11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Die ZAK ist viel mehr als eine Deponie: Wir kümmern uns um jegliche Abfallarten, die bei den Menschen und Betrieben in Kaiserslautern Tag für Tag anfallen. Diese reichen von Bioabfällen über Restmüll bis hin zu Problemabfällen. Je nach Fraktion verwerten wir die Abfälle selbst – darunter die Bioabfälle – oder geben sie an zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe weiter, die sie einer fachgerechten Verwertung zuführen und die Wertstoffe optimal recyceln. Restmüll beispielsweise fahren wir zum Müllheizkraftwerk Ludwigshafen, an dem wir beteiligt sind. Dort wird der Müll verbrannt und vollständig thermisch verwertet.  

Besonders wichtig ist die fachgerechte Entsorgung gefährlicher Abfälle, die größtenteils bei Bau- und Abbrucharbeiten anfallen. Sie gelangen über unsere Problemabfallannahmestelle auf dem Wertstoffhof oder das Umweltmobil zu uns. Für alle Abfälle gilt, dass das Ausschleusen von Schadstoffen aus dem Ressourcenkreislauf höchste Priorität hat. Indem wir gefährliche Substanzen aus den Abfällen herauslösen und sie gesondert entsorgen, schützen wir nachgelagerte Stoffkreisläufe vor Verunreinigungen.

Die Beseitigung von Abfällen auf Deponien erfolgt in Deutschland heute nur noch, wenn diese nicht verwertet werden können. Dazu gehören zum Beispiel Schlacke aus der Müllverbrennung oder Bauschutt. Im Jahr 2020 beseitigten wir so 370.000 Tonnen mineralische Abfälle bei uns auf der Deponie. Um die hier gelagerten schädlichen Stoffe sicher von Boden, Luft und Wasser zu trennen, verbauten wir im Berichtsjahr insgesamt   356.754 weitere Tonnen mineralischer Abfälle, 32.300 Quadratmeter Kunststoffdichtungsbahnen sowie 48.470 Kubikmeter Ton. Wir fingen im Berichtsjahr 69.500 m³ Oberflächenwasser und 44.850 m³ Sickerwasser der Deponie auf und führten es einer fachgerechten Entsorgung zu.  

Darüber hinaus sind wir auch für die Nachsorge der alten Deponie zuständig. Der biogene Anteil des Abfalls verrottet und bildet dabei das Treibhausgas Methan. Dieses fangen wir mit einer Gaserfassung auf und nutzen es zur Wärmeerzeugung. So können wir nicht nur die Atmosphäre vor dem klimaschädlichen Deponiegasschützen, sondern gleichzeitig fossile Energieträger in der Wärmeerzeugung ersetzen – ein doppelter Gewinn für die Umwelt. Auch bei der alten Deponie fällt Sickerwasser an. Damit dieses nicht ins Grundwasser gelangt, pumpten wir im Berichtsjahr 30.800 m³ Abwasser mithilfe einer Tiefendrainage ab und bereiteten dieses in der Kläranlage auf.  

Für unsere Geschäftstätigkeit sind wir auch auf die Entnahme von Wasser angewiesen. Im Berichtsjahr entnahmen wir 46.150 Kubikmeter Wasser. Dies macht im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 5.150 Kubikmeter aus, der auf eine höhere Auslastung des Kraftwerks sowie eine geringere Niederschlagsmenge zurückzuführen ist.

Weitere Informationen sind in den folgenden Kriterien und Indikatoren zu finden.

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Unsere Ziele im Umweltbereich beziehen sich sowohl auf die Vermeidung negativer Auswirkungen auf die Umwelt durch uns angediente Abfälle, als auch auf die Verringerung unserer eigenen Ressourcenverbräuche. Diese Ziele sind in Kriterium 3 dargestellt. Um unsere Ziele optimal steuern zu können, betreibt die ZAK ein zertifiziertes Umwelt- und Qualitätsmanagementsystem nach ISO 14001 und 9001 mit internen und externen Audits.  

Derzeit hat die ZAK vornehmlich qualitative Ziele definiert. Im weiteren Prozess der Strategieentwicklung werden wir jedoch zusätzlich quantitative, operative Ziele definieren und berichten (s. Kriterium 3). Dies wird uns auch ermöglichen, den Status der Zielerreichung zu messen und zukünftig zu den bereits erreichten Zielen zu berichten.

