11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Der Beitrag zum Umweltschutz

Als Umweltunternehmen trägt der AZV Südholstein in erster Linie zu einer verminderten Inanspruchnahme der Umwelt bei. Dies bezieht sich insbesondere auf den Einfluss auf die Gewässer durch das Einleiten von gereinigtem Abwasser. Noch bis in die 1960er Jahre wurde Abwasser im Verbandsgebiet direkt in den nächsten Fluss geleitet. Aus den Flüssen floss verschmutztes Wasser ungeklärt in die Elbe und von dort in die Nordsee.
Als weitere Beiträge zum Umweltschutz sind u.a. der Bezug von Ökostrom, die Eigenstromerzeugung und die thermische Verwertung des Klärschlamms etc. zu nennen.

Inanspruchnahme der Umwelt

Die ökologischen Auswirkungen der Tätigkeit sind dem AZV Südholstein bekannt:
 
•    Versiegelung
•    Geruchs- und Geräuschemissionen
•    mobilitätsbedingte Auswirkungen (Emissionen, Lärm)

Zudem kommt es zum Ressourcenverbrauch z.B. durch Betriebsmittel, sowie zu klimarelevanten Emissionen (vgl. Leistungsindikator EFFAS E02-01)

Einflussmöglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette

Über die bereits praktizierte nachhaltige Abwasserbeseitigung hinaus werden Einflussmöglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette perspektivisch insbesondere im Bereich des Phosphorrecyclings gesehen. Im Zuge der Klärschlammbehandlung wird im BHKW das Klärgas in Strom und Wärme umgewandelt (vgl. Kriterium 4). Generell wird angestrebt, dass der Energieverbrauch sinkt.
Weitere Einflussmöglichkeiten werden in der nachhaltigen Beschaffung gesehen (vgl. Kriterium 12).

Nutzung natürlicher Ressourcen

Vgl. die entsprechenden Indikatoren.

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Im Folgenden werden ausgewählte ökologische bzw. nachhaltige Ziele und Maßnahmen sowie deren Umsetzung integriert vorgestellt:

Energieverbrauch

Der Großteil der Energie für den Betrieb des Klärwerks Hetlingen wird selbst durch Verstromung von Klärgas und Photovoltaikanlagen erzeugt. Zusätzlich wird Ökostrom aus erneuerbaren Quellen bezogen.

Mechanische Abwasserreinigung

Die mechanische Abwasserreinigung im Klärwerk Hetlingen wird seit 2015 modernisiert und dabei energieeffizienter gestaltet. Zur Geruchsvermeidung werden keine voluminösen Zelte mehr als Abdeckung über den Anlagen genutzt, vielmehr werden die Becken direkt über der Wasseroberfläche abgedeckt. Dadurch wird weniger Energie verbraucht, um Abluft abzuziehen und zu reinigen. Auch die Anlagentechnik ist energieeffizient konzipiert.

Biologische Abwasserreinigung

In der biologischen Abwasserreinigung werden die Mikroorganismen in den Belebungsbecken unter hohem Energieaufwand mit komprimiertem Sauerstoff versorgt. Dazu wurden Tests an Modellkläranlagen und im Versuchsbetrieb durchgeführt: Ziel ist es, die Anlagen energiesparender auszulegen, ohne das Reinigungsergebnis zu beeinträchtigen.

Weitere Gestaltungsmöglichkeiten für einen umwelt- und klimafreundlichen Arbeitsalltag

•    Beleuchtung des Geländes mit sparsamen LEDs
•    Fortbewegung auf dem Gelände per E-Transporter, Fahrrad oder zu Fuß
•    Nutzung von Recyclingpapier, Recycling-Toilettenpapier, schadstoffarmen Reinigungsmitteln und weiteren umweltfreundlichen Produkten
•    klimafreundlicher Druck
•    Wasserspender mit Leitungswasser statt Plastikflaschen oder Glasflaschentransport

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator EFFAS E04-01
Gesamtgewicht des Abfalls. Link

2017: 50.651,6038 t

Leistungsindikator EFFAS E05-01
Anteil des gesamten Abfalls, der recycelt wird. Link

2017: 91,7 %

Leistungsindikator EFFAS E01-01
Gesamter Energieverbrauch. Link

2017 (bezogen auf den AZV):

•    Stromverbrauch Abwasserbehandlung 2017:     23.057.008 kWh/a

•    Stromverbrauch Abwassersammlung 2017:         2.895.772 kWh/a

•    Wärmebedarf Abwasserbehandlung 2017:         14.099.941 kWh/a

•    Wärmebedarf Abwassersammlung 2017:                 20.310 kWh/a

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Im Sinne des nachhaltigen Umgangs mit der Umwelt verpflichtet sich der AZV Südholstein der stetigen, kreativen und innovativen Weiterentwicklung der Abwassertechnik. Das bedeutet, mit einem Blick in die Zukunft die Randbedingungen und die Entwicklungen der Abwassertechnik in einen Gesamtzusammenhang mit den Entwicklungen im Umwelt- und Klimaschutz zu stellen.

Dazu hat der AZV Südholstein im Jahre 2010 eine Energie- und Klimavision entwickelt und arbeitet seitdem konsequent an der Umsetzung, welche die CO2eq-Neutralität der Kernaktivitäten des AZV Südholstein bis zum Jahr 2050 zum Ziel hat. In einer Machbarkeitsstudie wurden 2011 Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs erarbeitet.

Diese Maßnahmen führten zu einer Systematisierung und einer tiefergehenden Kenntnis über die klimarelevanten Aspekte und die entsprechenden Emissionen in Bezug auf den AZV Südholstein im Allgemeinen (inklusive der vom AZV betreuten Ortsnetze) und das Klärwerk Hetlingen im Speziellen (vgl. u.a. die ökologischen Indikatoren in Kriterium 7 sowie Leistungsindikator EFFAS E02-01).

Auf Basis des Energie- und Klimakonzepts wurde der Themenbereich seit dem Jahr 2015 sukzessive als Querschnittsaufgabe weiterentwickelt und systemisch verankert.

Alle anfallenden THGs (Methan, Lachgas etc.) werden in CO2 umgerechnet, daher Berechnung von CO2-equivalente über z.B. spezifische Emissionsfaktoren. (Monitoring-Tool Energie- und Klimavision).

Zur Nutzung erneuerbarer Energien vgl. die Kriterien 4 und 12.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator EFFAS E02-01
Gesamte THG-Emissionen (Scope 1, 2, 3). Link

Energiebedingte Emissionen (2017)

Mobilität: 1.613 tCO2equ/a (inkl. MA-Mobilität von 2012: 455 tCO2equ/a,
Entsorgung/Verwertung/Betriebsstoffe: 962 tCO2equ/a, PKW/Transporter: 112 tCO2equ/a, Sonderfahrzeuge 84 tCO2equ/a),
Abwasserbehandlung: 78 tCO2equ/a (aus Fremdbezug Wärme),
Abwassersammlung: 7 tCO2equ/a (aus Fremdbezug Wärme),
Gesamt 2017: 1.697 tCO2equ/a.

Betriebsmittelbedingte Emissionen (2017)

Abwasserbehandlung: 1.848 tCO2equ/a,
Abwassersammlung: 255 tCO2equ/a,
Gesamt 2017: 2.103 tCO2equ/a.

(Quelle: Monitoring-Tool Energie- und Klimavision)