5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Grundlage für die dezentrale Umsetzung unseres Nachhaltigkeitsprogramms ist die Steuerung durch eine funktionierende Governance-Struktur. Sie besteht aus dem Sustainability Office, dem Sustainability Board und dem Nachhaltigkeitsbeauftragten. Gemeinsam entwickeln sie das Nachhaltigkeitsmanagement der GIZ weiter. Die Mitarbeiter*innen des Sustainability Office beraten und unterstützen darüber hinaus die Unternehmenseinheiten und die Außenstruktur beim Thema Nachhaltigkeit und stellen den Wissenstransfer innerhalb der GIZ sicher. Die übergeordnete Verantwortung beim Thema Nachhaltigkeit liegt bei der Vorstandssprecherin. Sie steht dem Sustainability Board aus Leitungen verschiedener Unternehmensbereiche vor. Die GIZ unterstreicht damit die herausragende Bedeutung, die sie dem Nachhaltigkeitsmanagement beimisst.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Orientierung zur Reisenotwendigkeit
Die GIZ hat sich dem Grundsatz der Reisevermeidung verpflichtet. Dies beinhaltet die systematische Prüfung der Reisenotwendigkeit. Damit stellen wir sicher, dass wir nur dann eine Reise antreten, wenn diese zwingend notwendig und nicht durch andere Formate ersetzt werden kann. Zur Abwägung der Reisenotwendigkeit hat das Unternehmen Leitplanken in Form einer Orientierung formuliert.

Nachhaltigkeitsrichtlinie der GIZ

Wir haben unsere Nachhaltigkeitsstandards und unsere Grundsätze des Nachhaltigkeitsmanagements in unserer Nachhaltigkeitsrichtlinie festgeschrieben. Dieser Richtlinie folgen wir intern als Unternehmen und bei der Umsetzung der beauftragten Projekte. In der Nachhaltigkeitsrichtlinie haben wir auch festgelegt, wie Umwelt- und Sozialstandards in unseren Vorhaben eingehalten werden, um nationalem Recht in den Kooperationsländern sowie den Verpflichtungen aus internationalen Vereinbarungen nachzukommen.

Risikomanagement
Die GIZ erfüllt mit ihrem Risikomanagement-System sowohl die gesetzlichen Anforderungen als auch Anforderungen unterschiedlicher Auftraggeber. Dieses stellt unternehmensweit einen systematischen Umgang mit Risiken sicher und ist Teil des internen Regelwerks der GIZ. Zur Orientierung der Mitarbeiter*innen hat der Vorstand der GIZ Ende November 2021 über eine Risikopolitik entschieden. Die Risikopolitik beschreibt die grundlegende Haltung der GIZ zum Umgang mit Risiken, zeigt auf, dass das Eingehen von Risiken zur Erreichung der Ziele der GIZ unerlässlich ist und bestärkt die Mitarbeiter*innen und Führungskräfte darin, unternehmerisch zu handeln.  

Die Gruppe Risikomanagement in der Stabsstelle Unternehmensentwicklung fragt halbjährlich unternehmensweit neue Risiken und Veränderungen bekannter Risiken in einem Bottom-Up Prozess ab, welcher alle Managementebenen einbindet. Unabhängig von dieser Abfrage können die Organisationseinheiten jederzeit Ad-hoc-Risiken melden. Ziel des Risikomanagements der GIZ ist es, Risiken vorausschauend zu erkennen und auf der sachnächsten Ebene zu steuern. So verhindert das Unternehmen, dass Ziele verfehlt und Leistungen nicht wie vereinbart erbracht werden können. Sollten die Risiken nicht auf sachnächster Ebene gesteuert werden können, werden sie an die nächsthöhere Managementebene eskaliert.  

Der Risikomanagement-Ausschuss (RMA) und das Risikomanagement-Gremium (RMG) der GIZ befassen sich im Auftrag des Vorstands mit den Risiken, die für das Gesamtunternehmen relevant sind. Das RMG diskutiert die Risikosituation des Unternehmens und stellt fest, ob es Entwicklungen gibt, die seinen Fortbestand gefährden könnten. Bei Bedarf empfiehlt das RMG dem Vorstand Ansätze zum Umgang mit diesen Risiken.  

