9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Stakeholder-Ansatz

Als aktiver Teil der Gesellschaft steht die BayernLB im regelmäßigen Austausch mit zahlreichen gesellschaftlichen Gruppen, die unterschiedliche, sich teils widersprechende Erwartungen und Ansprüche an das Unternehmen haben. Die Group Reputational Risk Guideline der BayernLB definiert als Anspruchsgruppe oder Stakeholder eine Gruppe (oder Person), die ein berechtigtes Interesse am Geschäftsgebaren der BayernLB hat und – abhängig davon, wie sie auf Vorkommnisse im BayernLB-Konzern reagiert – einen Einfluss auf die Reputation des BayernLB-Konzerns hat bzw. haben kann. 

Für den Dialog mit den unterschiedlichen Stakeholdern sind verschiedene Bereiche verantwortlich. So ist beispielsweise der Personalbereich Ansprechpartner für die Mitarbeiter, die Marktbereiche sind verantwortlich für den Kontakt zu den Kunden, Investor Relations für die Zusammenarbeit mit den Investoren und Ratingagenturen und die Presseabteilung für die Medienkontakte.

Das Nachhaltigkeitsmanagement unterstützt die Bereiche dort, wo es um nachhaltigkeitsrelevante Fragestellungen geht, und führt zudem den direkten Dialog mit ausgewählten Stakeholdern, insbesondere mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie Umweltverbänden und Nachhaltigkeits-Ratingagenturen.

Ein Schwerpunkt in der Kommunikation mit NGOs lag im Jahr 2015 im Vorfeld der Pariser Weltklimakonferenz auf dem Engagement der BayernLB im Bereich der fossilen Energien. Die BayernLB verfügt bereits seit einigen Jahren über strenge Leitlinien für zweckgebundene Finanzierungen bei Kohle, Öl und Gas. Im Zuge der Diskussion mit den NGOs wurden Ende 2015 die bestehenden Regelungen zur projektbezogenen Finanzierung im Braunkohlebereich ergänzt.

Dialog mit Nachhaltigkeits-Ratingagenturen

Deutlich intensiviert hat sich in den vergangenen Jahren der Dialog mit den Nachhaltigkeits-Ratingagenturen. Diese bewerten im Auftrag von Investoren die Qualität des Nachhaltigkeitsmanagements von Unternehmen auf der Basis umfangreicher Kriterienkataloge. Die Nachhaltigkeitsratings werden u. a. von institutionellen Investoren wie Versicherungen und Stiftungen sowie Vermögensverwaltern bei der Kapitalanlage bzw. bei der Gestaltung von Anlageprodukten berücksichtigt.

Nachhaltigkeitsratings sind für die BayernLB in zweifacher Hinsicht relevant: Zum einen wächst der Anteil von Anlegern, die bei der Kapitalanlage auf die Nachhaltigkeitsleistungen der Emittenten achten. Weltweit beträgt ihr Anteil nach Berechnungen der Global Sustainable Investment Alliance (GSIA) bereits mehr als 30 Prozent. Da sowohl die BayernLB als auch die BayernLabo und die DKB am Kapitalmarkt aktiv sind, hängt der Erfolg einer Platzierung ihrer Wertpapiere auch davon ab, inwiefern den Anforderungen der nachhaltigen Investoren entsprochen wird.

Zum anderen spiegeln sich in den Kriterien der Agenturen relevante politische, gesellschaftliche, rechtliche und technologische Entwicklungen wider. So fließen beispielsweise die Einschätzungen von Umweltverbänden zu einzelnen Technologien – etwa zu Fracking oder Mountaintop Removal – ebenso in die Kriteriengestaltung ein wie die Forderungen von Menschenrechtsorganisationen im Hinblick auf die Berücksichtigung von Sozialstandards in den Zulieferketten. In einigen Bereichen bilden anerkannte Sozial- und Umweltnormen wie die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) oder die Prinzipien des UN Global Compact den Bewertungsrahmen.

Die BayernLB analysiert daher im Sinne eines Trendradars sehr sorgfältig die Kriterienkataloge der Nachhaltigkeits-Ratingagenturen. Ein Fokus liegt dabei auf der Veränderung der Gewichtung bestehender Kriterien und der Aufnahme neuer Kriterien. Zudem nutzt die BayernLB die Nachhaltigkeitsratings als Basis für die regelmäße Stärken-Schwächen-Analyse ihres Nachhaltigkeitsmanagements: Einige Agenturen stellen den bewerteten Unternehmen ihre umfassenden Ratingergebnisse bzw. -reports im Gegenzug zur Zuarbeit kostenlos zur Verfügung. Die BayernLB nutzt diese Transparenz, um Verbesserungspotenzial zu identifizieren.

Insgesamt wurde dem Nachhaltigkeitsmanagement im BayernLB-Konzern in den vergangenen Jahren von verschiedenen Agenturen eine im Branchenvergleich überdurchschnittlich hohe Qualität bescheinigt. Hervorzuheben ist dabei, dass sowohl der BayernLB-Konzern als auch in separaten Ratings die BayernLabo und die DKB von der Agentur oekom research mit dem renommierten oekom Prime-Status ausgezeichnet wurden. Er wird an Banken verliehen, die sich in besonderer Weise für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Die DKB wurde dabei im Jahr 2015 von oekom research erstmals separat bewertet.

Weitere Informationen: Nachhaltigkeitsbericht 2015, S. 19-21.