5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Bei den StEB Köln ist die Verantwortung für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung formal beim Vorstand angesiedelt. Der Unternehmenszweck liegt in einer nachhaltigen Umsetzung der wasserwirtschaftlichen Ziele. Nachhaltigkeit wird als Kern der Unternehmensstrategie verstanden und ist in die Zielvereinbarungsprozesse im Unternehmen integriert. Gemeinsam mit den Geschäftsbereichsleitern werden hier strategische Nachhaltigkeitsziele festgelegt und die grundsätzlichen Wege der Umsetzung vereinbart. Verbindliche Managementprozesse sorgen dafür, dass die verschiedenen Unternehmensbereiche und Managementebenen mit ihren Aktivitäten zur Erfüllung dieser Ziele beitragen.

Um das Thema Nachhaltigkeit weiter zu stärken, gründeten wir 2019 ein Nachhaltigkeitsteam, das sich aus Mitarbeitenden verschiedener Bereiche zusammensetzt. Davon erhoffen wir uns neue Impulse für die weitere Entwicklung der StEB Köln. Unsere Koordinierungsstelle Nachhaltigkeit, die als Stabsstelle beim Vorstand angesiedelt ist, bündelt alle Ideen und formt daraus zusammen mit den Beschäftigten und den Geschäftsbereichsleitern ambitionierte Projekte, die dann im Unternehmen umgesetzt werden können. Unsere Beschäftigten sind aber auch abseits des Arbeitsplatzes für den Umweltschutz aktiv. So veranstalteten wir im August 2019 beispielsweise gemeinsam mit anderen Organisationen und Initiativen eine Müllsammelaktion am Aachener Weiher. Dabei bargen 15 Mitarbeitende vom Ufer aus und in Booten Abfall und Unrat aus dem Weiher. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und wurde von den Medien begleitet.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Um unsere Nachhaltigkeitsstrategie auch operativ im Unternehmen umsetzen zu können, führten wir 2017 und 2018 Mitarbeitendenworkshops durch, in denen wir Ideen sammelten, wie Nachhaltigkeitsthemen noch besser ins Tagesgeschäft integriert werden können. 2019 führten wir alle Ideen in einer Balanced Scorecard zusammen, in der alle kurz-, mittel- und langfristigen Ziele mit Kennzahlen hinterlegt sind. So können wir unsere Fortschritte im Nachhaltigkeitsbereich nachverfolgen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist auch unser Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001 und EMAS, das wir regelmäßig zertifizieren lassen.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die kontinuierliche Verbesserung unserer Prozesse. Seit 2011 setzen wir dafür die Lean-Methodik ein. Alle Mitarbeitenden können auf die Erfahrung geschulter und erfahrener interner Lean-Experten im Unternehmen zurückgreifen und kleine wie größere abteilungsübergreifende und komplizierte Prozesse optimieren. Damit bestehende Prozesse im gesamten Unternehmen bekannt sind, halten wir sie in Arbeits- und Dienstanweisungen fest und passen sie an neueste Entwicklungen an.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Um unsere Nachhaltigkeitsleistungen zu steuern und unsere Fortschritte zur Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele zu erfassen, haben wir für jedes Ziel Indikatoren definiert. Im Folgenden sind diese Indikatoren beispielhaft aufgelistet:

1) Regenerativer Umweltschutz

Schutz natürlicher Ressourcen
Reduzieren der Gewässerbelastung
 
Reduzieren der Treibhausgasemissionen Produktion und Beschaffung umweltfreundlicher Energie
2) Wassersensible Stadt


Verbesserung des Stadtklimas
Überflutungsvorsorge Reduktion des Flächenverbrauchs
3) Partner der Stadtgesellschaft


Kundenzufriedenheit und Kundenservice
Verbraucher sensibilisieren Qualität der Dienstleistungen Faire Gebühren
4) Nachhaltige Unternehmensführung und -kultur


Sichere und resiliente Anlagen / Ausbau und Substanzerhalt der Anlagen
Führung und Werte leben Einhalten von Gesetzen und Richtlinien Innovationen und Beteiligung an Forschungsprojekten Effizientes Wirtschaften Prozesse digitalisieren Soziale und ökologische Kriterien in Beschaffung und Vergabe
5) Arbeitsplatz der Zukunft


Beschäftigte gewinnen und binden
Mitarbeitendenzufriedenheit und -motivation / Flexible Arbeitsplatzgestaltung Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Zum großen Teil erheben wir diese Daten bereits heute regelmäßig. Wo im Rahmen der Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie neue Indikatoren hinzugekommen sind, möchten wir für das kommende Berichtsjahr eine Erhebung anstoßen. Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten erreichen wir, indem wir uns an bestehenden Standards orientieren. So erheben und veröffentlichen wir beispielsweise Umweltkennzahlen seit Jahren im Rahmen unseres Umweltmanagementsystems, welches nach den strengen Anforderungen von EMAS III zertifiziert ist. In der Berichterstattung orientieren wir uns dabei an den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI). Das Managementsystem lassen wir regelmäßig von akkreditierten und zugelassenen EMAS-Umweltgutachtern prüfen.