Für bestimmte Themen, die nicht bei einer Facheinheit liegen, hat die GIZ darüber hinaus eindeutige und verbindliche Compliance-Themenverantwortungen definiert und übertragen. Dadurch wird sichergestellt, dass im Unternehmen keine Verantwortungslücken bestehen. Neben der halbjährlichen Risiko-Abfrage findet zusätzlich eine Abfrage der Compliance-Themenverantwortlichen statt (z. B. zu den Themen Menschenrechte und Anti-Korruption).

Auf Ebene der Vorhaben gibt es ein gesondertes Safeguards+Gender Managementsystem, welches Risiken bereits in der Angebotserstellung identifiziert und Steuerungsmaßnahmen etabliert. Das Safeguards+Gender Managementsystem der GIZ dient damit sowohl einem verbesserten Risikomanagement als auch der Sicherstellung der Projektziele.

Zentrale Chancen und Risiken finden sich unter Kriterium 2 „Wesentlichkeit“.

Safeguards+Gender Managementsystem
Projekte der internationalen Zusammenarbeit sollen vorab definierte, positive Wirkungen erzielen. Zusätzlich können sie aber nicht beabsichtigte Nebenwirkungen - sogenannte nicht intendierte negative Wirkungen - hervorrufen. Um diese zu verhindern oder zumindest zu minimieren, werden Projekte aller Auftraggeber bereits in der Planungsphase einer Prüfung im Rahmen des Safeguards+Gender Managementsystems der GIZ unterzogen. Als Safeguards werden in internationalen Rahmen Absicherungsmaßnahmen im Sinne von Schutzmechanismen bezeichnet. In der GIZ wurden fünf Safeguards-Themen definiert, so dass mögliche Wirkungen in Bezug auf Umwelt und Klima (Minderung von Treibhausgasen und Anpassung an den Klimawandel), Konflikt- und Kontextsensibilität, Menschenrechte sowie Gleichberechtigung der Geschlechter analysiert werden. So werden Risiken frühzeitig erkannt, geeignete Management-Ansätze identifiziert und in das Projektkonzept eingebracht.

Das Safeguards+Gender Managementsystem für Vorhaben aller Auftraggeber stellt die Anwendung des Leitprinzips der Nachhaltigkeit bei allen GIZ-Aufträgen und für alle Arbeitsfelder sicher und damit auch die Umsetzung der GIZ-Nachhaltigkeitsrichtlinie und der Genderstrategie.  

Falls das Safeguards+Gender Managementsystem Risiken identifiziert, werden diese durch das Risikomanagement auf Ebene der Vorhaben gesteuert. Mit Hilfe dieses Systems wurden im Jahr 2021 insgesamt 313 Projektvorschläge geprüft und in der Folge risikominimierende Anpassungen identifiziert. 27 Projekte wurden der höchsten Risikostufe zugewiesen. Diese Einstufung hat zur Folge, dass der Vorstand der GIZ der Durchführung des Projekts zustimmen muss und dass die Entwicklung der Risiken sowie Anpassungen im Verlauf der Projektdurchführung regelmäßig überprüft werden. Das Safeguards+Gender Managementsystem der GIZ dient damit sowohl einem verbesserten Risikomanagement als auch der Sicherstellung der Projektziele.  

Die detaillierten Ergebnisse der Risikobewertung dienen der GIZ als internes Steuerungsinstrument. Sie werden nicht veröffentlicht, da sie auf sensiblen Informationen basieren und ihre Veröffentlichung unter Umständen den Erfolg der Projekte gefährden könnte.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Zu allen Unterzielen des Nachhaltigkeitsprogramms haben wir aussagekräftige Indikatoren definiert. Im Folgenden sind ein paar Indikatoren beispielhaft aufgeführt:  
Die Qualität der Umweltdaten für das Inland wird über das EMAS-Umweltmanagementsystem sichergestellt. Durch einen systematischen Datenerhebungsprozess werden alle relevanten Umweltdaten gesammelt und anhand der dokumentierten Information erfasst sowie berechnet. Die Berechnung unterstützt ein externer Dienstleister. Die Daten werden plausibilisiert und in internen sowie externen Prüfungen stichprobenartig geprüft.

