5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Mit der Stabsstelle ZukunftsCampus als Bestandteil der Nachhaltigkeits-Roadmap der HGF existiert seit Juli 2012 am Forschungszentrum Jülich ein zentraler Ort, an dem alle Nachhaltigkeitsthemen zusammenlaufen. Sie wurde im Vorstandsbereich Wissenschaft und Außenbeziehungen gegründet. Der ZukunftsCampus ist ein Modell für nachhaltiges Arbeiten und Leben am Forschungszentrum Jülich und soll mittelfristig verwirklicht werden. Die Aufgabe der Stabsstelle ist es deshalb, im Laufe der nächsten Jahre einen Veränderungsprozess zu moderieren, der die Institute und Geschäftsbereiche, und damit das gesamte Forschungszentrum, in ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht schrittweise nachhaltiger und gleichzeitig bereit für die Zukunft macht. Im Fokus stehen dabei vor allem die Bereiche „Energieeffizient handeln – technische Lösungen entwickeln und erproben“, „Ressourcen wertschätzen – Nutzung der Ressourcen optimieren“ und „Zukunft mitgestalten – einen Modellcampus in regionaler Vernetzung aufbauen“. Alle nachhaltigen Aktivitäten innerhalb des Forschungszentrums werden in der Stabsstelle ZukunftsCampus gesammelt und begleitet, neue Entwicklungen angestoßen und die notwendige Vernetzung zwischen Wissenschaft und Infrastruktur hergestellt.

Detaillierte Informationen hierzu sind im Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015 des Forschungszentrums auf den Seiten 16 und 17 zu finden.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Zur Sicherung und Steigerung der Prozessqualität setzt das Forschungszentrum Jülich auf ein dezentrales Qualitätsmanagement. Anstelle eines von oben gesteuerten Managementsystems führen einzelne Organisationseinheiten ein Qualitätsmanagement auf eigene Initiative ein. Bei dessen Aufbau und Betrieb werden sie von der Organisationseinheit Qualitätsmanagement unterstützt, welche direkt dem Vorstandsbereich Infrastruktur zugeordnet ist. Ihr steht der Qualitätsmanagementbeauftragte des Forschungszentrums vor.

Im Forschungszentrum Jülich kommen mit den DIN-EN-ISO-Normen 9001, 13485 und 17025 sowie den Regelwerken für Good Manufacturing Practice (GMP) und Good Laboratory Practice (GLP) insgesamt fünf Qualitätsmanagement- beziehungsweise Qualitätssicherungsregelwerke zum Einsatz. 16 Organisationseinheiten wurden bereits von externen Auditoren, darunter dem TÜV Rheinland und dem TÜV SÜD, auf der Basis der verschiedenen Normen zertifiziert. Weitere vier Organisationseinheiten sind bereit, überprüft zu werden. Die Organisationseinheiten legen in eigener Verantwortung fest, ob und wann sie sich dem Zertifizierungsaudit stellen. Mit der Erlangung der Zertifizierfähigkeit hat eine Organisationseinheit die Forderung der Rahmenrichtlinie Qualität des Forschungszentrums Jülich erfüllt.

Weitere Informationen hierzu finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015 des Forschungszentrums auf den Seiten 18-20.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Das in 2004 eingeführte Risikomanagementsystem (RMS) des Forschungszentrums Jülich hat das Ziel, mögliche durch den Betrieb des Zentrums auftretende Risiken zu minimieren. Damit entspricht das Forschungszentrum dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) und der Forderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Einführung eines Überwachungssystems durch die Mitglieder der HGF. Das RMS umfasst alle organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung, -kommunikation und -bewertung sowie zum Umgang mit Risiken aus der Betätigung des Forschungszentrums. Aufbau und Organisation sowie Rahmenbedingungen, Regelungen und Definitionen zum Risikomanagement sind im Risikomanagementhandbuch festgehalten. Es gilt für alle Standorte und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat sowohl Informations- als auch Richtliniencharakter.

Weitere Information sind im Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015 des Forschungszentrums auf den Seiten 20 und 107 zu finden.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator G4-56
Beschreiben Sie die Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen (Verhaltens- und Ethikkodizes) der Organisation.

Intern entwickelte Leitbilder, interner Verhaltenskodex und Prinzipien, die für die ökonomische, ökologische und gesellschaftliche/soziale Leistung der Organisation von Bedeutung sind, sowie die Art und Weise, wie diese umgesetzt werden, u.a. durch folgende Initiativen:
Weitere Informationen sind im Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015 des Forschungszentrums auf den Seiten 14 und 16-20 beschrieben.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Das Vergütungssystem des Forschungszentrum Jülich ist durch die Regelungen des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst (TVöD) geregelt, beinhaltet bislang aber keine Integration von Nachhaltigkeitszielen und hat dies auch noch nicht geplant.