Vorstand und Geschäftsbereichsleiter der StEB Köln werden zudem monatlich über den Stand aller relevanten Prozesse und Projekte informiert. Die Datengrundlagen liefern das ein SAP Business-Cockpit und der Controlling-Bericht. Die wichtigsten Bestandteile des Unternehmesreportings sind der Personalreport, das Satzungsmonitoring, der Stand der Maßnahmen aus Abwasser- und Niederschlagswasserbeseitigungskonzept, der Bericht zum Asset-Management, der Stand der Messprogramme, das Betriebscontrolling, die Fortschritte in der Digitalisierung, das Anliegenmanagement des Kundenservice sowie die Berichte aus dem Beauftragtenwesen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die Grundlage unserer Arbeit ist unsere Identität als Unternehmen. In ihrem Zentrum steht unser Unternehmenskern, der Antwort auf die Frage gibt, warum wir etwas tun: „Die StEB Köln sorgen in Köln mit hoher technischer Kompetenz und visionärer Planung für den Erhalt der Lebensqualität und den Schutz der Gewässer.“ Der Unternehmenskern wird konkretisiert durch unsere Unternehmenswerte. Sie beschreiben, wofür die StEB Köln einstehen und woran sie glauben:


Leitlinien für Führung und Zusammenarbeit
Unsere Führungskräfte tragen im Unternehmen eine besondere Verantwortung, denn sie sind das Bindeglied zwischen Geschäftsführung, Mitarbeitenden und Partnern. Unsere Leitlinien für Führung und Zusammenarbeit bauen auf unserer Unternehmensidentität auf und entfalten auch über unser Unternehmen hinaus ihre Wirkung. Die Leitlinien sind ein wesentlicher Baustein unserer strategischen Unternehmensführung – und damit auch für unsere Nachhaltigkeitsleistungen von großer Bedeutung.

  1. Wertschätzung: Wir erkennen die Leistungen aller an und pflegen einen respektvollen Umgang miteinander.
  1. Fairness und Toleranz: Wir schätzen unsere Vielfalt und verhalten uns aufrichtig und zugewandt.
  1. Teamgeist: Wir erkennen, dass Kooperation vielfach zu besseren Ergebnissen führt, und tragen aktiv zu Vertrauen und Verlässlichkeit bei.
  1. Information und Transparenz: Wir geben relevantes Wissen zeitnah und verständlich weiter und sorgen für Klarheit in unserem Handeln.
  1. Konfliktkultur: Wir gestalten eine konstruktive Feedbackkultur, in der wir Meinungsverschiedenheiten als Chance zur Weiterentwicklung sehen.
  1. Innovation und Nachhaltigkeit: Mit Offenheit für Ideen und Veränderung arbeiten wir am Puls der Zeit und haben dabei unser nachhaltiges Handeln im Blick.
  1. Orientierung und Verbindlichkeit: Wir sind ergebnisorientiert, nutzen Gestaltungsräume und stehen zu unseren Entscheidungen.
  1. Work-Life-Balance: Wir arbeiten mit großem Engagement für unser Unternehmen und sorgen dafür, dass Beruf und Privatleben im Einklang stehen.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Im Zielvereinbarungs- und Prämiensystem ist die nachhaltige Unternehmensausrichtung eines von vier prämienrelevanten Unternehmenszielen. Da Nachhaltigkeit ein originärer Auftrag des Unternehmens StEB Köln ist, werden jährlich Nachhaltigkeitsziele definiert, die vom Verwaltungsrat als Kontrollorgan autorisiert und bei Zielerreichung mit Prämien gefördert werden.

