11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Die größten ökologischen Auswirkungen haben:
  1. Fläche [m2]
  2. Abfall, insbesondere Restmüll [m3]
  3. Strom [kWh]
  4. Wärme/Kälte [kWh]
  5. An- und Abreise der Messe- und Kongressbesucher/-aussteller [t CO2]
Die durch die Messehallen/-gelände und das CCH in Anspruch genommene versiegelte Fläche ist die größte Ressource im Arbeitsalltag der HMC. Daher wurde bereits 2007 auf der Halle H am Congress Center Hamburg (CCH) einer der größten Staudendachgärten Europas angelegt. Das Ziel ist es, einen Teil der Biodiversität und Versickerungsflächen für Regenwasser zurückzugeben.

Der während der Messe- und Kongressveranstaltungen entstehende Abfall – insbesondere der Restmüll – wird durch die HMC Servicepartner regelkonform recycelt und entsorgt. Für die Entsorgung stehen verschiedenste Abfallbehältnisse zur Verfügung, sodass die Möglichkeit der Mülltrennung gegeben ist. Das Papier im Verwaltungstrakt ist 100 % FSC zertifiziert. Die Papierabfälle sollen zudem im Zuge der Digitalisierung weiter reduziert werden (Stichwort „papierloses Büro“: Ein Beispiel hierfür ist das digitale Besprechungsprotokoll über SmartSheet).

Zudem werden sowohl im Verwaltungsgebäude als auch in den Messehallen/CCH Strom, Wärme/Kälte und Wasser verbraucht. Um den CO2-Fußabdruck der HMC zu reduzieren, nutzt HMC zu 100 % Ökostrom und fast ausschließlich Restfernwärme, die sukzessiv noch „grüner“ werden soll.

Im Bereich Mobilität arbeitet die HMC aktuell an Potenzialen und Verbesserungen. So sind bereits E-Karren inkl. Ladeinfrastruktur in Betrieb  und alle weiteren kraftstoffbetriebenen Pkw entsprechen mindestens der Klassifizierung Euro 5 – 6. Dies richtet sich nach der „Leitlinie für die Beschaffung von Fahrzeugen mit geringen CO2- und Schadstoffemissionen“, welchem sich die HMC im Rahmen der Klima-Partner-Vereinbarung verschreibt, um die Emissionen möglichst gering zu halten.

Die Besucher haben bereits jetzt die Möglichkeit einer vergünstigten sowie CO2-freien Anreise mit der Deutschen Bahn. Gleiches gilt für die Aussteller. Die gemeinsame Ausstellung der Stände an einer großen, zentralen Veranstaltungsstätte verhindert zudem, dass Anbieter und Interessierte vielfache Reisen durch das Land vornehmen müssen, um Produkte anbieten oder ansehen zu können, da auf diese Weise alle gleichzeitig vor Ort sein können. Die einmalige Reise zu einem zentralen Treffpunkt aller Aussteller sorgt für Emissionseinsparungen, da nicht jeder Aussteller einzeln besucht werden muss.

Die entsprechenden Kennzahlen zu den genutzten Ressourcen werden in den Leistungsindikatoren 11 – 12 dargelegt.

Siehe auch: „Unser Beitrag zu den 17 UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung
  • SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie
  • SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
  • SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion
  • SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
  • SDG 15: Leben an Land

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Nachhaltigkeit versteht die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) auch als „[...] eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“ (Brundlandt-Definition der UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung aus dem Jahr 1987).

Hier spielt besonders der Klimaschutz eine bedeutende Rolle. Klimaschutz ist nicht nur auf ökologischer Ebene nachhaltig. Auch auf sozialer und ökonomischer Ebene sorgt der Schutz vor einem sich stark verändernden Klima für Stabilität und langfristige Erfolge.

Die HMC ist Gastgeberin für globale Leitmessen mit Bezug zu Themen der Nachhaltigkeit. Hierzu zählt z. B. die WindEnergy Hamburg. Hier werden u. a. regenerative Energiequellen präsentiert. Die HMC bietet aber nicht nur Dritten einen zentralen Treffpunkt (z. B. Heldenmarkt – die Messe für nachhaltigen Konsum), sondern hat auch intern Grundsätze der betrieblichen Klimaschutzpolitik in ihren Klimaschutzleitsätzen niedergelegt.