Im Ausland arbeiten wir mit Daten aus dem GIZ-eigenen Corporate Sustainability Handprint (Siehe Kriterium 12), die uns aus den Landesbüros zugeliefert werden. Die primäre Qualitätskontrolle ist die Plausibilisierungsphase der Datensätze aus der Außenstruktur, die vom Sustainability Office der GIZ durchgeführt wird. Jedes Datenblatt wird systematisch geprüft und kritische Punkte werden anschließend mit den vor Ort zuständigen Personen adressiert.


Die konkreten Fortschritte für das erste Programmjahr werden in einem systematischen Monitoring ermittelt und  2022 in den Unternehmensbericht aufgenommen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Das Nachhaltigkeitsverständnis der GIZ ist in der Nachhaltigkeitsrichtlinie beschrieben: Nachhaltigkeit ist das Leitprinzip der GIZ und zentrale Voraussetzung für ihren Beitrag zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft.  

Die GIZ und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Überzeugung, dass nur das Zusammenspiel von wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, sozialer Verantwortung und ökologischem Gleichgewicht auch künftigen Generationen ein Leben in Sicherheit und Würde ermöglicht – auch und gerade in Zeiten verstärkter Kurzfristigkeit von Entscheidungen und Handlungserfordernissen. Politische Teilhabe – im Nachhaltigkeitsprogramm 2016-2020 noch als vierte Dimension enthalten – begreift die GIZ als Grundvoraussetzung, die nachhaltige Entwicklung in den anderen drei Dimensionen erst ermöglicht. Dies spiegelt die Bedeutung von Kooperation und Mitbestimmung in ihrer Arbeit wider. Die Ziele in den verschiedenen Dimensionen führen in der Realität auch zu Zielkonflikten. Lösungen dafür müssen in Aushandlungsprozessen zwischen allen Beteiligten unter Berücksichtigung aller Nachhaltigkeitsdimensionen gefunden werden. Sie professionell auszugestalten ist eines der zentralen Handlungsfelder der GIZ und eine wichtige Voraussetzung für Nachhaltige Entwicklung.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Nachhaltiges Engagement kann nur wirken, wenn es aus Überzeugung geleistet wird. Die GIZ gibt ihren Mitarbeitenden und Führungskräften daher keine festgelegten Nachhaltigkeitsziele vor. Gleichwohl hat sie Anreizsysteme für individuelle Zielsetzungen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen.  

In der Orientierung zum Mitarbeiterengagement im Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements von 2019 wird Mitarbeitenden die Möglichkeit gegeben, individuelle Mitarbeiterziele mit ihrer Führungskraft zu Nachhaltigkeit zu vereinbaren.

Die getroffenen Vereinbarungen sind relevant für die jeweilige Vergütungsentwicklung. Im Nachhaltigkeitsprogramm 2021-2025 haben wir das Ziel festgelegt, dass die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit - wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Verantwortung, ökologisches Gleichgewicht - als Orientierung für die Leistungsbewertung dienen sollen.    

Ziele mit Nachhaltigkeitsbezug sind Bestandteil der Zielvereinbarung zwischen Gesellschafterin und Vorstand.

Darüber hinaus hat die GIZ verschiedene Formate entwickelt, um Mitarbeitende bei ihrem Engagement für mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen. 2021 hat das Sustainability Office der GIZ erneut einen Nachhaltigkeitswettbewerb veranstaltet, das außerordentliches Engagement in den Kategorien Klimamanagement & Mobilität, Beschaffung, Menschenrechte, Ressourceneffizienz & Biodiversität sowie nachhaltiges Leben in Zeiten der Pandemie ausgezeichnet hat. Des Weiteren wurde ein Nachhaltigkeitsfonds aufgelegt, mit dem die GIZ beispielhafte Projekte finanziell fördert (weitere Informationen unter Kriterium 18 „Gemeinwesen“).