Die integrierten Unternehmensziele, die auch die Nachhaltigkeitsaspekte umfassen, sind mit unterschiedlicher Gewichtung Bestandteil der Anreizsysteme für die Beschäftigten. Die Zielvereinbarungen werden als Balanced Scorecard aus Finanz-, Markt-, Prozess-, oder Mitarbeitendenperspektive definiert und in jährlichen Mitarbeitendengesprächen mit den jeweiligen Vorgesetzten besprochen und als Zielvereinbarungen schriftlich festgehalten. Die Bewertung der Zielerfüllung erfolgt ebenfalls im Rahmen von Mitarbeitendengesprächen und dient als Grundlage für die Berechnung von Erfolgsprämien.

Beispielhafte Nachhaltigkeitsziele aus den Zielvereinbarungen der StEB Köln: Zusätzlich erfolgt im Jahrestakt eine schriftliche Regelbeurteilung im Wechsel mit einem individuellen Personalentwicklungsgespräch. Die Auswertung der Personalentwicklungsgespräche dient als Basis für das Fortbildungsprogramm der folgenden Jahre. Für die Führungsebenen erfolgt die Beurteilung im regelmäßigen Abstand als 360-Grad-Feedback.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Das oberste Kontrollgremium der StEB Köln ist der Verwaltungsrat. Er besteht aus einem*r Vorsitzenden und 13 Mitgliedern. Der Verwaltungsrat überwacht die Geschäftsführung des Vorstandes. Für die Teilnahme an den Sitzungen des Verwaltungsrates der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR erhalten die Mitglieder eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 167,00 Euro pro Sitzung. Ferner wird den Verwaltungsratsmitgliedern für die Teilnahme an den Verwaltungsratssitzungen Verdienstausfall pro Sitzung unter entsprechender Anwendung des § 45 Absätze 1 bis 4 der Gemeindeordnung für das Land NRW gewährt.

Die Vergütung aller Beschäftigten der StEB Köln setzt sich aus einem fixen Jahresgehalt und einer variablen Erfolgsprämie zusammen.  Die StEB Köln wendet für die Festlegung der fixen Gehälter in der Regel den Tarifvertrag der Versorgungsbetriebe in Nordrhein-Westfalen (TV-V) an. Ausnahmen bilden der Vorstand und der stellvertretende Vorstand, die eine außertarifliche Vergütung aus fixem Jahresgehalt und Erfolgsprämie erhalten, und die Beamten, die nach Beamtenrecht der Stadt Köln vergütet werden.

Das Erfolgsprämiensystem gilt für den Vorstand und die Geschäftsleitung, sowie tarifkonform entwickelt auch für alle anderen Beschäftigten und rechtskonform angepasst ebenfalls für die Beamten der StEB Köln. Die Summe der Erfolgsprämien wird für das jeweils zurückliegende Kalenderjahr nach Feststellung des Jahresabschlusses durch den Wirtschaftsprüfer entsprechend den Zielerreichungsgraden der Unternehmensziele ermittelt und dem Rat der Stadt Köln zur Genehmigung vorgelegt. Die einzelnen Prämien richten sich nach den jeweiligen Zielerreichungsgraden der Jahreszielvereinbarungen (s. auch Kriterium 8).

Zusätzlich zu den Erfolgsprämien haben die Mitarbeitenden des Unternehmens die Möglichkeit, Ideen in unserem betrieblichen Vorschlagswesen einzureichen und dafür Prämien zu erhalten (s. Kriterium 10).

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Die Jahresvergütung des Vorstandes betrug im Jahr 2019 das 5,2-fache des Medians der Vergütung aller Beschäftigten (ohne den Höchstverdienenden) der StEB Köln.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist es, unsere Stakeholder*innen, beispielsweise Kund*innen oder Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Verwaltungsrat, Verbänden und Netzwerken, Wissenschaft und Forschung oder Nonprofit-Organisationen, in unsere Aktivitäten mit einzubeziehen, insbesondere bei der Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Im Rahmen unserer Wesentlichkeitsanalyse (s. Kriterium 2) stellten wir deshalb unsere wesentlichen Themen in einer Online-Umfrage zur Diskussion. Die Adressat*innen der Umfrage identifizierten wir in einem ausführlichen Stakeholder-Mapping, das wir auf Basis unserer eigenen Kontakte, aber auch einer Auswertung von DNK-Erklärungen der Branche und anderer kommunaler Unternehmen erstellten. Dabei achteten wir auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Stakeholdergruppen und auf eine breite Abdeckung sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Themen. In der Online-Umfrage baten wir die Stakeholder*innen um eine Priorisierung der von uns ermittelten wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen, um Ergänzungen und gute Beispiele sowie um eine Einschätzung unserer Nachhaltigkeitsleistungen, auch in Bezug auf unsere Kommunikation.

