe und Congress

Die folgenden CO2-Bilanzierungen werden hierzu weiteren Input liefern und die HMC bei der Überwachung ihrer klimarelevanten Daten unterstützen.

Im Wesentlichen bedarf es der Reduktion der Emissionen aus den bereits genannten Quellen. Da sowohl die Stromzusammensetzung als auch die Fernwärmezusammensetzung vom Gesellschafter vorgegeben werden, setzt sich die HMC vor allem mit der Energieeffizienz auseinander.

Ein gutes Beispiel, um weitere Emissionen zu sparen, ist das Angebot des Logistikunternehmens Pakadoo, welches die HMC seit 2018 nutzt. Mit Pakadoo können sich die Beschäftigten der HMC Onlinebestellungen direkt zum Arbeitsplatz senden lassen. Das bedeutet, Paketzustellungen kommen immer an und die Anzahl fehlgeschlagener Anfahrten wird reduziert. In Zusammenarbeit mit Pakadoo wurden 2020 etwa 1,67 t CO2 eingespart. Dieses Ergebnis setzt sich aus 1.802 Paketen zusammen, wobei pro Paket 924 g CO2 gespart werden. Dies ist ein innovativer Weg, den Verkehr innerhalb von Städten zu reduzieren und Klimaschutz zu betreiben.

Weitere wichtige Maßnahmen zur Einsparung klimarelevanter Emissionen sind darüber hinaus:
Siehe auch: „Unser Beitrag zu den 17 UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung
SDG 7 Bezahlbare und saubere EnergieSDG 9 Industrie, Innovation und InfrastrukturSDG 11 Nachhaltige Städte und GemeindenSDG 12 Nachhaltige/r Konsum und ProduktionSDG 13 Maßnahmen zum KlimaschutzSDG 15 Leben an Land

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator GRI SRS-305-1 (siehe GH-EN15): Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der direkten THG-Emissionen (Scope 1) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

  2020 2019 2018
Fuhrpark [t CO2] 23,53 32,49 33,52
Gas [t CO2] 7,51 5,80 8,01
Seit 2017: keine Werte für CCH aufgrund der Revitalisierung. Die Werte stehen in Abhängigkeit zur Witterung, veranstaltungsstarken bzw. -schwachen Jahren und energetischen Umbauten. Corona-bedingte Abweichungen sind möglich.

Leistungsindikator GRI SRS-305-2: Indirekte energiebezogenen THG-Emissionen (Scope 2)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. Gegebenenfalls das Bruttovolumen der marktbasierten indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

c. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

  2020 2019 2018
Ökostrom aus Wasserkraft [t CO2] 15,92 26,57 31,75
Restfernwärme [t CO2] 1.602,22 1.829,25 2.177,53
Seit 2017: keine Werte für CCH aufgrund der Revitalisierung. Die Werte stehen in Abhängigkeit zur Witterung, veranstaltungsstarken bzw. -schwachen Jahren und energetischen Umbauten. Corona-bedingte Abweichungen sind möglich.

Leistungsindikator GRI SRS-305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3) in Tonnen CO2-Äquivalenten.

b. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2 -Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Kategorien und Aktivitäten bezüglich sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3), die in die Berechnung einbezogen wurden.

e. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

f. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Zum Scope 3 der sonstigen indirekten Emissionen zählen bei der HMC im Wesentlichen z. B. An- und Abfahrten von Servicepartnern und außerdem An- und Abfahrten von Ausstellenden und Besuchenden im Rahmen der Veranstaltungen. Die Erfassungsmethode und mögliche Kompensierung sind in Prüfung. 2020 wurden die wichtigsten Servicepartner zur Häufigkeit, Entfernung und Verkehrsmittel im Rahmen der CO2-Bilanzierung befragt.

2019 wurden im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit stichprobenartig (n = 335) auf zwei Veranstaltungen die Besuchenden zu ihrem Anreiseverhalten befragt (siehe auch Nachhaltigkeitsbericht 2019 unter GRI SRS-305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3) in der Datenbank oder auf Seiten 39-40 im CI-Dokument zu finden auf der HMC Webseite).

Leistungsindikator GRI SRS-305-5: Senkung der THG-Emissionen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Senkung der THG-Emissionen, die direkte Folge von Initiativen zur Emissionssenkung ist, in Tonnen CO2 Äquivalenten.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Basisjahr oder Basis/Referenz, einschließlich der Begründung für diese Wahl.

d. Kategorien (Scopes), in denen die Senkung erfolgt ist; ob bei direkten (Scope 1), indirekten energiebedingten (Scope 2) und/oder sonstigen indirekten (Scope 3) THG-Emissionen.

e. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.


Weitere Einsparungen sind in Prüfung