7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Qualitäts- und Umweltpolitik und Integriertes Managementsystem
Jährlich werden von den iMAS-Beauftragten und internen Auditoren unternehmensweit interne Audits zu den Themen Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Qualitätssicherung und zukünftig auch Nachhaltigkeit durchgeführt und im Rahmen von Managementreviews durch die Geschäftsführung und Bereichsleitung bewertet.
 
Unternehmenszielkarte
Dreimal im Jahr, nach den ersten drei Quartalen, wird für alle Messgrößen der Unternehmenszielkarte eine Prognose erstellt, wie sich die Zielerreichung am Ende des Jahres voraussichtlich darstellen wird. So kann frühzeitig eingeschätzt werden, ob einzelnen Teilzielen verstärkte Aufmerksamkeit zukommen muss oder Steuerungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, um die Zielgrößenerreichung gewährleisten zu können. Nach dem Jahresabschluss wird sowohl intern als auch extern gegenüber den Gesellschaftern über die Zielkartenerreichung berichtet. Für die Erfassung der Messgrößen sind Mitarbeiter*innen aus den verschiedenen Bereichen des Unternehmens zuständig, welche auch für die Konsistenz der Daten verantwortlich sind. Die Unternehmenszielkarte ist auch Grundlage für das interne Anreizsystem, welches in Kriterium 8 näher beleuchtet wird.  

Über unser Zielkartensystem werden die Ziele und deren Gewichtung jährlich für alle Organisationseinheiten definiert, unterjährig gesteuert und bewertet. Hierfür werden neun Messgrößen herangezogen:

Unternehmensziel Messgröße
Angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals Ergebnis
Ergebnis Drittgeschäft (freier Abwassermarkt)
Dienstleistungen und Kundenbeziehungen professionell und nachhaltig gestalten Erfüllungsgrad Verträge 
Organisations- und Prozesssicherheit Gesamtunternehmen, Anteil erfolgreicher Zertifizierungen
Zufriedenheit Bremer und Kommunal- und Industriekunden
Produktivität, Anwesenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter kontinuierlich verbessern Effizienzsteigerungsmaßnahmen z.B. technische Optimierungen 
Gesundheitsindex
Nachhaltige Weiterentwicklung der Gesellschaft sichern Umweltziele nach EMAS / Nachhaltigkeitsmanagement
Strategische Themen und strategische Projekte

Um die Zielerreichung der einzelnen Messgrößen zu unterstützen, gibt es verschiedene weitere Zielzahlen und Maßnahmen. Einige Beispiele dafür sollen hier genannt werden. Ein Teilziel der Messgröße Erfüllungsgrad Verträge ist die Frachtreduzierung der Schadstoffparameter der Kläranlagen. Dazu dient neben dem Technischen Berichtswesen auch die Qualitätssicherung im Labor.  

Das Ergebnis, d. h. der prognostizierte Bilanzgewinn wird monatlich im Controllingreport ausgewiesen. Im Gesundheitsindex ist auch die 1000-MA-Quote enthalten, welche zum Vergleich der Unfallquote pro 1000 Vollarbeiter dient. Jeder Unfall wird im Nachgang dokumentiert und aufbereitet, um das Risiko für ähnliche Unfälle zu verringern.  

Technisches Berichtswesen
Im Bereich der Abwasserwerke überwacht das technische Berichtswesen alle technischen Kennzahlen, die für einen optimalen und umweltfreundlichen Betrieb der Anlagen relevant sind. Die Abwasserqualität wird durch die Konzentrationen der Inhaltsstoffe bestimmt. Für die Angabe der gesamten organischen Schmutzfracht wird der CSB-Wert (chemischer Sauerstoffbedarf) verwendet. Zur Quantifizierung der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor werden die Summenparameter Gesamtstickstoff (Nges) und Gesamtphosphor (Pges) bestimmt.  

