11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Die wesentlichen Ressourcen, die das AWI verbraucht, sind Treibstoffe für den Betrieb von Forschungsschiffen, -stationen und -flugzeugen sowie Strom- und Heizenergie für die deutschen Standorte. Mengen werden unter den Leistungsindikatoren zu 11-12 berichtet. Darüber hinaus hat auch die Flächennutzung an den Standorten des AWI Einfluss auf die Biodiversität. Hierzu werden aktuell noch keine Kennzahlen erhoben.

Durch das AWI werden außerdem Expeditionen in Regionen mit sehr sensiblen Ökosystemen durchgeführt, welche im Kontext dieser Fragestellung ebenfalls als Ressource angesehen werden. Denn das Eindringen in diese Gebiete kann zu Beeinflussungen führen, welche in der Folge auch Ökosystem-Dienstleistungen beeinträchtigen könnten. Dadurch, dass der Hauptfokus der Forschungstätigkeiten des AWI in den Polarregionen liegt, lässt sich ein Eindringen in diese Gebiete auf Grund des Forschungsschwerpunkts nicht grundsätzlich vermeiden. Sowohl bei Schiffs- als auch bei Landexpeditionen achtet das AWI aber auf den Schutz dieser Gebiete und darauf, den geringstmöglichen Einfluss zu nehmen bzw. die Spuren der Forschungstätigkeit so weit wie möglich zu reduzieren.

Während des MOSAiC-Projekts 2019/2020 in der Zentralarktis wurde beispielsweise die Stromversorgung der einzelnen Forschungsstationen auf dem Eis nicht mit Hilfe vieler kleiner Generatoren sichergestellt, sondern mit Hilfe langer Kabel vom Schiff aus. So ließ sich hier die Effizienz erhöhen, die Gefahr von Umweltverschmutzung durch direkten Einsatz von Treibstoff auf dem Eis ausschließen und eine Ausfallsicherheit garantieren.

Generell sind alle Forschenden, die an AWI-Expeditionen teilnehmen, auch im Rahmen des Code of Conduct dazu aufgefordert, den minimal möglichen Einfluss auf die sensible Umwelt zu nehmen und so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen. https://spaces.awi.de/display/EFPW/Code+of+Conduct

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Im Rahmen der im Frühjahr 2019 veröffentlichten Nachhaltigkeitsrichtlinie des AWI (https://www.awi.de/ueber-uns/organisation/nachhaltigkeit/awi-nachhaltigkeitsrichtlinie.html) hat sich das Institut übergreifende qualitative Ziele gegeben. Hierzu gehört beispielsweise die ressourceneffiziente Bereitstellung von Gebäuden und Forschungsplattformen von der Planung über den Betrieb bis zum Rückbau oder die Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien wie Lebenszykluskosten und Umweltprüfsiegeln im Beschaffungsprozess.

Um durch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozesses Erfolge langfristig sichtbar zu machen, wird im nächsten Schritt die Entwicklung von quantitativen Zielen soweit möglich und sinnvoll angestrebt. Als Grundlage für realistische Ziele müssen dabei zunächst Basisdaten zur Beschreibung des IST-Zustandes erhoben werden. Hier wurde mit der Vorbereitung dieser Erklärung und der darin enthaltenen Daten ein wichtiger Meilenstein erreicht.

Beim Betrieb der Schiffe und Stationen spielt Ressourceneffizienz eine wesentliche Rolle. So wurde beispielsweise der 2013 in Dienst gestellte Forschungskutter Mya II mit dem „Blauen Engel für Schiffsdesign“ ausgezeichnet. Auch die Fahrtenplanung wird so optimiert, dass die Treibstoffverbräuche möglichst gering gehalten werden. Für die kommenden Jahre gibt es darüber hinaus umfangreiche Bestrebungen, hier noch wesentliche Steigerungen in der Ressourceneffizienz zu erzielen. Hierbei sind insbesondere folgende Projekte zu erwähnen:
  • Neubau des Forschungskutters Uthörn mit Methanol-Antrieb als erstes deutsches Seeschiff mit dieser Antriebstechnologie. Dies wird einen CO2-neutralen Betrieb ermöglichen.
  • Energetische Sanierung der Neumayer-Station III in der Antarktis – unter anderem Installation weiterer Windkraftanlagen sowie einer Photovoltaikanlage
  • Schwerpunkt bei der Planung des Forschungseisbrechers Polarstern II: Innerhalb des Vergabe-Teams wurde eine halbe Stelle für Nachhaltigkeit geschaffen

Für seine Gebäude hat das AWI darüber hinaus mit dem Basisjahr 2018 bereits zum zweiten Mal ein Energieaudit durchgeführt. Ein Energie- und Umweltmanagement in Anlehnung an gängige Normen befindet sich im Aufbau. Auf dieser Grundlage werden laufend Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt. Auch der Ausbau der Zählerinfrastruktur wurde angestoßen, welche unter anderem zukünftig eine verursachergerechte Erfassung des Energieverbrauchs ermöglichen soll. Dies hilft zum einen bei der zielgerichteten Planung von Effizienzmaßnahmen, kann aber auch der Nutzersensibilisierung dienen.

