10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Unser Dienstleistungsportfolio ist vielfältig: Als Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge sammeln und reinigen wir Abwasser, schützen vor Überflutungen durch Starkregen und Hochwasser und verbessern die Gewässerqualität der Kölner Gewässer. Doch auch die Gewinnung von Ressourcen und Energie und die Sensibilisierung der Bevölkerung zählen wir zu unseren Aufgaben (s. Kriterium 4). Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, mit all diesen Aufgaben in besonderem Maße zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt Köln und darüber hinaus beizutragen.

Neues erforschen und teilen
Wir sind Innovationstreiber, zum Beispiel beim Thema Energiegewinnung oder im Hochwasserschutz. Netzwerke und Partnerorganisationen spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn nur wenn wir über unsere eigenen Stadtgrenzen hinausblicken, können wir effiziente und innovative Ansätze finden und funktionierende Lösungen weiterverbreiten. In verschiedenen Netzwerken und Forschungsprojekten engagieren wir uns deshalb zu den Themen Abwasser, Gewässerschutz und Hochwasserschutz. Im Abwassernetzwerk Rheinland tauschen wir uns beispielsweise regelmäßig mit Unternehmen der Wasserwirtschaft aus derzeit 19 Städten in Nordrhein-Westfalen mit rund zweieinhalb Millionen Einwohner*innen aus. In der Klärschlammkooperation Rheinland (KKR), die ein Einzugsgebiet von etwa vier Millionen Menschen abdeckt, entwickeln wir gemeinsam mit anderen Kommunen effiziente Wege für die Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm und planen derzeit eine gemeinsame Anlage. Im HochwasserKompetenzCentrum e.V. (HKC) arbeiten wir mit Vertreter*innen von Kommunen am Rhein, aus der Wissenschaft und aus Versicherungen an einem nachhaltigen Umgang mit den Themen Hochwasser und Hochwasserschutz. Darüber hinaus sind wir als Praxispartner in ein umfangreiches Netzwerk von Forschungseinrichtungen eingebunden und beteiligen uns an vielfältigen Forschungsprojekten in den Bereichen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, Infrastruktur, Stadtentwicklung und Abwasserreinigung. Ein Überblick, wie wir die Wasserwirtschaft und die Städte von morgen gestalten, ist auf unserer Webseite unter https://www.steb-koeln.de/forschung/ zu finden.

Kreative Ideen für mehr Nachhaltigkeit
Um unsere Betriebsprozesse und Dienstleistungen noch ökologischer und sozialverträglicher zu gestalten, ermutigen wir auch unsere Mitarbeitenden, sich einzubringen und Vorschläge für bessere Arbeitsabläufe und nachhaltige Projekte zu machen. Im Rahmen unseres betrieblichen Vorschlagswesens werden umgesetzte Ideen prämiert – und unsere Mitarbeitenden beteiligen sich gern! Bereits 2018 veranstalteten wir einen Workshop, bei dem sich Interessierte über das Thema Nachhaltigkeit austauschen und Ideen für Verbesserungen entwickeln konnten. Das Ergebnis waren spannende Projekte wie die Schwimminseln für unsere Gewässer. Die zwölf Quadratmeter großen, bepflanzten Schwimminseln platzieren wir heute regelmäßig in den von uns betreuten Gewässern. Die Pflanzen auf den Inseln ziehen ihre Nährstoffe aus dem Wasser und verhindern so die Bildung von Algen. Zusätzlich reichern sie das Wasser mit Sauerstoff an und bieten Fischen Schutz zwischen ihren Wurzeln. Aber auch Vögel und Insekten nutzen Inseln als Rückzugsort und Lebensraum. Und ganz nebenbei ist das grüne Eiland ein richtiger Hingucker – die Bepflanzung kann viele Weiher und den Rautenstrauchkanal optisch aufwerten und dadurch auch die Lebensqualität von uns Menschen steigern. Eine absolute Erfolgsidee also und ein inspirierendes Beispiel für das Engagement von Mitarbeitenden.

Unsere Infrastruktur fit für die Zukunft machen
Zur Erfüllung unserer Aufgaben gehört auch, dass wir Infrastruktur wie Kläranlagen, Pumpwerke und Kanalsysteme bauen, betreiben und instandhalten, um die Daseinsvorsorge für die Stadt Köln dauerhaft zu gewährleisten.  Damit wir in Zukunft weiterhin ein funktionierendes Abwassersystem haben, geben wir den Großteil unserer Investitionen für die Instandhaltung und Modernisierung unserer Anlagen aus. Allein im Jahr 2019 investierten wir 13 Millionen Euro in die Modernisierung der Klärwerke und sanierten 83 Kilometer Kanalnetz. Eines der bedeutendsten Projekte der nächsten Jahre wird der Neubau des Rheindükers sein, der das linksrheinische mit dem rechtsrheinischen Ufer verbinden wird. Ein Düker ist eine Druckleitung, die Straßen, Bahngleise, Tunnel, oder eben Flüsse wie den Rhein unterquert und so unter anderem Abwasser ableitet. Das Vorgängermodell, das 1928 in Betrieb gegangen und bis heute im Einsatz ist, ist technisch und baulich überaltert, weshalb wir 60 Millionen Euro in den Neubau investieren. Der neue Düker macht unsere Infrastruktur fit für das prognostizierte Bevölkerungswachstum Kölns und garantiert die Abwasserentsorgung in Köln für 100 Jahre.

Um die Kontrolle unserer Infrastruktur zu verbessern und Prozesse zu beschleunigen, nutzen wir mehr und mehr digitale Lösungen. Besonders nützlich ist dabei die Automatisierungstechnik zum Betrieb und zur Überwachung unserer Anlagen. Sie erspart aufwendige Kontrollgänge und macht unsere Infrastruktur sicherer. Wenn wir neue Anlagen planen und bauen, verwenden wir modernste Technik, um die Anlagen optimal abzustimmen. Aktuelle CAD-Systeme, Kanaldatenbanken oder Online-Planauskünfte helfen uns und unseren Kunden, schnell zu reagieren. Bei der Erfassung von Abwasserproben unserer Indirekteinleiter arbeiten unsere Mitarbeitenden vor Ort bei unseren Kund*innen mit Tablets.