11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Die ökologischen Auswirkungen der AVG Köln beziehen sich auf die in Kriterium 12 sowie den entsprechenden Leistungsindikatoren genannten Bereiche. In den Kriterien 2,4,10,12,13 sind  Einflussmöglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette im Sinne konkreter Maßnahmen der AVG Köln genannt.

Der größte Abgasemittent in der AVG-Unternehmensgruppe ist die Restmüllverbrennungsanlage. Mit der Überprüfung der Messeinrichtungen ist der TÜV Süd als unabhängige Kontrollinstitution betraut. Die ermittelten Daten aus dem Jahr 2017 zeigen, dass sowohl die Werte der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung (17. BImSchV) als auch die noch strengeren, von der Aufsichtsbehörde festgesetzten Genehmigungswerte nicht nur eingehalten, sondern abermals deutlich unterschritten worden sind. Die guten Ergebnisse der vergangenen Jahre verdeutlichen, dass die Anlage seit nunmehr 20 Jahren sehr zuverlässig arbeitet. Sie sind ein Beleg für die hohen Umweltstandards, die bereits bei der Planung angelegt und beim Bau der Anlage realisiert wurden.

Klimaschutzrelevante Aussagen werden in Kriterium 13 genannt.

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Wasser

Um den Bezug von Frischwasser zu senken, fängt die AVG Köln auf dem Gelände an der Geestemünder Straße das Regenwasser auf den Dächern der Anlagen auf und nutzt es als Brauchwasser. So konnten im Jahr 2017 mehr als 34.000 m³ Regenwasser (2016: 41.000 m³) dem Brauchwassernetz zugeführt und somit an Frischwasser eingespart werden.
Insgesamt sind die Einrichtungen der AVG Köln und ihrer Tochtergesellschaften auf sparsamen Wasserbezug und geringstmögliche Abwasserabgabe ausgerichtet.

Auf der Deponie Vereinigte Ville wurden im Jahr 2017 rund 140.000 m³ gereinigtes Sickerwasser abgegeben.
Zusätzlich konnten im Berichtsjahr rund 159.000 m³ an Regenwasser über die Oberflächenabdichtung aufgefangen werden, die große Teile der Deponie abdeckt. Dieser Wassermenge blieb der aufwendige Sickerwasserreinigungsprozess erspart. Sie wurde über einen Kiesfilter geleitet, gereinigt und anschließend sauber abgegeben.

Geruch

Die AVG Köln legt durch eine Reihe von Maßnahmen wie durch den Anlagenbetrieb im Unterdruckverfahren großen Wert darauf, dass mögliche Geruchsemissionen auf einem Minimum gehalten bzw. Gerüche gar nicht erst emittiert werden.

Energie

In der Restmüllverbrennungsanlage Köln wurde die Turbinen-/Generatoreinheit als sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung-Anlage konzipiert, d. h., sie nutzt die anfallende Wärme aus dem Verbrennungsprozess besonders effizient, da sie sowohl Strom (Kraft) als auch Dampf (Wärme) erzeugt und abgibt.
Auch die Deponie Vereinigte Ville ist zum Energieproduzenten geworden. Das im Jahr 2009 in Betrieb genommene Blockheizkraftwerk wandelt das Deponiegas direkt in elektrische Energie um, die dann in das Netz der Westnetz GmbH eingespeist wird. Die Abwärme wird zum Heizen der benachbarten Räume des Instandhaltungscenters genutzt.

Neben der direkten Produktion von Energie stellen die Tochtergesellschaften der AVG Köln, die AVG Ressourcen GmbH und die AVG Kompostierung GmbH, ökologisch wertvolle Biobrennstoffe her, die in Biomassekraftwerken zur Erzeugung besonders umwelt- und klimafreundlicher Energie genutzt werden. Zudem bereitet die AVG Ressourcen GmbH einen besonders energiereichen hochkalorischen Brennstoff aus Kunststoffabfällen auf, der vornehmlich in Zementwerken und Ersatzbrennstoffanlagen Einsatz findet.

