6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Als Genossenschaftsbank ist das Geschäftsmodell der VR Bank SWW eG seit ihrer Gründung am 28. Juni 1872 auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und orientiert sich an dem gesetzlichen Förderauftrag, welcher in § 1 des Genossenschaftsgesetztes verankert ist: „Der Zweck einer Genossenschaft ist darauf ausgerichtet, den Erwerb oder die Wirtschaft ihrer Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern.“

Unterstützend wurde der Wert „Nachhaltigkeit“ fest im Unternehmensleitbild der Bank verankert und in den Führungsleitlinien aufgegriffen. Die Balanced Scorecard beinhaltet fünf Dimensionen (Finanzen, Mitarbeiter, Prozesse, Mitglieder und Kunden sowie Region und Nachhaltigkeit). Durch die Aufnahme des Nachhaltigkeitsaspekts wird der Stellenwert des Themas verdeutlicht. Anhand eines Soll-/Ist-Abgleichs wird die Balanced Scorecard vierteljährlich aktualisiert und an den Vorstand sowie Aufsichtsrat reportet. Ein auf der Balanced Scoredard basierendes Nachhaltigkeitsreporting soll künftig erarbeitet werden.

Bezugnehmend auf die Prozesse wurde im Jahr 2019 das Thema Nachhaltigkeit im Anlageprozess im Kundengeschäft implementiert. In den Beratungsthemen „Vermögen ansparen, anlegen sowie optimieren“ und „Für das Alter vorsorgen“ ist das Thema Nachhaltigkeit von Seiten des Kundenberaters zu erläutern und als Fundament einer erfolgreichen Geldanlage zu verdeutlichen. Hierfür stehen den Kundenberatern im Rahmen der Hausmeinung der Bank diverse Geldanlagemöglichkeiten zur Verfügung.

Im Bereich des Kreditgeschäfts ist das Unternehmen nach wie vor an der Erarbeitung einer Antwort auf die Frage, wie das Thema Nachhaltigkeit in diesem Prozess verankert werden kann.

Derzeit bildet die Bank Nachhaltigkeitsberater aus. Dazu fand im Jahr 2019 eine interne Ausschreibung statt. Die Weiterbildung wird in Zusammenarbeit mit der Akademie Deutscher Genossenschaftsbanken (ADG) durchgeführt. Vier Berater aus dem Privatkunden- und Individualkundensegment sowie die Führungskraft der Individualkundenberater haben im November diese Weiterbildungsmaßnahme begonnen. Somit werden Mitarbeiter und Führungskräfte in den Prozess einbezogen. Im Jahr 2020 ist der Abschluss mit einem schriftlichen und mündlichen Leistungsnachweis geplant. Im Anschluss sollen die Teilnehmer bei konkreten Kundenanliegen und -wünschen den anderen Kundenberatern hilfestellend zur Seite stehen und als Multiplikatoren im Unternehmen dienen.

Zur generellen Einhaltung und Überwachung der Unternehmensabläufe wurde ein sogenannter Nachhaltigkeitsrat geschaffen, welcher sich aus Mitarbeitern unterschiedlichster Bereiche zusammensetzt und sich durch vier Arbeitskreise zusammensetzt (siehe hierzu Ausarbeitung in Kriterium 5). Die Arbeitskreise haben die Aufgabe, die strategischen und operativen Ziele umzusetzen, zu planen sowie zu realisieren. Den Arbeitskreisen wird die eigenständige Bearbeitung zugeordneter Aufgaben/Ziele überlassen, sodass der Nachhaltigkeitsrat hier nur unterstützend tätig ist, abschließend jedoch für die eigentliche Herbeiführung der Beschlüsse verantwortlich ist. In bestimmten Fällen ist neben dieser Bottom-up Variante, bei welcher Themen in der Hierarchie von unten nach oben erarbeitet werden, auch ein Top-down-Ansatz möglich, sodass der Nachhaltigkeitsrat in bestimmten Fällen die Erarbeitung eines gewissen Themengebiets einfordern kann.