Teil des Umweltmanagementsystems ist eine regelmäßig stattfindende Risikoanalyse. Risiken auf der Deponie sind beispielsweise Gewässer- oder Bodenverunreinigungen oder Luftverschmutzungen. Durch gezielte Maßnahmen minimieren wir diese Risiken so weit wie möglich. Rund um die Deponie führen wir unter anderem ein Grundwassermonitoring durch und fangen Sicker- und Oberflächenwasser auf, um es einer fachgerechten Reinigung in der Kläranlage zuzuführen und Schadstoffeinträge in das Grundwasser vorzubeugen. Unsere Leitungen überprüfen wir regelmäßig, setzen alle nötigen technischen Maßnahmen um und messen den Methanausstoß der Deponie zweimal jährlich. Hier ist es unser Ziel, mindestens die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten, was wir im Berichtsjahr erreichten.

Als Unternehmen der Daseinsvorsorge sind auch Unterbrechungen der Entsorgungssicherheit ein potenzielles Risiko für uns. Wird die Entsorgung der Abfälle in Kaiserlautern nicht mehr sichergestellt, kann dies auch negative Auswirkungen auf die Umwelt haben, beispielsweise wenn dadurch wilde Müllkippen entstehen. Deshalb erfassen wir fortlaufend, wieviel Abfall bei uns ankommt, wie stark unsere Anlagen ausgelastet sind und wieviel Deponieraum uns zu Verfügung steht. Unser Ziel ist es, die Entsorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und des Landkreises Kaiserslautern an 365 Tagen im Jahr zu gewährleisten.

Eines unserer quantitativen Ziele ist es, bis zum Jahr 2021 unsere Energieeffizienz um 2 Prozent zu steigern und so unseren Energieverbrauch begrenzen. Mithilfe eines Energiemanagementsystems, das wir zurzeit aufbauen, werden wir den Energieverbrauch unserer Anlagen und Prozesse kontinuierlich kontrollieren, Potenziale zur Senkung des Bedarfs erkennen und entsprechende Energieeffizienzmaßnahmen einleiten. In einem zukünftig auf erneuerbaren Ressourcen basierten Energiesystem ist neben der effizienten Nutzung von Strom und Wärme der richtige Zeitpunkt des Energieeinsatzes von großer Bedeutung. Deshalb legt die ZAK aktuell den Grundstein, um den Energieverbrauch am Standort an die Erzeugung von erneuerbarem Strom und Wärme und an die Marktsituation anzupassen.   

Auch der Ressourcenverbrauch durch unsere Maschinen und unseren Fuhrpark prägt unseren ökologischen Fußabdruck. Unser Dieselverbrauch lag 2020 bei etwa 625.000 Litern, unser Benzinverbrauch bei etwa 8.000 Litern. Um unsere Verbräuche zu reduzieren, setzt die ZAK vermehrt Fahrzeuge mit Elektroantrieb ein. 2020 nahmen wir ein neues E-Fahrzeug in unsere Flotte auf.  

Ein weiteres quantitatives Ziel ist die Einführung der Wasserstofftechnologie bis Ende des Jahres 2025. Die Technologie ermöglicht es uns, den Betrieb des Biomasse-Heizkraftwerks fortzuführen. In Zeiten des Überangebots können wir den produzierten Strom weder kostendeckend verkaufen noch das Kraftwerk einfach abschalten. Vielmehr wollen wir den Strom nutzen, um Wasserstoff herzustellen, den wir zum Antrieb unserer Schwerlast-Lkw einsetzen. Damit senken wir zusätzlich unseren Dieselverbrauch.  

Bei unseren eigenen Ressourcenverbräuchen liegt der größte Hebel für Nachhaltigkeit in der Vermeidung von Emissionen. Wie wir zur Emissionsreduktion beitragen, beschreiben wir in Kriterium 13 und den dazugehörigen Indikatoren.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator GRI SRS-301-1: Eingesetzte Materialien
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht oder -volumen der Materialien, die zur Herstellung und Verpackung der wichtigsten Produkte und Dienstleistungen der Organisation während des Berichtszeitraums verwendet wurden, nach:
i. eingesetzten nicht erneuerbaren Materialien;
ii. eingesetzten erneuerbaren Materialien.

Die wichtigsten Materialien (Deponiebau) sind mit Mengenangaben in Kriterium 11 dargestellt.

