10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Eine zukunftsfähige und vor allem nachhaltige Mobilität ist für die langfristige Sicherung ihres Geschäftsmodells – die Planung und Durchführung von Linienverkehrsleistungen im innerstädtischen und überländlichen Bereich – für die VHH von zentraler Bedeutung.

Elektromobilität
Eines der wichtigsten Zukunftsthemen ist die Elektromobilität. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat für ihre Verkehrsunternehmen das Ziel vorgegeben, ab dem Jahr 2020 ausschließlich lokal emissionsfreie Busse zu beschaffen. Innerhalb des nächsten Jahrzehnts soll der Wandel zur Elektromobilität vollzogen sein. Voraussetzung für den Betrieb von Elektrobussen ist die Etablierung eines stabilen Regelbetriebs. Aktuell steht die Bereitstellung der dafür unabdingbaren Infrastruktur im Fokus. Dazu gehören neue Werkstätten, neue Ladeinfrastruktur, geänderte Anforderungen an geschultes Fahrpersonal, ein intelligentes Betriebsleitsystem, eine tiefgreifende Digitalisierung und ein smartes Lademanagement. Die Lieferung der ersten 16 serienreifen Mercedes-Benz eCitaro erfolgte im Jahr 2019 für den Betriebshof Bergedorf. Inzwischen ist die E-Bus-Flotte auf 40 Fahrzeuge angewachsen.

Mehr zum Thema Elektromobilität bei der VHH: https://vhhbus.de/elektromobilitaet

elexityVHH
Die Elektromobilität ist für die VHH eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Dabei bieten sich Chancen in der Kommunikation – sowohl in Richtung der Fahrgäste als auch der Mitarbeiter*innen. Der Weg zu einem e-mobilen Unternehmen wird daher auch kommunikativ umfassend begleitet. Weil die Elektromobilität nicht nur für die VHH, sondern auch für die Metropolregion Hamburg von hoher Bedeutung ist, wurde eine eigene Produktmarke entwickelt: „elexityVHH“. Unter der Marke „elexityVHH“ fasst die VHH alle Aspekte einer nachhaltigen Mobilität zusammen – von der Infrastruktur auf den Betriebshöfen über speziell geschultes Personal bis hin zu Fahrzeugen, die mit 100 Prozent Ökostrom betrieben werden und in einem innovativen Design gestaltet wurden, das unter Einbindung unserer Fahrgäste kreiert wurde.

Zur elexityVHH-Website: https://vhhbus.de/elexity

Darüber hinaus beteiligt sich die VHH an verschiedenen innovativen Mobilitätsprojekten:

ioki Hamburg
Das „ioki Hamburg“-On-Demand-Shuttle ist ein öffentliches Verkehrsmittel ohne festen Fahrplan oder Linien, das vollständig in den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) integriert ist. Die VHH bringt das Angebot zusammen mit ioki, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn für intelligente On-Demand-Mobilität, auf die Straße. Fahrgäste mit ähnlichen Routen werden mithilfe eines Algorithmus automatisch zu Fahrgemeinschaften gebündelt und gemeinsam befördert.

Die Flotte besteht aus emissionsarmen Elektroautos des britischen Herstellers LEVC. Die Fahrzeuge verfügen über sechs Sitzplätze und sind barrierefrei: Rollstuhlfahrende und Kinderwagen können bequem befördert werden, in jedem Auto gibt es außerdem einen Kindersitz.

„ioki Hamburg“ möchte mit seinem On-Demand-Shuttle-Angebot den öffentlichen Nahverkehr stärken – und der Plan geht auf. Mehr als die Hälfte der Fahrgäste lässt sich zu größeren Haltestellen im Bedienungsgebiet bringen. „ioki Hamburg“ hat somit eine echte Chance, die Mobilitätsgewohnheiten in Zukunft zu verändern. Mit vernetzten Angeboten für die erste und letzte Meile wird der Nahverkehr deutlich attraktiver und das Leben ohne eigenes Auto gerade für junge Menschen langfristig denkbar.

Das Angebot startete im Sommer 2018 in den Hamburger Stadtteilen Osdorf und Lurup. Im Herbst 2019 kam ein weiteres Bedienungsgebiet im Stadtteil Billbrook hinzu. Im Dezember 2020 hat die VHH gemeinsam mit weiteren Projektpartner*innen im Rahmen des Forschungsprojektes Reallabor Hamburg (RealLabHH) im Kreis Stormarn zwei neue „ioki Hamburg“-Bedienungsgebiete gestartet: Eines in der Stadt Ahrensburg, eines im Raum Brunsbek, Lütjensee und Trittau. Beide Mobilitätsangebote werden von den Kund*innen sehr gut angenommen.