Klimaschutz ist damit auch aus der unternehmerischen Verantwortung heraus ein zentrales Anliegen. Als öffentliches Unternehmen wirkt die HMC auch deshalb daran mit, die Klimaschutzpolitik des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) umzusetzen und fortlaufend einen Beitrag zu leisten.

Zur Erreichung dieser Ziele fördert die HMC zahlreiche fortlaufende Maßnahmen im Rahmen der Klimaschutzleitsätze. Hier ein Auszug:

Generell:
  • Nachhaltigkeitsbeauftragte/-r + Praktikant/-in für Planung, Monitoring und Reporting
  • Klima-Partner-Vereinbarung seit 2018
  • UmweltPartner der Stadt Hamburg seit 2019
  • Mitglied der Luftgütepartnerschaft ab 2020
  • Grüner Ausstellerleitfaden für umweltfreundliche Messebeteiligung
  • Leitfaden für umweltverträgliche Beschaffung
  • Pakadoo Paketservice für Einsparung von CO2-Emissionen vor Ort
  • Energie-Scouts: Fortbildung für Auszubildende ab August 2020
  Abfall:
  • Mülltrennung in Bürotrakt und auf Veranstaltungen gem. Gewerbeabfallverordnung
  • Müllverbrennung gemäß strengen Richtlinien des Bundesemissionsschutzgesetz
  • Altglas und Altbatterien werden zentral gesammelt und in den Recyclingkreislauf zurückgegeben
  • Digital Signage und Anzeigen
  • Reduzierung der Abfallmengen (bspw. IT-Recycling)
  • Einbezug der Aussteller in die Abfallverantwortung und Vermeidung (Teppich, Komplettstände) 
Büromaterialien und Verwaltungstrakt:
  • Auf dem Weg zu papierfreien Büros/100 % FSC/recycelt
  • Nur wiederverwendbares Geschirr („Glas statt Plastik“)
  • Green IT
  • Digitalisierung, Cloud-Lösungen
  Böden und Wasser:
  • Reduzierung von Verkehrs- und versiegelten Flächen (Vergrößerung des Parks: Biodiversität und Raum für Entspannung)
  • Weitgehender Verzicht auf Streusalz
  • Staudendachgarten Halle H: Reduzierung des Wasserverbrauchs, Bewässerung des anliegenden Parks und Schaffung von Grünflächen (Biodiversität)
  • CCH reduziert mit wassersparenden Armaturen die Wasserdurchlaufwerte und Spülmengen
  • CCH nutzt spezielle Wasserfilter um Leitungswasser in Karaffen anzubieten (Plastik und Transportkosten einsparen)
  • Ökologisches und ökonomisches Reinigungskonzept (Öko-Reinigungsmittel und Einsparung von Wasser, Vermeidung von Belastung: Monitoring)
  Energie und Kraftstoffe:
  • Senkung des Stromverbrauchs
  • CO2-Bilanzierung
  • Energieaudit nach EDL-G
  • 100 % Ökostrom seit 2011
  • Einhaltung der Energieeinsparverordnung von 2014 (Messehallen)
  • Effizienzklasse A
  • E-Karren inkl. Ladeinfrastruktur
  • Präferenz zur Nutzung des Tageslichts anstelle von elektrischem Licht
  • Umrüstung auf energieeffiziente Technik (bspw. LEDs, Bewegungsmelder in Gängen/ Fluren, Licht- und Medientechnik)
  • Dienstfahrräder
  Wärme / Kälte:
  • 99% Restfernwärme
  • Wärmerückgewinnung mit den Lüftungsanlagen
  • Lüftungs- und Kältetechnik aller Säle einzeln steuerbar
  • CCH: operative Temperaturen im Gebäude zonal und saisonal angepasst und einzeln steuerbar in allen Sälen
  • CCH: Klimatisierung des CCH mittels der natürlichen Kühlfunktion des Parks Planten un Blomen
  Zusätzlich im CCH:
  • Luftqualität:
    • natürliche Belüftung (am Park Planten un Blomen)
    • nach Personenanzahl regelbare Luftqualität
    • garantierte Luftfeuchte, hohe Lüftungsraten
  • Schadstoffe:
    • ausschließliche Verwendung DGNB-zertifizierter Bauprodukte
    • fachgerechte Entsorgung beim Rückbau von Altlasten
Diese Vorhaben werden sich künftig energetisch amortisieren und insbesondere einen Beitrag zur Reduktion der Ausbeutung von natürlichen Ressourcen leisten.

