5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Zur Sicherstellung und Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistungen haben wir ein Nachhaltigkeitsmanagement eingerichtet. Es übernimmt bei der Umsetzung der definierten strategischen Ziele die Beratungs-, Steuerungs- und Koordinationsaufgabe und ist in der Abteilung Unternehmenskommunikation angesiedelt.

Die strategischen Entscheidungen werden vom Vorstand getroffen. Der Nachhaltigkeitsausschuss, der vom Vorstandsvorsitzenden geleitet wird, diskutiert und verabschiedet Entscheidungsvorlagen. Im Nachhaltigkeitsausschuss sind außerdem Bereichsleiter unserer 2. Führungsebene aus allen Kernbereichen (siehe unten) vertreten. Auf Arbeitsebene sorgt unter der Koordination unseres Nachhaltigkeitsmanagements das Kompetenzteam Nachhaltigkeit mit Spezialisten und Referenten aus allen relevanten Fachbereichen für die Vernetzung der Thematik innerhalb der Sparkasse Hannover.

Die Struktur des Nachhaltigkeitsmanagements hat sich in den letzten Jahren bewährt und ist gut in der Sparkasse etabliert.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Das Nachhaltigkeitsmanagement informiert das Kompetenzteam Nachhaltigkeit und den Nachhaltigkeitsausschuss regelmäßig und umfassend über wesentliche interne und externe Entwicklungen.

Zur Sensibilisierung der Beteiligten und der Entscheidungsträger enthalten in unserem Haus alle Unterlagen für Vorstandsentscheidungen eine Aussage über deren Nachhaltigkeitsauswirkung. Hier müssen die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Nachhaltigkeitswirkungen der Beschlussvorlage eingeschätzt und mit einer Gesamtnachhaltigkeitsbewertung ergänzt werden.

Seit 2017 informiert die Balanced Scorecard mit der Messgröße „Nachhaltigkeit“ anhand von vier Nachhaltigkeitskennzahlen quartalsweise über die aggregierte Nachhaltigkeitsleistung der Sparkasse Hannover direkt an den Vorstand. In diesem Jahr haben wir für die zwei Nachhaltigkeitskennzahlen der Bereiche Produkte und Personal einen Modifizierungsvorschlag erstellt, um sie so den geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Die Entscheidung über die Modifizierung wird allerdings erst in 2021 erfolgen.

Zusätzlich helfen systematische Markt- und Kundenbefragungen, Produkte und Dienstleistungen anzupassen und die eigene Arbeit aus Kundenperspektive zu reflektieren. Seit 2013 sind Aspekte der Nachhaltigkeit in einen Teil der Befragungen integriert, um Verbesserungspotenziale aufzudecken. Durch die regelmäßige Erhebung der Daten können wir unsere Entwicklung aus Sicht unserer Kundinnen und Kunden nachvollziehen.

Im August 2020 haben wir eine mehrteilige Studie zum „Klimaschutz in der Region Hannover – Wie klimabewusst lebt die Region“ in Auftrag gegeben. Die Bürgerinnen und Bürger der Region Hannover haben uns darin widergespiegelt, dass der Klimaschutz im Alltag der Menschen angekommen ist.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Wir berichten jährlich durch die Erklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Hier kommunizieren wir eine Vielzahl an Leistungsindikatoren, die unsere Anstrengungen im Bereich Nachhaltigkeit nicht nur sichtbar, sondern auch überprüfbar und vergleichbar machen – sowohl extern als auch intern.

Seit 2017 berichten wir für unsere interne Planung und Kontrolle in der Balanced Scorecard über die Messgröße „Nachhaltigkeit“. Sie besteht aus vier Kennzahlen aus den Bereichen Kunden/Beratung, Personal, Bankbetrieb und gesellschaftliches Engagement. Diese Messgröße wird vierteljährlich direkt an den Vorstand berichtet und darüber hinaus auch an unseren Verwaltungsrat. Hier fließen ein: der Vertriebserfolg unseres nachhaltigen Produktes Sparkassenbrief N+, unsere CO2-Emissionen, die Mitarbeiterzufriedenheit und das Volumen unserer bereitgestellten Fördergelder. In diesem Jahr haben wir erstmalig einen Modifizierungsvorschlag für die Nachhaltigkeitskennzahlen der Bereiche Produkte und Personal erstellt. Die Kennzahl im Bereich Produkte soll in Zukunft zum Beispiel nicht nur den Vertriebserfolg unseres nachhaltigen Produktes Sparkassenbrief N+ abbilden, sondern auch die Entscheidungen unserer Kundinnen und Kunden beinhalten, die für sich eine Anlage aus unserem deutlich ausgeweiteten Produktsegment Nachhaltige Geldanlagen ausgewählt haben.