Ein weiteres Ziel ist der Bezug von Energie aus nachhaltigen Quellen. Durch den nahezu vollständigen Bezug von Ökostrom ist hier schon eine gute Grundlage geschaffen. Zukünftig soll auch der Anteil des selbst erzeugten (regenerativen) Stroms erhöht sowie auch bei der Wärmeversorgung stärker auf regenerative Energiequellen zurückgegriffen werden.

Das AWI bezieht bereits seit 2012 den überwiegenden Anteil des eingekauften Stroms als Ökostrom (etwa 90 %). 2019 konnte auch der letzte Standort auf Ökostrom umgestellt werden, und der Strombezug wird nun nahezu komplett durch Ökostrom gedeckt. Lediglich kleinere Strommengen, z.B. beim Bezug von Baustrom oder kurzzeitiger Grundversorgung, werden als Graustrom bezogen. Diese machen weniger als 1% der Gesamtstrommenge aus.

Auch bei den eingesetzten Materialien wird ein ressourcenschonender Umgang angestrebt. So konnte unter anderem durch die Einführung eines Dokumentenmanagementsystems der jährliche Verbrauch von Kopierpapier seit 2014 um rund ein Drittel gesenkt werden.

Weiterhin wird aktuell eine neue Dienstvereinbarung erarbeitet, welche einem größeren Teil der Mitarbeitenden zukünftig (flexible) Heimarbeit ermöglichen soll. Dies soll auch zu einer Verringerung von Arbeitswegen und der damit verbundenen Ressourcenverbräuche führen.

Die Entnahme von Ressourcen in sensiblen Ökosystemen wie Arktis und Antarktis erfolgt auf den Expeditionen nur in Form von Probenahmen. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Wasser-, Schnee- und Eisproben, aber auch um Plankton und Fisch. Es werden nur so viele Proben entnommen, wie benötigt werden, und diese werden effizient genutzt.

Einzige Ausnahmen bei der Entnahme von Ressourcen in den sensiblen Ökosystemen zu anderen als reinen Forschungszwecken sind die Nutzung von Seewasser zur Herstellung von Trinkwasser mit Hilfe von Umkehrosmoseanlagen an Bord sowie die Schneeschmelze an der Neumayer III Station.  

Beim Bau der Antarktisforschungsstation Neumayer III wurde ein Konzept umgesetzt, das den kompletten Rückbau und Abtransport der Station nach Laufzeitende ermöglicht. So werden keine Stationsreste in der Antarktis bleiben, wie es in der Vergangenheit übliche Praxis war.

Eine systematische Ermittlung ökologischer Risiken, welche sich aus der Geschäftstätigkeit in Bezug auf Ressourcen ergeben, sowie eine detaillierte Wesentlichkeitsanalyse stehen am AWI noch aus, sind als einer der nächsten Schritte bei der Etablierung des Nachhaltigkeitsmanagements aber in Planung.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator GRI SRS-301-1: Eingesetzte Materialien
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht oder -volumen der Materialien, die zur Herstellung und Verpackung der wichtigsten Produkte und Dienstleistungen der Organisation während des Berichtszeitraums verwendet wurden, nach:
i. eingesetzten nicht erneuerbaren Materialien;
ii. eingesetzten erneuerbaren Materialien.

Verbrauch von Kopierpapier
2017    2.531.050 Blatt
2018    2.210.000 Blatt
2019    1.910.750 Blatt

Eine Differenzierung zwischen verschiedenen Papiersorten (Recyclinganteil) kann aktuell noch nicht angegeben werden. Grundsätzlich werden Recyclingprodukte durch den Einkauf bevorzugt.