Die Wesentlichkeitsmatrix in Kriterium 2 zeigt das Ergebnis ihrer Priorisierung. Besonders gefreut hat uns, dass viele unserer Top-Themen auch die wichtigsten Themen für unsere Stakeholder*innen sind. Die meisten Ergänzungen kamen zu den Themen Ressourcenschutz, Stadtklima und Bewässerung. Auch die Sensibilisierung der Bevölkerung, Innovationen und Partnerschaften und die Resilienz unserer Anlagen wurden angesprochen. Einige Stakeholder*innen gaben uns Anregungen für die Öffentlichkeitsarbeit mit. Die Anregungen nehmen wir gern auf uns nutzen sie, um unsere Nachhaltigkeitsstrategie weiter zu verbessern. Insgesamt zeigt uns das Feedback unserer Stakeholder*innen: Wir sind auf dem richtigen Weg!

Um einen besseren Eindruck zu bekommen, wie wir in der Stadt wahrgenommen werden, befragten wir darüber hinaus 2019 die Menschen in Köln zu unserer Bekanntheit und zum Image des Unternehmens. Anschließend leiteten wir Maßnahmen ein, wie zum Beispiel eine crossmediale Image-Kampagne im Herbst 2019 zu den Leistungen der StEB Köln für die Stadt Köln, um unsere Bekanntheit weiter zu steigern. Eine erneute Befragung 2020 zeigt ein positives Ergebnis: Unsere Bekanntheit konnten wir innerhalb eines Jahres signifikant steigern (ungestützt + 30 Prozent; gestützt + 27 Prozent). Auch die Bewertung unseres Images und das Wissen der Kölner*innen über unsere Leistungen verbesserten sich.

Auch über solche Umfragen hinaus geben wir unser Wissen gern an die Bevölkerung und an interessierte Gruppen von außerhalb weiter. Seit 2017 führten wir insgesamt 66 Hochwasser-Führungen mit insgesamt 1.300 Teilnehmenden durch. Für den Bereich Hochwasser gab es zudem etwa 500 Beratungsanfragen. Mit einer Befragung der Bewohner*innen in offenen Überflutungsgebieten überprüfen wir außerdem den Wissensstand zu Vorsorgemaßnahmen, um dann gegebenenfalls nachsteuern zu können.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Siehe Kriterium 9.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Unser Dienstleistungsportfolio ist vielfältig: Als Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge sammeln und reinigen wir Abwasser, schützen vor Überflutungen durch Starkregen und Hochwasser und verbessern die Gewässerqualität der Kölner Gewässer. Doch auch die Gewinnung von Ressourcen und Energie und die Sensibilisierung der Bevölkerung zählen wir zu unseren Aufgaben (s. Kriterium 4). Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, mit all diesen Aufgaben in besonderem Maße zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt Köln und darüber hinaus beizutragen.

Neues erforschen und teilen
Wir sind Innovationstreiber, zum Beispiel beim Thema Energiegewinnung oder im Hochwasserschutz. Netzwerke und Partnerorganisationen spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn nur wenn wir über unsere eigenen Stadtgrenzen hinausblicken, können wir effiziente und innovative Ansätze finden und funktionierende Lösungen weiterverbreiten. In verschiedenen Netzwerken und Forschungsprojekten engagieren wir uns deshalb zu den Themen Abwasser, Gewässerschutz und Hochwasserschutz. Im Abwassernetzwerk Rheinland tauschen wir uns beispielsweise regelmäßig mit Unternehmen der Wasserwirtschaft aus derzeit 19 Städten in Nordrhein-Westfalen mit rund zweieinhalb Millionen Einwohner*innen aus. In der Klärschlammkooperation Rheinland (KKR), die ein Einzugsgebiet von etwa vier Millionen Menschen abdeckt, entwickeln wir gemeinsam mit anderen Kommunen effiziente Wege für die Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm und planen derzeit eine gemeinsame Anlage. Im HochwasserKompetenzCentrum e.V. (HKC) arbeiten wir mit Vertreter*innen von Kommunen am Rhein, aus der Wissenschaft und aus Versicherungen an einem nachhaltigen Umgang mit den Themen Hochwasser und Hochwasserschutz. Darüber hinaus sind wir als Praxispartner in ein umfangreiches Netzwerk von Forschungseinrichtungen eingebunden und beteiligen uns an vielfältigen Forschungsprojekten in den Bereichen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, Infrastruktur, Stadtentwicklung und Abwasserreinigung. Ein Überblick, wie wir die Wasserwirtschaft und die Städte von morgen gestalten, ist auf unserer Webseite unter https://www.steb-koeln.de/forschung/ zu finden.

