10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Als Dienstleistungsunternehmen fallen Produkterstellung und -nutzung bei uns unmittelbar zusammen. So entstehen Umweltauswirkungen in erster Linie durch die Teilnahme an unseren Veranstaltungen als Aussteller oder Besucher von der Anreise über den Besuch auf dem Messegelände bis zur Abreise. Die vom Hallenbetrieb durch Beleuchtung, Heizung, Kühlung etc. ausgehenden Umweltwirkungen, z.B. in der Form von Emissionen, liegen unmittelbar in unserem Einflussbereich. Wie wir unter „Umweltaspekten“ darstellen, sind wir bereits jetzt in der Lage, sie zu messen und zu steuern.  

Die Messung von Umweltauswirkungen aus vor- und nachgelagerten Aktivitäten in der Wertschöpfungskette stellt eine wesentlich größere Herausforderung dar, weil wir allein die Reisetätigkeit von über 5.500 Ausstellern – einschließlich der von ihnen transportierten Waren – erfassen müssten. Hier sind wir gegenwärtig mit dem Verband der deutschen Messewirtschaft im Austausch, um ein Konzept zur Messung von Scope3-Emmissionen zu erarbeiten.

Ein möglicher Baustein in der Emissionsreduktion liegt in der Durchführung virtueller Formate. Sie haben m
it dem Beginn der Covid-19-Pandemie auch verstärkt Einzug in die Messebranche gehalten, die vorher nahezu vollständig durch das Zusammentreffen von Menschen an einem Ort geprägt war. Wir sind der Überzeugung, dass der persönliche Austausch und das unmittelbare physische Erleben auch in Zukunft das Herzstück von Messeveranstaltungen sein werden, digitale Formate aber eine große Bereicherung eines Events darstellen können. Aus diesem Grund verstehen wir digitale Räume nicht als Substitute für unsere Messehallen, sondern als wertvolle Ergänzung.

Aus diesem Grund wollen wir die Zahl der Veranstaltungen mit zusätzlichen digitalen Angeboten erheblich erhöhen. Dies schließt auch die Möglichkeit für Aussteller und Besucher ein, Produkte und Dienstleistungen in einem virtuellen Raum zu präsentieren bzw. zu erleben.

Zudem sind wir bestrebt, den digitalen Anteil begleitender Veranstaltungen, wie z.B. Fachbeirats- oder Gremiensitzungen, zu erhöhen, um Reisetätigkeiten und damit die Belastung für unser Klima zu reduzieren. Wir werden deshalb genau analysieren, welche Konferenzen und Besprechungen einen unmittelbaren Austausch vor Ort erfordern und welche in einem virtuellen Raum durchgeführt werden können. Dies gilt auch für die Referenten, die regelmäßig unsere Messen und Events bereichern. Auch ihnen wollen wir die Möglichkeit geben, online teilzunehmen.

Um sicherzustellen, dass innovative virtuelle Formate auch reibungslos funktionieren und so den gewünschten Mehrwert schaffen können, werden wir das „digital prototyping“ ausweiten und auf Herz und Nieren bzw. Bild und Ton prüfen.

Erhebliches Innovationspotenzial sehen wir auch im Ausbau unserer Veranstaltungen als Plattformen für Nachhaltigkeit. Denn Messen sind ein Austauschplatz für Menschen, oft aus allen Teilen der Welt, mit verschiedenen Erfahrungen und Hintergründen. Sie geben neuen Ideen Raum und sind ein Schauplatz für Innovation. Sie leben von Dialog und dem Wettstreit von Lösungsansätzen.

Um den sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen, braucht es kooperative und innovative Ansätze. Als NürnbergMesse wollen wir dazu einen Beitrag leisten, indem wir unsere Veranstaltungen zu Plattformen für Nachhaltigkeit machen. Deshalb ist es unser Ziel, im Rahmen unserer Veranstaltungen institutionalisierte Möglichkeiten zu schaffen für einen Austausch zu nachhaltigen Fragestellungen, die Präsentation neuer Lösungsansätze sowie die Diskussion mit Experten. Über alle Veranstaltungen und Formate hinweg werden wir diese Plattformen für unsere Communities auch digital verlängern, um möglichst viele Menschen zu vernetzen und damit die Umweltbelastung zu reduzieren.

Zudem wollen wir Unternehmen mit einer nachhaltigen Ausrichtung eine Bühne für ihre Produkte und Dienstleistungen bieten und sie kommunikativ unterstützen. Das wollen wir erreichen, indem wir nach sozialen und ökologischen Standards zertifizierte Unternehmen in der Aussteller- und Produktdatenbank als solche kennzeichnen und sie in einen branchenspezifischen Nachhaltigkeits-Guide aufnehmen. Außerdem wollen wir entsprechend forschungsstarke Unternehmen für ihre Leistung auszeichnen. Ganz besonders wichtig für uns ist dabei die Förderung von Startups und Forschungsinstituten, da sie ein wesentlicher Treiber bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen sind.

Im Zuge der Nachwuchsförderung wollen wir zudem Formate schaffen, bei denen wir an nachhaltiger Entwicklung interessierte Studierende mit Ausstellern „matchen“, um in ein beiderseitiges Sparring zu gehen und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auszuloten.

Innovation entsteht für uns nicht nur im Dialog mit externen Stakeholdern, sondern auch durch die gezielte Generierung von Ideen durch unsere Mitarbeitenden. Wir ermutigen sie, aktiv Vorschläge für neue Produkte und Dienstleistungen oder deren Verbesserung sowie für die Optimierung von Strukturen und Prozessen einzubringen. Besonders bedeutsam ist Innovation im Hinblick auf neue Veranstaltungsformate und -inhalte für uns. Deshalb haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit, diesbezüglich Ideen einzubringen, die dann in einem strukturierten Prozess auf Machbarkeit und Marktfähigkeit hin untersucht und bei positiver Bewertung in den Event-Incubator übernommen werden.
 
In der Gesamtschau ist es unser erklärtes Ziel, zu einer Austauschplattform und zu einem Inkubator für nachhaltige Lösungen zu werden, indem wir Menschen zusammenbringen, Ideen einen Raum geben und den konstruktiven Dialog fördern.