Leistungsindikator GRI SRS-302-1: Energieverbrauch
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus nicht erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

b. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

c. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen den gesamten:
i. Stromverbrauch
ii. Heizenergieverbrauch
iii. Kühlenergieverbrauch
iv. Dampfverbrauch

d. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen die/den gesamte(n):
i. verkauften Strom
ii. verkaufte Heizungsenergie
iii. verkaufte Kühlenergie
iv. verkauften Dampf

e. Gesamten Energieverbrauch innerhalb der Organisation in Joule oder deren Vielfachen.

f. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

g. Quelle für die verwendeten Umrechnungsfaktoren.

Kraftstoffe

Diesel (7 % Bio-Diesel aus erneuerbaren Quellen) 624.789 l
Benzin (10 % Bio-Ethanol aus erneuerbaren Quellen) 8.098 l

 
Strom und Wärme

Stromverbrauch eingekauft (von SWK; 61,4 % erneuerbare Energien) 642.000 kWh
Stromverbrauch selbst produziert (Eigenverbrauch, erneuerbare Quellen) 6.362.000 kWh
Stromverbrauch gesamt 7.004.000 kWh

Wärme eingekauft (von SWK) 0 kWh
Wärme selbst produziert (Eigenverbrauch) 1.585.000 kWh
Wärmeverbrauch gesamt 1.585.000 kWh

Erdgas 385 kg
Heizöl 2.072 Liter

Strom / Wärme verkauft

Verkaufter Strom 11.859.000 kWh
Verkaufte Wärme 51.256.000 kWh

Der Gesamtenergieeinsatz der ZAK lag 2020 bei rund 133 Millionen Kilowattstunden.

Leistungsindikator GRI SRS-302-4: Verringerung des Energieverbrauchs
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Verringerung des Energieverbrauchs, die als direkte Folge von Initiativen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz erreicht wurde, in Joule oder deren Vielfachen.

b. Die in die Verringerung einbezogenen Energiearten: Kraftstoff, elektrischer Strom, Heizung, Kühlung, Dampf oder alle.

c. Die Grundlage für die Berechnung der Verringerung des Energieverbrauchs wie Basisjahr oder Basis/Referenz, sowie die Gründe für diese Wahl.

d. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Wir arbeiten ständig daran, unsere Anlagen effizienter zu machen. Eine Auswahl an Maßnahmen ist in Indikator 305-5 (Kriterium 13) dargestellt. Eine konkrete Bezifferung der Energieeinsparungen ist uns aufgrund der begrenzt vorhandenen Daten derzeit leider nicht möglich.

Leistungsindikator GRI SRS-303-3: Wasserentnahme
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamte Wasserentnahme aus allen Bereichen in Megalitern sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten.

b. Gesamte Wasserentnahme in Megalitern aus allen Bereichen mit Wasserstress sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten sowie eine Aufschlüsselung des Gesamtvolumens nach den in i-iv aufgeführten Entnahmequellen.

c. Eine Aufschlüsselung der gesamten Wasserentnahme aus jeder der in den Angaben 303-3-a und 303-3-b aufgeführten Quellen in Megalitern nach den folgenden Kategorien:
i. Süßwasser (≤1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (Total Dissolved Solids (TDS)));
ii. anderes Wasser (>1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS)).

d. Gegebenenfalls erforderlicher Kontext dazu, wie die Daten zusammengestellt wurden, z. B. Standards, Methoden und Annahmen.

Frischwasser

Brauchwasserbrunnen 15.870 m3
Stadtwerke Kaiserslautern 30.300 m3

 
Belastetes Wasser (an Kläranlage)

Belastetes Oberflächenwasser von Deponie 69.500 m3
Tiefendrainage Altdeponie 30.800 m3
Sickerwasser neue Deponie 44.800 m3

Unbelastetes Oberflächenwasser (wird versickert)

über Bodenfilter 4.100 m3
direkte Versickerung nicht erfasst

Das gesamte von uns entnommene Wasser ist Süßwasser. Brauchwasser wird in erheblichem Umfang mehrfach genutzt.

Leistungsindikator GRI SRS-306-3 (2020): Angefallener Abfall
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht des anfallenden Abfalls in metrischen Tonnen sowie eine Aufschlüsselung dieser Summe nach Zusammensetzung des Abfalls.

b. Kontextbezogene Informationen, die für das Verständnis der Daten und der Art, wie die Daten zusammengestellt wurden, erforderlich sind.

