9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Als kommunales Wohnungsbauunternehmen übernimmt degewo Verantwortung für die Stadt Berlin und ihre Menschen. Das unternehmerische Umfeld von degewo ist von einer Reihe von externen Einflussfaktoren geprägt, die das Geschäft wesentlich beeinflussen, unter anderem der Einwohnerzuwachs Berlins und die daraus resultierende Verknappung von bezahlbaren Wohnraum, Politik und Gesellschaft fordern signifikante Beiträge zum Schutz des Klimas und zur Umstellung der Energieversorgung auf nachhaltige Quellen, der Beitrag zu einer langfristig lebenswerten und sozial gerechten Stadt, Einführung der Mietpreisbremse oder Partizipation und Integration. Als landeseigenes Unternehmen richtet degewo sich aus dem zuvor beschriebenen Umfeld abgeleitet an breite Zielgruppen, deren Interessen höchst unterschiedlich sind - die Anspruchsgruppen sind unter dem Leistungsindikator zu Kriterium 9 aufgeführt.

Die Mieterbeteiligung ist in der Satzung von degewo unter § 5 verankert.

§ 5 Absatz 5 Satzung der degewo Aktiengesellschaft:
"Die Gesellschaft ermöglicht ihren Mietern eine Mitwirkung in geeigneten Formen. Insbesondere unterstützt sie die Bildung von Mieterbeiräten, die die Interessen der Mietergemeinschaft wahrnehmen. Sie haben ein Anhörungs- und Vorschlagsrecht in allen die Gesamtheit der Mieter des Quartiers unmittelbar betreffenden Angelegenheiten. Die Gesellschaft unterrichtet den jeweils zuständigen Mieterbeirat über geplante wesentliche Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen sowie sich daraus ergebende Mietänderungen. Der Mieterbeirat kann bei Verstößen gegen die Hausordnung und bei Schlichtung von Streitigkeiten unter den Mietern herangezogen werden."

Über eine turnusmäßig alle 2 Jahre stattfindende Mieterbefragung erhebt degewo Daten zur Mieterzufriedenheit. Auch sonst stehen dieser für degewo wichtigen Anspruchsgruppe zahlreiche Dialogmöglichkeiten zur Verfügung: Über die gewählten Mieterbeiräte können quartiersbezogen Themen an degewo herangetragen werden. Der Rat der Beiräte ist gefragt, wenn es beispielsweise um die Neugestaltung von Freiflächen geht, um Beleuchtungskonzepte und um Neubauvorhaben. 

Im Oktober 2000 gründete sich bei der Wohnungsbaugesellschaft Marzahn, heute degewo Marzahner Wohnungsgesellschaft, der erste Betriebskostenbeirat in einem Berliner Wohnungsbauunternehmen. Sein Aufgabenbereich ist breit gefächert. Das Gremium führt stichpunktartige Kontrollen der Belege zu den Betriebskosten-Abrechnungen durch, bewertet Verbrauchsentwicklungen, erstellt Analysen, deckt Einsparpotenziale im Unternehmen als auch bei den Mietern auf, nimmt Leistungen sowie Verträge, zum Beispiel von Reinigungsfirmen, unter die Lupe und nimmt Anregungen sowie Kritik von allgemeinem Interesse entgegen. Damit stellt sich die degewo bewusst einer kritischen Bewertung durch die Mieterinnen und Mieter. Zudem eröffnen die ehrenamtlich tätigen Mieterinnen und Mieter des Beirates durch unvoreingenommene Ansichten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von degewo neue Blickwinkel in Sachen Betriebskosten.

Die im Jahr 2016 erstmalig gewählten elf Mitglieder des Mieterrates diskutieren die allgemeinen Anliegen unserer Mieterschaft und haben ein Auge darauf, wo das Unternehmen hinsteuert. Der degewo-Mieterrat bündelt und systematisiert Anregungen und Kritiken der Mieterinnen und Mieter sowie die durch die Mieterbeiräte gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen. Die daraus abgeleiteten Anregungen und Vorschläge vertritt er gegenüber degewo mit dem Ziel, zum Interessenausgleich beizutragen. Der Mieterrat befasst sich außerdem mit den Unternehmensplanungen bei den Neubau-, Modernisierungs- und Instandsetzungsprogrammen sowie mit der Quartiersentwicklung und den Gemeinschaftseinrichtungen und nimmt gegenüber der Unternehmensleitung hierzu Stellung. Er ist mit einem Sitz im Aufsichtsrat vertreten.

Das alljährliche degewo-Mieterfest lockt tausende Mieterinnen und Mieter zum jeweiligen Veranstaltungsort. Anwesende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen dort in direkten Kontakt zu ihren Mieterinnen und Mietern.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ebenfalls vielfältige Möglichkeiten, in den Nachhaltigkeitsprozess integriert zu werden. Eine Mitarbeiterbefragung wird im Schnitt alle drei Jahre durchgeführt. Die Ergebnisse werden analysiert und von der degewo-internen Arbeitsgruppe Mitarbeiterbefragung lösungsorientiert aufgearbeitet.

Mitarbeiterversammlungen finden jährlich statt und enthalten den Programmpunkt, Fragen an den Vorstand zu stellen. Über Vorstandsbriefe wird die Belegschaft darüber hinaus zu aktuellen Themen informiert.
 
Über das Quartiersmanagement von degewo bestehen enge Kontakte zu Organisationen und Initiativen in den Quartieren. Ein regelmäßiger Austausch in Quartiersrunden mit den Akteuren vor Ort wird gefördert und führt zu tragfähigen Beziehungen. Gemeinsam mit dem Bereich bauWerk hat die Abteilung Quartiersmanagement ein Partizipationskonzept für Mieterinnen und Mieter bei Neubau- und Sanierungsvorhaben entwickelt.