5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Neben Digitalisierung und demografischer Wandel ist Nachhaltigkeit das zentrale strategische Thema der Joseph-Stiftung. Die drei Vorstände sind jeweils für eines dieser Themen verantwortlich. Ab kommenden Jahr wird zudem für jeden Geschäftsbereich ein Verantwortlicher für Nachhaltigkeit bestellt. Diese werden den Vorstand bei der weiteren Ausgestaltung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie unterstützen.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Für jeden strategischen Geschäftsbereich (Wohnen, Planung und Bau, Bauträger etc.) wird im ersten Quartal 2016 ein CSR-Beauftragter ernannt. Zusammen bilden sie den Lenkungskreis Nachhaltigkeit, den der für das Thema zuständige Vorstand leitet. Geplant ist, in einem Zweijahresturnus einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen. Erstmalig erscheint der Bericht Anfang 2016. Da im Rahmen der seit Jahren praktizierten Balanced Scorecard die Nachhaltigkeitsaspekte (sozial, ökologisch und ökonomisch) bereits auf allen Ebenen fest implementiert sind wird auf eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie verzichtet.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Im Rahmen des jährlich stattfindenden Review-Workshops werden u.a. die Ziele, Maßnahmen und Indikatoren für das Folgejahr festgelegt und die Zielerreichung unterjährig über ein Reportingsystem quartalsweise kontrolliert. Beispiel: Erhöhung der Demografiefestigkeit von Wohnungen durch Anpassungsmaßnahmen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator G4-56
Beschreiben Sie die Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen (Verhaltens- und Ethikkodizes) der Organisation. Link

Wir sind ein Wohnungsunternehmen der katholischen Kirche und den christlichen Grundwerten verpflichtet. Wir möchten in der Gesellschaft und in unserem Marktsegment positiv wahrgenommen werden. Deshalb kennzeichnen Offenheit, gegenseitiges Vertrauen und Respekt den Umgang mit unseren Kunden. Für private und kirchliche Auftraggeber, für Städte und Gemeinden sind wir ein kompetenter und verlässlicher Partner. Wir legen Wert auf eine Unternehmenskultur, die von Offenheit, Austausch, Vertrauen und projektbezogener Teamarbeit geprägt ist. Durch einen partizipativen Führungsstil schaffen wir Entscheidungsspielräume, um kreativ und verantwortungsbewusst die vereinbarten Unternehmensziele zu erreichen.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Auf Zielvereinbarungen, die mit Bonus-Systemen hinterlegt sind, wird verzichtet. Die Joseph-Stiftung setzt bei der Realisierung von Nachhaltigkeitsthemen auf kommunikative, partizipative und sinnstiftende Prozesse. So ist z.B. ab kommenden Jahr im Rahmen der Mitarbeiterjahresgespräche geplant, Nachhaltigkeitsaspekte zu integrieren.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator G4-51a
Vergütungspolitik – Berichten Sie über die Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und die leitenden Führungskräfte. Link

Für die Mitarbeiter der Joseph-Stiftung gilt der Tarifvertrag für die Beschäftigten in der Deutschen Immobilienwirtschaft. Führungskräfte werden z.T. außertariflich auf der Basis des Tarifvertrages vergütet. Der Stiftungsrat verhandelt mit dem zu berufenden Mitglied des Vorstandes die Bedingungen des Dienstvertrages und schließt ihn mit ihm ab.

Leistungsindikator G4-54
Nennen Sie das Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters in jedem Land mit signifikanten geschäftlichen Aktivitäten zum mittleren Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten (ohne den höchstbezahlten Mitarbeiter) im selben Land. Link

Es liegen noch keine Daten vor.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Stakeholder sind:
Erzbischof, Stiftungsrat, Ordinariat und Kirchenstiftungen, Caritas, Kunden und Geschäftspartner, Mitarbeiter/Führungskräfte, Lieferanten, Fremdkapitalgeber, EU, Landes- und Bundespolitik, Ministerien und Regierungen, Kommunen, Institutionen, Verbände.