Das Forschungszentrum unterstützt allerdings ein Ideenmanagement und profitiert so vom Erfahrungswissen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies geschieht mittels einer Plattform, auf der Vorschläge eingereicht werden können. Die Vorschläge und Anregungen werden von einem Prüfungsausschuss untersucht und bei positiver Entscheidung mit einer Geldprämie honoriert.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator G4-51a
Vergütungspolitik – Berichten Sie über die Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und die leitenden Führungskräfte.

Die Vergütungspolitik ist durch den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) geregelt.

Leistungsindikator G4-54
Nennen Sie das Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters in jedem Land mit signifikanten geschäftlichen Aktivitäten zum mittleren Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten (ohne den höchstbezahlten Mitarbeiter) im selben Land.

Das Verhältnis zwischen den Jahresvergütungen wird nicht erfasst.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Ein kontinuierlicher Austausch mit den internen und externen Stakeholdern ist für das Forschungszentrum Jülich von großer Bedeutung und ein wichtiger Bestandteil der zentrumsinternen Stakeholderstrategie. Durch den anhaltenden Dialog möchte das Forschungszentrum seine Nachhaltigkeitsleistungen verbessern, Verantwortung für sein Handeln übernehmen und gleichzeitig die Interessen seiner Anspruchsgruppen in der täglichen Arbeit berücksichtigen.


Detaillierte Information hierzu sind im Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015 des Forschungszentrums auf den Seiten 21-27 zu finden. Die Liste der Stakeholdergruppen befindet sich außerdem im Anhang des Berichts auf Seite 120. Eine erste Auswahl wurde durch Workshops und Mitarbeiterinterviews im Rahmen des Strategieprozess ermittelt. Außerdem hat sich das Forsch bei der Auswahl seiner Stakeholder auf die Arbeitsgruppen des Jülicher Nachbarschaftsdialog bezogen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator G4-27
Nennen Sie die wichtigsten Themen und Anliegen, die durch die Einbindung der Stakeholder aufgekommen sind, und wie die Organisation auf jene wichtigen Themen und Anliegen reagiert hat, einschließlich durch ihre Berichterstattung. Nennen Sie die Stakeholdergruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen jeweils angesprochen haben.

Es erfolgten bisher keine gezielten Stakeholderworkshops, allerdings gibt es regelmäßige interne und externe Dialogveranstaltungen, wie z. B. den Jülicher Nachbarschaftsdialog oder das Parlamentarische Frühstück.

Eine detaillierte Übersicht über Einbindung und Formate mit Stakeholdern ist im Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015 des Forschungszentrums auf den Seiten 21-27 aufgeführt.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Das Programm „Technologie, Innovation und Gesellschaft“ trägt zur zielgerichteten und verantwortlichen Gestaltung von Innovationsprozessen bei. Insbesondere sollen hier Anwendungspotenziale von Schlüsseltechnologien erkundet und Wege zu einer nachhaltigen Energieversorgung entwickelt werden. Zu diesem Zweck werden Systemfragen und Querbezüge zwischen der natur- und ingenieurwissenschaftlich geprägten Helmholtz-Forschung und ihrem gesellschaftlichen Umfeld untersucht und die Chancen und Risiken technischer Innovation bewertet. Die Ergebnisse des Forschungsprogramms werden über den wissenschaftlichen Raum hinaus für politische Entscheidungsprozesse und die öffentliche Debatte über den wissenschaftlich- technischen Fortschritt nutzbar gemacht.

Das Forschungszentrum Jülich ist sich bewusst, dass durch seine wissenschaftlichen Forschungen und den Campus-Betrieb ökologische Auswirkungen bestehen. Entsprechend seiner Forschungsausrichtung ist es im Rahmen des „Masterplan 2.0“ (vorher „Städtebaulicher Masterplan 2050“) entschlossen, zukünftig seine Ressourcennutzung effizienter zu gestalten und somit seine klimawirksamen Emissionen zu verringern. Das Ziel ist ein weitgehend energieeffizienter und CO2-ärmerer Betrieb des Campus sowie ein sorgsamer Umgang mit den genutzten Ressourcen. Um dies zu ermöglichen, setzt das Forschungszentrum auch auf den Einsatz eigener wissenschaftlicher Ergebnisse, deren Transformation in die Praxis und die Erprobung auf dem Zentrumsgelände.

Weitere Informationen zum Innovations- und Produktmanagement finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015 des Forschungszentrums auf den Seiten 61-64.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

Dieser Indikator wurde nicht berichtet.