9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die Mainzer Volksbank ist die größte Volksbank in Rheinland-Pfalz und nimmt besonders in ihrem Geschäftsgebiet eine wichtige Rolle ein. Dazu zählt auch die enge Vernetzung innerhalb der regionalen Strukturen, zum Beispiel durch die Mitgliedschaft in Gewerbevereinen oder relevanten Institutionen. Die Identifikation der Anspruchsgruppen ermitteln wir aus den genossenschaftlichen Strukturen, dem Regionalitätsprinzip sowie den standortspezifischen Gegebenheiten. Dabei definieren wir als Anspruchsgruppen alle, die schon in geringster Ausprägung ein Interesse an der Entwicklung der Mainzer Volksbank haben. Dazu zählen:

Diese Differenzierung entspricht der gängigen Praxis bei Kreditgenossenschaften. Auf den Einsatz einer individuellen Anspruchsgruppen-Analyse wurde nach Abwägung von Aufwand und zusätzlichem Nutzen verzichtet.

Maßgeblich für die genossenschaftliche Meinungsbildung sind vornehmlich die Vertreter in Form der jährlichen Vertreterversammlung zu nennen. Dies ergibt sich aus der satzungskonformen Unternehmensform Genossenschaft. Ebenso wie der Aufsichtsrat bildet die Vertreterversammlung durch Vertreterwahl einen gesellschaftlichen Querschnitt unseres Geschäftsgebietes ab. Neben Privatpersonen sind Vertreter örtlicher Unternehmen, Vereine und Institutionen vertreten.

Neben Vertreterversammlung und Aufsichtsrat stehen Beiräte und standortbezogene Mitgliedschaften in Vereinen und Gremien für weitere gesellschaftliche Dialogstrukturen, mit denen kontinuierlich auf regionale Gegebenheiten, Ereignisse und konkrete Forderungen eingegangen werden kann. Hier nehmen unsere Mitarbeiter eine zentrale Rolle ein, die selbst aus der Region kommend eine grundsätzliche Verwurzelung innerhalb der regionalen Strukturen vorweisen und als Botschafter des Unternehmens fungieren. Die Mitarbeiter als ebenso wichtige Anspruchsgruppe werden durch den Betriebsrat dauerhaft vertreten. Darüber hinaus bieten diverse interne Veranstaltungen zusätzliche Dialogmöglichkeiten. Anreize zur Partizipation an Nachhaltigkeitsthemen sowie anderen Themen bietet das betriebseigene Vorschlagswesen, bei dem Ideen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge dauerhaft eingereicht werden können.

Großen Zuspruch finden Kunden- und Mitgliederveranstaltungen zu den verschiedensten Themen. Im Berichtsjahr waren besonders die Themen Generationenberatung, Anlegermesse, Unternehmerveranstaltungen sowie digitale Bankleistungen gefragt, die an mehreren Terminen die Möglichkeiten zum direkten Dialog boten. Auch für Mitarbeiter werden offene und dialogorientierte Veranstaltungen angeboten. Beispielhaft hierfür stehen eingeführte Mitarbeiterfrühstücke, die den gezielten Dialog mit der obersten Führungsebene in Form der Vorstände ermöglichten. Der regelmäßige Austausch in ungezwungener Atmosphäre ermöglicht den ungefilterten Austausch, der mittelbar in die strategischen Entscheidungen eingeflossen ist. Diese Termine waren zudem das Resultat einer Mitarbeiterbefragung sowie eines Personalentwicklungsprogramms, die ebenfalls dem Austausch mit der zentralen Anspruchsgruppe Mitarbeiter dienten.

Neben dem dauerhaften Dialog im täglichen Geschäftsbetrieb führt die Mainzer Volksbank in regelmäßigen Abständen telefonische und onlinebasierte Umfragen zur Kundenzufriedenheit, verschiedensten Beratungsthemen und dem Nutzungsverhalten von digitalen Medien durch. Über unser unternehmenseigenes Call-Center und eine eigenständige Abteilung Beschwerdemanagement ermöglichen wir die dauerhafte Ansprache der Bank, sowohl telefonisch als auch über digitale Kanäle. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den verschiedenen Kanälen fließen in die Geschäftsstrategie der Mainzer Volksbank ein. So werden zum Beispiel aktuell ein System zur Bewertung der Beratungsleistung sowie ein Programm zur gemeinsamen Produktentwicklung mit Kunden geprüft.

Wir engagieren uns zudem in der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen und arbeiten eng mit den Mainzer Wirtschafts- und Sozialnetzwerken, Kammern, Innungen, Verbänden sowie der Investitions- und Strukturbank (ISB) zusammen.

Eine strukturierte Erfassung der einzelnen Impulse ist durch die dezentrale und individuelle Vernetzung einzelner Mitarbeiter aktuell nicht vorhanden. Impulse unserer Anspruchsgruppen auf diesen dezentralen Wegen werden oftmals direkt innerhalb der Filialstrukturen vor Ort bearbeitet. Dies betrifft allerdings nicht nur Nachhaltigkeitsimpulse. Bei zentral organisierten Dialogsituationen, wie beispielsweise der Vertreterversammlung oder innerhalb des Beschwerdemanagements, sind im Berichtsjahr keine Impulse, die explizit auf Nachhaltigkeitsaspekte gerichtet waren, vorgekommen.