11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Seit 2015 wirtschaftet die Barmenia an ihrem Wuppertaler Hauptstandort mit knapp 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern klimaneutral. Das Umwelt- und Energiemanagement hat einen guten Zustand erreicht, der beispielsweise bei den Energie-Audits zum Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) bestätigt wird. Dies bestätigen auch immer wieder Auszeichnungen, wie beispielsweise von Statista und Capital.


Barmenia auf Platz 3 aller klimabewussten Unternehmen in
Deutschland
Im Januar 2021 hat das Datenportal Statista und Capital (2/2021) die
CO2-Emissionsdaten von 2.000 börsennotierten Konzernen, großen Mittelständlern und Familienunternehmen in Deutschland untersucht. Im Zentrum der Studie stand die Frage, welchen Unternehmen es gelingt, CO2-Emissionen zu reduzieren, ohne dadurch Umsatz- oder Produktionswachstum einschränken zu müssen. Die Barmenia kam im branchenübergreifenden Gesamtranking nach Zalando und Gardena auf Platz 3 und wurde als erster Versicherer gelistet. 


CO2-Bilanz der Hauptverwaltungen

Seit 2010 erfasst die Barmenia ihre Verbrauchswerte in einem CO2-Berechnungstool vom Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V. (VfU). In den ersten Jahren wurde der Datenhaushalt optimiert. Mit der erstmaligen Klimaneutralität hat die Barmenia auch ihre detaillierte CO2-Bilanz im Internet unter www.klimaneutral.barmenia.de veröffentlicht.

Folgende Kennzahlen werden in der CO2-Bilanz erfasst und die CO2-Emissionen jährlich über internationale Klimaschutzprojekte kompensiert:
Versicherungslösungen sind Dienstleistungen und nehmen keinen großen Einfluss auf natürliche Ressourcen. Da die Barmenia aber auch Versicherungsschutz für Umweltrisiken bereithält, sieht sie es als ihre Unternehmensverantwortung an, neben wirtschaftlichen und sozialen Aspekten auch das Bewusstsein für die Umwelt zu schärfen.

Im Produkt- und Kapitalanlagenbereich sowie in den Einkaufsrichtlinien fließen qualitative Umwelt-aspekte ein. Im Kapitalanlagebereich wurden im Berichtsjahr erstmals CO2-Emissionen ausgewertet
(s. dazu „10. Innovations- und Produktmanagement - Entwicklung des CO2-Footprints der Kapitalanlage“).

Qualitative Umweltaspekte in Produkten und Kapitalanlage sowie Einkauf

Neben der Umsetzung von Umweltmaßnahmen im Geschäftsbetrieb fließen qualitative Umweltaspekte auch in Produktlösungen und die Kapitalanlage ein (s. dazu "10. Innovations- und Produktmanagement"). Darüber hinaus beinhalten auch die Einkaufsrichtlinien für die Betriebsausstattung entsprechende Aspekte:
Angaben zu den genutzten Ressourcen finden sich in den Leistungsindikatoren 11-12.

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Klimaneutrale Hauptverwaltungen seit 2015

Seit 2015 wirtschaftet die Barmenia am Wuppertaler Hauptstandort, Barmenia-Allee 1, klimaneutral. Die CO2-Emissionen konnten seit dem Jahr 2010 stark reduziert werden. Von 2011 bis zum Jahr 2018 hat sich ein Umweltmanagementteam mit den jeweiligen Fachbereichen intensiv um die Senkung von Verbräuchen und die Vermeidung sowie Reduzierung von CO2-Emissionen gekümmert. Dazu gehörten auch erfolgreiche Umweltzertifizierungen wie Ökoprofit. Einzelne Fragestellungen wurden im Nachhaltigkeitsbeirat diskutiert.
Das Umweltmanagementteam wurde Ende 2018 aufgelöst, da ein guter Zustand erreicht wurde. Das Energie- und Umweltmanagement ist mittlerweile Tagesgeschäft und wird von den Fachbereichen selbst verantwortet.
Der Nachhaltigkeitsbeauftragte koordiniert die CO2-Bilanz mit den betroffenen Fachbereichen, die vom Rechnungswesen geprüft wird.
Der unvermeidbare Rest an CO2-Emissionen wird jährlich über ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt ausgeglichen. Die Mitarbeiter stimmen über das Projekt ab.