Das Nachhaltigkeitsmanagement der Sparkasse Hannover überprüft anhand der Kennzahlen den Stand der Zielerreichung und diskutiert gegebenenfalls die Anpassung von Maßnahmen im Kompetenzteam und in den Sitzungen des Nachhaltigkeitsausschusses (siehe hierzu Kriterium 5).

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Entsprechend der Leitlinien unserer Geschäftspolitik handeln wir im Interesse unserer Kundinnen und Kunden sowie der örtlichen Gemeinschaft: Fair. Menschlich. Nah. Unternehmen und Selbstständigen ermöglichen wir durch die Vergabe von Krediten Investitionen, die Arbeitsplätze schaffen beziehungsweise sichern, und so auch der Region zugutekommen. Über unsere Stiftungen und mit unseren zahlreichen Förderungen leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung des öffentlichen Lebens. Wir fördern Wachstum, das ökonomisch, sozial und ökologisch tragfähig ist, um so künftigen Generationen eine gute Perspektive zu bieten. In diesem Jahr konnten wir durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie insbesondere im Hinblick auf unsere Firmen- und Geschäftskunden diese Leitlinien erlebbar machen. Hier haben wir alle unsere Anstrengungen darauf ausgerichtet, unsere Kundinnen und Kunden über die sich oft kurzfristig ändernden Regelungen zu wirtschaftlichen Hilfen des Staates zu informieren und schnell und unbürokratisch bei wirtschaftlichen Engpässen zu helfen. Zum Beispiel haben wir mit mehreren Sonderausgaben unseres Firmenkundennewsletters, einer Checkliste mit konkreten Handlungsempfehlungen für gewerbliche Kunden oder der Beteiligung an der Initiative #supportyourlocal regionale Unternehmen unterstützt.

Unser Verhaltenskodex umfasst die wesentlichen Themen der Nachhaltigkeit, die durch entsprechende Leitlinien, Anweisungen und Prozesse konkretisiert werden. So bestärken wir alle Beschäftigten, hierarchieunabhängig ihr geschäftliches Handeln nachhaltig auszurichten und unternehmerische Mitverantwortung zu übernehmen. Die Verankerung von Nachhaltigkeitskriterien im eigenen Geschäftsbetrieb, in Beratung, Produktentwicklung, Personalpolitik und im gesellschaftlichen Engagement wird explizit hervorgehoben. Der Verhaltenskodex enthält eigene Kapitel zu Interessenkonflikten, Kapitalmarkt-Compliance, Geldwäscheprävention und Finanzsanktionen, Betrug, Bestechung und Korruption, Vertraulichkeit und Geheimhaltung von Daten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Qualität, Nachhaltigkeit und Kommunikation.

Im Kundengeschäft setzen wir das in der gesamten Sparkassengruppe verankerte Konzept einer ganzheitlichen Finanzberatung um. Das Verständnis einer ganzheitlichen Beratung umfasst auch die Berücksichtigung sozialer, ökologischer und sonstiger ethischer Werte unserer Kundinnen und Kunden. Wir bieten Aussagen zur Nachhaltigkeit von Finanzprodukten und zu unseren Nachhaltigkeitsleistungen an, vermeiden aber eine „belehrende“ Haltung.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Die Sparkasse Hannover unterliegt als tarifgebundenes Unternehmen dem „Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, Besonderer Teil Sparkassen“ (TVöD-S). Vorstand und Personalrat haben in mehreren Dienstvereinbarungen die Ausgestaltung der tariflichen Regelungen vereinbart. Damit haben wir die Rahmenbedingungen für eine transparente Vergütung unserer Beschäftigten geschaffen. Der TVöD-S beinhaltet darüber hinaus die Sparkassensonderzahlung, deren Ausgestaltung ebenfalls in einer Dienstvereinbarung geregelt ist.