Weitere Materialien
Als Forschungsorganisation sind die Produkte des AWI überwiegend immaterieller Natur (Wissen). Die durch das Institut eingesetzten Materialien sind entsprechend eher als Hilfsstoffe zu bezeichnen. Deren eingesetzte Mengen sind im Einzelnen überwiegend so gering, dass sie im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht als wesentlich angesehen werden. Für einzelne Materialien wie z.B. technische Gase soll dies in Relation zu ihrem spezifischen Fußabdruck später noch einmal evaluiert werden.

Leistungsindikator GRI SRS-302-1: Energieverbrauch
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus nicht erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

b. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

c. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen den gesamten:
i. Stromverbrauch
ii. Heizenergieverbrauch
iii. Kühlenergieverbrauch
iv. Dampfverbrauch

d. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen die/den gesamte(n):
i. verkauften Strom
ii. verkaufte Heizungsenergie
iii. verkaufte Kühlenergie
iv. verkauften Dampf

e. Gesamten Energieverbrauch innerhalb der Organisation in Joule oder deren Vielfachen.

f. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

g. Quelle für die verwendeten Umrechnungsfaktoren.

Kraftstoffe Fuhrpark
  2018 2019
Benzin 1.865 l 4.759 l
Diesel 14.199 l 10.516 l
Erdgas 960 kg 802 kg

Schiffe, Stationen, Flugzeuge
Anmerkung: Schiffe, Stationen und Flugzeuge werden bereedert – Der Betrieb liegt entsprechend nicht direkt in der Hand des AWI
Kraftstoffe
  2018 2019
Marinediesel 9.271.739 l  8.220.573 l
Schmieröl  92.520 l 61.869 l
Diesel  32.803 l   31.479 l
Kerosin  430.125 l 309.495 l
Polardiesel  263.791 l   237.275 l

Regenerative Stromerzeugung
  2018 2019
Windkraft Anlage Neumayer III Aufgrund von Schäden an den
Rotorblättern außer Betrieb
43.608 kWh

Strom deutsche Standorte
    2018 2019
Strombezug Ökostrom  12.159.386 kWh  12.418.706 kWh
  Graustrom  1.096.784 kWh  150.000 kWh
Stromerzeugung Blockheizkraftwerk  1.087.338 kWh  1.416.529 kWh
  Photovoltaik  9.200 kWh  15.300 kWh

Heizenergie und Kraftwärmekopplung deutsche Standorte
  2018 2019
Erdgas 7.281.626 kWh 7.933.188 kWh
Fernwärme 2.396.977 kWh 2.436.486 kWh
Heizöl 156.267 kWh 150.000 kWh
Nahwärme 124.000 kWh 130.000 kWh

Kälte
Das AWI betreibt zahlreiche Kälteanlagen. Die hierfür benötigten Energiemengen wurden im Berichtszeitraum noch nicht einzeln erfasst. Im Rahmen der im Zuge des Energieaudits für das Jahr 2018 getroffenen Annahmen wird davon ausgegangen, dass ca. 27 % der insgesamt verbrauchten Strommengen zur Kälteerzeugung dienten. Mit Umsetzung des Messkonzepts werden hier zukünftig bessere Aussagen möglich sein.

Leistungsindikator GRI SRS-302-4: Verringerung des Energieverbrauchs
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Verringerung des Energieverbrauchs, die als direkte Folge von Initiativen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz erreicht wurde, in Joule oder deren Vielfachen.

b. Die in die Verringerung einbezogenen Energiearten: Kraftstoff, elektrischer Strom, Heizung, Kühlung, Dampf oder alle.

c. Die Grundlage für die Berechnung der Verringerung des Energieverbrauchs wie Basisjahr oder Basis/Referenz, sowie die Gründe für diese Wahl.

d. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Es wurden im Berichtszeitraum einige Effizienzmaßnahmen durchgeführt. Deren Wirksamkeit wurde bisher aber nicht systematisch und übergreifend nachverfolgt. Von 2018 auf 2019 konnte der Gesamt-Strombedarf der deutschen Standorte um 5 % verringert werden, während sich der Heizenergiebedarf um 7 % erhöht hat. Beim Gesamt-Energiebedarf kompensieren sich beide Effekte. Schwankungen sind jedoch teilweise auch auf Effekte durch Witterung, Änderungen in der Nutzung und Belegung von Gebäuden zu erklären. Durch den Aufbau eines Energiemanagements soll hier zukünftig eine detailliertere Bewertung möglich sein.