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Informationen zur Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan finden sich im Public Corporate Governance Bericht 2021 (Kapitel IV. "Vergütungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrates der GIZ im Jahr 2021", S. 3-4) sowie im Jahresabschluss der GIZ 2021 ("Angaben zur Vergütung", S. 43).

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Das Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten im gleichen Land wird 2021 nicht angegeben. Es wird nicht detaillierter berichtet aufgrund von Vertraulichkeitsauflagen sowie potenziellen Auswirkungen auf die persönliche Sicherheit von Auslandsmitarbeitenden.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die komplexen Herausforderungen unserer Welt kann niemand allein lösen. Deshalb suchen wir den Kontakt mit unseren Stakeholdern, die auf unsere Ziele, Arbeitsweisen und Geschäftstätigkeit einwirken. Ihre Meinung ist uns wichtig. Aufgrund unserer Größe und globalen Ausrichtung, aber auch aufgrund unserer Verantwortung als Bundesunternehmen halten wir es für entscheidend, voneinander und miteinander zu lernen. Das hilft, Risiken zu identifizieren, Fehlern vorzubeugen, Vertrauen aufzubauen und stärkt uns wechselseitig.  

Solche Partnerschaften sind relevant, um mit Entwicklungen Schritt zu halten, Themen aus unterschiedlicher Perspektive zu betrachten, Chancen zu nutzen und letztlich vor allem gemeinsam bessere entwicklungspolitische, nachhaltige Wirkungen zu erzielen. 

Wer sind die Stakeholder der GIZ?
Bei der Bestimmung zentraler Anspruchsgruppen für einen Stakeholder-Austausch orientiert sich die GIZ seit 2018 am Stakeholder Engagement Standard von AccountAbility (AA1000SES). Daraus ergeben sich die folgenden Gruppen und Stakeholder:
Stakeholdergruppen der GIZ


Wie tauschen wir uns mit unseren Stakeholdern aus?  
Seit 2016 führen wir einen Stakeholder-Dialog durch, um die Anforderungen und Erwartungen von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft an das Nachhaltigkeitsmanagement der GIZ sowie die Kritik daran zu ermitteln. Die Ergebnisse dieses Stakeholder-Dialogs spielen eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung unseres Nachhaltigkeitsprogramms. Der Stakeholder-Dialog wurde bislang alle zwei Jahre abgehalten und fand zuletzt 2020 statt. Grundlage für die Diskussionen bilden jeweils wesentliche Nachhaltigkeitsthemen, die wir im Vorfeld systematisch ermitteln. 2020 haben wir uns im Rahmen des Stakeholder-Dialogs mit unseren Partnern und Auftraggebern dazu ausgetauscht, was sie von uns in den kommenden Jahren erwarten und bei welchen Nachhaltigkeitsthemen sie unser größtes Potenzial sehen. Die Ergebnisse des Dialogs sind im „Ergebnisbericht des GIZ Stakeholder-Dialogs 2020“ festgehalten. Der nächste Stakeholder-Dialog wird im Jahr 2023 stattfinden.

Zusätzlich nutzen wir unterschiedliche Formate für den Austausch mit den einzelnen Stakeholdergruppen und bauen die daraus gewonnenen Erkenntnisse in unsere Strategie und unsere tägliche Arbeit ein.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Die Einschätzungen unserer Stakeholder geben uns wertvolle Hinweise für die Schwerpunkte unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten. So werden wir zum Beispiel weiter daran arbeiten, unsere Treibhausgasemissionen zu vermeiden, zu vermindern und zu kompensieren und bei unserem Einkauf von Sachgütern und Dienstleistungen, etwa in der Projektarbeit, höchste Nachhaltigkeitskriterien anzuwenden. Dies haben wir im Nachhaltigkeitsprogramm 2021-2025 festgehalten. Außerdem bilden die so genannten wesentlichen Themen die Grundlage für die Nachhaltigkeitsberichterstattung der GIZ. Dies entspricht den Standards der Global Reporting Initiative (GRI).