Der Großteil unserer Führungskräfte wird außertariflich entlohnt. Die Regelungen des Arbeitsvertrages orientieren sich am TVöD-S. Die Vorstandsverträge basieren auf den Empfehlungen des Sparkassenverbandes Niedersachsen über die Ausgestaltung der Vorstandsverträge.

Zusätzlich partizipieren die Beschäftigten an einer übertariflichen Unternehmenserfolgsprämie. Basis bildet hierfür ein Zielsystem aus mehreren heterogenen Planwerten. Nachhaltigkeitsziele und –maßnahmen werden auf dieser Ebene nicht explizit benannt, sind aber in ihrer Wirkung auf die Gesamtzielerreichung integriert.

In unseren Mitarbeiter-Jahresgesprächen vereinbaren unsere Führungskräfte mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern individuelle quantitative und qualitative Ziele. In die individuelle Vereinbarung können je nach Tätigkeitsbereich individuelle Nachhaltigkeitsziele eingebunden werden. Diese sind aber nicht zwingend vorgegeben.

Unsere in der Balanced Scorecard dokumentierten Nachhaltigkeitsziele sind bewusst auf Gesamthausebene formuliert. Es ist nicht vorgesehen, diese an Anreizsysteme zu knüpfen.

Unser Verwaltungsrat hat in der Vergangenheit in unregelmäßigen Abständen Stellungnahmen zum nachhaltigen Engagement der Sparkasse eingefordert. Hier konnten wir ausführlich Auskunft über unser nachhaltiges Engagement geben. Darüber hinaus informieren wir unseren Verwaltungsrat jährlich mit Hilfe unserer nichtfinanziellen Erklärung über den aktuellen Sachstand unserer Nachhaltigkeitsbemühungen. Eine standardisierte Kommunikation über Nachhaltigkeitsziele erfolgt bisher nicht. Für ihre Tätigkeit erhalten die Mitglieder des Verwaltungsrates ausschließlich eine Aufwandsentschädigung.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Alle Beschäftigten, einschließlich des Vorstandes und der Führungskräfte, erhalten unternehmenserfolgsabhängig eine variable Vergütung in geringem Umfang. So ist sichergestellt, dass es keine Anreize zum Eingehen unverhältnismäßiger Risiken gibt.

Die Mitglieder des Verwaltungsrates erhalten ausschließlich eine Aufwandsentschädigung für ihre Tätigkeit.

Es gibt keine vertraglich geregelten Abfindungsansprüche. Mögliche Abfindungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterliegen den im Intranet veröffentlichten Grundsätzen für die Zusage von Abfindungen. Über eine mögliche Abfindung eines Vorstandsmitglieds entscheidet der Verwaltungsrat.

Zusätzliche Altersvorsorgebeiträge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind tariflich vereinbart. Die Regelungen für die Vorstände sind in der Sparkassen-Vorstands-Versorgungsordnung geregelt. Es existiert kein Leistungsbezug.

Wer von unseren Beschäftigten die Sparkasse Hannover als Arbeitgeberin oder Ausbilderin weiterempfiehlt, erhält – sollte es zu einer Neueinstellung und somit zum Abschluss eines Arbeitsvertrages kommen – eine Prämie.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Entsprechend der oben genannten Definition beträgt die Jahresvergütung des höchstbezahlten Beschäftigten das 10,9-Fache in Bezug auf das mittlere Niveau der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die vielfältigen Erwartungen unserer Anspruchsgruppen und die daraus abzuleitenden Impulse stellen wertvolle Anregungen dar, die uns unterstützen, unser Nachhaltigkeitsmanagement laufend zu verbessern, Chancen zu nutzen und Risiken zu vermeiden. Wir definieren unsere Anspruchsgruppen aus dem täglichen Umgang über die Nähe zum Kerngeschäft und über das Maß der Betroffenheit durch unsere Unternehmensentscheidungen. Eine spezielle Methodik nutzen wir für die Definition der Anspruchsgruppen nicht.

Wesentliche Anspruchsgruppen sind für die Sparkasse Hannover: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kundinnen und Kunden, Bürgerinnen und Bürger der Region Hannover, Verwaltungsratsmitglieder der Sparkasse Hannover, Vertreter der regionalen Politik und Entscheidungsträger, relevante Nichtregierungsorganisationen, Nachhaltigkeitsexperten in der Region, Verbundunternehmen, der Sparkassenverband Niedersachsen und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband.

