5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die FMG hat die Verantwortlichkeiten für Nachhaltigkeit eindeutig definiert. Die Steuerung von Nachhaltigkeit erfolgt bei der FMG zentral durch das strategische Nachhaltikeitsmanagement im Unternehmensbereich Konzernentwicklung. Es bündelt die konzernweiten Nachhaltigkeitsaktivitäten und gibt die strategische Stoßrichtung vor.  

Für eine nachhaltige Konzernentwicklung hat die FMG Ziele innerhalb der strategischen Handlungsfelder definiert. Diese werden als konkrete Initiativen und Maßnahmen im Nachhaltigkeitsprogramm abgebildet. Während die Geschäftsführung und die Fachbereiche die Erreichung der Ziele verantworten, sind alle Führungskräfte der ersten und zweiten Ebene für deren Umsetzung zuständig. Abhängig vom Erfolg errechnet sich dann deren variable Vergütung. Mit einer internen Managementberichterstattung überprüft die FMG quartalsweise die Zielerreichung. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die strategischen Zielsetzungen in der täglichen Arbeit umgesetzt werden.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.


Nachhaltiges Handeln/Wirtschaften wurde langfristig in der FMG verankert: basierend auf externen Standards (z.B. GRI Standards, IIRC-Rahmenkonzept, DNK) werden konkrete Nachhaltigkeitsaktivitäten abgeleitet und durch interne Maßnahmen (u. a. Digitalstrategie), Kommunikationsmaßnahmen (integrierter Bericht, Nachhaltigkeitskonferenzen, Workshops) und externe Maßnahmen (u. a. Stakeholder-Dialog, Vorträge, Veröffentlichungen) umgesetzt. Gleichzeitig werden übergeordnete Standards und gesellschaftliche Ansprüche zur Ermittlung relevanter Einflüsse und Werttreiber genutzt und dienen damit der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells.  

Die zentralen Nachhaltigkeitsthemen für die FMG werden durch eine jährlich stattfindende Onlinebefragung der Anspruchsgruppen ermittelt und mit den Ergebnissen einer Befragung der Konzern-Führungskräfte abgeglichen. Die Wesentlichkeitsmatrix stellt die Themen priorisiert und anschaulich dar. Im Nachhaltigkeitsprogramm sind kurz- und mittelfristige Ziele, Initiativen und Maßnahmen für die Themenfelder konkretisiert. Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen obliegt den zuständigen Fachbereichen. Die Konzernabläufe sind überwiegend in Organisationshandbüchern niedergeschrieben, zum Beispiel wird so die Einhaltung des öffentlichen Vergaberechts in der Beschaffung transparent und nachvollziehbar geregelt.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Der Flughafen München misst die Leistung seiner Führungskräfte mithilfe finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen. Die bedeutsamsten sind die Kennzahlen zur unternehmerischen Nachhaltigkeit und zur Qualität. Entsprechend decken das Ergebnis vor Steuern (EBT) die ökonomische und die CO2-Einsparungen die ökologische Perspektive des klassischen Nachhaltigkeitsmanagements ab. Mit dem Passagiererlebnisindex (PEI) bestimmt der Flughafen München die Erreichung der Qualitätsziele, die als strategische Stoßrichtung die Steigerung der Kundenzufriedenheit vorsehen. Um die Relevanz der bedeutsamsten Leistungsindikatoren für Stakeholder zu ermitteln und regelmäßig zu bestätigen, befragt die FMG jedes Jahr interne und externe Anspruchsgruppen.

Ergebnis vor Steuern (EBT)
Die Ergebnisziele der Führungskräfte werden auf Basis des Ergebnisses vor Steuern (EBT) formuliert. Das EBT ist die Ausgangsgröße zur Bestimmung der Ertragskraft. Es handelt sich um das Konzernergebnis vor Ertragsteuern, ermittelt unter Anwendung der Internationalen Rechnungslegungsstandards in ihrer durch die Europäische Kommission in europäisches Recht übernommenen Fassung.

