9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Der Wert von Fernsehprogrammen stellt sich für jeden Einzelnen unterschiedlich dar. Ziel der unterhaltenden, informativen und Wissen vermittelnden Programme des ZDF ist es, das Leben aller in Deutschland lebender Menschen zu bereichern, ohne jede Einschränkung auf Alter, Einkommen, Geschlecht, Fähigkeiten, kulturelle oder religiöse Zugehörigkeit. Die Interessen einzelner Zuschauer*innen müssen sich nicht mit den aktuellen Vorlieben der breiten Öffentlichkeit decken. Minderheiten finden sich deshalb oft in Massenmedien nicht repräsentiert. Das ZDF berücksichtigt in seinem Programm alle gesellschaftlich relevanten sozialen und kulturellen Gruppierungen Deutschlands.  

Das ZDF als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt führt intern wie extern einen breit gefächerten Dialog mit seinen Anspruchsgruppen. Mit Zuschauer*innen, Mitarbeiter*innen, Partner*innen bei Beschaffung, Produktion und Distribution oder sonstigen Interessenvertreter*innen wird sich in unterschiedlichen Formaten (Zuschauerredaktion, Mitarbeitervertretung, bilateralen Geschäftskontakten oder verbandsbezogenen Plattformen, Gremien) ausgetauscht. Eine Identifikation und Analyse relevanter Anspruchsgruppen ist der operativen und strategischen Arbeit der sich im Austausch befindenden Bereiche wie etwa der Medienforschung oder der Unternehmensplanung immanent. Eine gesonderte Erhebung in Form einer detaillierten Materialitätsanalyse wird nicht vorgenommen.  

Zudem steht das ZDF in einem regen Dialog mit seinen Zuschauer*innen und Nutzer*innen. 2021 ist eine weiter ansteigende direkte Resonanz des Publikums – telefonisch, per Brief oder E-Mail sowie auf den Social Media-Accounts des Senders zu verzeichnen. 2021 gingen 383.244 Reaktionen ein, davon 328.308 Zuschriften (Vorjahr 287.782) und 54.936 Anrufe (Vorjahr 51.011). Erhöhte sich die Zahl der Reaktionen 2020 bereits um 24 %, gab es 2021 eine weitere Steigerung von 33 %.

Ein bedeutsamer institutionalisierter Stakeholder-Dialog findet regelmäßig und intensiv mit dem ZDF-Fernsehrat statt. Umfassende Informationen zu den Gremien des ZDF finden sich unter fernsehrat.zdf.de. Der ZDF-Fernsehrat vertritt die Interessen der Allgemeinheit gegenüber dem ZDF. Deshalb ist er kein Expertengremium, sondern so vielfältig wie die Gesellschaft selbst. Seine Mitglieder werden von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen entsandt. Der Fernsehrat tagt öffentlich. Sowohl die Tagesordnung als auch die Zusammenfassungen der wesentlichen Ergebnisse der Sitzungen werden im Internet veröffentlicht.  

Der Fernsehrat überwacht die Einhaltung der für das ZDF-Programm geltenden Rechtsvorschriften. Er berät den Intendanten in Programmfragen. Zentrale Aufgabe ist es, die Programme und Online-Angebote zu beaufsichtigen. Grundlage hierfür sind staatsvertragliche Bestimmungen sowie vom Fernsehrat erlassene Richtlinien. Dabei versteht sich der Fernsehrat als Anwalt der Zuschauer*innen. Diese können sich mit Programmbeschwerden direkt an den Fernsehrat wenden. Die Kontrolle des ZDF durch den Fernsehrat gewährleistet, dass das Publikum durch Mitglieder der Gesellschaft gegenüber dem Sender vertreten wird.  

Der Fernsehrat setzt sich mit dem Thema Nachhaltigkeit insbesondere über diese im zweijährigen Turnus aufgestellte Entsprechenserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex intensiv auseinander.   

Der Fernsehrat setzt sich seit dem 8. Juli 2016 aus 60 Mitgliedern unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen zusammen. Dabei vertreten sie in dem Gremium die Interessen der Allgemeinheit. Die neue, XVI. Amtsperiode hat im Juli 2020 begonnen.

Der Verwaltungsrat des ZDF widmet sich den Entsprechenserklärungen zum DNK und befasst sich zudem über die Kontrolle der Investitionsvorhaben des ZDF mit der Berücksichtigung der Nachhaltigkeit im Unternehmen. Beispielsweise wurden Entscheidungen für den Bezug von Ökostrom oder die Maßgabe Neubauvorhaben nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zu gestalten von diesem Gremium unterstützt und mitgetragen.
https://www.zdf.de/zdfunternehmen/zdf-verwaltungsrat-100.html  

Mit Partnern aus der Medienbranche wird sich ebenso ausgetauscht wie mit branchenspezifischen Plattformen und Verbänden wie der Europäischen Rundfunkunion (EBU) oder der AGF Videoforschung GmbH. Im Rahmen des jährlichen Produzententages werden den Produzent*innen Programmstrategien vorgestellt, um Transparenz bei der Auftragsvergabe durch das ZDF zu schaffen. Ungefähr 700 Mio. € fließen jedes Jahr an externe Produzent*innen. Das ZDF ist hier somit der größte Einzelauftraggeber in Deutschland.  

Der Dialog mit der Branche hat 2021 unter anderem über eine Infoveranstaltung zum Grünen Produzieren nach den Ökologischen Mindeststandards mit 400 interessierten Teilnehmenden aus der Produzentenlandschaft stattgefunden.  

Außerdem hat im Rahmen der Nachschau zur "Beratenden Äußerung zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des ZDF, insbesondere unter Aspekten der Nachhaltigkeit" des Rechnungshofes Rheinland-Pfalz ein intensiver Dialog und Austausch zum aktuellen Stand der Umsetzung von Empfehlungen der Prüfstelle stattgefunden.  

Ebenso steht die Nachhaltigkeitskoordination des ZDF im stetigen Austausch mit externen sowie internen Anspruchsgruppen. Dazu zählen etwa der Dialog mit dem von der Bundesregierung eingesetzte Rat für nachhaltige Entwicklung oder unterschiedliche Formate des Mitarbeiterdialogs.