Die/der Nachhaltigkeitsbeauftragte prüft regelmäßig die implementierten und geplanten Maßnahmen, unterstützt durch die Projektgruppe Nachhaltigkeit. Darüber hinaus werden Visionen und Potenziale erarbeitet. In Ergebnispräsentationen wird der Stand der Maßnahmenerreichung regelmäßig an die Geschäftsführung berichtet. Des Weiteren informiert die HMC die Leitstelle Klima als Initiator der Klima-Partner-Vereinbarung über die (geplanten) Einsparungen. Bisher wurden neben den Einsparungszielen der FHH (siehe Klimaplan) keine eigenen quantitativen Zwischenziele gesetzt.

Die HMC behandelt die von ihr und ihren Servicepartnern in Anspruch genommenen Ressourcen als wesentlich und arbeitet daran, ihre Material- und Energieeffizienz stetig zu verbessern. Des Weiteren fordert die HMC von ihren Servicepartnern die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards ein.

Ein bedeutsames Risiko der Geschäftstätigkeit der HMC für die natürlichen Ressourcen besteht in der Rückführung. Die Sicherstellung einer korrekten Abfalltrennung/-Recycling ist bei einer Großzahl an Ausstellern und Veranstaltungen komplex. Die Aussteller sind dazu angehalten, besonders auf wiederverwendbare Materialien und bewusste Abfalltrennung zu achten. Ein Beispiel für eine nachhaltige Materialnutzung während einer Veranstaltung ist die Nutzung wiederverwendbarer Teppichfliesen.

Zudem besteht ein anhaltendes Risiko für einen hohen Verbrauch natürlicher Ressourcen (insb. Kraftstoffe) durch die An- und Abreise der Austeller und Besucher. Es obliegt nicht der HMC zu bestimmen, welches Verkehrsmittel genutzt wird; die HMC kann lediglich Bewusstsein und Anreize (z. B. DB Vergünstigungen) schaffen. Zuletzt wurde im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit (Bachelorarbeit) die verstärkte Einbindung des ÖNPV in das Veranstaltungsticket untersucht. Die Implementierung eines ÖPNV-Angebots für die Besucher der HMC-Eigenveranstaltungen ist ein komplexes Vorhaben, welches hohe finanzielle Kosten und einen logistischen Aufwand mit sich bringt. Im Gegenzug ergibt sich für die HMC durch dieses Mobilitätskonzept ein Werbemittel. Die Vorteile dieses Konzepts sind Einsparungen von klima-, umwelt- und gesundheitsschädlichen Gasen. Der Erfolg dieses Konzepts ist abhängig von der Bereitschaft der Messebesucher, auf den ÖPNV umzusteigen. Eine Besucherbefragung hat ergeben, dass dies bei mehr als der Hälfte der Besucher der Fall ist. Diese Aussage gilt bei der Hälfte der Besucher jedoch nur, solange das ÖPNV-Angebot kostenlos ist.


Siehe auch: „Unser Beitrag zu den 17 UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung
  • SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
  • SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie
  • SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
  • SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion
  • SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
  • SDG 15: Leben an Land

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator GRI SRS-301-1: Eingesetzte Materialien
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht oder -volumen der Materialien, die zur Herstellung und Verpackung der wichtigsten Produkte und Dienstleistungen der Organisation während des Berichtszeitraums verwendet wurden, nach:
i. eingesetzten nicht erneuerbaren Materialien;
ii. eingesetzten erneuerbaren Materialien.

Büromaterialien 2019:
Reinigungsmittel (nachhaltig und leicht ökologisch verträglich):
Komplettstände:
Wiederverwendbare Teppichfliesen:

Leistungsindikator GRI SRS-302-1: Energieverbrauch
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus nicht erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

b. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

c. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen den gesamten:
i. Stromverbrauch
ii. Heizenergieverbrauch
iii. Kühlenergieverbrauch
iv. Dampfverbrauch

d. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen die/den gesamte(n):
i. verkauften Strom
ii. verkaufte Heizungsenergie
iii. verkaufte Kühlenergie
iv. verkauften Dampf

e. Gesamten Energieverbrauch innerhalb der Organisation in Joule oder deren Vielfachen.

f. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

g. Quelle für die verwendeten Umrechnungsfaktoren.