Von der ZAK im Berichtsjahr verarbeitete und umgeschlagene Abfälle (Input)

Ungefährliche Abfälle 598.759 Tonnen
Hausrestabfall aus Stadt und Kreis 38.321 Tonnen
Bioabfall (inkl. Umschlag) 67.632 Tonnen
Garten- und Parkabfall 37.844 Tonnen
Papier, Pappe und Kartonage (inkl. Umschlag) 15.185 Tonnen
Leichtverpackungen (nur Umschlag) 2.475 Tonnen
Kunststoffe und Folien 288 Tonnen
Sperr- und Bauabfall 12.315 Tonnen
Holz-Sperrabfall und Altholz A1-A3  21.402 Tonnen
Metallschrott (z. B. Eisen, Aluminium, Edelstahl, Kabel) 861 Tonnen
Altkleider / Alttextilien 92 Tonnen
Altreifen mit und ohne Felgen 150 Tonnen
Dispersionsfarben und Tenside 143 Tonnen
Produktionsspezifische Abfälle 24.715 Tonnen
Hausabfallähnliche Gewerbeabfälle 9.798 Tonnen
Marktabfälle 57 Tonnen
Straßenreinigungsabfälle 1.251 Tonnen
Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen 171.364 Tonnen
Ungefährliche Bau- und Abbruchabfälle 194.866 Tonnen
Gefährliche Abfälle 349.714 Tonnen
Altholz A4 (mit gefährlichen Stoffen) 750 Tonnen
Problemabfälle (z. B. Batterien, Altfarben, Lösemittel, Altöl) 204 Tonnen
Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen 0 Tonnen
Gefährliche Bau- und Abbruchabfälle 347.568 Tonnen
Elektro- und Elektronikaltgeräte 1.192 Tonnen
Abfallaufkommen pro Einwohner (Stadt und Kreis)1 0,223 Tonnen


1 Bei der ZAK als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger angelieferter Hausrestabfall und kommunaler Gewerbeabfall. Besonderheit: Die Kaiserslautern Military Community mit ca. 50.000 Militärangehörigen und Zivilisten bildet den weltweit größten US-Militär-Stützpunkt außerhalb der USA. Die der Military Community angehörenden Personen, die in Kaiserslautern wohnen, werden bei der Einwohnerzahl nicht berücksichtigt.

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Unser Ziel ist es, unsere Strom-, Wärme- und Kraftstoffverbräuche weiter zu reduzieren und die Nutzung erneuerbarer Energien kontinuierlich voranzutreiben. Die insgesamt entstehenden Emissionen können wir nicht wesentlich senken, da wir das Kraftwerk – den größten Emittenten bei der ZAK – benötigen, um weiterhin Strom und Wärme aus den Bioabfällen zu produzieren und diese als verglichen mit anderen Energiequellen klimafreundliche Alternative ins Netz einzuspeisen. Wir haben uns jedoch zum Ziel gesetzt, die Emissionen aus dem Dieselverbrauch mit der Einführung der Wasserstofftechnologie weiter zu reduzieren. Ein konkretes Ziel ist der Einsatz von acht Brennstoffzellen-Lkw in der Logistik. Dadurch erhoffen wir uns eine Emissionsreduktion von circa 620 Tonnen CO2 ab dem Jahr 2026.

Einen Großteil unseres Eigenbedarfs an Strom und Wärme decken wir bereits selbst. Da wir selbst nahezu klimaneutralen Strom und Wärme aus Altholz und Biogut herstellen, verursachen wir dabei bezogen auf die produzierte Menge relativ geringe Emissionen. Im Berichtsjahr erzeugten wir mit unserem BMHKW und der PV-Anlage 18.291 Megawattstunden Strom und 52.841 Megawattstunden Wärme. Dabei verursachten wir Emissionen von 1.693 Tonnen CO2-Äquivalenten. Einen Teil des Stroms kaufen wir aber zu, zum Beispiel wenn unsere Anlagen gewartet werden. Für die zugekaufte Strommenge von 642 Megawattstunden liegen wir bei 157 Tonnen CO2-Äquivalenten. Hinzu kommen 6 Tonnen CO2-Äquivalente für Heizöl. Details zu dieser Berechnung finden Sie in den Leistungsindikatoren 305-1 und 305-2.  

