10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Ziel der apoBank ist es, das Thema Nachhaltigkeit deutlich stärker in der Produkt- und Dienstleistungspalette zu verankern.
Wesentliche Produkte für die apoBank sind zum einen das Finanzierungsgeschäft im deutschen Gesundheitsmarkt und zum anderen das Anlagegeschäft in Wertpapieren. Als Finanzinstitut hat die apoBank aufgrund ihrer relativ geringen Ressourcenverbräuche im Vergleich zur produzierenden Industrie nur einen relativ kleinen direkten ökologischen Fußabdruck bei der Erstellung und dem Vertrieb ihrer Dienstleistungen und Produkte. Durch ihre Anlage- und Finanzierungstätigkeit besteht die Möglichkeit, dass die apoBank Unternehmen fördert, deren Geschäftsmodell sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf die Aspekte der Nachhaltigkeit (Sozialbelange, Arbeitnehmerbelange, Umweltbelange, Einhaltung der Menschenrechte, Bekämpfung von Bestechung und Korruption) entfalten.
Hiervon wäre die apoBank indirekt betroffen, da sie die Geschäftsmodelle durch ihre Produkte und Dienstleistungen fördern oder auch sanktionieren kann. Folglich verfügt sie als Finanzinstitut über eine Hebelwirkung. Da Finanzierungen seitens der apoBank bereits auf die nachhaltige Entwicklung des deutschen Gesundheitsmarkts ausgerichtet sind, sehen wir bei den Finanzierungen des deutschen Gesundheitsmarkts keine Ansatzpunkte für die Nutzung dieses Hebels. Bei den Eigen- und Fremdanlagen in Wertpapieren hingegen hat die apoBank Weiterentwicklungsperspektiven identifiziert, die aktuell analysiert werden sollen.
Aus diesem Grund verstärkt die apoBank ihre Bemühungen im Wertpapierbereich. Sie möchte Kunden über den Beratungsprozess für qualitätsgesicherte Anlagen des apoBank-Beratungsuniversums begeistern. Somit soll auch das Volumen der nachhaltig ausgerichteten Anlageprodukte verbessert werden. Dies erfolgt nicht direkt über eine Quotensteuerung, sondern indirekt über die dem Kunden zur Auswahl gestellten Produkte und Dienstleistungen. Oberste Priorität hat dabei in der Beratung der apoBank-Kunden die Orientierung an den Wünschen und Bedürfnissen des einzelnen Kunden.
Die apoBank verfügt über ein Beratungsuniversum, das alle wesentlichen Produkte und Wertpapierdienstleistungen der apoBank für das Privatkundengeschäft beinhaltet. Ausschließlich diese Produkte und Dienstleistungen dürfen im Beratungsgeschäft Privatkunden eingesetzt werden. Die dort aufgenommenen Produkte durchlaufen einen Produkteinführungsprozess, bei dem das Asset Management der apoBank für die Sicherung der Qualität der Produkte verantwortlich ist.

Hierbei kommt bei explizit für das Thema Nachhaltigkeit selektierten Produkten (in der Regel Fonds) auch die Pflichtanforderung zum Tragen, dass die managende Gesellschaft über ein Nachhaltigkeitsresearch verfügt und dieses auch bei dem Management des Produktes zur Anwendung kommt. Der Produktauswahlprozess ist in der apoBank klar definiert und in der schriftlich fixierten Ordnung festgehalten. Das Auswahlkriterium "Nachhaltigkeit" wird als ein Auswahlkriterium im Gesamtprozess bei Bedarf berücksichtigt.

Darüber hinaus prüft die apoBank aktuell die Erweiterung und Veränderung des Produkt- und Dienstleistungsangebotes zugunsten einer nachhaltigen Ausrichtung. Entsprechende Weiterentwicklungen werden im Fachbereich Asset Management erarbeitet und im Arbeitskreis Nachhaltigkeit vorgestellt. Dabei werden auch die Fondsgesellschaften, im Besonderen die strategischen Partner der apoBank, als Ideengeber in den Innovationsprozess eingebunden.
Die apoBank verfügt im Beratungsuniversum aktuell bereits über explizit mit einer Nachhaltigkeitsstrategie gemanagte Produkte. Zudem werden Produkte von Gesellschaften eingesetzt, die für ihre gesamte Produktpalette Nachhaltigkeit deklarieren.

Das Beteiligungsgeschäft, bei dem Investitionen (z. B. Solaranlagen, Biogasanlagen) in Konkurrenz zu Agrarprodukten stehen, hat die apoBank eingestellt. Dadurch soll vermieden werden, dass Nahrungsmittel aufgrund von anderweitigen Nutzungsarten (Anbaufläche durch Kollektoren blockiert, Nahrungsmittel zur Energiegewinnung vernichtet) nicht mehr zur Verfügung stehen. Demgegenüber haben Kunden der apoBank die Möglichkeit, in Themensegmente wie „Wasseraufbereitung und verbesserte Ressourcennutzung“ zu investieren. Aufgrund der momentan in der Entwicklung befindlichen Weiterentwicklung des Produkt- und Dienstleistungsangebotes im Wertpapierbereich sind die Auswirkungen der künftigen Veränderungen noch offen.

Außerhalb des direkten Dienstleistungsangebots an den Kunden arbeitet die apoBank im Arbeitskreis Nachhaltigkeit auch an Verbesserungen innerhalb der Organisation. Wie unter den Kriterien 2 und 3 dargestellt, werden kontinuierlich Verbesserungen erarbeitet, die beispielsweise die CO2-Bilanz des Unternehmens verbessern (Dienstwagen in Hybrid- oder Elektroausführung) oder den schonenden Umgang mit Ressourcen vorantreiben (Ersetzen von Papierkaffeebecher durch Porzellanbecher, verstärkter Einsatz von Videokonferenzen anstatt Dienstreisen, erhöhter Einsatz von elektronischen Dokumenten gegenüber papierhaften Unterlagen). Die genaue Messung der Auswirkung jeder einzelnen Maßnahme wird aktuell nicht durchgeführt. Jedoch fließen die Ergebnisse in die von der apoBank erstellte jährliche Ökobilanz nach dem Standard des Vereins für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V. (VfU), der sich für Finanzdienstleister etabliert hat, ein.