10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Am Beispiel der folgenden innovativen Ziele und Maßnahmen werden die entsprechenden sozialen und ökologischen Auswirkungen aufgezeigt:

Elektromobilität

Im November 2018 erhielt der EAD für die Wissenschaftsstadt Darmstadt in Berlin symbolisch den Förderbescheid im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität und zum Förderprogramm Ladeinfrastruktur. Ziel der Förderprogramme des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ist es, die Beschaffung von Elektrofahrzeugen und der zugehörigen Ladeinfrastruktur zu erhöhen.
Im Rahmen der Mobilitätsordnung der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist der EAD für die Beschaffung des städtischen Fuhrparks zuständig. Die Fördersumme von rund 840 000 Euro wird für die Erweiterung des städtischen Fuhrparks inklusive der entsprechenden Ladeinfrastruktur verwendet. Geplant ist die Anschaffung von mehreren Elektrofahrzeugen in verschiedenen Segmenten, von Kleinwagen bis zu Transportern und Nutzfahrzeugen. Der größte Einzelposten im Rahmen des Förderprogramms ist eine Kleinkehrmaschine mit Elektroantrieb.
Die Elektromobilität bietet eine große Chance, die Lebensqualität in den Städten deutlich zu verbessern. In der Straßenreinigung nutzt der EAD bereits seit über 20 Jahren umweltfreundliche, mit Strom betriebene Fahrzeuge. Aktuell sind neun emissionsfreie, leise Elektrofahrzeuge des Eigenbetriebes und sechs weitere Fahrzeuge im städtischen Fuhrpark täglich im Einsatz. Das Ziel des EAD ist es, mit den Fördergeldern den städtischen Fuhrpark nach und nach um weitere Elektrofahrzeuge zu erweitern und im Rahmen der Elektromobilität zu einer geringeren Schadstoffbelastung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt beizutragen.

Partner der Biologischen Vielfalt

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat im Rahmen der Kampagne „Wildes Hessen?! – Mehr Vielfalt in Garten, Dorf und Stadt!“ den EAD als „Partner der Biologischen Vielfalt“ ausgezeichnet.
Auf dem EAD-Gelände werden naturnahe Flächen mit Vegetation sowie das Reptilien- und Amphibienbiotop geschaffen. Damit leistet der EAD einen Beitrag zur Erhaltung von Artenvielfalt. Im Zoo Vivarium sind die Nachzucht von Schmetterlingen und der Erhalt naturbelassener Areale zu nennen. Der EAD bietet öffentliche Führungen für Besucherinnen und Besucher zum Thema an. (Agenda 2030: Nachhaltigkeitsziel 15)

Zoo Vivarium Darmstadt

Der Erhalt bedrohter Tierarten gehört zu den wichtigsten Aufgaben Zoologischer Gärten. Eine Möglichkeit, diese Arten in Menschenobhut zu erhalten, ist die koordinierte Zucht. Unter dem Dach der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA), der der Zoo Vivarium Darmstadt angehört, werden mehr als 180 Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEP) geführt. Hierbei leitet ein Artkoordinator ein EEP. Der Koordinator trägt alle verfügbaren Kenntnisse über die in den europäischen Zoos gehaltenen Tiere dieser Art zusammen und spricht Haltungs- und Zuchtempfehlungen aus. Alle beteiligten Zoos verpflichten sich dabei, im Sinne dieses EEPs zu handeln und den Empfehlungen des Artkoordinators nachzukommen. Das Ziel ist, über einen langen Zeitraum eine stabile Zuchtpopulation aufzubauen, um bei geeigneten Bedingungen, bedrohte Arten in ihrem ursprünglichen Vorkommensgebiet wieder anzusiedeln. (Agenda 2030: Nachhaltigkeitsziel 15)
Seit Mai 2018 werden im Darmstädter Zoo Vivarium die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Terrarium der Riesenschildkröten und den beiden Großterrarien für afrikanische bzw. australische Reptilien mittels Sensoren gemessen – und das rund um die Uhr. Diese Neuerung bedeutet eine enorme Arbeitserleichterung für die Zoobeschäftigten, die zuvor mehrmals täglich alle Messwerte im Terrarium selbst ablesen mussten, um sie dann händisch ins System einzutragen.
Die Datenübertragung erfolgt mittels der LoRaWAN-Technologie (d.h. Long Range Wide Area Network = Low-Power Wireless Netzwerk-Protokoll), die beim Senden der Daten wenig Energie verbraucht und sehr zuverlässig funktioniert. Die Idee für den Einsatz von Internet-of-things-Technologie im Zoo Vivarium stammt aus einem Innovationsworkshop des EAD.

