10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Eine der größten gesetzlichen Krankenversicherungen Deutschlands zu sein heißt große Verantwortung im Gesundheitswesen zu übernehmen. Deshalb setzen wir Innovationen mit viel Verantwortungsbewusstsein um und behalten sowohl den konkreten Nutzen für die Versorgung unserer Versicherten als auch wirtschaftliche Auswirkungen im Blick.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist ein wichtiger Hebel für mehr Nachhaltigkeit, sie hat durch die Corona-Pandemie einen großen Schub erfahren. Durch die Nutzung digitaler Kanäle können Papierverbrauch und physische Postzustellung drastisch reduziert werden. Ebenso eröffnet Telemedizin die Möglichkeit, Anfahrtswege einzusparen und Infrastruktur zu optimieren. Bei der Entwicklung innovativer Prozesse und Produkte werden die Bedürfnisse von Versicherten und anderen Stakeholdern sorgfältig erhoben und mit internen und externen Spezialisten umgesetzt. Die BARMER-App, mit der Versicherte viele Services und Angebote online nutzen können, gehörte 2019 bei einer Befragung von über 80.000 Nutzern mobiler Anwendungen im Auftrag des Wirtschaftsmagazins „Focus-Money“ zu den „Top-Apps“.

Wichtige Innovationsprozesse betreffen z. B. auch die Reform von Versorgungsstrukturen. Seit Langem drängt die BARMER auf eine Reform der Krankenhauslandschaft. Die Neuordnung der Krankenhauslandschaft samt Gliederung der Häuser in drei Versorgungsstufen sind Bestandteil eines 10-Punkte-Papiers der BARMER, das Maßnahmen beschreibt, um die medizinische Versorgung insgesamt zu verbessern und diese auch künftig in der Fläche sicherzustellen. Im Mittelpunkt steht dabei der Aufbau einer nachhaltigen und leistungsstarken sektorenübergreifenden Versorgung.
  Deshalb werden Aktivitäten und Präventionsinitiativen unterstützt, die dazu beitragen, gesunde Kitas und Schulen zu schaffen. Bis zum Jahr 2021 sollen mit „Ich kann kochen!“ mehr als eine Million Kinder im Kita und Grundschulalter erreicht werden. Dafür qualifiziert die Sarah-Wiener-Stiftung bis zu 50.000 Pädagogen. Mithilfe der "4KKampagne"klärt die BARMER zusammen mit der Bundesärztekammer und der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen über die Risiken von Schlaf und Beruhigungsmitteln auf.   Seit 2016 ist die BARMER Partner des "Flying Health Incubator". Dieser bietet "Digital Health Startups" ein exklusives Umfeld, um digitale Diagnose und Therapieanwendungen zur Marktreife zu bringen. Ziel ist es, durch Digitale Medizin die menschliche Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern.   Mit dem Innovationsfonds sollen neue Versorgungsformen zur Verbesserung der Versorgung sowie Versorgungsforschung gefördert werden. Für die Jahre 2020 bis 2024 steht eine jährliche Fördersumme von 200 Mio. Euro zur Verfügung (2016 bis 2019 300 Mio. Euro). Hiervon entfallen Die Mittel werden jeweils zur Hälfte durch den Gesundheitsfonds (Liquiditätsreserve) und die Krankenkassen getragen. Das Bundesamt für Soziale Sicherung erhebt und verwaltet die Mittel. Im DVG, welches ab 01.01.2020 in Kraft getreten ist, wurde eine Fortführung des Innovationsfonds bis 2024 verabschiedet. Ideen und Innovationen sind die Grundlage jeglichen Fortschritts und Voraussetzung dafür, dass sich die BARMER als Unternehmen weiterentwickeln und veränderten Rahmenbedingungen schnell anpassen kann. Für ein zielgerichtetes Ideenmanagement (IDM) und Innovationsmanagement (INM) sind das Wissen und die Erfahrungen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wertvolle Ressource. Alle Mitarbeitenden der BARMER sind daher explizit aufgefordert, Ideen insbesondere auch zur Nachhaltigkeit einzubringen. Das IDM ist in einem digitalen Standardprozess implementiert.