10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Gigaset entwickelt langlebige und verbrauchseffiziente Produkte. Sie sollen die Kundenbedürfnisse erfüllen und gleichzeitig die Umwelt möglichst wenig belasten. Dies gilt bei der Herstellung der Produkte als auch im Betrieb. Gesetzliche Auflagen und interne Nachhaltigkeitskriterien wie Reparaturmöglichkeit, Recyclingfähigkeit, Energie- und Ressourceneffizienz werden von Beginn der Produkt-Definition über die Entwicklung und Produktion berücksichtigt.

Um von der Produkt-Idee bis zur Serienproduktion alle wichtigen Aspekte im Blick zu behalten arbeitet Gigaset nach seinem Produktentstehungsprozess. Teil dieses Prozesses ist die sogenannte Produktentstehungscheckliste. Durch diese wird das jeweilige Realisierungs-Team unter Berücksichtigung aller relevanten Schritte und gesetzlichen Vorgaben durch ein Projekt geleitet.
Leitschnur des ökologischen Handelns von Gigaset ist die internationale Umwelt-managementnorm ISO 14001. Die jährliche Zertifizierung erfolgt durch den TÜV. Im Folgenden werden die wesentlichen Themen dargelegt, welche die ökologischen Wirkungen aufzeigen.
  • Gigaset verzichtet bewusst auf geplante Obsoleszenz, das heißt auf geplanten Verschleiß oder das absichtliche Einbauen einer Schwachstelle in die Produkte, um die Lebensdauer zu reduzieren. Dieses lässt sich Gigaset durch Prüfung bei der Firma HTV bestätigen.
  • Durch die verstärkte Konzentration auf einzelne Mobilteile anstatt Systeme konnte Gigaset die Größe vieler Kartonverpackungen anpassen und dadurch 27,5 t weniger Pappe transportieren. Weitere Energieeinsparung konnte bei der Herstellung der Kartons erzielt werden.
  • Deutlich reduzierter Transportaufwand (2,4 t) entstand durch Reduktion der Bedienungs-anleitungen auf Installationsanleitungen und das Hinterlegen der kompletten Bedienungsanleitungen auf der Gigaset-Homepage. Weitere Energieeinsparungen wurden bei der Papierherstellung und dem Druck der Anleitungen erzielt.
  • Durch Umstellung des Telefonnetzes auf IP werden Telefone in den allermeisten Fällen nicht mehr an der Telefondose sondern am Router angeschlossen. Durch das Entfallen der landesspezifischen Telefonadapter ließen sich in den letzten 3 Jahren 28,5 t Metall und Kunststoff sowie Transportenergie einsparen.
Um bestehende Produkte und Prozesse darüber hinaus kontinuierlich zu verbessern, verfügt Gigaset über eine Mitarbeiterinitiative. In dieser Initiative können alle Mitarbeiter nutzbringende Ideen zur Ergebnis-, Prozess-, Produkt- oder Ablaufverbesserung einreichen. Nutzbringend bedeutet einen Mehrwert für den Kunden, die Arbeit (z. B. Qualität, Wertschöpfung, Umweltschutz) oder für den Arbeitsplatz (z. B. Ordnung, Sauberkeit, Sicherheit, Störfaktoren) schaffend.  

Der Wert „Innovationsgeist“ ist einer der Unternehmenskern- und Führungswerte. Dazu wurde überlegt wie das Innovationsmanagement möglichst effektiv gestaltet und in bestehende Strukturen integriert werden kann, so dass erfolgsversprechende Ideen ausgewählt, gefördert und umgesetzt werden. Das Verfolgen einer konsequenten Innovationsstrategie hilft das Potenzial des Unternehmens besser auszuschöpfen und damit schneller, agiler und effizienter zu handeln. Dabei fördert Gigaset die Ideen die Mitarbeiter unternehmensweit haben. Oftmals verfügen mittelständische Unternehmen über kein Innovationsmanagement mit systematischen Abläufen. Durch die fehlende Steuerung, Bewertung und stetiges Vorantreiben bleiben viele gute Ideen ungenutzt. Mit einem effizienten Innovation-Trichtermodell zur Ideenbewertung sorgt Gigaset für eine nachhaltige Ideenentwicklung. Innerhalb der letzten eineinhalb Jahren wurden zahlreiche Innovation Workshops, nach dem Design Thinking Modell, durchgeführt und Ideen zur Entscheidungsreife geführt. Daraus konnten erste Projekte in die Organisation getragen werden. In besonderer Weise kommt es darauf an, neue Trends zu erkennen und entlang diesen, neue best-in class Ideen zu entwickeln die das Leben der Kunden vereinfachen.