Wirkungen innovativer Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette

Die Wertschöpfungskette wird in Kriterium 4 am Beispiel der Abfallverwertung dargestellt. Daher beziehen sich die folgenden Beispiele auf diesen Tätigkeitsbereich:

Sensor-System

Im Bereich der Abfallverwertung testet der EAD ein Sensor-System, das per Datenübertragung informiert, wenn die Müllbehälter voll sind und zur Leerung angefahren werden können. Das System erkennt zum einen, welche Mülltonnen wie gefüllt sind, und empfiehlt zum anderen auf dieser Erkenntnis die Routen für die Leerungstour. Ziel ist es, durch dieses technische Erfassungssystem im Sinne der Nachhaltigkeit Kosten einzusparen, Emissionen zu vermeiden und Lärm zu reduzieren, da unnötige Fahrten zur Leerung von noch nicht gefüllten Behältern vermieden werden können. (Agenda 2030: Nachhaltigkeitsziel 9)
Ein weiteres Projekt im Rahmen der Digitalisierung ist die Applikation UVV. Alle Behälter, die nach den Unfallverhütungsvorschriften jährlich geprüft werden müssen, werden aktuell mit Barcodes ausgestattet. Eine App, die auf einem gängigen Smartphone installiert wird, unterstützt die EAD-Beschäftigten  bei dieser Arbeit. Über die Anwendung werden alle relevanten Daten ermittelt und es wird angezeigt, wann die nächste UVV-Prüfung fällig ist und wo sich der Behälter befindet.

Mobile Datenerfassung im Bereich des Containerdienstes


Der EAD hat in Zusammenarbeit mit der Firma Prologa GmbH eine interne App für den Containerdienst entwickelt, die es ermöglicht, Aufträge online durch den Fahrer zu bearbeiten.
Die Vorteile der neu eingesetzten Technologie sind: schnellere Auftragsbearbeitung, Verringerung der Telefonate, fotographische Dokumentationen von Abweichungen (Nicht-Zugänglichkeit der Container, Falschbefüllung u.v.m.) direkt mit dem Fahrauftrag gekoppelt, Verringerung des Verwaltungsaufwandes, der Stand der Auftragsabarbeitung ist für die Disposition jederzeit nachvollziehbar, schnellere Reaktionszeit der Disposition bei Abweichungen oder Verzögerungen, Reduzierung des Papierverbrauches, eingehende Aufträge können an das sich in der Nähe befindliche Fahrzeug weitergegeben werden, aufwendige Telefonate für die Disposition werden verringert, Einsparung von Treibstoff und Reduzierung der Logistikkosten.

Förderung von Innovationsprozessen beim EAD  

Innovationsworkshops

Im Rahmen von Innovationsworkshops „Innovationskultur beim EAD Darmstadt: Wo stehen wir heute, wo wollen und können wir uns hin entwickeln?" erhalten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit, sich aktiv und innovativ in die zukunftsfähige Gestaltung des EAD einzubringen. Dadurch sollen das Verständnis für die Erfolgsbedingungen für Innovationen verbessert werden, verschiedene Methoden und Instrumente kennengelernt und die Innovationsfähigkeit in der Praxis gestärkt werden. Zu den Themenbereichen gehören z.B. die Digitalisierung, die Anpassung an den Klimawandel, der Wandel der Arbeitswelt, die Mobilität und die Prozessverbesserung.


DNK-Prozess

Der EAD erstellt als eines der ersten Unternehmen der Daseinsvorsorge in Deutschland eine DNK-Erklärung mit einer integrierten Schulung.  
 
Einbindung von Akteuren – Die Umweltkampagne „Sauberhaftes Hessen“

Im Rahmen der Umweltkampagne „Sauberhaftes Hessen“ gibt es in vielen hessischen Städten und Gemeinden Abfall-Sammelaktionen. Bereits seit 2002 existiert die Umweltkampagne der Hessischen Landesregierung, die unter dem Namen „Sauberhaftes Hessen“ die einzelnen Aktionen („Sauberhaften Schulweg“, „Sauberhaften Kindertag“ und „Sauberhaften Herbstputz“) bündelt.

Ziel dieser Kampagne ist die Sensibilisierung für ein sauberes und gepflegtes Umfeld.
Der EAD unterstützt die Sammelaktionen mit Zangen, Warnwesten, Handschuhen und Müllsäcken und entsorgt die eingesammelten Abfälle.