Leistungsindikator GRI SRS-303-3: Wasserentnahme
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamte Wasserentnahme aus allen Bereichen in Megalitern sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten.

b. Gesamte Wasserentnahme in Megalitern aus allen Bereichen mit Wasserstress sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten sowie eine Aufschlüsselung des Gesamtvolumens nach den in i-iv aufgeführten Entnahmequellen.

c. Eine Aufschlüsselung der gesamten Wasserentnahme aus jeder der in den Angaben 303-3-a und 303-3-b aufgeführten Quellen in Megalitern nach den folgenden Kategorien:
i. Süßwasser (≤1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (Total Dissolved Solids (TDS)));
ii. anderes Wasser (>1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS)).

d. Gegebenenfalls erforderlicher Kontext dazu, wie die Daten zusammengestellt wurden, z. B. Standards, Methoden und Annahmen.

Wasserverbrauch an den Standorten innerhalb Deutschlands
  2019
Frischwasser 19.904 m³
Regenwasser 984 m³
Hafenwasser
(zu Kühlzwecken)
621.960 m³

Weiterhin wird an den Standorten Bremerhaven, Helgoland und Sylt auch Seewasser für Forschungszwecke (Hälterung) verwendet.

Wasserverbrauch auf den Schiffen und Stationen
Der Wasserverbrauch auf den Schiffen und Stationen wird bisher nicht erhoben. Die Betrachtung dieser Verbräuche ist auch eher nur aus energetischer Sicht relevant, da Frischwasser dort energieaufwendig aus Schnee bzw. Seewasser erzeugt werden muss. Der Verbrauch der Ressource Wasser bzw. Schnee wird dabei aufgrund der relativ geringen Mengen als nicht wesentlich eingestuft.

Leistungsindikator GRI SRS-306-3 (2020): Angefallener Abfall
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht des anfallenden Abfalls in metrischen Tonnen sowie eine Aufschlüsselung dieser Summe nach Zusammensetzung des Abfalls.

b. Kontextbezogene Informationen, die für das Verständnis der Daten und der Art, wie die Daten zusammengestellt wurden, erforderlich sind.

Abfallaufkommen an den Standorten innerhalb Deutschlands
An den vier größten Standorten in Deutschland Helgoland, List/Sylt, Potsdam und Bremerhaven sind im Jahr 2019 insgesamt etwa 547 t Abfälle angefallen, davon:
(Zzgl. etwa 2.000 m³ Bodenaushub im Rahmen von Baumaßnahmen, entspricht etwa 3.600 t)

Abfallaufkommen der Schiffe und Stationen
Von den Schiffen Polarstern und Heincke sowie der Neumayer-Station sind im Jahr 2019 insgesamt etwa 780 t Abfälle entsorgt worden, davon
Abfälle der kleineren Schiffe wurden über die Standorte entsorgt.

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die wichtigsten Quellen für Treibhausgasemissionen am AWI sind:
  • Treibstoffe für den Betrieb von Forschungsschiffen, -stationen und -flugzeugen (80%)
  • Flugreisen (9%, werden nachträglich kompensiert)
  • Brennstoffe für Heizzwecke und KWK sowie Nah- und Fernwärme (9%)

Die Angabe der Anteile in % bezieht sich auf die Gesamtheit der erfassten Emissionen im Berichtsjahr 2019 – siehe dazu auch Leistungsindikatoren zu Kriterium 13. Die Berechnungen wurden anhand der Systematik des GHG Protokolls durchgeführt. Die verwendeten Emissionsfaktoren dabei stammen aus den Datenbanken GEMIS, TREMOD und PROBAS. Die Berechnung der durch Flugreisen verursachten Emissionen erfolgte im Rahmen der Kompensation nach VDR/UBA RFI 2.7 Standard.

Der Bezug von Strom wird hier nicht aufgeführt, weil das AWI den überwiegenden Teil des verwendeten Stroms als Ökostrom bezieht, welcher im Rahmen der Bilanzierung von Treibhausgasemissionen als CO2-neutral angesehen werden kann. Wäre dies nicht der Fall, würden die strombezogenen Emissionen knapp 10% der Gesamtemissionen ausmachen. Über den dauerhaften Bezug von Ökostrom hinaus soll in den nächsten Jahren auch der Anteil von selbst erzeugtem Strom erhöht werden. Im Berichtsjahr betrug dieser Anteil 11% (KWK/Solar). Die Erhöhung soll insbesondere durch einen Zubau von Photovoltaik-Anlagen realisiert werden.

Das AWI strebt an klimaneutral zu werden. Hierzu soll kurzfristig eine Strategie erstellt werden. Diese soll sowohl konkrete Maßnahmen als auch einen Zeitplan zu deren Umsetzung enthalten. Im Rahmen dessen soll auch ein konkretes Ziel-Jahr zum Erreichen der Klimaneutralität festgelegt werden. Da bisher keine konkreten Ziele definiert wurden, kann keine Aussage zur Zielerreichung getroffen werden.

