10. Transformation

Die Hochschule legt dar, wie sie durch geeignete Prozesse eine Transformation Richtung nachhaltiger Entwicklung in ihren wesentlichen Handlungsfeldern erreichen möchte. Ebenso wird dargelegt, inwiefern Maßnahmen innerhalb der Handlungsfelder einen Lernprozess für die gesamte Organisation und bei Akteuren darüber hinaus in Gang setzen und Verstetigungsprozesse für die angestrebte Transformation vorangetrieben werden. Dies beinhaltet ebenfalls den kontinuierlichen Austausch mit Kommunen, Wirtschaft, politischem Umfeld und Zivilgesellschaft.

Die Universität Vechta ist in verschiedenen Handlungsfeldern im ständigen Austausch mit zahlreichen Personen und Organisationen, woraus sie vielfältige Impulse für die nachhaltige Entwicklung der eigenen Hochschule erhält.

Sie ist beteiligt an einer Vielzahl von nachhaltigkeitsbezogenen Forschungsprojekten mit direkter Relevanz für die Universität selbst und für die Region, in der sie sich befindet. Das Forschungsprojekt TeRRIFICA (Territorial Responsible Research and Innovation Fostering Innovative Climate Action) z. B. ist Teil des EU-Förderprogramms Horizon 2020 und widmet sich der Entwicklung von innovativen Klimaanpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen zusammen mit regionalen Akteur*innen. Dabei zielt es darauf ab, den Erwerb von dazu förderlichen Kompetenzen bei den Beteiligten in verschiedenen europäischen Regionen zu unterstützen (siehe auch NHB, S. 54).

Ein wesentlicher Motor für nachhaltige Entwicklung an der Universität Vechta war und ist die Beteiligung am BMBF-geförderten Verbundprojekt "Nachhaltigkeit an Hochschulen (HOCHN): entwickeln – vernetzen – berichten". Dieses bezieht sich explizit auf die Beforschung und Anwendung von Maßnahmen für nachhaltige Hochschulentwicklung in den Handlungsfeldern Lehre, Forschung, Betrieb, Transfer, Nachhaltigkeitsberichterstattung und Governance. Das bereits in Kriterium 9 erwähnte HOCHN-Netzwerk ist ein zusätzliches Ergebnis des Projektes.

Weitere Forschungsprojekte mit Nachhaltigkeitsbezug sind auf der Website der Universität im Bereich Forschung für nachhaltige Entwicklung und im NHB ab Seite 37 zu finden.

Im Rahmen des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft sind der Science Shop Vechta/ Cloppenburg und die Koordinierungsstelle Transformationswissenschaft agrar Niedersachsen wichtige Akteure (siehe auch NHB, S. 54-55). Der Science Shop ist eine Anlauf- und Vermittlungsstelle für bildungs- und forschungsrelevante Fragestellungen aus der Region. Mit seiner partizipatorischen sowie inklusiven und integrativen Arbeitsweise will er Wissen, Bildung und auch die Universität für Menschen erreichbar machen, die sonst keinen Zugang zu ihr hätten. Die (Forschungs-)Projekte des Science Shop orientieren sich dabei an gesellschaftlich relevanten Fragen und sind (somit) eng mit Themen der nachhaltigen Entwicklung verknüpft.

Die Koordinierungsstelle Transformationswissenschaft agrar Niedersachsen am Standort Vechta vernetzt Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die eine nachhaltige und zukunftsorientierte Agrar- und Ernährungswirtschaft gestalten wollen und adressiert damit ein wichtiges Themenfeld in der landwirtschaftlichen Intensivregion Oldenburger Münsterland. In verschiedenen Veranstaltungsformaten u.a. zu Themen der Nutztierhaltung, der Digitalisierung der Landwirtschaft sowie nachhaltigem Ressourcenmanagement greift der Verbund dabei drängende Fragen der Region auf und erörtert Lösungsmöglichkeiten für die Praxis. Zum Ausbau der Forschungsaktivitäten in diesem Bereich wird darüber hinaus ein Forschungscluster „Transformationsmanagement in ländlichen Räumen“ aufgebaut.

Auf globaler Ebene bringt sich die Universität im Rahmen ihrer Beteiligung am Global Cluster for Higher Education for Sustainable Development der International Association of Universities (IAU) ein. Diese Initiative verfolgt das Ziel, die Sustainable Development Goals (SDGs) und ihre Ausgestaltung in Kooperation mit Hochschulen aller Kontinente weiter voranzubringen. Die Universität Vechta arbeitet hinsichtlich der SDGs 5 (Geschlechtergerechtigkeit) und 12 (Nachhaltige/r Konsum und Produktion) daran mit. Weiterhin ist die Universität durch das RCE Oldenburger Münsterland (siehe Kriterium 2d) mit BNE-Aktivitäten anderer Universitäten weltweit durch das RCE-Netzwerk der United Nations University verbunden (siehe auch NHB, S. 59).

Einen Austausch und gemeinsame Aktivitäten zur Weiterentwicklung der Lehrer*innenbildung hinsichtlich BNE pflegt die Universität Vechta zudem im Deutschsprachigen Netzwerk “LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung (LeNa)”, dessen Gründungsmitglied sie ist.

Diese verschiedenen Projekte und Institutionen spiegeln die grundsätzliche Ausrichtung der Universität Vechta und ihre Transformationsbereitschaft wider. Sie liefern Impulse, Konzepte und Kontakte, die eine langfristige Weichenstellung für eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen. Jedoch kann bislang nicht von einem ganzheitlichen, integrierten Prozess der Nachhaltigkeitstransformation die Rede sein. Hier könnte es ein strategischer Ansatz sein, zukünftig die verschiedenen Pfade zusammenzuführen und damit Governance-Strukturen zur Transformation zu etablieren.

Auch durch die Ausrichtung der Lehre kann die Universität Vechta einen Beitrag zur Transformation der Gesellschaft leisten. Näheres zu den verschiedenen Lehrformaten, durch die eine nachhaltige Entwicklung gefördert werden soll, ist in Kriterium 16 und im NHB ab S. 23 erläutert.