11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Nutzung natürlicher Ressourcen

Das AEZ Asdonkshof hat Auswirkungen auf folgende natürliche Ressourcen:

•    Luft
•    Boden
•    Wasser
•    Rohstoffe
•    Pflanzen- und Tierwelt

Das AEZ Asdonkshof trägt jedoch in erster Linie zu einer verminderten Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen bei. In Kriterium 12 sind Strategien und Maßnahmen zur Schonung der natürlichen Ressourcen beschrieben.

Der entsprechende Umfang der Nutzung wird in den Kriterien 6, 12 und 13 sowie den Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11, 12 und 13 genannt.

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Strategien, Maßnahmen und  Zielerreichung

Im Folgenden werden erreichte Ziele im Bereich „Ressourcenmanagement“ am Beispiel ausgewählter Strategien und Maßnahmen beschrieben:

Rauchgasreinigung

Die Emissionen unterschreiten die gesetzlichen Grenzwerte um ein Vielfaches. Die aufwändige Rauchgasreinigung der thermischen Abfallbehandlungsanlage ist europaweit beispielhaft und erlaubt eine Reduzierung der noch im Rauchgas enthaltenen Schadstoffe auf ein absolutes Minimum (vgl. auch Kriterium 6).

Strom und Fernwärme

In der Kesselanlage wird der Müll, der nicht mehr getrennt und stofflich verwertet wird, bei einer Temperatur von etwa 1.100 Grad Celsius verbrannt. Bei diesem Prozess entsteht heißes Gas. Die Energie wird genutzt, um Dampf mit hoher Temperatur (400°C) und hohem Druck (40 bar) zu erzeugen. Ein Teil dieses Dampfes wird direkt in eine Trocknungsanlage geleitet. Darin wird Klärschlamm die Feuchtigkeit entzogen, der aus den Kommunen stammt und an das AEZ Asdonkshof geliefert wird. Außerdem wird der Eigendampf genutzt, um im Reinigungsprozess die Rauchgase wiederaufzuheizen, die zuvor prozessbedingt abgekühlt wurden. Bis ins Jahr 2004 wurde dafür noch Öl verwendet.

Der weitaus größte Teil des Prozessdampfes wird jedoch einer Turbine zugeführt und dort zur Stromerzeugung genutzt. Dies funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, es wird also gleichzeitig Strom und Fernwärme erzeugt. Der Turbine ist ein Generator nachgeschaltet, der bis zu 22.000 Kilowatt Strom pro Stunde produzieren kann. Ein Teil des selbst erzeugten Stroms wird auf der Anlage Asdonkshof benutzt, der größere Teil davon wird allerdings ins allgemeine Netz eingespeist.
 
Außerdem wird mit Hilfe des Prozessdampfes Fernwärme produziert. Das AEZ Asdonkshof arbeitet hier mit der Stadtwärme Kamp-Lintfort zusammen, einer Tochterfirma der Stadtwerke Kamp-Lintfort.
Die Erträge aus dem Verkauf des Stroms und der Fernwärme wirken sich positiv auf die Kalkulation der Müllgebühren aus, für alle Bürger im Kreis Wesel reduzieren sich dadurch die Kosten der Abfallentsorgung.

Photovoltaikanlage

Im Dezember 2007 wurde auf dem Dach des Kompostwerkes eine Photovoltaikanlage installiert. Der erzeugte Strom wird direkt in das Netz eingespeist und deckt den durchschnittlichen Bedarf von rund 50 Familien. Auf einer Anzeigentafel können neben der aktuell erzeugten Leistung auch die bislang erzeugten kWh sowie die CO2-Vermeidung in Tonnen im Sinne der Transparenz abgelesen werden.

Bio-Kompostwerk

Im Bio-Kompostwerk des AEZ Asdonkshof werden jedes Jahr mehr als 9.000 Tonnen hochwertiger Dünger aus Speiseresten, Gartenabfällen sowie Grünschnitt gewonnen – und den Bürgern des Kreises Wesel kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ausgleichsflächen

Etwa 40 Hektar Ausgleichsfläche umgeben das Betriebsgelände des AEZ Asdonkshof – ein Teil davon wird von den eigenen Highlandrindern abgeweidet.
Im Jahr 2017 wurde auf drei Grünlandflächen zertifiziertes Wildpflanzen-Regiosaatgut aufgebracht. Damit leistet das AEZ Asdonkshof einen Beitrag für blütenbesuchende Insekten und Vögel sowie für den Erhalt der Arten, da auch Pflanzen wie die Frühlings-Schlüsselblume, die Wilde Malve oder die Heidenelke eingesät wurden, die auf der Roten Liste NRW als gefährdet bzw. stark gefährdet eingestuft werden.