Intern erfolgt die Kommunikation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über persönliche Gespräche, direkte Anschreiben oder über das Intranet. Alle Führungskräfte wurden speziell für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert und ihre besondere Rolle bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit herausgestellt.

Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen und Führungskräftefeedbacks beziehen die Beschäftigten in die Geschäftsprozesse ein. Im November und Dezember 2020 haben wir im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung eine Gesundheitsumfrage durchgeführt. Die nächste große Mitarbeiterbefragung ist für das Jahr 2021 geplant. Alle Befragungen sind freiwillig, und die sehr gute Beteiligungsquote zeigt uns, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gern die Chance nutzen, Rückmeldungen zu den unterschiedlichen Themen zu geben. Mithilfe von Freitextfeldern geben wir unseren Beschäftigten über die standardisierten Fragen hinaus Raum für Impulse. Ansonsten steht für aktuelle Ideen unser Mitarbeiterimpulssystem zur Verfügung.

In der externen Kommunikation setzen wir – neben den klassischen Kanälen wie Internet, Fachmedien oder Newsletter – einen Fokus auf Veranstaltungen, die ihren Themenschwerpunkt auf Nachhaltigkeitsaspekte legen. Aufgrund der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen haben wir in 2020 keine entsprechenden Präsenzveranstaltungen durchgeführt. Dafür haben wir Erfahrungen in Webinaren gesammelt und werden diese im Folgejahr 2021 für Kundenwebinare zum Thema Nachhaltigkeit nutzen.
Inzwischen haben wir über unseren Auftritt in den sozialen Medien eine gute Reichweite bei unseren internetaffinen Kundinnen und Kunden erreicht. Allein über unseren Facebook-Auftritt mit rund 280 eigenen Beiträgen in 2020 haben wir insgesamt rund 10 Millionen Menschen erreicht. In den sozialen Medien präsentieren wir uns, unsere Werte und Leistungen und treten in einen offenen Dialog mit der Öffentlichkeit. Diesen Auftritt nutzen wir auch, um unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten nach außen zu tragen und Impulse unserer Kundinnen und Kunden aufzunehmen.

Die Kommunikation mit unseren Kundinnen und Kunden erfolgt sowohl im direkten Gespräch als auch über Kundenbefragungen. Zudem gibt es ein Beschwerdemanagement. Die daraus abzuleitenden Impulse unserer Kundinnen und Kunden werden in der Weiterentwicklung der Kundenorientierung berücksichtigt. Die Erkenntnisse fließen zusätzlich über die strategische Umfeldanalyse in den Strategieprozess ein und werden in der operativen Jahresplanung verarbeitet.

Alle Impulse aus diesen diversen Kanälen zu Nachhaltigkeitsthemen laufen im Nachhaltigkeitsmanagement zusammen und fließen in die tägliche Arbeit ein.
Die lokale Politik ist über das Aufsichtsorgan der Sparkasse Hannover, den Verwaltungsrat, regelmäßig informiert und vertritt Stadt und Region Hannover als Träger der Sparkasse Hannover.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Dieses Jahr haben wir intensiv genutzt, Anliegen verschiedener Stakeholder-Gruppen einzuholen.

Nach der zuletzt im Jahr 2018 erfolgten Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das nächste Personalbarometer für 2021 geplant. Mit dieser Befragung erheben wir regelmäßig ein „Stimmungsbild“ aus unserer Sparkasse.

Dafür haben wir in diesem Jahr die Rückmeldungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unserem Führungs- und Wirkungsfeedback von Ende 2019 zur erlebten Führung und Zusammenarbeit auf Grundlage unserer Führungsleitlinien ausgewertet. Auf dessen Basis schloss sich 2020 abteilungsbezogen der offene Dialog über Führung und Verbesserungspotenziale an.

Die jährliche Schulung unserer Auszubildenden, in der sie ihre Impulse zur Nachhaltigkeit in der Sparkasse Hannover einbringen können, musste Corona-bedingt auf Februar 2021 verschoben werden. Unabhängig davon steht das generelle Mitarbeiterimpulssystem auch unseren Auszubildenden offen.