Flächendeckender Einsatz von klimaneutralen Ökostrom seit 2013

Die Hauptverwaltungen, die Bezirks- und Maklerdirektionen sowie Bezirksleitungsbüros werden seit 2013 mit klimaneutralem Ökostrom versorgt. Der Stromverbrauch wird durch den Anbieter als klimaneutral bewertet. Darüber hinaus ist keine Detailerfassung von Daten in den Außenstellen möglich, da die Nebenkostenabrechnungen nicht rechtzeitig und das Datenmaterial teilweise nur unvollständig verfügbar sind.

Ziel: Erhalt des guten Zustands

Ziel ist es, den guten Zustand des Energie- und Umweltmanagements zu erhalten sowie die Klimaneutralität für die Hauptverwaltungen jährlich zu bestätigen.

Ein wesentliches Risiko wird derzeit nicht gesehen, da die Barmenia sich insgesamt zu Umweltthemen gut aufgestellt hat. Dies wurde im Rahmen von Zertifizierungsprozessen und bei der Überprüfung von gesetzlichen Vorgaben, wie dem Energiedienstleistungsgesetz, bestätigt. Hinweis: Umrechnung nach Unternehmen für Leistungsindikatoren 11 bis 12 Die jeweiligen Verbrauchswerte für die Leistungsindikatoren 11 bis 12 werden als Gesamtzahl für die Barmenia-Versicherungsgruppe mit Barmenia-Konzern und Barmenia Lebensversicherung a. G. ermittelt, erfasst und in CO2-Emissionen umgerechnet.

Neuer Verteilungsschlüssel für Verbrauchswerte und CO2-Emissionen

Bei den Themen „Ressourcenmanagement“ und „Klimarelevante Emissionen“ wurden in den letzten Jahren die Umweltkennzahlen nach Vollzeitäquivalenten der Personalkennzahlen auf die einzelnen Unternehmen geschlüsselt. Diese Vorgehensweise wurde im Berichtsjahr überprüft. Das Ergebnis ist, dass ab 2020 eine verursachungsgerechtere Belastung der Unternehmen erfolgt. Da CO2 eine wichtige Kennzahl ist, wird zukünftig der Kostenverteilungsschlüssel des Etats genutzt, aus dem die Emissionszertifikate bezahlt werden. Der neue Verteilungsschlüssel erstreckt sich auf die gesamten Daten der CO2-Bilanz inkl. der Verbrauchswerte. Auf die Barmenia Krankenversicherung AG werden 60 Prozent (Vorjahr: 74 %) verteilt, auf die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG 20 Prozent (Vorjahr: 15 %) und die Barmenia Lebensversicherung a. G. 20 Prozent (Vorjahr: 11 %). Dadurch kommt es im Berichtsjahr zu Verschiebungen innerhalb der Unternehmen.
Für den Barmenia-Konzern wird ein eigener nichtfinanzieller Bericht veröffentlicht

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator GRI SRS-301-1: Eingesetzte Materialien
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht oder -volumen der Materialien, die zur Herstellung und Verpackung der wichtigsten Produkte und Dienstleistungen der Organisation während des Berichtszeitraums verwendet wurden, nach:
i. eingesetzten nicht erneuerbaren Materialien;
ii. eingesetzten erneuerbaren Materialien.

Papiereinkauf in Tonnen (t):
Gesamt: 43,59 t (2019: 18,23 t)

Der Anteil der Papiere mit Nachhaltigkeitslabel (FSC und PEFC) betrug 100 Prozent (2019: 100 Prozent).