Energieeffizienz

An allen Standorten der AVG-Gruppe werden Energieaudits durchgeführt, in denen die Energieflüsse analysiert und Optimierungspotenziale erarbeitet wurden. Für die RMVA und die Hauptverwaltung geht die AVG Köln aber noch einen Schritt weiter: Die Geschäftsführung hat sich entschlossen, mit diesen Betrieben dem ersten „Lernenden EnergieEffizienz-Netzwerk – LEEN“ in Köln beizutreten. Unter der Federführung der RheinEnergie sind neben der RE-Gebäudewirtschaft als weitere Netzwerkpartner der Flughafen Köln/Bonn, die Universität zu Köln, das Marriott Hotel in Köln, die medfacilities Energie GmbH der Uniklinik, die Kölner Kliniken sowie das Studierendenwerk an Bord.
Innerhalb der vierjährigen Netzwerklaufzeit wird die AVG Köln diverse Energiesparmaßnahmen umsetzen, die hauptsächlich der Beleuchtungsoptimierung durch Einsatz hocheffizienter LED-Technik dienen. Allein im Bereich der RMVA und der Hauptverwaltung werden dadurch Einspareffekte von mehr als 800 MWh pro Jahr erzielt.
Die Umstellung auf LED am Hauptstandort der AVG Köln konnte 2017 weitestgehend abgeschlossen werden. Im Vergleich zum bisherigen Stromverbrauch wird eine 4-prozentige Verringerung erwartet (ökologisches Ziel). 

Vgl. zudem in Kriterium 3 die Ausführungen zur "Vergärungsanlage" (ökologische Ziele).

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator G4-EN1
Eingesetzte Materialien nach Gewicht oder Volumen.

Aktuelle Mengendaten 2017:

Kalk                              4.600 t
Ammoniakwasser         1.200 t
Herdofenkoks                  700 t
Stickstoff                          600 t    

Leistungsindikator G4-EN3
Energieverbrauch innerhalb der Organisation.

Aktuelle Mengendaten 2017:

Erdgas       1.000 MWh
Heizöl        2.300 MWh
Strom     102.200 MWh (davon stamen 90.400 MWh aus Eigenproduktion)
Treibstoff      900 MWh

Dem steht eine Energieproduktion aus der thermischen Abfallbehandlung sowie der Deponiegasnutzung von 412.000 MWh gegenüber.

Leistungsindikator G4-EN6
Verringerung des Energieverbrauchs.

Die Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs wurden u.a. in Kriterium 12 geschildert.
Angaben zur Veringerung des Energieverbrauchs im Berichtszeitraum sind nicht aussagekräftig, da die Schwankungen des Energieverbrauchs in erster Linie anlagenbedingt sind. Einflussgrößen sind dabei die Verfügbarkeit (Anzahl von Revisionen, geplante und ungeplante Stillstände) und das Abfallaufkommen (Art und Menge). Punktuelle ökologische Ziele werden u.a. in den Kriterien 3 und 12 genannt. 

Leistungsindikator G4-EN8
Gesamtwasserentnahme nach Quellen.

Aktuelle Mengendaten 2017:

Brauchwasser 378.000 m³
Regenwasser    34.000 m³

Leistungsindikator G4-EN23
Gesamtgewicht des Abfalls nach Art und Entsorgungsmethode.

An den Geschäftsstandorten wird eine konsequente Abfalltrennung betrieben. Das Gesamtgewicht wurde im Berichtszeitraum nicht erhoben, da die Mengen - insbesondere in Relation zum Kerngeschäft - marginal sind.

In Anlehnung an den Branchenleitfaden für Unternehmen der Abfallwirtschaft wird im Folgenden auch die verarbeitete Abfallmenge aufgeführt:

Verarbeitete Abfallmenge:

Restmüllverbrennungsanlage: 724.000 t (Resthausmüll, Spermüllreste, Sortierreste aus der  
                                                                Gewerbeabfallverwertung)

Deponie:                                410.000 t (Asche und andere mineralische Abfälle)

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die AVG Köln leistet einen nennenswerten Beitrag zur Reduzierung von klimarelevanten Gasen durch den Betrieb der Restmüllverbrennungsanlage Köln und der Deponie Vereinigte Ville. Aber auch durch die Produktion hochkalorischer Sekundärbrennstoffe und biogener Energieträger sorgt sie für eine Einsparung fossiler Brennstoffe. Ebenfalls hilft die Produktion von Sekundärrohstoffen wie Papier/Pappen, Gips, Metalle und Holz bei der Einsparung klimarelevanter Gase.

Die Kölner Restmüllverbrennungsanlage, die laut Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes etwa zur Hälfte erneuerbare und damit klimaneutrale Energieträger verbrennen, produziert „saubere“ Energie und sorgt daher für eine Entlastung unserer Umwelt und unseres Klimas. Durch die Verbrennung der nachwachsenden Rohstoffe wird lediglich der CO2-Anteil freigesetzt, der zuvor der Luft entzogen wurde. Hinzu kommt, dass mit der Energieproduktion aus Abfall fossile Energieträger an anderer Stelle eingespart werden. Dadurch verbessert sich die CO2-Bilanz der Restmüllverbrennungsanlage weiter.

Legt man die Berechnungen der ITAD bei der Restmüllverbrennungsanlage zugrunde, ergibt sich für das Jahr 2017 durch den Anlagenbetrieb im Saldo eine Einsparung von rund 70.000 t CO2-Äquivalent.