Im Rahmen des Impulsmanagements haben uns aus dem Kreis unserer Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel Impulse zu den Themen nachhaltige Verpflegung in unserer Kantine oder die dezentrale Bereitstellung von E-Fahrzeugen für Dienstfahrten erreicht. Die Impulse wurden durch das Nachhaltigkeitsmanagement gemeinsam mit den Fachabteilungen im Hinblick auf Wirksamkeit und Realisierbarkeit bewertet. Beispielsweise führte der Impuls zur nachhaltigen Verpflegung dazu, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser über den Einkauf und die Zubereitung der verarbeiteten Lebensmittel zu informieren. Unsere Kundinnen und Kunden befragen wir regelmäßig zu ihren Wahrnehmungen und Anforderungen. Im Fokus der Befragungen steht die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden mit der Beratung und mit der Abwicklung einzelner Geschäftsvorfälle. In diesem Jahr haben wir im Rahmen der Pilotierung eines Systems zur permanenten Messung der Kundenzufriedenheit eine Kundenbefragung durchgeführt. Im Zentrum standen die Fragen: Wie zufrieden sind unsere Kundinnen und Kunden mit unseren Leistungen und Produkten, und was müssen wir verändern, damit wir künftig die Zahl unserer „Fans“ steigern können? 2.262 Rückmeldungen haben wichtige Punkte identifiziert, in denen wir das Kundenerlebnis verbessern können.  Dabei werden individuelle Themen einzelner Beraterinnen oder Berater sowie von Teams ebenso geklärt wie eventuelle strukturelle Probleme unserer Prozesse. Beispielsweise haben wir den Weg für Kunden vereinfacht, auf das pushTan-Verfahren im Onlinebanking umzustellen. Aufgrund der Erkenntnisse im Pilottest wurde entschieden, das   Befragungssystem schrittweise flächendeckend in der Sparkasse einzuführen.

Darüber hinaus haben wir in der mehrstufigen Studie „Klimaschutz in der Region Hannover – Wie klimabewusst lebt die Region?“ in Kooperation mit der Stadt und der Region Hannover Bürgerinnen und Bürger der Region Hannover befragen lassen, was sie an Klima- und Umwelthemen bewegt und interessiert. Die Haupterkenntnisse daraus waren, dass, unabhängig vom Alter der Befragten, bei allen der Klimaschutz im Alltag angekommen ist. Mobilität, Müllvermeidung und Konsum werden dabei besonders häufig mit Klimaschutz in der Region Hannover in Verbindung gebracht. Allerdings ist den Befragten die Verbindung von Finanzen und Klimaschutz weiterhin weitgehend unklar. Für 2021 planen wir daher Informationsformate für unterschiedliche Kundengruppen zum Thema Nachhaltigkeit und nachhaltige Geldanlagen. Zum Start haben wir bereits unsere sozialen Kanäle für die Sensibilisierung für Umwelt- und Klimaschutzthemen genutzt. Unsere Studienergebnisse haben wir hier genauso zielgruppengerecht aufbereitet wie ausgewählte Umweltthemen in Form unseres Klimaquiz.

