9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Identifikation der Anspruchsgruppen

2015 haben wir in unserem ersten strukturierten Dialog mit internen und externen Stakeholder*innen (s. NHB 2017, S. 28) für uns wesentliche Themen identifiziert und überprüft. Die wichtigsten Anspruchsgruppen haben wir über ein Mapping identifiziert (s. NHB 2017, S. 28 ff.). Durch deren Einbindung erhalten wir Einblick in die aus ihrer Sicht für unseren künftigen Geschäftserfolg wichtigen Themen, und können Handlungsbedarf erkennen. Die Ergebnisse stellen wir in einer Wesentlichkeitsmatrix dar.

Beschreibung einiger Anspruchsgruppen

Mitarbeiter*innen

Wir setzen darauf, die Expertise unserer Mitarbeiter*innen in abteilungsübergreifenden Arbeitsgruppen und Projekten zusammenzubringen. Über verschiedene Formate fördern wir den Austausch zu Prozessen und Nachhaltigkeitsmanagement, teils mit dem Vorstand. Alle zwei Jahre nehmen wir an dem Arbeitgeber-Wettbewerb „Great Place To Work®“ teil. Auch können unsere Beschäftigten regelmäßig anonym Feedback zu uns als Arbeitgeberin geben.

Mieter*innen

Unsere Mieter*innen und Anwohner*innen beziehen wir frühzeitig in unsere (Neubau-)Planungen ein. Grundlage dafür sind die „Leitlinien für Partizipation im Wohnungsbau“. Dabei sollen unterschiedliche Kommunikationsformate möglichst viele Anwohner*innengruppen erreichen. Während der Covid-19-Pandemie 2020 griffen wir vermehrt auf Online-Formate zurück. Es gibt vier Beteiligungsstufen – je nachdem, wie stark Mieter*innen und Anwohner*innen Einfluss nehmen können:
  • Information: Wir organisieren Veranstaltungen, veröffentlichen Informationen auf unserer Webseite und benennen direkte Ansprechpartner*innen für Rückfragen. Offene Kommunikation soll Vertrauen bei den Anwohnenden schaffen.
  • Konsultation: Wir sammeln Gedanken aus der Anwohner*innenschaft, geben Rückmeldungen zur Umsetzbarkeit und bemühen uns, sie in die Planung einzubeziehen.
  • Mitgestaltung: Anwohner*innen können verschiedenartig bei der Planung mitwirken. Jedes Projekt hat unterschiedliche, von uns definierte Rahmenbedingungen.
  • Mitentscheidung: Die stärkste Partizipationsform: Beteiligte werden in Entscheidungsprozesse eingebunden. Voraussetzung: ein großer Entscheidungsspielraum zu konkreten Projektthemen. Bei bisherigen GESOBAU-Projekten war dies noch nicht gegeben, weshalb es noch nicht zur Mitentscheidung kam.

Unser 2020 neu aufgestellter Mieterrat setzt sich quartiersübergreifend für alle Bewohner*inneninteressen und -belange ein. Auch ist er bei Neubau- und Modernisierungs-Investitionsplanung beteiligt. Seit 2020 ist die neue Satzung des Mieterrats in Kraft. Neu ist eine Schiedsstelle bei der Wohnraumversorgung Berlin AöR, die bei Konflikten innerhalb des Gremiums angerufen werden kann.

Von 2020 bis 2021 beteiligten wir uns am Modellprojekt „BePart – Teilhabe beginnt vor Ort!“, mit dem Ziel: Menschen mit Einwanderungsgeschichte zu motivieren, sich stärker in Mieterrat und Mieterbeirat zu beteiligen. Außerdem führten wir von Juli bis Mitte Oktober 2020 wieder eine anonyme Befragung unter 9.300 Mieter*innen durch und befragten sie u. a. zu Wohnumfeld, Gebäuden und Wohnungen. Im Ergebnis sind die Mieter*innen größtenteils sehr zufrieden und würden die GESOBAU weiterempfehlen. Hieraus haben wir Maßnahmen abgeleitet und setzen diese schrittweise um.  

Netzwerke

Die GESOBAU tauscht sich seit 2019 in folgenden Netzwerken aus:
  • CSR-Arbeitskreis der "mehrwert Berlin"-Unternehmen
  • Nationaler Branchenaustausch Nachhaltigkeit
  • Regionaler Branchenaustausch der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften


Nachhaltigkeitsbericht 2020/2021, Unser Verständnis von Nachhaltigkeit, S. 36.
Nachhaltigkeitsbericht 2020/2021, Beteiligung & Kooperation, S. 93ff.