Vor allem der Verbrauch von Kraftstoff durch unsere Maschinen und unseren Fuhrpark prägt unseren ökologischen Fußabdruck. Unser Dieselverbrauch lag im Berichtsjahr bei etwa 625.000 Litern, unser Benzinverbrauch bei etwa 8.000 Litern. 2020 emittierten wir damit 1.997 Tonnen CO2-Äquivalente. Um unsere Verbräuche zu reduzieren, setzt die ZAK vermehrt Fahrzeuge mit Elektroantrieb ein. Im Berichtsjahr nahmen wir ein neues E-Fahrzeug in unsere Flotte auf, sodass wir über nun insgesamt sieben E-Fahrzeuge verfügen. Den Verbrauch von Kraftstoff wollen wir auch mit der Umstellung unserer Fahrzeuge auf Wasserstoffantrieb senken. So reduzieren wir im Transportbereich den Ausstoß von schädlichem CO2, erhalten die hohe Luftqualität in der Region Kaiserslautern und sparen Ausgaben für immer knapper, also teurer werdende Treibstoffe.

Auch unseren Energieverbrauch steuern wir bestmöglich und versuchen, die klimaschonende Energie aus dem Kraftwerk effizient zu nutzen. Mithilfe eines Energiemanagementsystems, das wir zurzeit aufbauen, werden wir den Energieverbrauch unserer Anlagen und Prozesse kontinuierlich kontrollieren, Potenziale zur Senkung des Bedarfs erkennen und entsprechende Energieeffizienzmaßnahmen einleiten. In einem zukünftig auf erneuerbaren Ressourcen basierten Energiesystem ist neben der effizienten Nutzung von Strom und Wärme der richtige Zeitpunkt des Energieeinsatzes von großer Bedeutung. Deshalb legt die ZAK aktuell den Grundstein, um den Energieverbrauch am Standort an die Erzeugung von erneuerbarem Strom und Wärme und an die Marktsituation anzupassen.

Auch bei der Fernwärme wollen wir unseren Verbrauch so gering wie möglich halten. Im Berichtsjahr benötigten wir 1.600 Megawattstunden Wärme für den Betrieb unserer Gebäude und Anlagen und konnten unseren Bedarf um 200 Megawattstunden im Vergleich zum Vorjahr senken. Unser Stromverbrauch stieg im Vergleich zum Vorjahr von 6.400 auf 7.000 Megawattstunden. Dies ist mit der höheren Auslastung des Kraftwerks sowie der Elektrifizierung des Anlagenparks, beispielweise durch den Einsatz von neuen Sperrabfallzerkleinerern, zu begründen.  

Informationen zu den Berechnungen (verwendetes Regime) sind in den Leistungsindikatoren 305-1 und 305-2 dargestellt.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator GRI SRS-305-1 (siehe GH-EN15): Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der direkten THG-Emissionen (Scope 1) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

 
Emissionen aus dem Energieeinsatz der ZAK 2020 (ohne Einspeisungen)

Energieträger Menge Emissionsfaktor Menge Emissionen
Scope 1 (direkte Emissionen inkl. Vorkette)     3.696.098 kgCO2e
Strom aus Eigenproduktion (BMHKW) 18.221.277 kWh 41,89 g CO2e/kWh1 763.289 kgCO2e
Strom aus Eigenproduktion (PV-Anlage) 70.000 kWh 66,73 g CO2e/kWh2 4.671 kgCO2e
Wärme aus Eigenproduktion (BMHKW) 52.840.714 kWh 17,5 g CO2e/kWh1 924.712 kgCO2e
Heizöl 2.072 l 309 g CO2e/l3 6.411 kgCO2e
Diesel 624.789 l 316 g CO2e/l3 1.973.708 kgCO2e
Benzin 8.089 l 288 g CO2e/l3 23.306 kgCO2e

Quellenangaben und Anmerkungen zur Berechnung:
1 Eigene Berechnung auf Basis der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED II, 2018/2001) und Umweltbundesamt (2016): Aktualisierung der Eingangsdaten und Emissionsbilanzen wesentlicher biogener Energienutzungspfade (BioEm)
2 Umweltbundesamt 2018: Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger
3 GEMIS Datenbank, Version 4,94-Vorkette Öl-Gas 2010