Kreative Ideen für mehr Nachhaltigkeit
Um unsere Betriebsprozesse und Dienstleistungen noch ökologischer und sozialverträglicher zu gestalten, ermutigen wir auch unsere Mitarbeitenden, sich einzubringen und Vorschläge für bessere Arbeitsabläufe und nachhaltige Projekte zu machen. Im Rahmen unseres betrieblichen Vorschlagswesens werden umgesetzte Ideen prämiert – und unsere Mitarbeitenden beteiligen sich gern! Bereits 2018 veranstalteten wir einen Workshop, bei dem sich Interessierte über das Thema Nachhaltigkeit austauschen und Ideen für Verbesserungen entwickeln konnten. Das Ergebnis waren spannende Projekte wie die Schwimminseln für unsere Gewässer. Die zwölf Quadratmeter großen, bepflanzten Schwimminseln platzieren wir heute regelmäßig in den von uns betreuten Gewässern. Die Pflanzen auf den Inseln ziehen ihre Nährstoffe aus dem Wasser und verhindern so die Bildung von Algen. Zusätzlich reichern sie das Wasser mit Sauerstoff an und bieten Fischen Schutz zwischen ihren Wurzeln. Aber auch Vögel und Insekten nutzen Inseln als Rückzugsort und Lebensraum. Und ganz nebenbei ist das grüne Eiland ein richtiger Hingucker – die Bepflanzung kann viele Weiher und den Rautenstrauchkanal optisch aufwerten und dadurch auch die Lebensqualität von uns Menschen steigern. Eine absolute Erfolgsidee also und ein inspirierendes Beispiel für das Engagement von Mitarbeitenden.

Unsere Infrastruktur fit für die Zukunft machen
Zur Erfüllung unserer Aufgaben gehört auch, dass wir Infrastruktur wie Kläranlagen, Pumpwerke und Kanalsysteme bauen, betreiben und instandhalten, um die Daseinsvorsorge für die Stadt Köln dauerhaft zu gewährleisten.  Damit wir in Zukunft weiterhin ein funktionierendes Abwassersystem haben, geben wir den Großteil unserer Investitionen für die Instandhaltung und Modernisierung unserer Anlagen aus. Allein im Jahr 2019 investierten wir 13 Millionen Euro in die Modernisierung der Klärwerke und sanierten 83 Kilometer Kanalnetz. Eines der bedeutendsten Projekte der nächsten Jahre wird der Neubau des Rheindükers sein, der das linksrheinische mit dem rechtsrheinischen Ufer verbinden wird. Ein Düker ist eine Druckleitung, die Straßen, Bahngleise, Tunnel, oder eben Flüsse wie den Rhein unterquert und so unter anderem Abwasser ableitet. Das Vorgängermodell, das 1928 in Betrieb gegangen und bis heute im Einsatz ist, ist technisch und baulich überaltert, weshalb wir 60 Millionen Euro in den Neubau investieren. Der neue Düker macht unsere Infrastruktur fit für das prognostizierte Bevölkerungswachstum Kölns und garantiert die Abwasserentsorgung in Köln für 100 Jahre.

Um die Kontrolle unserer Infrastruktur zu verbessern und Prozesse zu beschleunigen, nutzen wir mehr und mehr digitale Lösungen. Besonders nützlich ist dabei die Automatisierungstechnik zum Betrieb und zur Überwachung unserer Anlagen. Sie erspart aufwendige Kontrollgänge und macht unsere Infrastruktur sicherer. Wenn wir neue Anlagen planen und bauen, verwenden wir modernste Technik, um die Anlagen optimal abzustimmen. Aktuelle CAD-Systeme, Kanaldatenbanken oder Online-Planauskünfte helfen uns und unseren Kunden, schnell zu reagieren. Bei der Erfassung von Abwasserproben unserer Indirekteinleiter arbeiten unsere Mitarbeitenden vor Ort bei unseren Kund*innen mit Tablets.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Die StEB Köln verfügen nicht über Finanzanlagen – weder gewinnorientiert noch nicht gewinnorientiert. Die Finanzierung der Tätigkeit des Unternehmens erfolgt im Wesentlichen über die Erhebung von Abwassergebühren. Diese Gebühren werden entsprechend den Vorgaben des kommunalen Abgabegesetzes in Nordrhein-Westfalen (KAG NRW) berechnet und durch den Rat der Stadt Köln genehmigt.