Besondere Hinweise: Seit Beginn des Jahrtausends verfolgt die Barmenia die Vision des papierlosen Büros. Eine Vielzahl von Maßnahmen führten zur Papierreduktion in Relation zum Geschäftszuwachs. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sensibilisiert, wenn möglich auf Papier zu verzichten (s. dazu auch unter "Branchenspezifische Ergänzungen - Papierlose Prozesse durch Digitalisierung").

Leistungsindikator GRI SRS-302-1: Energieverbrauch
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus nicht erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

b. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

c. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen den gesamten:
i. Stromverbrauch
ii. Heizenergieverbrauch
iii. Kühlenergieverbrauch
iv. Dampfverbrauch

d. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen die/den gesamte(n):
i. verkauften Strom
ii. verkaufte Heizungsenergie
iii. verkaufte Kühlenergie
iv. verkauften Dampf

e. Gesamten Energieverbrauch innerhalb der Organisation in Joule oder deren Vielfachen.

f. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

g. Quelle für die verwendeten Umrechnungsfaktoren.

Gesamter Verbrauch von Kraftstoff aus nicht erneuerbaren Quellen in Gigajoule (GJ): Erläuterungen:

Leistungsindikator GRI SRS-302-4: Verringerung des Energieverbrauchs
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Verringerung des Energieverbrauchs, die als direkte Folge von Initiativen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz erreicht wurde, in Joule oder deren Vielfachen.

b. Die in die Verringerung einbezogenen Energiearten: Kraftstoff, elektrischer Strom, Heizung, Kühlung, Dampf oder alle.

c. Die Grundlage für die Berechnung der Verringerung des Energieverbrauchs wie Basisjahr oder Basis/Referenz, sowie die Gründe für diese Wahl.

d. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Der Energieverbrauch ist im Jahr 2020 gesunken. Hintergrund ist das vermehrte mobile Arbeiten auf Grund der COVID-19-Pandemie.

Aufgrund eines neuen Verteilungsschlüssels sind Verschiebungen innerhalb der Unternehmen möglich (s. dazu „Neuer Verteilungsschlüssel für Verbrauchswerte und CO2-Emissionen“).

Leistungsindikator GRI SRS-303-3: Wasserentnahme
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamte Wasserentnahme aus allen Bereichen in Megalitern sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten.

b. Gesamte Wasserentnahme in Megalitern aus allen Bereichen mit Wasserstress sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten sowie eine Aufschlüsselung des Gesamtvolumens nach den in i-iv aufgeführten Entnahmequellen.

c. Eine Aufschlüsselung der gesamten Wasserentnahme aus jeder der in den Angaben 303-3-a und 303-3-b aufgeführten Quellen in Megalitern nach den folgenden Kategorien:
i. Süßwasser (≤1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (Total Dissolved Solids (TDS)));
ii. anderes Wasser (>1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS)).

d. Gegebenenfalls erforderlicher Kontext dazu, wie die Daten zusammengestellt wurden, z. B. Standards, Methoden und Annahmen.

Leistungsindikator GRI SRS-306-2: Abfall
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht des gefährlichen Abfalls, gegebenenfalls mit einer Aufschlüsselung nach folgenden Entsorgungsverfahren:
i. Wiederverwendung
ii. Recycling
iii. Kompostierung
iv. Rückgewinnung, einschließlich Energierückgewinnung
v. Müllverbrennung (Massenverbrennung)
vi. Salzabwasserversenkung
vii. Mülldeponie
viii. Lagerung am Standort
ix. Sonstige (von der Organisation anzugeben)

b. Gesamtgewicht ungefährlicher Abfälle, gegebenenfalls mit einer Aufschlüsselung nach folgenden Entsorgungsverfahren:
i. Wiederverwendung
ii. Recycling
iii. Kompostierung
iv. Rückgewinnung, einschließlich Energierückgewinnung
v. Müllverbrennung (Massenverbrennung)
vi. Salzabwasserversenkung
vii. Mülldeponie
iii. Lagerung am Standort
ix. Sonstige (von der Organisation anzugeben)

c. Wie die Abfallentsorgungsmethode bestimmt wurde:
i. Direkt von der Organisation entsorgt oder anderweitig direkt bestätigt
ii. Vom Entsorgungsdienstleister zur Verfügung gestellte Informationen
iii. Organisatorische Standardmethoden des Entsorgungsdienstleisters

