10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

1) Auswirkungen unserer Produkte und Dienstleistungen auf soziale und ökologische Aspekte Wir ermitteln die Auswirkungen unserer Produkte systematisch im Rahmen der Unternehmensstrategie. Sie wird unterstützt durch das bestehende Quartiers- und Sozialmanagement, das Nachhaltigkeitsmanagement sowie den Aufbau eines Quartiersmonitorings. Durch Mieterbefragungen und Informationsveranstaltungen wird die Effektivität der einzelnen Maßnahmen überprüft. Durch das Feedback der Mieterinnen und Mieter passen wir unsere Maßnahmen kontinuierlich an.   
Unser Hauptprodukt ist der bezahlbare Wohnraum für die Karlsruher Bevölkerung. Die wesentliche Dienstleistung stellt die Bewirtschaftung von Gebäuden und Grünflächen dar.  
Die negativen ökologischen Auswirkungen sind im Wesentlichen die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen/Ressourcenverbrauch (DNK Kriterium 11), der Energie- und Wasserverbrauch, die Mieterabfälle während der Lebenszeit und Bauabfälle bei Abrisstätigkeiten sowie die Eingriffe in natürliche Lebensräume und die damit einhergehende Abnahme der Biodiversität. Insbesondere die durch während des gesamten Lebenszyklus freigesetzten Treibhausgasemissionen sind von globaler Relevanz. Die sozialen Auswirkungen sind die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum und - insbesondere durch unsere ganzheitliche quartiersbezogene Sichtweise – die Bereitstellung von Infrastruktur, Lebensqualität, Versorgung mit wohnungsnahen Dienstleistungen durch Kooperationen und die Durchmischung der Mieterschaft zur Verhinderung von Segregation.

2) Förderung der Nachhaltigkeitsleistung durch Innovationsprozesse
Wir bilden unsere Belegschaft kontinuierlich weiter, damit Innovationen in unsere Produkte einfließen können. Neben Fortbildungen findet über Seminare, Messen, Verbandsarbeit/-treffen, themenspezifische Arbeitskreise und enge Kooperationen beispielsweise mit Hochschulen oder städtischen Akteuren ein stetiger Austausch zu neuen Entwicklungen am Markt statt. Auch mit anderen Wohnungsunternehmen stehen wir über neue Ideen und Konzepte im Dialog (z.B. Kooperation hubitation, Initiative Wohnen 2050). Unsere Kooperation mit Hochschulen in Forschungsprojekten ist ein wichtiges Instrument zur Innovationsförderung. In der Zusammenarbeit mit externen Partnerinnen und Partnern (Stadtwerke, Fachplaner/Ingenieure) werden Konzepte zur Optimierung der Energiebereitstellung erarbeitet und deren Einsatz diskutiert. Wir haben 2018 einen Wohnungsbaukasten definiert, der unter Berücksichtigung von Marktbedarf, Demographie und Flexibilität konstant weiterentwickelt wird. Darin wird das benötigte Wohnungsgemenge (Mischung der Wohnungsgrößen, Zuschnitte, etc.) spezifiziert, das in der Auslobung[1] und Quartiersentwicklung berücksichtigt wird. Daran knüpft das Mobilitätskonzept an, das zum einen die Reduktion von Stellplätzen vorsieht, aber auch einen ökologischeren Verkehr ermöglichen soll. Diese Konzepte werden bei Neubau- und größeren Bestandsentwicklungsprojekten integriert. Wir fordern unsere Auftragnehmerinnen und -nehmer in Auslobungen dazu auf, innovative ressourcen- und energiesparende Ansätze zur Projektumsetzung zu wählen. Dabei ist die Abwägung zwischen Kosten, Nutzen und Risiko für uns als kommunales Wohnungsunternehmen sehr wichtig. Für die Erarbeitung von themenspezifischen Konzepten, die es für die Umsetzung unserer Unternehmensziele benötigt, sollen Arbeitskreise implementiert werden. Zur flächendeckenden team- und bereichsübergreifenden Übertragung von Erkenntnissen/Lessons Learned fehlt es noch an operativen Strukturen. Sie werden im nächsten Berichtszyklus implementiert.  

3) Potential innovativer Prozesse entlang der Wertschöpfungskette
Die VOLKSWOHNUNG entwickelt aktuell einen Standardkatalog für die Errichtung und Modernisierung von Gebäuden, der Planung, Ausstattung, Energieeffizienz und -versorgung definiert. Dieser Katalog wird unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit ganzheitlich bewertet. Die Einbindung von externen Partnerinnen und Partnern bei der Erstellung und Bewertung des Standardkatalogs führt zu einer fachübergreifenden Bewertung der einzelnen Produkte und Baustoffe. Durch diese Vorgaben werden Geschäftspartnerinnen und -partner zum Einsatz nachhaltiger Produkte angehalten. Die gezielte Anwendung nachhaltiger Produkte führt zu einer Steigerung des Wettbewerbs bei Herstellungs- und Verarbeitungsunternehmen. Durch regelmäßige Überprüfung der Standards können Innovationen einfließen. Bei der vertraglichen Bindung von Dienstleistern werden durch Vorgaben bei der Ausschreibung sowohl Qualitätsstandards (Schall, Licht, Effizienzniveau, ...) als auch Herstellungsstandards (Einsatz von Recyclingbeton, Holzbauweise, etc..) festgelegt. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird bei der Durchführung der Bauvorhaben überprüft. Grundsätzlich können sich Innovationsprozesse auf ökonomische, gesellschaftliche oder ökologische Themen auswirken, so z.B. durch Kostenersparnis in der Bau- oder Bewirtschaftungsphase oder durch Ressourcen- bzw. Energieeinsparung und sich somit positiv auf den Klimawandel auswirken. Die Digitalisierung kann sich sowohl in der Kundenzufriedenheit als auch positiv oder negativ in den Kosten niederschlagen.


[1] Wettbewerb