CO2-Einsparungen
Mit der Kennzahl CO2-Einsparungen (in Tonnen) kann nicht nur die Reduktion von Treibhausgasemissionen gemessen werden, auch Faktoren wie die Schonung von Ressourcen oder der effiziente Einsatz von Energie lassen sich damit berücksichtigen. Der Flughafen München hat sich Ende des Jahres 2016 als neues Klimaziel gesetzt, den Flughafen ab dem Jahr 2030 CO2-neutral zu betreiben. Mindestens 60 % der Emissionen sollen effektiv eingespart und der verbleibende Rest mit hochwertigen Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden. In die Betrachtung fließen die durch Energiebereitstellung und Kraftstoffverbrauch vom Flughafen München selbst verursachten Emissionen (Scope 1) und die Emissionen aus der zugekauften Energie (Scope 2) ein.

Passagiererlebnisindex (PEI)
Der PEI ist ein Messmodell für Kundenzufriedenheit, das es dem Flughafen München erlaubt, standortspezifische, an die Bedürfnisse der Zielgruppen angepasste Zielwerte abzuleiten und die Handlungsfelder zur Leistungsverbesserung den vorhandenen Kundenkontaktpunkten zuzuweisen. Aus Gründen der Objektivität ermittelt ein unabhängiger, externer Dienstleister diese Werte. Er erhebt in Primärbefragungen regelmäßig während des gesamten Jahresverlaufs die Zufriedenheit von abfliegenden und ankommenden Passagieren. Auf Monatsbasis und am Jahresende erhält der Flughafen München so zahlreiche Detailinformationen über die Zufriedenheit seiner Fluggäste in elf Kategorien entlang der Passagiererlebniskette. Die ursprünglich für 2020 geplanten Messungen wurden nach Ausbruch der Pandemie für den Rest des Jahres ausgesetzt, da aufgrund der niedrigen Passagierzahlen eine Vergleichbarkeit nicht gegeben gewesen wäre.

Compliance-Management-System
Compliance beinhaltet die Einhaltung aller für den Flughafen München relevanten Gesetze, Vorschriften und Vorgaben, nationaler und internationaler Normen und Standards sowie unternehmensinterner Regelungen und Richtlinien. Der Flughafen München hat dazu ein konzernweites Compliance-Management-System eingerichtet, das die Gesamtheit aller organisatorischen Vorkehrungen, mit denen die Einhaltung der genannten Regeln gewährleistet werden kann, umfasst.Die Konzerneinheit Compliance berichtet regelmäßig an die Geschäftsführung und jährlich an den Aufsichtsrat über den aktuellen Stand des Compliance-Management-Systems.Darüber hinaus werden Compliance-Risiken bei Überschreiten der internen Schwellenwerte im Rahmen der Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung und die Gesellschafter kommuniziert. Es findet ein regelmäßiger Austausch zwischen Risikomanagement und Compliance statt.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Compliance-Management-System
Durch ein Compliance-Management-System wird die Einhaltung aller für den Flughafen relevanten Gesetze, Vorschriften und Vorgaben, nationaler und internationaler Normen und Standards sowie unternehmensinterner Regelungen und Richtlinien gewährleistet. Das konzernweite Compliance- Management-System umfasst die Gesamtheit aller organisatorischen Vorkehrungen, mit denen die Einhaltung der genannten Regeln gewährleistet werden kann.   Die Konzerneinheit Compliance berichtet regelmäßig an die Geschäftsführung und jährlich an den Aufsichtsrat über den aktuellen Stand des Compliance-Management-Systems. Darüber hinaus werden Compliance-Risiken bei Überschreiten der internen Schwellenwerte im Rahmen der Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung und die Gesellschafter kommuniziert. Es findet ein regelmäßiger Austausch zwischen dem Risikomanagement und Compliance statt.