Rohstoffgewinnung

Die Verwertungskette des angelieferten Mülls beginnt mit einer Vorschaltanlage. Darin wird der Abfall sortiert und nach unterschiedlichen Stoffen getrennt. Insgesamt werden dort etwa 25.000 Tonnen Sperrmüll aufbereitet. Dabei fallen rund 12.000 Tonnen Holz, 420 Tonnen Eisenschrott und 31 Tonnen Kunststoff an. Diese Wertstoffe werden der Verwertung zugeführt. In der Vorschaltanlage bleiben etwas mehr als 13.000 Tonnen Reststoffe zurück, die in der Müllverbrennungsanlage behandelt werden. Nach der Verbrennung des Abfalls bleiben rund 70.000 Tonnen Rohschlacke übrig. Diese besteht aus nicht brennbaren Bestandteilen und den bei der Verbrennung entstandenen inerten, also nicht mehr reaktionsfähigen Materialien. Vor ihrer Weiterverwertung wird die Rohschlacke aufbereitet, damit sie den geforderten Qualitätsanforderungen entspricht. Dabei werden nochmals rund 4.300 Tonnen eisenhaltiger Schrott (FE-Schrott) und etwa 520 Tonnen nicht-eisenhaltiger Schrott (NE-Schrott) gewonnen, die in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden.

Als weitere Aspekte sind z.B. ein internes und externes Stoffstrommanagement, die abwasserfreie thermische Abfallbehandlungsanlage, die Biofilter in der Kompostierungsanlage, Baumpflanzungen und die digitale Veröffentlichung des Magazins MehrWert zu nennen.

Ziele und Risiken

Als zentrales Ziel ist die geplante „Vergärungs- und Kompostierungsanlage“ (vgl. Kriterium 10) zu nennen.
Vgl. zudem EFFAS E13-01.
Die ökologischen Risiken (z.B. Emissionen, Flächen-, Energie- und Ressourcenverbrauch) werden durch die beschriebenen Maßnahmen minimiert.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator EFFAS E04-01
Gesamtgewicht des Abfalls. Link

Gesamte Annahmemenge in 2018: 360.000 t

Leistungsindikator EFFAS E05-01
Anteil des gesamten Abfalls, der recycelt wird. Link

Anteil des gesamten Abfalls, der recycelt wird (2018): 45.000 t (rund 13 Prozent vom Input der Behandlungsanlagen)

Leistungsindikator EFFAS E01-01
Gesamter Energieverbrauch. Link

Stromproduktion Turbosatz 151.384,61 MWh
Eigenverbrauch Strom (gesamt AEZ) 51.330,44 MWh
davon Eigenverbrauch MVA (über KWK) 40.292,57 MWh
ins Netz eingespeister Strom 100.110,98 MWh

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Emissionsquellen

Als zentrale Emissionsquelle ist die thermische Abfallbehandlungsanlage zu nennen.

Strategien, Maßnahmen und Zielerreichung

Vgl. Kriterium 12.

Reduktionsziele und Erneuerbare Energien

Vgl. Kriterium 10 "Vergärungs- und Kompostierungsanlage".
Im Berichtsjahr wurden darüber hinaus keine Ziele formuliert, da das Potenzial durch die beschriebenen Maßnahmen weitgehend ausgeschöpft ist.

Bezugsgrößen

Bei der Berechnung der CO2-Bilanz der thermischen Abfallbehandlungsanlage wurde als Basis das Berechnungstableau der Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland zugrunde gelegt, das auf Angaben von Prof. Bilitewski und vom Umweltbundesamt basiert.

Auszeichnung

Aufgrund der Klimarelevanz im Kerngeschäft wurde das AEZ Asdonkshof im September 2016 mit der Flagge des Klimabündnisses Kreis Wesel ausgezeichnet.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator EFFAS E02-01
Gesamte THG-Emissionen (Scope 1, 2, 3). Link

Scope 1 (2018):

Wie in Kriterium 13 dargelegt, stellt die die thermische Abfallbehandlungsanlage die zentrale Emissionsquelle dar:

CO2-Emissionen gesamt: 217.223,174

CO2-Emissionen fossil: 105.752,307

CO2-Emissionen biogen: 111.470,867

In Kriterium 13 wird neben weiteren Maßnahmen beschrieben, inwiefern die Erzeugung von Strom und Fernwärme beim AEZ Asdonkshof zu einer erheblichen CO2-Einsparung beiträgt. Der Verband der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e.V. (ITAD) hat ermittelt, dass die thermische Abfallbehandlung einen signifikanten Beitrag zur Energiewende in Deutschland leistet und durch den Betrieb der thermischen Abfallbehandlungsanlagen jährlich mehrere Mio. t CO2 eingespart werden.

Scope 2 (2018):

Der erzeugte Strom wird u.a. zur Deckung des Eigenbedarfs genutzt. Daher sind die indirekten energiebezogenen THG-Emissionen im Vergleich zu den direkten THG-Emissionen zu vernachlässigen.

Scope 3 (2018):

Weitere indirekte THG-Emissionen werden aufgrund des Aufwandes nicht erhoben.