Gesamtgewicht in Kilogramm (kg) gefährlicher und ungefährlicher Abfälle nach Entsorgungs-
methoden: Der gesunkene Wert im Bereich der Müllverbrennung erklärt sich ebenfalls mit der erhöhten
mobilen Arbeit auf Grund der COVID-19-Pandemie.

Wahl der Entsorgungsmethode:
Papierlose Prozesse durch Digitalisierung
Vor dem Hintergrund des nachhaltigen Handelns spielt gerade die Virtualisierung von Geschäftsprozessen eine herausragende Rolle. Online-Prozesse sind nachhaltig, da sie auf Grund ihrer digitalen Form bestimmte Ressourcen nicht benötigen oder sogar ersetzen können. Damit schont das Medium Internet vor allem in ökologischer Hinsicht die Umwelt. Wichtig da-bei ist aber, dass sich die Stromgewinnung umweltfreundlich gestaltet. Deshalb setzt die Barmenia klimaneutralen Ökostrom ein.

Auch angesichts ökonomischer Aspekte wirkt das neue Medium effizienzsteigernd. Die zunehmende Nutzung des Internets reduziert den Papierverbrauch, die Transport- und die damit verbundenen Papier- und Versandkosten.

Beispielhaft hat die Barmenia viele Prozesse optimiert, die papierlos sind, wie
Ganzheitliche Berücksichtigung von Ökonomie, Soziales und Ökologie

Auch bei der Digitalisierung verfolgt die Barmenia einen ganzheitlichen Ansatz:

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Logo_CO2_cyanCO2-Emissionen: Vermeidung, Reduzierung und Kompensation

Seit 2015 wirtschaftet die Barmenia am Wuppertaler Hauptstandort klimaneutral (s. dazu auch "12. Ressourcenmanagement"). Die Hauptverwaltungen werden mit ihren Prozessen als wesentlich für die Ermittlung der CO2-Emissionen angesehen, da knapp 94 % der Innendienstmitarbeiter dort ansässig sind und sie über eine umfangreiche IT-Infrastruktur, ein Betriebsrestaurant und eine Vielzahl von Seminarräumen verfügen.

Seit 2011 werden CO2-Emissionen kontinuierlich Erstmals wurde für das Jahr 2015 eine CO2-Bilanz veröffentlicht. Kennzahlen zur betrieblichen Umweltleistung werden erfasst und in CO2-Emissionen umgerechnet. Dazu wird das Kennzahlentool* vom Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V. (VfU) genutzt.

Wiederholte Senkung der Treibhausgase gegenüber Vorjahr

In 2019 hatten die CO2-Emissionen der gesamten Barmenia-Versicherungsgruppe mit 895 t erstmals die Tausendergrenze unterschritten. Dieses Ergebnis konnte in 2020 mit 839 t nochmals gesenkt werden. Gegenüber dem Vorjahr gab es eine weitere Einsparung von 56 Tonnen.

Besonders hervorzuheben ist, dass die Deutsche Bahn nach den Fernreisen auch den gesamten Nahverkehr klimaneutral gestellt hat. Schon seit vielen Jahren werden die ökologischen Vorteile von Bahnreisen in der internen Reiserichtlinie beworben und die CO2-Vorteile gegenüber dem Auto oder Flugzeug im Online-Geschäftsreisen-Buchungstool Atlatos ausgewiesen.