Leistungsindikator GRI SRS-305-2: Indirekte energiebezogenen THG-Emissionen (Scope 2)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. Gegebenenfalls das Bruttovolumen der marktbasierten indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

c. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Emissionen aus dem Energieeinsatz der ZAK 2020

Scope 2 (indirekte energiebezogene Emissionen)   157.277 kgCO2e
Strom (SWK) 642.000 kWh 245 g CO2e/kWh1 157.277 kgCO2e

SWK (2020): Energieträgermix laut SWK-Webseite

Leistungsindikator GRI SRS-305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3) in Tonnen CO2-Äquivalenten.

b. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2 -Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Kategorien und Aktivitäten bezüglich sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3), die in die Berechnung einbezogen wurden.

e. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

f. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Für das Berichtsjahr wurden keine Scope-3-Emissionen erhoben, da uns dazu keine ausreichenden Daten vorliegen. Für die kommenden Jahre planen wir eine Erhebung der durch das Mitarbeiterpendeln verursachten Emissionen.

Leistungsindikator GRI SRS-305-5: Senkung der THG-Emissionen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Senkung der THG-Emissionen, die direkte Folge von Initiativen zur Emissionssenkung ist, in Tonnen CO2 Äquivalenten.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Basisjahr oder Basis/Referenz, einschließlich der Begründung für diese Wahl.

d. Kategorien (Scopes), in denen die Senkung erfolgt ist; ob bei direkten (Scope 1), indirekten energiebedingten (Scope 2) und/oder sonstigen indirekten (Scope 3) THG-Emissionen.

e. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Durch eine Steigerung der Ressourceneffizienz wollen wir die in unserem Betrieb erzeugten Emissionen reduzieren. Einen weitaus größeren Hebel haben wir jedoch durch unsere abfallwirtschaftlichen Tätigkeiten. Hier haben wir einen klima-positiven Beitrag: Das bedeutet, dass wir durch den Einsatz regenerativer Brennstoffe mehr CO2-Emissionen vermeiden, als wir durch den Einsatz fossiler Treibstoffe verursachen. Ein Garant für diesen Erfolg ist unser Biomasseheizkraftwerk mit dem Gasheizkessel. Diese sind in der Lage, auch bei Dunkelflaute – also unabhängig von Wind und Sonnenstrahlung – Strom und Wärme zu produzieren. Daher spielt die Anlage eine wichtige Rolle für die Energiewende in Deutschland.  Insgesamt erreichen wir mit dem Biomasseheizkraftwerk eine Emissions-Einsparung von über 95 Prozent gegenüber einer fossilen Erzeugung.  

Nehmen wir als Referenzwert ein Energiesystem, das vollständig auf fossilen Energieträgern – wie Gas und Steinkohle – basiert, hätten wir allein im Berichtsjahr durch unser Kraftwerk und die neu errichtete Photovoltaikanlage 21.220 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart (Quelle: RED II, Fossil Fuel Comparator: 183 g/MJel; 80 g/MJth). Indem wir auf unserem Gelände Flächen für weitere Photovoltaik-Anlagen und für Windräder an externe Betreiber verpachten, leisten wir indirekt einen weiteren Beitrag zur Energiewende.  

Eine zusätzliche positive Klimawirkung entsteht durch das verwertete Deponiegas. Das klimaschädliche Gas saugen wir ab und wandeln es in unserem Kraftwerk in Strom und Wärme um. Im Berichtsjahr fingen wir rund 305 Tonnen Methan auf und verhinderten damit den Ausstoß von etwa 7.600 Tonnen (Quelle: Globales Erwärmungspotenzial auf CO2-Emissionen umgerechnet; GWP100-Faktoren basieren auf dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) 2007; CO2-Äquivalent = 25).  

Nicht zuletzt leisten wir mit der Herstellung unseres Komposts einen positiven Beitrag für das Klima. Denn der Großteil des in den Bioabfällen vorhandenen Kohlenstoffs wird in der Humussubstanz langfristig gebunden. Knapp 9.300 Tonnen CO2 konnten wir im Berichtsjahr mit der Kompostierung binden (eigene Berechnung auf Basis des VHE HuMussLand). Da dieser Kompost die Nutzung von weniger umweltfreundlichen mineralischen Dünger oder Torf ersetzen kann, ist seine Klimawirkung sogar noch höher.