Korruptionsprävention
Die Compliance-Grundsätze und die Geschenke-/Einladungsrichtlinie unterstützen Führungskräfte und Beschäftigte bei einem gesetzeskonformen und ethischen Verhalten am Arbeitsplatz. Sie sind im Intranet veröffentlicht und somit allen Beschäftigten zugänglich. Darüber hinaus verweisen die Grundsätze auf die Beachtung weiterer betriebsinterner Vorgaben wie beispielsweise die Einhaltung des öffentlichen Vergaberechts bei Beschaffungs- und Vergabevorgängen, die Datenschutzorganisation oder die Informationssicherheit. Dadurch werden Prozessabläufe intern und extern transparent und nachvollziehbar. Bei Vergaben und Ausschreibungsverfahren fordert der Flughafen München von Bietern eine Verpflichtungserklärung, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Korruption zu vermeiden. Bei Verstößen sind Sanktionen vorgesehen, zum Beispiel der Ausschluss von der Auftragsvergabe. Die Position des Antikorruptionsbeauftragten wird durch die Leitung der Konzerneinheit Compliance wahrgenommen. Für das Jahr 2020 sind keine bestätigten Korruptionsfälle im Konzern bekannt. Kleinere Betrugsversuche gegen den Flughafen München konnten im Vorfeld unterbunden werden.

Kommunikation und Schulung
Eine Kernaufgabe der Konzerneinheit Compliance ist die Schulung und Beratung der Beschäftigten, der Führungskräfte und der Geschäftsführung der FMG in Compliance-Fragen, um so Compliance-Verstöße bereits präventiv zu verhindern. Alle Mitarbeiter und Führungskräfte werden regelmäßig mit den Compliance-Dokumenten sowie mit ihren Aktualisierungen und Neuerungen vertraut gemacht. Sie müssen deren Kenntnisnahme jährlich persönlich gegenzeichnen. . Infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde die Compliance-Unterweisung der Beschäftigten im Jahr 2020 flexibel sowohl persönlich als auch digital durchgeführt. Die Kenntnisnahme wurde dokumentiert. Die Inhalte des webbasierten Trainings (wbt) Compliance wurden aktualisiert und die Schulung auf den neuesten technischen Stand gebracht. Zur weiteren Steigerung der Compliance-Awareness sind zukünftig alle Mitarbeiter verpflichtet, das wbt Compliance einmal jährlich erfolgreich zu absolvieren. Geschäftsführung und Aufsichtsrat befassen sich in regelmäßigen Abständen mit dem Thema Compliance.

Elektronisches Hinweisgebersystem
Über ein elektronisches Hinweisgebersystem, das Business Keeper Monitoring System (BKMS®) können Mitarbeiter des Flughafens München, Geschäftspartner und auch Kunden Hinweise auf unternehmensschädigendes Verhalten geben. Im Zug der fortschreitenden Globalisierung und Internationalisierung der Geschäftstätigkeiten wird das Hinweisgebersystem fortan auch in englischer Sprache angeboten. Ferner können Dokumente nun auch anonymisiert auf elektronischem Weg zugeleitet werden. Daneben steht die Konzerneinheit Compliance internen und externen Personen auch über weitere Kommunikationswege (Telefon, E-Mail, persönliches Gespräch) als Ansprechpartner bei Hinweisen auf Compliance-Verstöße und zur Beratung zur Verfügung. In den Ausschreibungsunterlagen werden die Interessenten über die Möglichkeit zur Nutzung des BKMS® bei Verdacht auf einen Compliance-Verstoß informiert.