Ökostrom 2019: 10.043.128,25 kWh
Restfernwärme 2019: 6.556.458 kWh
Gas 2019: 31.886 kWh

Seit 2017: keine Werte für CCH aufgrund der Revitalisierung

Leistungsindikator GRI SRS-302-4: Verringerung des Energieverbrauchs
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Verringerung des Energieverbrauchs, die als direkte Folge von Initiativen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz erreicht wurde, in Joule oder deren Vielfachen.

b. Die in die Verringerung einbezogenen Energiearten: Kraftstoff, elektrischer Strom, Heizung, Kühlung, Dampf oder alle.

c. Die Grundlage für die Berechnung der Verringerung des Energieverbrauchs wie Basisjahr oder Basis/Referenz, sowie die Gründe für diese Wahl.

d. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Ökostrom 2018: 11.957.498,52 --> - 16 % in 2019 (Folge der energetischen Sanierungen)
Restfernwärme 2018: 7.753.410 --> - 15,4 % in 2019 (witterungsabhängig)
Gas 2018: 44.012 kWh --> - 27 % in 2019 (veranstaltungsabhängig)

Seit 2017: keine Werte für CCH aufgrund der Revitalisierung

Leistungsindikator GRI SRS-303-3: Wasserentnahme
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamte Wasserentnahme aus allen Bereichen in Megalitern sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten.

b. Gesamte Wasserentnahme in Megalitern aus allen Bereichen mit Wasserstress sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten sowie eine Aufschlüsselung des Gesamtvolumens nach den in i-iv aufgeführten Entnahmequellen.

c. Eine Aufschlüsselung der gesamten Wasserentnahme aus jeder der in den Angaben 303-3-a und 303-3-b aufgeführten Quellen in Megalitern nach den folgenden Kategorien:
i. Süßwasser (≤1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (Total Dissolved Solids (TDS)));
ii. anderes Wasser (>1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS)).

d. Gegebenenfalls erforderlicher Kontext dazu, wie die Daten zusammengestellt wurden, z. B. Standards, Methoden und Annahmen.

Wasserzähler 2019: 31.771 m3
Die Wassernutzung beschränkt sich auf die sanitären Anlagen, die Teeküche, Reinigungszwecke und Gastronomie (Trinkwasser). Der Verbrauch ist veranstaltungs- und witterungsabhängig.
Das Frischwasser wird direkt durch den Versorger Hamburg Wasser bezogen.

Seit 2017: keine Werte für CCH aufgrund der Revitalisierung

Leistungsindikator GRI SRS-306-3 (2020): Angefallener Abfall
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht des anfallenden Abfalls in metrischen Tonnen sowie eine Aufschlüsselung dieser Summe nach Zusammensetzung des Abfalls.

b. Kontextbezogene Informationen, die für das Verständnis der Daten und der Art, wie die Daten zusammengestellt wurden, erforderlich sind.

Abfallaufkommen*:
Altglas
**: 1,10 m3
Verpackungen***: 28,60 m3
Altpapier: 90,00 m3
Altholz: 350,20 m3
Restabfall: 4.273,92 m3
Altbatterien****: 163,02 kg
Leuchtstoffröhren*****: 520,00 kg
Sonst. Sonderabfälle******: 11,13 m3

* veranstaltungsabhängig; Quelle: Stoffstrom-Mengenbilanzen: Richard John GmbH, Fuchslocher GmbH & Co. KG; Umrechnungsfaktoren u.a. gemäß Statistischem Landesamt
** seit 2016 gibt es einen Altglas-Container [in 2019: 1 Leerungen à 1,10 m3]
*** Verkaufsverpackungen im Sinne der Verpackungsverordnung; seit 2012 „Gelbe Tonne“; [14-tägige Leerung der Container (je 26 x p.a.; Messe: 1,1 m3, CCH: 0,24 m3) ohne Wiegung des tatsächlichen Inhalts], seit 2017: Wegfall des Verpackungsaufkommens im CCH
**** gefährliche Abfälle im Sinne der Abfallverzeichnisverordnung; in 2017/2018: Entsorgung der Altbatterien im Rahmen des Batterieaustausches bei den E-Karren; Wechsel findet im Fünf-jahresturnus statt.
***** die wesentliche Erhöhung der zu entsorgenden Leuchtstoffröhren liegt in der LED-Umrüstung im Parkhaus Lagerstraße
****** im Wesentlichen Elektroschrott (u.a. Kühlschränke) und Farben/Lacke
Die Abfallentsorgungsmethode wird durch den Entsorger bestimmt und standardmäßig und fachgerecht rückgeführt. Abfalltrennung ist gegeben.

