9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Mit den Anspruchsgruppen im Dialog zu stehen und unterschiedliche Interessen bei der Nutzung der Wasserressourcen zu vereinbaren – zum Beispiel die Anforderungen von Siedlungsbau, Landwirtschaft, Verkehr, Industrie und Gewerbe – gehört zu den zentralen Aufgaben von Hessenwasser. Dabei gilt: Die Nutzung von Grundwasser als Trinkwasser hat nach deutschem Recht ausdrücklich Vorrang vor allen anderen Nutzungen.

Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse (siehe Kriterium 2) haben wir einen Führungskräfte-Workshop durchgeführt, bei dem wir die für Hessenwasser wichtigsten Stakeholder*innen im Rahmen eines Führungskräfte-Workshops identifiziert und die Zusammenarbeit mit diesen dargestellt haben:

Gesellschafter*innen Regelmäßige Abstimmung mit den Gesellschafter*innen Mainova, ENTEGA, ESWE und Riedwerken in Aufsichtsratssitzungen, im Strategie-Board und in Controller-Runden
Kund*innen
(direkte Kund*innen)
Kontinuierlicher Austausch über Vertrieb, Kund*innenbefragungen, Magazin Inside-out, Kunden-Events wie Format „Trinkwasser im Gespräch“
Verbraucher*innen 
(indirekte Kund*innen)
Sensibilisierung zum nachhaltigen Umgang mit Wasser überMedienarbeit und Bildungsangebote für Schulen.
Verbände Interkommunale Zusammenarbeit, regelmäßige Abstimmung mit Verbandsvorstehern, Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung Rhein-Main (WRM)
Kommunen Austausch mit gewählten Vertreter*innen (insbesondere Stadtoberhäuptern) und Fachdezernaten
Behörden Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Wasserbehörden (u. a. Umwelt, Gesundheit, Natur, Wasserwirtschaft)
Landwirtschaft Landwirtschaftliche Kooperationen in Trinkwasserschutzgebieten, Beratung zum Trinkwasserschutz, Beteiligung am Projekt „Förderung des Ökolandbaus“
Umweltverbände und NGOs Themenbezogene Zusammenarbeit bei Bauvorhaben, Schaffung von Ausgleichsflächen, Projekten zur Artenvielfalt
Beschäftigte Betriebliche Mitbestimmung über Betriebsrat, Gewerkschaften, regelmäßige Mitarbeiter*innengespräche
Medien Klassische Medienarbeit in Print, Radio und TV sowie Social Media (Twitter, Facebook)
Fachverbände und kommunale Spitzenverbände Verbandsarbeit durch Beteiligung an Fachgremien, Stellungnahmen zu technischen und politischen Fragen und Entwicklung von Branchenstandards
Wissenschaft Mitarbeit in nationalen und europäischen Wasserforschungsprojekten, Praxispartnerschaften für Forschungsvorhaben, Fachartikel von Hessenwasser-Fachleuten

Die Ergebnisse der Zusammenarbeit werden in den entsprechenden Bereichen zusammengestellt und dienen als Grundlage für das weitere Stakeholder-Management. Denn nur auf Basis neuester Erkenntnisse und eines aktiven Dialogs kann eine sichere Trinkwasserversorgung zu angemessenen Preisen und ein hoher Qualitätsstandard gewährleistet werden.

Wir arbeiten stets an den aktuellen Themen von Wasserversorgung und Wasserwirtschaft mit und gestalten somit die zukünftigen Entwicklungen bei technischen Herausforderungen und bei politisch-strategischen Fragen.