Markenwerte
Als grüne Mobilitätsdrehscheibe trägt der Flughafen München eine besondere Verantwortung – für Mitarbeiter:innen, die Region und unsere Umwelt. Für die Flughafen München GmbH stehen wirtschaftlicher Erfolg und die Erhaltung von Ressourcen im Gleichgewicht mit dem Schutz der Umwelt, sozialem und gesellschaftlichem Engagement. Die Markenwerte Partnerschaft, Verantwortung, Kompetenz & Innovation bilden hierfür die Grundlage – an ihnen orientiert sich deren strategische Positionierung, lässt sich das Unternehmen messen und richten Mitarbeiter:innen ihre Entscheidungen aus.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Geschäftsführung
Die Mitglieder der Geschäftsführung der FMG sind in der Regel fünf Jahre im Amt; eine erneute Bestellung oder Amtszeitverlängerung ist zulässig. Die Geschäftsführung besteht aus drei Mitgliedern und trägt die Verantwortung für die Unternehmenspolitik und die strategische Ausrichtung des Konzerns. Sie legt die Unternehmensbudgets fest und steuert die Geschäftsentwicklung. Die Geschäftsführer der FMG erhalten eine erfolgsunabhängige (Festgehalt) und eine erfolgsabhängige Vergütung mit kurz- und mittelfristiger Anreizsetzung (Tantieme). Die Tantieme ist vor allem an den Konzernjahresüberschuss vor Steuern gebunden.

Während die Geschäftsführung und die Fachbereiche die Erreichung der Ziele verantworten, sind alle Führungskräfte der ersten und zweiten Ebene für deren Umsetzung zuständig. Führungskräfte des oberen Managements verantworten die Initiativen des Nachhaltigkeitsprogramms, Führungskräfte des mittleren Managements die Umsetzung der zugehörigen Maßnahmen. Abhängig vom Erfolg errechnet sich dann deren variable Vergütung. Der Flughafen München misst die Leistung seiner Führungskräfte mithilfe finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen. Die Bedeutsamsten sind die Kennzahlen zur unternehmerischen Nachhaltigkeit und zur Qualität. Mit einer internen Managementberichterstattung überprüft die FMG quartalsweise die Zielerreichung. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die nachhaltigen, strategischen Zielsetzungen in der täglichen Arbeit umgesetzt werden.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Neben individuellen Zielvereinbarungen wird die Leistung der Führungskräfte des Flughafens München an den Kennzahlen EBT (Ergebnis vor Steuern), CO2-Einsparungen und PEI (Passagiererlebnisindex) gemessen.  

Die Geschäftsführer der FMG erhalten eine erfolgsunabhängige (Festgehalt) und eine erfolgsabhängige Vergütung mit kurz- und mittelfristiger Anreizsetzung (Tantieme). Die Tantieme ist vor allem an den Konzernjahresüberschuss vor Steuern gebunden.

Vergütung der Geschäftsführung 2020 (gesamt) in TEUR


Jost Lammers: 733

Thomas Weyer: 498

Andrea Gebbeken: 382

Gesamt: 1.613


In den sonstigen Bezugen sind Sachbezuge, vertragliche Nebenleistungen sowie Einmalzahlungen enthalten. Die Ruckstellungen fur Pensionszusagen an Geschaftsfuhrer betragen TEUR 3.460 (2019: TEUR 7.941). Fruhere Mitglieder der Geschaftsfuhrung und ihre Hinterbliebenen erhielten im Geschaftsjahr 2020 Gesamtbezuge von TEUR 1.071 (2019: TEUR 824). Fur kunftige Pensionsleistungen sowie fur Anwartschaften auf Hinterbliebenenversorgung sind Pensionsruckstellungen in Hohe von TEUR 15.240 (2019: TEUR 10.947) gebildet.