Die deutliche Senkung des Stromverbrauchs durch die Homeoffice-Situation in der COVID-19-Pandemie hatte keine Auswirkungen auf die CO2-Emissionen, da der eingesetzte Ökostrom vom Energieversorger als klimaneutral bewertet wird.

Auf Empfehlung des VfU werden die Bahnreisen sowie Ökostrom in der Bilanz aber nicht vollständig als klimaneutral ausgenullt, sondern mit ihren geringfügigen CO2-Emissionen ausgewiesen. So werden auch die Vorstufen methodisch korrekt berücksichtigt.

Homeoffice in der CO2-Bilanzierung

Zu Beginn des Jahres hat sich die Barmenia beim VfU für die Entwicklung eines CO2-Bilanzierungs-tools für das Homeoffice ausgesprochen, da diese Arbeitsform bisher nicht in der CO2-Bilanz berücksichtigt wurde. Es wurde daraufhin ein einfaches Tool entwickelt.

Es wurde überlegt, inwieweit das neue Tool für die besondere Situation der COVID-19-Pandemie des Jahres eingesetzt wird und die Mitarbeiter im Homeoffice in die CO2-Bilanz einbezogen werden.

Die Barmenia hat das Tool aus den folgenden Gründen nicht genutzt: Die Barmenia wird das Thema Homeoffice und CO2-Bewertung weiterhin im Blick halten und die
Diskussion im VfU suchen.

Kompensation über zertifizierte Klimaschutzprojekte

Im Jahr 2016 hat die Barmenia erstmals verbleibende Treibhausgasemissionen der Wuppertaler Hauptverwaltungen für das Jahr 2015 ausgeglichen. Beim Ausgleich der Emissionen achtet die
Barmenia auf die Qualität der Kompensation. So wurden Emissionsscheine von zertifizierten Klimaschutzprojekten erworben. Die Projekte sind nach dem bekannten Gold-Standard zertifiziert, der neben ökologischen auch soziale Kriterien berücksichtigt und somit der ganzheitlichen Betrachtung des Themas Nachhaltigkeit der Barmenia gerecht wird.

Analyse des Marktes für Emissionshandel für neue Partnerschaft

Der Markt des Emissionshandels ist in den letzten fünf Jahren deutlich gewachsen, Deshalb hat die Barmenia eine Analyse durchgeführt, um den zukünftigen Kompensationspartner auszuwählen. In den letzten fünf Jahren erfolgte die Kompensation der unvermeidbaren CO2-Emissionen über hochwertige Projekte mit strengen Standards und Prüfprozessen. Die Qualität der vergangenen Kompensationen wurde als Maßstab für die Auswahl des zukünftigen Kompensationspartners gewählt. In den Vergleich hat die Barmenia deshalb ausschließlich Anbieter aufgenommen, die eine Kompensation mit dem derzeit weltweit strengsten Zertifizierungsstandard „Gold Standard“ anbieten. Entscheidende Vergleichskriterien waren neben den Projektstandards auch die Qualität der Zertifizierungs- und Prüfprozesse, die Projektverfügbarkeit, der Kompensationspreis pro Tonne CO2, ggf. Referenzkunden
sowie die Transparenz und Kommunikation des Unternehmens. Die CO2-Kompensation der Barmenia verbindet ökonomisches Handeln mit der Förderung stabiler sozialer und ökologischer Rahmenbedingungen. Die drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie und Soziales) wurden bei dem Vergleich gleichermaßen berücksichtigt.