Diese und weitere Messgrößen werden im Bereich der Abwasserwerke für den Betrieb täglich erfasst und zusätzlich permanent online beobachtet. Die Anlagenverantwortlichen beobachten diese Werte und leiten bei Auffälligkeiten entsprechende Maßnahmen ein. Insbesondere dem Energieverbrauch der Anlagen kommt eine besondere Aufmerksamkeit, da hanseWasser eine umfangreiche Klimaschutzkultur im Unternehmen verankert hat.  

Die durch das Technische Berichtswesen monatlich ermittelten wesentlichen Kenndaten werden im Bereich Abwasserwerke gemeinsam mit dem Bereichsleiter kommuniziert und diskutiert. Sollte eine Messgröße auffällig hoch sein, kann so rechtzeitig gegengesteuert werden. Zudem lassen sich langfristige Tendenzen erkennen. Auch dem technischen Geschäftsführer wird der Monatsbericht vorgestellt. Die folgende Werte sind in der Eigenüberwachung für den Monatsbericht enthalten und werden für die regelmäßige Kontrolle unseres Kerngeschäfts, der Abwasserableitung und –reinigung, genutzt:  
  1. Abwasserreinigung
    • Ablaufkonzentration, Fracht und Frachtreduzierung CSB, Nges, Pges, BSB5
  2. Energie
    • Eigenstromerzeugung der Kläranlagen (durch Klärgas, Erdgas, Windkraftanlage und Photovoltaikanlagen)
    • Spez. Stromverbrauch der Kläranlagen Farge und Seehausen
    • Spezifischer Stromverbrauch der biologischen Stufe der KAS
    • Spezifischer Stromverbrauch der Pumpwerke
  3. Klärschlammentsorgung
    • Art und Menge der Verwertung und Entsorgung, Lagerbestand
    • Menge der Annahme von Co-Input
  4. Niederschläge und Mischwasserentlastungen
    • Niederschlagsmengen in den Einzugsgebieten
    • Mischwasserentlastungsmenge und – entlastungsraten

Für die untere Wasserbehörde (Senator für Umwelt, Bau und Verkehr) werden die Messwerte der Abwasserreinigung und der Mischwasserentlastungen in einem Jahresbericht zusammengefasst. Der Abfallbehörde werden die entsprechenden Werte der Klärschlammentsorgung geliefert.

Qualitätssicherung im Labor
Zur Qualitätssicherung ist uns die permanente Kontrolle des Abwasserreinigungsprozesses wichtig. Deshalb beproben und analysieren wir täglich den Ablauf der Kläranlagen in unserem eigenen Labor in der Kläranlage Seehausen. Auch der Klärschlamm wird hier einer kontinuierlichen Qualitätsprüfung unterzogen. So entsprechen wir sowohl den gesetzlichen also auch unseren eigenen Anforderungen an den größtmöglichen Umweltschutz.  

Controllingreport
Der Controllingreport ist ein weiteres Steuerungs- und Informationsinstrument. Er enthält die wichtigsten Unternehmenskennzahlen. Neben klassischen kaufmännischen Kennzahlen wie dem Bilanzgewinn oder dem Ergebnis vor Steuern werden auch Kennzahlen zu den Themen Personal, Investitionsmaßnahmen oder Energie berichtet. Darüber hinaus werden die wichtigsten Risiken des Unternehmens präsentiert. Der Bericht wird monatlich erstellt und dem Managementkreis zur Verfügung gestellt.  

Umwelterklärung Alle wesentlichen Umweltkennzahlen und Zielerreichungen werden in der Umwelterklärung nach EMAS kommuniziert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Diese werden in den Kriterien 11 bis 13 näher erläutert.  

Strategische Themen Die strategischen Themen sind unter der Perspektive Nachhaltigkeit/ Zukunft in der Unternehmenszielkarte abgebildet. Jedem strategischen Thema ist als „Kümmerer“ ein Geschäftsführer oder ein Bereichsleiter zugeordnet. Dieser bewertet regelmäßig sein Thema mit einer Note der Skala 1-10. Diese Bewertung wird im Anschluss im Führungskreis diskutiert, wodurch eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Fortschritt der strategischen Themen erfolgt.