10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Wie in der Wohnungswirtschaft üblich, werden bei VIVAWEST keine nennenswerten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit eigenem Personal durchgeführt. Es bestehen jedoch vielfältige Netzwerkaktivitäten und Kooperationen mit Hochschulen, Branchenverbänden und Kommunen, aus denen heraus Produkt- und Prozessinnovationen auf ihre Einsetzbarkeit im betrieblichen Alltag und auf ihre Eignung zur strategiekonformen Weiterentwicklung des Konzerns und seiner Leistungen überprüft werden. Schwerpunkte liegen hierbei in der Entwicklung von Quartieren und in der Nutzung von Neuerungen und Technologien, welche auf die Steigerung der Energieeffizienz und damit auf die Senkung von CO2-Emissionen gerichtet sind.

In 2017 standen Themen wie das Modellprojekt Plusenergiehaus, Produkte zur Verbesserung des Raumklimas und der Raumhygiene oder der Einsatz von LED-Leuchtmitteln im Fokus. Im Rahmen der Durchführung von Feldversuchen und Pilotprojekten erfolgt ein systematisches Monitoring, um aus den Erkenntnissen Handlungsempfehlungen für den generellen Einsatz in den Wohnungsbeständen ableiten zu können.

Seit zwei Jahren legt die Arbeitsgruppe Technische Produktentwicklung/Standards Bauteile fest, die als Standard von VIVAWEST und den technischen Dienstleistern im Rahmen von Neubauten, Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen verpflichtend zu verwenden sind. Auf Grundlage eines umfangreichen Projektplans wurden hierbei alle wesentlichen und in der Regel sichtbaren Bauteile berücksichtigt. Unterschieden werden dabei die Ausstattungslinien „Komfort" und „Premium", die vorwiegend im Rahmen von Instandhaltungen und Modernisierungen, aber auch im Neubau anzuwenden sind, sowie die Ausstattungslinie „Hochwertiger Neubau", die ausschließlich im Neubau eingesetzt wird. Somit ist gewährleistet, dass die bei VIVAWEST eingesetzten Produkte nach einem vorgegebenen Kriterienkatalog ausgewählt werden. Dieser berücksichtigt insbesondere die Qualität, die Langlebigkeit, die Verfügbarkeit am Markt und eine ökologische Bewertung.

Seit 2016 engagiert sich VIVAWEST zusammen mit der RAG Montan Immobilien GmbH (RAG Montan), Essen, in dem Zukunftsprojekt „Glückauf Nachbarn – Modellquartier Integration“. Zum Start des Projektes hatten Experten unterschiedlicher Disziplinen in einer „Denkfabrik“ Thesen dafür entwickelt, wie Integration im Quartier gelingen kann. Diese bildeten die Grundlage für die Werkstattphase im Jahr 2017, in der vier internationale Planungsteams aus Architekten, Stadtplanern und Soziologen konkrete Vorschläge auf Basis des VIVAWEST-Quartiers Duisburg-Vierlinden und der ehemaligen Bergwerksfläche Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort der RAG Montan erarbeiteten. Die Ergebnisse wurden von RAG Montan und VIVAWEST auf der EXPO REAL vorgestellt.

Ebenfalls in 2016 startete im Segment Immobiliendienstleistungen das strategisch wichtige Projekt „DGM Feldtest 400“, dessen Fokus in der Erprobung eines digitalen Gebäudemanagementsystems liegt. Insgesamt werden in diesem Zusammenhang rund 400 Gebäude mit einer Technik zur zentralen Heizanlagenüberwachung und -steuerung ausgestattet. Im Rahmen des Projektes werden die Funktionalitäten des Systems geprüft sowie definierte Dienste und Anwendungen getestet. Der Vorteil für die Mieter liegt insbesondere in einer nutzerorientierten und effizienteren Energieversorgung. Zudem ist eine bessere technische Betreuung der Immobilien durch die Dienstleistungsunternehmen des Konzerns möglich.

Der Einsatz regenerativer Energien hat bei VIVAWEST Tradition. An geeigneten Standorten setzt VIVAWEST bereits seit 1991 Solarthermie ein. Mit ihrer 2008 in Gelsenkirchen-Schaffrath errichteten Photovoltaik-Anlage ist VIVAWEST Besitzerin einer der größten Solarsiedlungen in Deutschland. Auch andere Formen der Nutzung regenerativer Energien werden bei VIVAWEST eingesetzt, wie zum Beispiel Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellen oder Wärmepumpen mit unterschiedlichen Energiequellen. Letztere umfassen sogar einen Latentwärmespeicher in Form eines Eisspeichers.

Die geplanten Feldversuche und Pilotprojekte für 2018 können dem Nachhaltigkeits- bzw. Umweltprogramm entnommen werden.

Vergleiche Finanzbericht 2017 (1.2 Forschung und Entwicklung, Seite 10) und Bericht 2017 (Seite 72f.).