Weiterführende Infos: Finanzbericht  

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Die Flughafen München GmbH ist als Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern e. V. an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gebunden. Die Beschäftigten der FMG erhalten eine betriebliche Altersvorsorge, die tariflich geregelt und über die bayerische Zusatzversorgungskasse für kommunale Arbeitgeber abgedeckt ist. Im März 2020 gab es für die Beschäftigten im Schnitt 1,06 Prozent mehr Gehalt. Die Laufzeit des Tarifvertrags endete am 31. August 2020. Die Ergebnisse der Verhandlungen zum TVÖD  im Herbst 2020 wurden für die Beschäftigten der FMG und AeroGround nicht übernommen. Stattdessen wurde im Dezember ein Notlagentarifvertrag für die deutschen Verkehrsflughäfen abgeschlossen, der den aktuellen äußerst negativen Entwicklungen im Luftverkehr und insbesondere auch am Flughafen München Rechnung trägt. Der Tarifvertrag gilt rückwirkend ab 1. September 2020. Er sieht vor, ab 1. Januar 2022 die Arbeitszeit der Beschäftigten um sechs Prozent reduzieren zu können. Die für die weiteren Beschäftigten im öffentlichen Dienst vereinbarte Lohnerhöhung wird verschoben. Erst ab Oktober 2022 erhalten die Flughafenbeschäftigten 1,4 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 50 Euro. Im Dezember 2020 erfolgte eine Corona-Sonderzahlung, die je nach Entgeltgruppe bis zu 800 Euro betrug.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Konzept des Dialogs für alle zentralen Stakeholder-Gruppen
Die FMG verfolgt ein dreistufiges Konzept des Stakeholder-Dialogs und fördert so Transparenz und gesellschaftliche Akzeptanz. Nur gemeinsam mit allen Anspruchsgruppen kann das Unternehmen kommenden Herausforderungen begegnen.

Die für den Flughafen München relevanten Stakeholdergruppen wurden im Rahmen eines abteilungsübergreifenden Workshops identifiziert, diskutiert und evaluiert. Die Darstellung der Stakeholdergruppen, des Stakeholderdialogs und der Kanäle, über die dieser Dialog stattfindet, wurde ebenfalls unter Miteinbeziehung von Führungskräften und Mitarbeitenden der relevanten Fachbereiche entwickelt.  




Zentrale Anspruchsgruppen sind
Airlines, Geschäftspartner, Medien, Mitarbeiter, Passagiere und Besucher, Politik und Behörden, Region, Verbände und Organisationen. 

Stufe 1: passgenaue Informationen auf zielgruppenspezifischen Kanälen
Zur Information der verschiedenen Interessengruppen hat der Flughafen individuelle Kommunikationsinhalte definiert und passende Kommunikationsformate entwickelt. Ein wichtiges Medium dafür ist der integrierte Bericht, den die FMG bereits zum zehnten Mal veröffentlicht. Er vereint die Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung in einer zentralen Publikation und wendet sich an alle Zielgruppen.

Stufe 2: Austausch und Einholen von Stakeholder - Feedback
Der Flughafen bezieht seine Stakeholder bei den für sie wichtigen Themen in Diskussionen und Entscheidungen mit ein. So schafft der Flughafen die Basis für Vertrauen und langfristige Akzeptanz. Mit der Leserbefragung überprüft der Airport beispielsweise jedes Jahr die Akzeptanz des integrierten Berichts und ermittelt die Bedeutung wesentlicher Themen für die Stakeholder. 


Stufe 3: Ergebnisse des Dialogs fließen in die Geschäftstätigkeit ein
Schließlich berücksichtigt der Flughafen München die Rückmeldungen der Stakeholder für seine Geschäftstätigkeit. Die Anspruchsgruppen konfrontieren die FMG mit neuen Themen und wirken wie ein Spiegel der Gesellschaft. Auf diese Weise können Inhalte und Trends rechtzeitig erkannt, externes Wissen genutzt werden.    


Zum Weiterlesen
facebook.com/flughafenmuenchen

twitter.com/muc_airport
instagram.com/munich_airport
  

Stakeholderbefragung zum Wesentlichkeitsprozess
Die Ergebnisse aus der jährlichen Befragung der Stakeholder und des FMG-Managements werden in einer Wesentlichkeitsmatrix mit zwei gleichwertigen Achsen dargestellt. Die beiden Achsen bilden die Bedeutung der einzelnen Themen für interne und externe Stakeholder ab. Diese Themen werden dann mit den Experten im Unternehmen diskutiert und inhaltlich den strategischen Handlungsfeldern zugeordnet. Zudem finden die Themen Eingang in den Zieleprozess.