Über unsere Auftritte in den sozialen Medien erreichen uns darüber hinaus regelmäßig und oft kurzfristig relevante Impulse, anhand derer wir einen Eindruck darüber erhalten, welche Themen unsere Kundinnen und Kunden aktuell bewegen. 2020 gab es, wie auch schon im Vorjahr, keine Themenschwerpunkte. Vereinzelt haben uns Impulse zum Rückbau der Standorte mit Kasse, zu Warte- und Bearbeitungszeiten, zu unseren Girokontenpreisen, zur S-Kreditkampagne und zu unserer Nachhaltigkeitsserie erreicht. Positiv wurden Formate mit Kolleginnen und Kollegen aus unserer Belegschaft sowie die Serie #gemeinsamfuerhannover wahrgenommen. In dieser Serie zeigten wir exemplarisch unser Krisen-Engagement für die regionale Wirtschaft während der Corona-Pandemie.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Unsere Nachhaltigkeitsleistungen sollen zukünftig noch stärker im Kerngeschäft erbracht werden. Insgesamt ist es dabei schwierig, Nachhaltigkeitsauswirkungen unserer Produkte und Dienstleistungen zu messen und damit die Auswirkungen unserer wesentlichen Dienstleistungen auf soziale und ökologische Aspekte darzustellen. In 2020 haben wir unser Angebot an nachhaltigen Geldanlagen stetig weiter ausgebaut. Uns ist bewusst, dass wir als Teil des Finanzwesens durch die Finanzierung nachhaltiger Prozesse, Technologien und Unternehmen einen wichtigen Hebel darstellen können. Auch von unseren Kundinnen und Kunden wird Nachhaltigkeit bei Investments und Anlagen immer stärker nachgefragt. In der privaten Baufinanzierung und Immobilienvermittlung nehmen wir das Thema Klimaschutz verstärkt auf. Unsere seit 2017 bestehende Kooperation mit der Klimaschutzagentur Region Hannover haben wir weitergeführt und den auslaufenden Vertrag verlängert. Unsere privaten Kundinnen und Kunden erhalten im Rahmen der Baufinanzierungsberatung bei Interesse Beratungsgutscheine der Klimaschutzagentur für eine kostenlose Vor-Ort-Beratung. Bei der Energieberatung und der Hauskaufberatung geht es um Modernisierungsmöglichkeiten, Einsparpotenziale und den Einsatz erneuerbarer Energien. Mit dem gezielten Hinweis auf Beratungsangebote der Klimaschutzagentur (z.B. Energie-Effizienz-Check oder Solar-Check), auf Veranstaltungen mit „Best-Practice-Beispielen“ und auf passende Förderprogramme wollen wir unsere Kundinnen und Kunden unterstützen, in Energieeffizienz zu investieren, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Durch diese Kooperation mit einer kompetenten Partnerin im Bereich Klimaschutz ergänzen wir unser Angebot, sensibilisieren unsere Kundinnen und Kunden für die Thematik und fördern den Klimaschutz in der Region.

Mit unseren Eigenanlagen – dem Depot A – haben wir direkten Einfluss darauf, wie die Investitionen getätigt werden. Unsere seit 2013 definierten strikten Ausschlusskriterien haben wir 2019 überarbeitet und weiter präzisiert. Daraus hervorgegangen sind unsere umfassenden „Nachhaltigkeitsleitlinien“ für den Eigenhandel. Auf Basis dieser Nachhaltigkeitsleitlinien erstellt für uns jährlich die imug Beratungsgesellschaft eine Blacklist mit Emittenten, die gegen unsere Anlagepolitik verstoßen und in die wir dementsprechend nicht investieren wollen.  Wir haben uns zu einer jährlichen Überprüfung und gegebenenfalls Überarbeitung dieser Nachhaltigkeitsleitlinien verpflichtet. Die diesjährige Überprüfung hat die aktuellen Filterkriterien für Unternehmensaktivitäten und -verhalten bestätigt. Neu wurde das Filterkriterium Arctic Drilling und Fracking integriert, das von der Ratingagentur imug neu eingeführt worden ist. Geschäftsmodelle, die überwiegend auf der Öl- und Gasgewinnung aus Fracking oder in arktischen Gebieten bestehen, werden wir nicht unterstützen.

Auch unseren nachhaltigen Sparkassenbrief N+ bieten wir unseren Kundinnen und Kunden weiterhin für die Geldanlage an. Bei diesem hauseigenen nachhaltigen Produkt wird sichergestellt, dass das Geld unserer Kundinnen und Kunden ausschließlich in Kredite investiert wird, die einen nachhaltigen Verwendungszweck haben. Diese Mittelverwendung wird dokumentiert und jährlich veröffentlicht. In Verbindung mit dem Sparkassenbrief N+ haben wir uns als weiteren Beitrag verpflichtet, jährlich 100.000 Euro für die Förderung von Umweltschutzprojekten in der Region Hannover zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich erhöhen wir für jeweils 10 Millionen Euro angelegte Kundengelder in unserem Sparkassenbrief N+ unseren Fördertopf für ausgewählte Umweltprojekte in unserem Geschäftsgebiet um 1.000 Euro. Das ermöglicht uns, vielfältige wertvolle Projekte zu unterstützen. So fördern wir beispielsweise die Anschaffung von Lastenrädern für Kleinunternehmer oder unterstützen die Fortbildungen von pädagogischen Fach- und Lehrkräften in Kitas, Horten und Grundschulen zum Thema Klimaschutz und Ernährung im Rahmen der „Multiplikatorenfortbildung „Klimaschutz und Ernährung“. Das Aktionsprogramm der Landeshauptstadt und Region Hannover mit dem Titel „Gute Lebensmittel für Alle“ und die Anlage von Blühstreifen und einer Modellgartenanlage sind weitere Beispiele unserer Förderung.