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die drei wichtigsten bei der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) anfallenden Emissionsquellen sind die (1) Heizung/Kühlung und (2) Stromversorgung der Messehallen, des CCH und des Verwaltungsgebäude sowie die (3) Mobilität der Aussteller und Besucher der Messe- und Kongressveranstaltungen.

Da die Stromversorgung der HMC zu 100 % durch Ökostrom/Strom aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt wird, sind die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen in diesem Bereich gering. Dadurch werden die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum deutschen Strommix jährlich um rund 5.800 Tonnen CO2-Äquivalente reduziert.

Ein klimarelevanter Faktor ist hingegen die Nutzung der steinkohlereichen Restfernwärme. Die Wärme wird zunächst an andere Nutzer geliefert und kommt anschließend über Wärmetauscher bei der HMC an. Diese Form des Heizens könnte als Reststoffverwertung bezeichnet werden und ist auch langfristig eine gute Option, da die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) das Fernwärmenetz besitzt und plant, die treibhausgasreichen Verbrennungsanlagen durch regenerative Energiequellen zu ersetzen.

Eine große Herausforderung ist die Quantifizierung der Emissionen aus dem veranstaltungsgetriebenen Verkehr. Da dies nur über Stichprobenbefragungen ermittelt werden kann, können nur Schätzungen über diese Emissionen getroffen werden.

2020 wird die HMC eine veranstaltungsunabhängige CO2-Bilanzierung mit einem Servicepartner durchführen. Der CO2-Fußabdruck basiert auf Daten bezüglich des Facility Managements, der Mitarbeitermobilität, Geschäftsreisen, der Beschaffung und der Eigenlogistik gemäß dem anerkannten GHG Protocol (Scope 1-3).

Der Senat erklärt mit dem Masterplan Klimaschutz das Ziel, die CO2-Emissionen bis 2050 gegenüber 1990 um mindestens 95 % zu reduzieren. Mit den Maßnahmen des Aktionsplans 2030 soll als Zwischenziel eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 55 % erreicht werden.

Fortlaufend werden also die Klimazielsetzungen der FHH verfolgt und ein positiver Beitrag zur Reduktion von schädlichen Emissionen angestrebt. Die Geschäftsführung und die/der Klimaschutzbeauftragte überwachen kontinuierlich die Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen.

Um die Klimaschutzziele des Hamburger Senats für 2030 (Zwischenziel) zu erfüllen, sind im Transformationspfad Wirtschaft des Klimaplans im Vergleich zu 1990 insgesamt rund 5,5 Mio. t CO2-Emissionen aus der gesamten Hamburger Wirtschaft einzusparen.

Als Teil der Klima-Partner-Vereinbarung (seit 2018) hat die HMC mit 15 anderen öffentlichen Unternehmen eine Vorbildrolle für Privatunternehmen eingenommen und verpflichtet sich, jährlich 140.000 t CO2 einzusparen. Das dort verankerte Basisjahr zur Reduktion klimarelevanter Treibhausgase ist 2012. Weitere Impulse für den Beitrag der HMC zur Emissionsreduktion erfolgen durch die Kooperationen der HMC als UmweltPartner der Stadt Hamburg und die Mitgliedschaft in der Luftgütepartnerschaft.

Regelmäßig führt die HMC zudem Investitionen durch, die zu wesentlichen Einsparungen führen, z. B.:

  • Energetische Optimierung der Ventilatoren in den Lüftungsanlagen Ende 2017 (28,113 t CO2-Einsparung)
  • Umrüstung des Parkhauses Lagerstraße auf LED 2019 (94,257 t CO2-Einsparung geplant)
Die geplante CO2-Bilanzierung 2020 wird hierzu weiteren Input liefern und die HMC bei der Überwachung ihrer klimarelevanten Daten unterstützen.

Im Wesentlichen bedarf es der Reduktion der Emissionen aus den bereits genannten Quellen. Da sowohl die Stromzusammensetzung als auch die Fernwärmezusammensetzung vom Gesellschafter vorgegeben werden, setzt sich die HMC vor allem mit der Energieeffizienz auseinander.