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

ERFAHRUNGEN TEILEN, QUALITÄT SICHERN

Unser Verständnis von Qualität

Für die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit unserer Arbeit spielt Qualität eine zentrale Rolle. Unser Verständnis von Qualität ist dabei an internationale Standards angelehnt. Darüber hinaus nutzen wir die Verfahren des Managementmodells Capacity WORKS, ergänzt durch Monitoring und Evaluierung. Unsere Arbeit unterliegt zudem regelmäßigen externen Prüfungen. Qualität zeichnet sich aus durch positive Wirkungen. Unser Qualitätsverständnis ist außerdem geprägt durch:
Jedes dieser Qualitätsmerkmale ist mit Verfahren, Instrumenten und Prozessen verbunden, die auf die entsprechenden Bedarfe ausgerichtet sind. In ihrer Gesamtheit sind sie im Qualitätshaus abgebildet, dem internen Referenzrahmen für das Qualitätsverständnis der GIZ.

Dezentrales Qualitätsmanagement

Unser Qualitätsmanagement und die dahinterliegenden Verfahren und Anforderungen sind dezentral verankert. Verantwortlich sind die jeweiligen Organisationseinheiten. Hauptakteure für die Qualität unserer Leistungserbringung in den Vorhaben sind die Auftrags- und Durchführungsverantwortlichen mit ihren Fach- und Führungskräften. Sie sind in besonderer Weise verpflichtet, die Qualität unserer Arbeit sicherzustellen. Qualitätsmanagement ist eine Führungsaufgabe. Nichtsdestoweniger tragen selbstverständlich alle Mitarbeiter*innen mit ihrer täglichen Arbeit dazu bei. Denn Qualitätssicherung ist ein fortlaufender Prozess, der niemals endet. Indem wir regelmäßig Mitarbeiter*innen, externe Stakeholder*innen und Auftraggeber*innen befragen und die Ergebnisse dieser Befragungen systematisch analysieren und darauf aufbauend Maßnahmen entwickeln, verbessern wir unsere Qualität kontinuierlich. Ein weiteres internes Qualitätsinstrument sind unternehmensstrategische Evaluierungen, die evidenzbasierte Entscheidungen, Veränderungen und Lernprozesse sowohl auf der strategischen als auch auf der operativen Ebene ermöglichen, um damit die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungserbringung sowie der Veränderungsprozesse des Unternehmens zu erhöhen. 

Externe Qualitätskontrolle

Die GIZ unterliegt einer jährlichen externen Qualitätskontrolle durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das BMZ wählt 50 Vorhaben der GIZ stichprobenartig aus und überprüft ihre Qualität anhand spezifischer Kriterien. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Einhaltung der BMZ-Vorgaben zu Planung und Durchführung dieser Vorhaben. Die Prüfkriterien sind:
Die Qualitätskontrolle durch das BMZ ist deshalb wichtig, weil hier Prüfer*innen einen Blick von außen auf unsere Projekte werfen. Im Jahr 2021 fand die externe Qualitätskontrolle zum neunten Mal statt. Im Fokus standen dabei die Prüfkriterien Wirtschaftlichkeit und Zielsystem. GIZ und BMZ analysieren die Ergebnisse und besprechen eventuell notwendige weitere Schritte. Damit sichern wir ein gemeinsames Verständnis unserer Zusammenarbeit sowie eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung unserer Arbeit.

Lernen und Innovation

Die GIZ versteht sich als Lernende Organisation. Das heißt, sie setzt Wissen und Lernprozesse zum einen für Innovation und die strategische Weiterentwicklung ihrer Leistungen ein, reflektiert darüber hinaus aber auch handlungsleitende Grundsätze, um sich agil auf wandelnde Rahmenbedingungen einstellen zu können. Dieser Ansatz ist einerseits in Capacity WORKS, unserem Management-Tool für die Steuerung und Durchführung unserer Aufträge, im Erfolgsfaktor „Lernen und Innovation“ verankert. Darüber hinaus wurde 2021 ein neuer Orientierungsrahmen für Wissensmanagement und Lernen in Zeiten digitaler Transformation entwickelt, der grundlegende Prozesse zur Schaffung, Verfügbarmachung und Nutzung von Wissen beschreibt und damit zeitgemäße Richtlinien zum individuellen und organisationalen Lernen vorgibt. Er betont die Aspekte Diversität, Transparenz und Vernetzung im Umgang mit Wissen und trägt damit zur Gestaltung einer Unternehmenskultur bei, in der das Teilen von Erfahrungen und das gemeinsame Entwickeln von Wissen im Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinweg zur Basis unseres Arbeitens wird.