Zur Untersuchung wurde die Marktübersicht der Deutschen Emissionshandelsstelle herangezogen. 37 Anbieter wurden gesichtet, wovon neun detailliert untersucht wurden. Zum Schluss wurden mit drei Anbietern Gespräche per Videokonferenz geführt, um Details zu hinterfragen. Die dem Gedanken der Rechtsform VVaG nahekommende gGmbH, die transparente Darstellung der Verwaltungskostenquote sowie eine Vielzahl von Eigenentwicklungen von Klimaschutzprojekten mit ökologischen und sozialen Kriterien machten den Unterschied. Der alte Partner myclimate Deutschland gGmbH ist auch der neue Partner. Die Partnerschaft wurde für drei Jahre festgelegt. Für das Jahr 2020 wird die Barmenia Lebensversicherung a. G. 168 t CO2 über das Klimaschutzprojekt "Solarkraftwerk ersetzt fossile Energie“ in der Dominikanischen Republik ausgleichen. Bei einer Online-Umfrage mit einer Auswahl von drei Projekten entschieden sich 41,5 % der teilnehmenden Mitarbeiter für dieses Klimaschutzprojekt.

Im Internet unter www.klimaneutral.barmenia.de


*Die VfU-Kennzahlen richten sich an internationalen Standards der Umwelt- und Klimaberichterstattung aus, wie der Global Reporting Initiative (GRI), dem Greenhouse Gas Protocol und dem Carbon Disclosure Project. Zur Ermittlung der Daten wurde das VfU-Berechnungstool vom 14.12.2020, Version 1.4 des Updates 2018, genutzt. Gegenüber der letztjährigen Version der CO2-Bilanz ergibt sich durch die wissenschaftliche Anpassung der Multiplikatoren eine geringfügige Erhöhung.

Hinweise im VfU-Tool: Emissionsfaktoren und Energieinput-Faktoren wurden berechnet anhand der Datenbank "ecoinvent" (Version 3.4, Oktober 2017), s. unter www.vfu.de. Hinweis: Grundlage der vorab genannten Werte ist die CO2-Bilanz. Gegenüber den CO2-Werten aus den einzelnen Scopes der Leistungsindikatoren können sich Rundungsdifferenzen im Nachkommabereich ergeben.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator GRI SRS-305-1 (siehe GH-EN15): Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der direkten THG-Emissionen (Scope 1) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Leistungsindikator GRI SRS-305-2: Indirekte energiebezogenen THG-Emissionen (Scope 2)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. Gegebenenfalls das Bruttovolumen der marktbasierten indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

c. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Leistungsindikator GRI SRS-305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3) in Tonnen CO2-Äquivalenten.

b. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2 -Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Kategorien und Aktivitäten bezüglich sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3), die in die Berechnung einbezogen wurden.

e. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

f. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Leistungsindikator GRI SRS-305-5: Senkung der THG-Emissionen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Senkung der THG-Emissionen, die direkte Folge von Initiativen zur Emissionssenkung ist, in Tonnen CO2 Äquivalenten.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Basisjahr oder Basis/Referenz, einschließlich der Begründung für diese Wahl.

d. Kategorien (Scopes), in denen die Senkung erfolgt ist; ob bei direkten (Scope 1), indirekten energiebedingten (Scope 2) und/oder sonstigen indirekten (Scope 3) THG-Emissionen.

e. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Die Barmenia hat in den letzten Jahren viele Maßnahmen ergriffen, um die Verbräuche und CO2-Emissionen zu senken. Diese Maßnahmen können in den Nachhaltigkeitsberichten und den nicht-finanziellen Berichten sowie der Publikationen der Zertifizierungsprozesse, wie von Ökoprofit, entnommen werden. Man kann sagen, dass insgesamt ein hoher Standard im Umwelt- und Energiemanagement erreicht wer­den konnte. Erhebliches Einsparpotenzial durch eigene realisierte Maßnahmen wird - auch von externen Experten im Rahmen des Energieaudits nach EDL-G - nicht mehr gesehen. Deshalb gilt es, das Niveau zu halten und Einflussmöglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz, z. B. bei Neuinvestitionen, zu nutzen.

Wie beschrieben, werden insgesamt die CO2-Emissionen der Barmenia-Versicherungsgruppe vergli­chen. Im Jahr 2020 konnten die CO2-Emissionen um 56 Tonnen gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden.

Gesamt THG-Emissionen der Hauptverwaltungen der
Barmenia-Versicherungsunternehmen (BA, BK und BL):