Ein gutes Beispiel, um weitere Emissionen zu sparen, ist das Angebot des Logistikunternehmens pakadoo, welches die HMC seit 2018 nutzt. Mit pakadoo können sich die Beschäftigten der HMC Onlinebestellungen direkt zum Arbeitsplatz senden lassen. Das bedeutet, Paketzustellungen kommen immer an und die Anzahl fehlgeschlagener Anfahrten wird reduziert. In Zusammenarbeit mit pakadoo wurden 2019 etwa 1.562.484 g CO2 eingespart. Dieses Ergebnis setzt sich aus 1.691 Paketen im Jahr 2019 zusammen, wobei pro Paket 924 g CO2 gespart werden. Dies ist ein innovativer Weg, den Verkehr innerhalb von Städten zu reduzieren und Klimaschutz zu betreiben.

Weitere wichtige Maßnahmen zur Einsparung klimarelevanter Emissionen sind darüber hinaus:
  • CCH Revitalisierung: natürliche Kühlung durch anliegenden Park (siehe auch Kriterium 10)
  • Mobilitätskonzepte: z. B. Lkw Slot-System des Logistik-Dienstleisters (siehe auch Kriterium 10)
  • ÖPNV Anbindung und Vergünstigung sowie Dienstfahrräder (siehe auch Kriterium 2,4,12)
  • CO2-freie An- und Abreise mit dem Veranstaltungsticket von bahn.corporate (siehe auch Kriterium 4)
  • Moderner Fuhrpark, E-Karren inkl. Ladeinfrastruktur gemäß „Leitlinie für die Beschaffung von Fahrzeugen mit geringen CO2- und Schadstoffemissionen“ (siehe auch Kriterium 11)
  • Kompensation von dienstlichen Flugreisen und Travel-Management mit HANSALOG (siehe auch Kriterium 3)


Siehe auch: „Unser Beitrag zu den 17 UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung
  • SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie
  • SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
  • SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion
  • SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
  • SDG 15: Leben an Land

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator GRI SRS-305-1 (siehe GH-EN15): Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der direkten THG-Emissionen (Scope 1) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Direkte CO2 Emissionen 2019 (Scope 1):
Fuhrpark: 32,49 t CO2 (nutzungsverhaltensabhängig)
Erdgas: 5,80 t CO2

Seit 2017: keine Werte für CCH aufgrund der Revitalisierung

Leistungsindikator GRI SRS-305-2: Indirekte energiebezogenen THG-Emissionen (Scope 2)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. Gegebenenfalls das Bruttovolumen der marktbasierten indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

c. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Indirekte CO2 Emissionen 2019 (Scope 2):
Ökostrom aus Wasserkraft: 26,57 t CO2
Restfernwärme: 1.829,25 t CO2

Seit 2017: keine Werte für CCH aufgrund der Revitalisierung

Leistungsindikator GRI SRS-305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3) in Tonnen CO2-Äquivalenten.

b. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2 -Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Kategorien und Aktivitäten bezüglich sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3), die in die Berechnung einbezogen wurden.

e. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

f. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Zum Scope 3 der sonstigen indirekten Emissionen zählen bei der HMC im Wesentlichen z. B.: An-/Abfahrten von Servicepartnern und außerdem An-/Abfahrten von den Ausstellern und Besuchern im Rahmen der Veranstaltungen.
Die Erfassungsmethode und mögliche Kompensierung sind in Prüfung.
2020 werden die wichtigsten Servicepartner zur Häufigkeit, Entfernung und Verkehrsmittel im Rahmen der CO2-Bilanzierung befragt.

2019 wurden im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit stichprobenartig (n=335) auf zwei Veranstaltungen die Besucher/-innen zu ihrem Anreiseverhalten befragt.




 

Leistungsindikator GRI SRS-305-5: Senkung der THG-Emissionen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Senkung der THG-Emissionen, die direkte Folge von Initiativen zur Emissionssenkung ist, in Tonnen CO2 Äquivalenten.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Basisjahr oder Basis/Referenz, einschließlich der Begründung für diese Wahl.

d. Kategorien (Scopes), in denen die Senkung erfolgt ist; ob bei direkten (Scope 1), indirekten energiebedingten (Scope 2) und/oder sonstigen indirekten (Scope 3) THG-Emissionen.

e. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.