9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Mit einer Wesentlichkeitsanalyse haben wir im Jahr 2015 erstmals unsere relevanten Anspruchsgruppen identifiziert. Wir überprüfen jährlich, ob sich unsere Anspruchsgruppen verändert haben. Die wichtigsten Anspruchsgruppen der apoBank sind ihre Mitglieder, Kunden und Mitarbeitenden. Weitere relevante Anspruchsgruppen sind die Standesorganisationen und die Berufsverbände. Zunehmende Bedeutung erlangen Non-Profit-Organisationen und Ratingagenturen, die unbeauftragt Nachhaltigkeitsaktivitäten von Kreditinstituten bewerten. Mit der Verbraucherschutzorganisation Fair Finance Guide Deutschland sowie der Ratingagentur Standard & Poor‘s pflegte die Bank im Jahr 2020 einen Dialog über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten.

Zur Information und zum Dialog steht allen Stakeholdergruppen der Internetauftritt der apoBank (www.apobank.de) und der Kontaktbutton zum E-Mail-Postfach info@apobank.de zur Verfügung. Auf der Startseite werden aktuelle Informationen zur Nachhaltigkeit und dem gesellschaftlichen Engagement der apoBank veröffentlicht. Im Internet hat die Bank in diesem Jahr eine Förderbilanz (www.apobank.de/mehr-ermoeglichen) veröffentlicht, die ihr vielfältiges Engagement zeigt. Auf der Nachhaltigkeitsseite (www.apobank.de/nachhaltigkeit) befinden sich die CSR-Berichte, aktuelle sowie allgemeine Informationen zu nachhaltigen Aktivitäten der Bank. Möglichkeit für einen Dialog zur Nachhaltigkeit mit der Bank bietet der Kontaktbutton auf den Nachhaltigkeitsseiten zum E-Mail-Postfach  nachhaltigkeit@apobank.de sowie angegebene Telefonnummern. Alle Anspruchsgruppen haben die Möglichkeit, ihre Anliegen somit über Telefon oder E-Mail direkt zu adressieren. Der Bereich Unternehmenskommunikation und die Nachhaltigkeitsbeauftragten sind für die Beantwortung und Weiterleitung der Anliegen verantwortlich. Die Nachhaltigkeitsbeauftragten haben alle Anfragen beantwortet.

Kunden der Bank erhalten zudem zweimal jährlich das Kundenmagazin Richard. Unsere Kundenberater sind Ansprechpartner zu Nachhaltigkeitsmaßnahmen, zu Fragen der nachhaltigen Geldanlage oder zum Nachhaltigkeitsbericht. In zielgruppenspezifischen Newslettern wird anlassbezogen über das Thema Nachhaltigkeit berichtet.  

Den Mitgliedern steht neben ihren Kundenbetreuern auch ein zentraler Ansprechpartner für generelle Belange, so auch für Hinweise zum Nachhaltigkeitsmanagement, zur Verfügung. Zweimal jährlich werden Mitglieder in einem persönlichen Schreiben seitens des Vorstands über aktuelle Themen rund um die Bank informiert. Darüber hinaus können sie sich für einen exklusiven Newsletter anmelden. Zudem ruft die Bank ihre Mitglieder seit 2018 dazu auf, ihre Genossenschaft mitzugestalten. Bisher haben sich etwa 250 Mitglieder, die so genannten Mitdenker (Kundenbeirat), hierfür registrieren lassen: In Workshops, Interviews oder Umfragen haben sie die Möglichkeit kundenorientierte, maßgeschneiderte Produkte oder Dienstleistungen mitzuentwickeln.  

Die jährliche Vertreterversammlung dient Mitgliedern auch als Informationsplattform mit der Bank. Weitere Möglichkeiten zum Dialog bieten die Sitzungen des Beirats.  

Die Mitarbeitenden haben zusätzlich die Möglichkeit über das Intranet, interne Veranstaltungen und Betriebsversammlungen Vorschläge, Ideen und Fragen zum Nachhaltigkeitsmanagement der apoBank zu diskutieren oder auszutauschen. Ebenso können sie über das Ideenmanagement der Bank Hinweise, Impulse und Vorschläge zur Nachhaltigkeit einbringen. Bedingt durch die Corona-Pandemie und die IT-Migration gingen in diesem Jahr über diese Kanäle zu den Nachhaltigkeitsaktivitäten der Bank insgesamt wenige Vorschläge ein. Auch die Sitzungen des Arbeitskreises Nachhaltigkeit, in dem fast alle Fachbereiche der Bank (siehe Kriterium 5) mit Mitarbeitenden oder Führungskräften vertreten sind, sind als Dialogkanal etabliert.  

Über den allgemeinen Dialog hinaus ist die apoBank bestrebt, gezielt die Meinungen und Erwartungen ihrer Stakeholder abzufragen.  

Regelmäßige Formate sind die allgemeine Mitarbeiterumfrage (siehe Kriterium 14) und die Kundenzufriedenheitsbefragung (siehe Kriterium 7). Darüber hinaus erreicht die apoBank mit ihrem Marken- und Werbetracking zusätzlich zu ihren Bestandskunden die Anspruchsgruppe der potenziellen Kunden. Dieses repräsentative Tracking führt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Nürnberg im dritten Quartal jeden Jahres durch. Dabei werden selbständige und angestellte Ärzte, Zahnärzte, Apotheker sowie angehende Heilberufler befragt. Der Anteil an Kunden und Nichtkunden beträgt jeweils 50 %. Im Marken- und Werbetracking 2020 wurde die Befragung um weitere Nachhaltigkeitsaspekte erweitert. Die Ergebnisse fließen in Nachhaltigkeitsmanagement und -kommunikation im Jahr 2021 ein. Anlassbezogen wurden weitere Befragungen durchgeführt, zum Beispiel zur wirtschaftlichen Situation der Kunden in der Corona-Pandemie.  

Im Jahr 2020 hat die Bank wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte (siehe Kriterien 2 und 3) evaluiert. Dazu wurde eine Nachhaltigkeitsumfrage mit Mitarbeitenden, Kunden und Mitgliedern sowie den Mitdenkern (Kundenbeirat) durchgeführt. Auf Basis der Ergebnisse haben wir eine CSR-Kommunikationsstrategie für Kunden und Mitglieder sowie für Mitarbeitende entwickelt und die Wesentlichkeitsanalyse erweitert. Unser im Vorjahr gestecktes Ziel, im Rahmen einer Evaluierung der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte der Bank, bei Stakeholdergruppen zum Thema Nachhaltigkeit Umfragen durchzuführen, haben wir mit Hilfe der dargestellten Maßnahmen erreicht (siehe Kriterium 2 und Leistungsindikatoren zu Kriterium 9).