Besonderen Herausforderungen bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen muss sich das AWI insbesondere im Hinblick auf den Betrieb der Forschungsschiffe und -stationen stellen. Bei in Polarregionen genutzter Infrastruktur muss dabei Versorgungs- und Betriebssicherheit an erster Stelle stehen. Auch für Situationen, in denen länger kein Hafen angefahren werden kann und auch keine andere Versorgung möglich ist. Dies führt dazu, dass nicht alle am Markt verfügbaren oder in Entwicklung befindlichen innovativen Technologien einsetzbar sind. Dennoch setzt das AWI auch hier auf Innovation. So wurde zum Beispiel der Neubau des Forschungsschiffs Uthörn mit einem Methanol-Antrieb in Auftrag gegeben (Fertigstellung für 2022 geplant). Weiterhin wird auf der Antarktisforschungsstation Neumayer III ein Teil des Stroms mittels Windkraft erzeugt.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator GRI SRS-305-1 (siehe GH-EN15): Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der direkten THG-Emissionen (Scope 1) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1) entstehen am AWI an den deutschen Standorten durch die Versorgung mit Brennstoffen im Rahmen des Gebäude-Betriebs sowie durch den Fuhrpark.

  2018 2019
Brennstoffe
(für Heizenergie und Kraftwärmekopplung)
1.871 t 2.031 t
Fuhrpark 44 t 41 t
Kältemittel 155 t 582 t

Leistungsindikator GRI SRS-305-2: Indirekte energiebezogenen THG-Emissionen (Scope 2)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. Gegebenenfalls das Bruttovolumen der marktbasierten indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

c. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 2) entstehen am AWI aus dem Gebäude-Betrieb an den deutschen Standorten durch die Versorgung mit Strom und Wärme.

  2018 2019
Strom (ohne Ökostrom) 562 t 64 t
Nah- und Fernwärme 657 t 668 t

Leistungsindikator GRI SRS-305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3) in Tonnen CO2-Äquivalenten.

b. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2 -Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Kategorien und Aktivitäten bezüglich sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3), die in die Berechnung einbezogen wurden.

e. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

f. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Die Forschungs-Schiffe, -Stationen und -Flugzeuge des AWI werden bereedert. Ihr Betrieb obliegt somit den jeweiligen Reedereien, die aus diesem Betrieb resultierenden Emissionen zählen somit zu den indirekten Treibhausgasemissionen (Scope 3). Zu den Scope 3 Emissionen zählen weiterhin die durch Flugreisen verursachten Emissionen. Diese werden durch das AWI bereits seit 2016 kompensiert. Weitere Informationen unter https://www.awi.de/ueber-uns/organisation/nachhaltigkeit/co2-kompensation-fuer-dienstreisen.html.

  2018 2019
Flugreisen (kompensiert) 2.557 t 2.715 t
Schiffe, Stationen und Flugzeuge 26.396 t 23.238 t

Weitere Scope 3 Emissionen werden bisher nicht erfasst, spielen jedoch auch nur eine geringe Rolle.

Leistungsindikator GRI SRS-305-5: Senkung der THG-Emissionen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Senkung der THG-Emissionen, die direkte Folge von Initiativen zur Emissionssenkung ist, in Tonnen CO2 Äquivalenten.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Basisjahr oder Basis/Referenz, einschließlich der Begründung für diese Wahl.

d. Kategorien (Scopes), in denen die Senkung erfolgt ist; ob bei direkten (Scope 1), indirekten energiebedingten (Scope 2) und/oder sonstigen indirekten (Scope 3) THG-Emissionen.

e. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Die Gesamtemissionen des AWI konnten von 32.241 t in 2018 auf 29.341 t in 2019 gesenkt werden. Diese Senkung ist überwiegend auf eine Verringerung des Treibstoffverbrauchs von Schiffen und Stationen zurück zu führen. Zu welchem Anteil diese Reduzierung auf Maßnahmen wie optimierte Fahrtenplanung oder die Wiederinbetriebnahme der Windkraftanlage auf der Neumayer-Station zurückgeht und welcher Anteil durch sich ändernde Umgebungsbedingungen sowie unterschiedliche Nutzungsarten verursacht wurde, ist aktuell nicht zu quantifizieren. Die Umstellung auf Ökostrom am Standort Potsdam führte zu einer Verringerung der Emissionen um knapp 500 t.