Ebenfalls große Einsparpotenziale bieten die Deponien. Hier entsteht im Deponiekörper unter Luftabschluss vor allem Methangas. Regeneratives Methan ist um den Faktor 28 klimawirksamer als Kohlendioxid. Durch die Fassung von rund 12,1 Mio. m3 Deponiegas auf der Deponie Vereinigte Ville konnten im Jahr 2017 rund 4.600 t Methan im Blockheizkraftwerk genutzt und über 20.000 MWh klimaneutral erzeugte Energie in das öffentliche Netzeingespeist werden. Insgesamt blieb der Atmosphäre dadurch das Äquivalent von rund 132.000 t CO2 erspart.

Weitere direkte Einsparungen erzielte die AVG-Gruppe durch das 2017 in Betrieb genommenen Nahwärmenetz am Standort Niehl der AVG Ressourcen. Rund 500 Tonnen CO2 weniger entstehen durch den Einsatz von Altholz als Energieträger der Atmosphäre. Auch die Umstellung von herkömmlicher Lichttechnik auf LED am Standort Geestemünder Straße 20 führt zu jährlichen Einspareffekten von rund 240 Tonnen CO2 bei Berücksichtigung des regenerativen Anteils von mehr als 50 Prozent des in der RMVA erzeugten Stroms.

Zu den Klimagassparern zählen auch die beiden Groß-Solaranlagen der RheinEnergie AG auf den Dächern der Kompostierungsanlage und des Großteilelagers am Standort Geestemünder Straße. Die Produktion des Solarstroms sorgt dafür, dass rund 800 Tonnen CO2 weniger entsteht.

Konkrete Reduktionsziele sind darüber hinaus in Kriterium 3 (Vegärungsanlage) und in Kriterium 12 (Umstellung auf LED am Hauptstandort) genannt.

http://avg-koeln.n-visitenkarte.de/avg-koeln/

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator G4-EN15
Direkte THG-Emissionen (Scope 1).

Der CO2-Ausstoß der Restmüllverbrennungsanlage belief sich im Jahr 2017 auf rund 286.000 t. Die Gesamt-CO2-Emissionen der Deponie betrugen 2017 rund 79.000 t.

Die AVG Köln erspart jedoch durch ihre Aktivitäten insgesamt (vgl. u.a. Kriterium 11 und 12) Treibhausgas-Emissionen in einer Größenordnung von mehr als 200.000 t jährlich und weist damit eine positive Klimabilanz auf.

Eingesparte THG-Emission 2017:

Restmüllverbrennungsanlage:    70.000 t
Deponie                                     132.000 t   

Bei der Berechnung der CO2-Bilanz der Restmüllverbrennungsanlage wurde als Basis das Berechnungstableau der ITAD (Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland) zugrunde gelegt, das auf Angaben von Prof. Bilitewski und vom Umweltbundesamt basiert.


Grundlage der CO2-Bilanzierung für die Deponie Vereinigte Ville ist die Meldung der relevanten Treibhausgasemissionen an das „Polutant Release and Transfer Register“ (PRTR). Diese berücksichtigt den biologisch abbaubaren Kohlenstoffgehalt des Abfalls, den Methangehalt im Deponiegas, den Anteil des nicht gefassten und nicht oxidierten Methans sowie die Zeitspanne seit 2005, dem letzten Ablagerungsjahr von unbehandelten Abfällen auf der Deponie.
Die ermittelten Werte für das aufgefangene und damit der Atmosphäre ersparte Methan aus dem Deponiekörper wurden mit dem Faktor 28 auf das CO2-Äquivalent umgerechnet.

Leistungsindikator G4-EN16
Indirekte energiebezogene THG-Emissionen (Scope 2).

Wurden im Bereichtszeitraum nicht erhoben, da sich die wesentliche Klimawirksamkeit der Geschäftstätigkeit inbesondere auf die direkten THG-Emissionen bezieht.

Leistungsindikator G4-EN17
Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3).

Die AVG Köln erhebt keine CO2-Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette.
Weitere indirekte CO2-Emissionen werden ebenfalls nicht erhoben, da der Aufwand für deren Erhebung nicht im Verhältnis zur Nettoentlastung der AVG Köln insgesamt steht (vgl. auch Kriterium 13).

Leistungsindikator G4-EN19
Reduzierung der THG-Emissionen.

Vgl. die Ausführungen zu Kriterium 13 sowie die in Kriterium 12 beschriebenen Maßnahmen.
Der Klimaschutz ist bei der AVG Köln eine Querschnittsaufgabe, daher finden sich klimarelevante Aussagen bzw. Maßnahmen in zahlreichen weiteren Kriterien (u.a. 1, 2, 3, 10, 18).
Leistungsindikator G4-EN16