Sichtbar wird dies unter anderem in den Angeboten zu Weiterbildung und Qualifizierung der Akademie für Internationale Zusammenarbeit, die Mitarbeiter*innen und Führungskräfte der GIZ beim Lernen unterstützen. Hier werden zunehmend Angebote des selbstgesteuerten, kollektiven und arbeitsplatznahen Lernens definiert, die Einzelne befähigen und zugleich eine Lernkultur im Unternehmen verankern.

Der Orientierungsrahmen wurde von der “Allianz Wissen und Lernen” – einem agilen, bereichsübergreifenden Netzwerk zur Steuerung von Wissensmanagement und Organisationalem Lernen – entwickelt. Er greift zentrale Elemente des strategischen Projekts „Kooperation und Führung“ (KuF) auf, das seit 2017 Lernen, Selbstreflektion und Kooperation im Unternehmen stärkt. Im Rahmen von KuF wurden vier Prinzipien für die Zusammenarbeit innerhalb der GIZ entwickelt, die heute Teil unseres Unternehmensleitbilds sind. Eines davon lautet „Experiment & Innovate“. Es steht für Mut zum Ausprobieren und zum Scheitern. Wir wollen aus Fehlern möglichst frühzeitig lernen, damit Zeit zum Richtungswechsel bleibt. In einer durch steigende Komplexität und rapide Beschleunigung gekennzeichneten Welt ist es manchmal unvermeidbar, dass bis dato erfolgreiche Ansätze nicht mehr funktionieren. Wichtig ist, sich dies einzugestehen.

“Experimentieren und Innovation” steht auch im Zentrum des Innovationsfonds, dem GIZ-internen Call for Ideas, der seit 2017 jährlich ausgerufen wird. 2021 hatte der Innovationsfonds den Fokus “Build Back  Better –  Our contribution to a transformative recovery post COVID-19". Hier wurden die besten Ideen gesucht für zukunftsweisende Beratungsansätze und Serviceleistungen zur Unterstützung nachhaltiger Entwicklungswege bei der Überwindung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Effekte der Covid-19-Krise.  

Wie unsere Arbeit wirkt - Weltweit
Weltweit für eine lebenswerte Zukunft arbeiten – das ist das, was uns tagtäglich antreibt, gemeinsam mit unseren Auftraggebern und Partnern vor Ort. Um den Erfolg unserer Arbeit transparent und verständlich aufzubereiten und zu kommunizieren, werden jährlich aggregierte Wirkungsdaten erfasst.   Mit ihren Aufträgen an die GIZ verfolgen die Auftraggeber klare Ziele, die regelmäßig von uns überprüft werden. Darüber hinaus erheben wir so genannte aggregierte Wirkungsdaten: Sie stellen projekt- und länderübergreifend dar, welche Wirkung unser Engagement in bestimmten Bereichen, wie zum Bespiel Wasserversorgung oder Berufsbildung rückwirkend erzielt hat. Diese Wirkungsdaten werden anhand von Aggregationsindikatoren erhoben, die auf den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) beruhen und anschließend global zusammengefasst werden. Da die Daten öffentlich zugänglich sind, unterstützen sie auch die internationalen Bemühungen für mehr Transparenz, Wissens- und Erfahrungsaustausch. Darüber hinaus treten wir über die aggregierten Wirkungsdaten in den Dialog mit unseren Partnern und Auftraggebern sowie der interessierten Öffentlichkeit.  

Die globale Erfassung der Wirkungsdaten fand im Jahr 2021 bereits zum sechsten Mal statt. 1.115 Projekte berichteten über ihre Wirkungen, das entspricht etwa 95 Prozent aller abgefragten Vorhaben.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

100% der Finanzanlagen der GIZ durchlaufen eine Auswahlprüfung nach Umwelt- und sozialen Faktoren in Kombination von Ausschlusskriterien und einem Best-in-Class-Ansatz.