Mehr zu „ioki Hamburg“: https://vhhbus.de/ioki-hamburg

TaBuLa-LOG
In Lauenburg/Elbe im Kreis Herzogtum Lauenburg wurde unter Beteiligung der VHH ein Testzentrum für automatisiert verkehrende Busse (TaBuLa) aufgebaut. Auf einer Teststrecke im öffentlichen Straßenraum fährt seit Herbst 2019 ein automatisiertes Shuttle Fahrgäste von der Ober- in die Unterstadt. Als Aufgabenträger des öffentlichen Nahverkehrs zeichnet der Kreis Herzogtum Lauenburg gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg (TUHH) für die Projektkoordination verantwortlich. Die VHH ist als Betreiberin der automatisierten Fahrzeuge in das Projekt TaBuLa eingebunden. Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Im Rahmen des Nachfolgeprojekts TaBuLa-LOG werden seit November 2020 mit dem TaBuLa-Shuttle auch Waren transportiert. Die Auslieferung der Waren übernimmt „Laura“, ein kleiner Transportroboter, der künftig seinen Weg automatisiert zwischen Shuttle und Abhol- beziehungsweise Auslieferpunkt finden soll.

Mehr zum Projekt TaBuLa: https://vhhbus.de/tabula-autonomes-fahren

NEW 4.0
Seit Ende Juli 2018 beteiligt sich die VHH an der „Norddeutschen EnergieWende – NEW 4.0“. An das Projekt sind rund 60 Partner*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eingebunden. Ziel ist es, Lösungen für die nächste Stufe der Energiewende zu finden – etwa wie Strom, der mit Windenergieanlagen erzeugt wird, zur Ladung von Elektrobussen genutzt werden kann. Die VHH wird im Projekt NEW 4.0 in Zukunft eine wichtige Abnehmerin für den regenerativ erzeugten Strom. Wenn die gesamte Busflotte auf Elektroantrieb umgestellt wird, besteht ein geschätzter Leistungsbedarf von rund 31 Megawatt täglich. So ist es geplant, die VHH im Zuge des Projekts direkt mit Windstrom aus dem Windpark Curslack zu versorgen. Der Windpark hinter dem Bergedorfer Busbetriebshof ist Teil der Forschung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) am Technologiezentrum Energie-Campus. Mit dem dort durch Wind erzeugten Strom sollen nachts die Elektrobusse der VHH geladen werden. 

Mehr zum Projekt NEW 4.0: https://vhhbus.de/norddeutsche-energiewende

ITCS
Die technische Umsetzung des neuen rechnergestützten Betriebsleitsystems ITCS (Intermodal Transport Control System) ermöglicht dem Betrieb der VHH mehr Möglichkeiten zur Nutzung moderner Kommunikationsmittel, Möglichkeiten zur Steuerung von Echtzeitdaten sowie eine verbesserte Vertriebstechnik. Seit der Systemumstellung wird den Fahrgästen der VHH die Übersicht der Anschlussmöglichkeiten unter den Bussen der VHH und auch übergreifend zu unterschiedlichen Verkehrsunternehmen vereinfacht in Echtzeit angezeigt. Gegenwärtig wird an der Auswertung der entstehenden Daten gearbeitet, um ein kundenorientiertes Qualitätsmanagement zu realisieren.

Das Ideenmanagement der VHH wird über die Mitarbeiter*innen-App „Aktuell+“ geregelt. Dort erhalten alle Mitarbeiter*innen die Gelegenheit, sich in unterschiedlichen Foren auszutauschen. Besonders die Busfahrer*innen der VHH, die keinen eigenen PC-Arbeitsplatz besitzen, nutzen das Angebot aktiv und regelmäßig, um mit ihren Kolleg*innen, aber auch der VHH-Geschäftsführung in Kontakt zu treten. Ihre Ideen, Hinweise und kritischen Anmerkungen tragen dazu bei, Unternehmensprozesse zu optimieren. Mehrmals im Jahr findet im „Aktuell+“ zudem ein Chat mit der Geschäftsführung statt. Dann haben alle VHH-Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, ihre Ideen und Vorschläge zur Optimierung betrieblicher Prozesse direkt mit der Geschäftsführerin und dem Geschäftsführer zu diskutieren.

Konkretes Beispiel: Immer wieder gibt es zahlreiche Hinweise aus dem VHH-Fahrdienst zu Falschparkern, die den Busverkehr erheblich beeinträchtigen. Diese Meldungen können nun im „Aktuell+“ abgegeben und ausgewertet werden. Innerhalb eines Monats wurden so 729 Falschparker*innen von insgesamt 128 Fahrer*innen gemeldet. Die Liste wurde in einem Termin mit der Hamburger Behörde für Inneres und Sport, dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und weiteren Verkehrsunternehmen vorgestellt. In der Folge konnten verschiedene Maßnahmen vereinbart werden, damit in Zukunft Linienwege und Haltestellen freigehalten werden können, sodass ein verlässlicher und pünktlicher Verkehr gewährleistet werden kann.