Die imug Beratungsgesellschaft überprüft jährlich für den Sparkassenbrief N+, ob wir als Kreditinstitut nachhaltig wirtschaften, die Einlagen in nachhaltige Projekte investierten und ob wir über die Mittelverwendung transparent berichten. Das bescheinigt sie uns mit dem Label „imug-Nachhaltigkeitscheck“.

Unseren Kundinnen und Kunden bieten wir in Beratungsgesprächen die Nachhaltigkeitsfonds der Deka-Gruppe und andere ausgewählte nachhaltige Fonds als Produktalternativen an. Dieses Angebot bauen wir sukzessive aus.

Bei dieser Art von Wertschöpfung von Finanzdienstleistungen ist der Aspekt der Ressourcennutzung als eher gering einzustufen.

Im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsmanagements arbeiten wir mit einem kleinen Team aus allen relevanten Fachabteilungen zusammen. Da hier alle Fäden in wenigen Händen zusammenlaufen, haben wir auf die Formulierung eines impliziten Innovationsprozesses für Nachhaltigkeitsthemen verzichtet. Die permanente Weiterbildung wird u.a. durch die Teilnahme an Fachseminaren und (Online-) Veranstaltungen sowie das Lesen von Fachliteratur und Fachnewslettern sichergestellt.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Unsere Eigenanlagen werden zu 100% einem Screening nach unseren Nachhaltigkeitsleitlinien unterzogen. Diese beinhalten Filter für kritische Unternehmensaktivitäten sowie Filter für kontroverses Unternehmensverhalten. Zur Beurteilung kritischer Unternehmensaktivitäten ziehen wir Filter zu diversen Bereichen heran, wie z.B. Rüstung, Kohle, Teersande und Ölschiefer, Atomkraft und Glücksspiel. Den Bereich Arctic Drilling und Fracking haben wir in unserer Überarbeitung im Jahr 2020 ergänzt. Bei Adressen, die aufgrund ihrer geringen Größe oder mangels Börsennotiz nicht dem untersuchten Anlageuniversum unseres externen Partners unterliegen, finden die von uns formulierten Ausschlusskriterien ebenfalls Anwendung.

Ein Ziel unserer Nachhaltigkeitsleitlinien ist es, nicht nur in nachhaltig wirtschaftende Unternehmen zu investieren, sondern wir wollen durch gezielte Geldanlagen Unternehmen unterstützen, die sich nach unseren Kriterien zu nachhaltigen Unternehmen entwickeln oder noch nachhaltiger in ihrem wirtschaftlichen Handeln werden wollen als bisher. Unsere neuen Leitlinien sind zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten und am Jahresende bereits zum ersten Mal überarbeitet und weiterentwickelt worden. Darüber hinaus haben wir zur Analyse der Wirksamkeit unserer Nachhaltigkeitsleitlinien einen sogenannten Portfoliocheck beauftragt. Einmal jährlich analysiert die Ratingagentur imug die den Filterkriterien unterliegenden Depot-A-Portfolien. Durch den Vergleich unserer Nachhaltigkeitsperformance im Zeitverlauf sowie im Vergleich mit einer Benchmark können wir wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit und eventuellem Handlungsbedarf erkennen.

Die imug Beratungsgesellschaft liefert uns hierzu regelmäßig eine Liste mit nicht investierbaren Unternehmen („Blacklist“) aus der Vigeo-Eiris-Datenbank, die Unternehmen enthält, welche gegen die Nachhaltigkeitsleitlinien der Sparkasse Hannover verstoßen. Neuanlagen in diese Unternehmen erfolgen nicht; bestehende Positionen werden veräußert oder laufen aus. Im Laufe des Jahres 2020 wurden vor dem Hintergrund der aktualisierten Blacklist Papiere zweier Emittenten veräußert: eine über das Filterkriterium „kontroverse Waffen“ und eine über das Kriterium „Tabak“.