9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die Unternehmensgruppe Stadtwerke Norderstedt arbeitet mit zahlreichen Anspruchsgruppen, die einen Einfluss auf die Unternehmensgruppe haben oder von der unternehmerischen Tätigkeit betroffen sind, zusammen. Im Jahr 2019 haben wir erstmals in Dialoggesprächen mit einem Großteil unserer Führungskräfte zuerst unsere wichtigsten Anspruchsgruppen identifiziert und im Anschluss eine umfangreiche Befragung mit rund 1.900 Teilnehmenden durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung haben wir in eine Wesentlichkeitsmatrix überführt (siehe DNK-Bericht 2020). In Workshop-Formaten haben die Verantwortlichen der jeweiligen Fachabteilungen diese wesentlichen Themen konkretisiert. Diese dienten als Grundlage für die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie. Die Zusammenarbeit mit Anspruchsgruppe bzw. partizipative Prozesse sind als Leitidee auch zentraler Bestandteil unserer neuen Unternehmensstrategie 2030. Die Kooperation mit Partner:innen wird in der Zukunft verstärkt.   

Bei der Entwicklung dieser Unternehmensstrategie wurden die Mitarbeitenden involviert und die Mission gemeinsam erarbeitet. Die Meinung der Mitarbeiter:innen wird auch bei einer Vielzahl von Projekten berücksichtigt. Befragungen zur Arbeit im Home-Office, zur Digitalisierung und Mobilität sind Beispiele hierfür. Ferner haben wir bei unserer internen Impfkampagne Mitarbeitende einbezogen.  

Wichtigste externe Anspruchsgruppe ist die Stadt Norderstedt. Als Eigenbetrieb kommt der Stadt und ihren Gremien eine bedeutende Rolle zu. Der Austausch findet u.a. im Stadtwerkeausschuss statt. In einem öffentlichen und nicht-öffentlichen Teil der Sitzungen werden die Mitglieder des Ausschusses ebenso wie die Bürger:innen über Entwicklungen, Projekte, Zahlen und Fakten informiert. Die Zustimmung der Mitglieder des Stadtwerkeausschusses muss für eine Vielzahl von strategischen und wirtschaftlichen Entscheidungen eingeholt werden.

Auch weiteren Anspruchsgruppen, unseren Geschäftspartnern, Zulieferern, Verbänden und politischen Instanzen kommt eine wichtige Bedeutung zu. Dabei sind besonders unsere Kundinnen und Kunden hervorzuheben. Unser Ökostrom-Tarif „TuWatt" bietet beispielsweise eine besondere Möglichkeit der Partizipation. Jede Kundin und jeder Kunde dieses Produktes ist zugleich Mitglied im TuWatt-Beirat. Dieser trifft sich mit allen Mitgliedern einmal pro Jahr. Der Vorstand des Beirates tauscht sich mit dem Produktmanagement und der Kommunikationsabteilung einmal im Monat über Ideen, Projekte und Planungen aus, die den drei TuWatt-Säulen „Erzeugung von Energie", „Stärkung des Bewusstseins" und „Verbesserung der Energieeffizienz" gerecht werden.

Um den Dialog mit Unternehmen in Norderstedt zu intensivieren und um gemeinsam nachhaltige Lösungen vor Ort zu suchen, haben wir den Norderstedter Zukunftsdialog etabliert. Mobilität und New Work standen 2021 im Fokus der Diskussionsrunden.
 

Ferner arbeiten wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung an der Smart City Offensive „Norderstedt GO!“. Das Smart City Programm wird dabei unter Einbeziehung von internen und externen Zukunftsbotschafter:innen erarbeitet und regelmäßig in Ausschüssen vorgestellt. Die Auftaktveranstaltung fand im September 2021 statt. Gemeinsam wurden im ersten Workshop mit Bürger:innen und Unternehmer:innen im November 2021 die Vision für „Norderstedt GO!“ erarbeitet. Im kommenden Jahr werden die Projektideen einem Nachhaltigkeitscheck unterzogen.