Die obengenannten Gruppen sind relevant für unseren Kernbereich Wohnen und Bauen. Als kirchliches Wohnungsunternehmen stehen wir im Austausch mit kirchlichen Institutionen. Regierungen und Ministerien sind vor allem relevant im Blick auf den öffentlich geförderten Wohnungsbau, der mehr als die Hälfte unseres Bestands umfasst. Kommunen sind häufig Partner bei der Realisierung von Wohn- und Quartiersprojekten. Der Austausch erfolgt in Gesprächen, gemeinsamen Projekten, Informationsveranstaltungen etc.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator G4-27
Nennen Sie die wichtigsten Themen und Anliegen, die durch die Einbindung der Stakeholder aufgekommen sind, und wie die Organisation auf jene wichtigen Themen und Anliegen reagiert hat, einschließlich durch ihre Berichterstattung. Nennen Sie die Stakeholdergruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen jeweils angesprochen haben. Link

Beispiel 1: Zukunftsfähige Konversion eines nicht mehr zeit- und nutzungsgemäßen Immobilienbestandes einer Pfarrei durch die Joseph-Stiftung: Heute verfügt die Pfarrei über ein bedarfsgerechtes, modernes Gemeindezentrum mit einer mehrgruppigen Kindertagesstätte. Außerdem betreibt die Caritas im sanierten Klostergebäude Beratungs- und Betreuungsstellen einschließlich einer Straßenambulanz. Die Joseph-Stiftung schuf auf den frei gewordenen und in Erbpacht bereitgestellten Flächen zudem unter anderem mit staatlichen und städtischen Fördermitteln insgesamt 50 Wohnungen für Menschen mit niedrigem Einkommen.
Beispiel 2: In Kooperation mit der Caritas entstand das Zukunftswohnmodell In der Heimat wohnen, das inzwischen an 16 Standorten realisiert ist.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Ein wesentlicher Innovationstreiber ist bei der Joseph-Stiftung die durch den Vorstand forcierte laufende Beteiligung an Forschungsvorhaben in allen Bereichen des Bauens und Wohnens quer über alle strategischen Geschäftsfelder. So haben wir bereits 2010 an dem Forschungsprojekt "Anwendung und Erprobung des Bewertungssystems Nachhaltiger Wohnungsbau (Neubau MFH) im Rahmen einer Pilotphase" erfolgreich teilgenommen. Seitdem liefen und laufen eine Vielzahl weiterer Projekte: z.B. „ Sophia- soziale Personenbetreuung, Hilfen im Alltag; I-stay@home, ein von der EU gefördertes Forschungsprojekt, um die Alltagstauglichkeit von technischen Assistenzsystemen (AAL) für das Wohnen im Alter zu erproben. Hier war die Joseph-Stiftung das erste bayerische Unternehmen und das erste deutsche Wohnungsunternehmen, das als „lead partner“ mit der Führungsrolle in einem internationalen Zusammenschluss betraut wurde. Unsere eigenen Projekt-Tests finden – vorwiegend – in einem bewohnten Labor (Living Lab) statt. Bis Ende 2016 führen wir gegenwärtig ein durch das BBSR gefördertes Forschungsprojekt durch, dessen Ziel die Erstellung eines Leitfadens zur bedarfsgerechten Entwicklung und Umsetzung von Wohn- und Quartiersprojekten im ländlichen Raum ist.
Bei allen Neubauten und Modernisierungen streben wir jeweils einen höheren Standard an als gesetzlich jeweils gültig. Hier erfolgt eine fortlaufende Prüfung. Zu einzelnen Projekten siehe Gesamtbericht. In unserem Wohnkonzept In der Heimat wohnen haben wir über wiederholte Mieterbefragungen ermittelt, dass die Mieter auch bei Einschränkungen länger in ihrer Wohnung bleiben können und im Zusammenhang mit unserem Versorgungskonzept die Lebensqualität deutlich steigt.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link

Das Anlagevermögen ist in Immobilien gebunden.