Weitereführende Infos zum Wesentlichkeitsprozess und zur Wesentlichkeitsmatrix

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Dialogmanagement: professionell mit Feedback umgehen
Das zentrale Dialogmanagement beantwortet, kategorisiert und analysiert das Kundenfeedback zeitnah und individuell. Diese Stelle erfasst neben Beschwerden auch konstruktive Kritik und positive Rückmeldungen. Um optimale Prozesslösungen für die Fluggäste zu erarbeiten und gegebenenfalls Verbesserungen abzuleiten, sind die entlang der Passagiererlebniskette agierenden Fachbereiche, Behörden und Systempartner eng miteinander vernetzt. Das Dialogmanagement erfasste im Jahr 2020 insgesamt 932 Beschwerden. Das sind circa 70 % weniger als 2019. Dieser Rückgang ist auf den stark eingebrochenen Luftverkehr durch die Corona-Pandemie zurückzuführen. 2020 verzeichnete der Flughafen München eine relative Beschwerdequote von 84 Beschwerden pro einer Million abgefertigter Passagiere. Ein Großteil der Beschwerden stand im Zusammenhang mit den Corona-Testungen, welche nicht im Verantwortungsbereich der FMG liegen, sowie den Hygienemaßnahmen.



Dialogmanagement / GRI 102-43  2020
Beschwerden gesamt 932
Anzahl der Beschwerden bei Top-Themen  
Airline 98
Flughafen-Einrichtung 171
Gepäckausgabe 64
Parken 59
Passkontrolle 59
Sicherheitskontrolle 134
Passagiertranspor* 65
Flughafen Service* 134
Sonstige 170

* Erstmals 2020 aufgenommen


Lärmbeschwerden / GRI 102-44  2020
Eingegangene telefonische Lärmbeschwerden* 51
Beschwerdeführer 28
Eingegangene schriftliche Beschwerden* 33
Beschwerdeführer 27

* Es ist möglich, dass die zurückgegangenen Flugbewegungen einen Einfluss auf die reduzierte Anzahl an Lärmbeschwerden hatten. Es ist jedoch nicht möglich, eine direkte Kausalität nachzuweisen.

 

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Das Innovationsmanagement soll systematisch die Innovationskultur im Unternehmen fördern und die Umsetzung von Innovationsprojekten unterstützen. Im Fokus stehen dabei neue Dienstleistungen und Produkte, die zum wirtschaftlichen Erfolg sowie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beitragen. Der Flughafen München nutzt hierfür eine digitale bereichsübergreifende Trendscouting-Plattform, über die relevante Markt- und Technologie-Trends aufgespürt und gemeinsam mit Experten aus den Fachbereichen analysiert werden. Ziel ist es, frühzeitig Trends mit Wandelungspotenzial für den Flughafen München zu erkennen sowie Entwicklungsmöglichkeiten für neue Produkte und Services zu identifizieren. Weiterhin soll das Trendmanagement Fokus und Orientierung sowie wesentliche Inputs für die Strategiearbeit des Konzerns geben. Darüber hinaus betreibt der Flughafen München die digitale Ideenmanagement-Plattform »InnovationPilot«, über die alle Mitarbeiter Verbesserungsvorschläge für interne Prozesse wie auch Anregungen für neuartige Angebote für Kunden und Passagiere einbringen können. Über die Plattform werden ebenfalls offene Nachhaltigkeitskampagnen und Umfragen gestartet, die auch externe Stakeholder adressieren. Konkrete Ideen, die für den Flughafen München relevante Trends bedienen, münden in Innovationsprojekte, die gemeinsam mit den Fachbereichen und externen Partnern bis zum Proof of Concept umgesetzt werden.

Praxisbeispiel Innovation im Umweltschutz
Der Flughafen München ist sich bewusst, dass eine große Verkehrsinfrastruktur naturgemäß auch negative Auswirkungen auf die Umwelt haben kann. Deshalb verfolgt der Münchner Airport ein ebenso ambitioniertes wie innovatives Umweltschutzprogramm, das weit über gesetzliche Vorgaben oder Branchenstandards hinausgeht. Seine Vorreiterrolle baut er noch weiter aus: München wird bis 2030 Deutschlands erster CO2-neutral betriebener Airport. Die Verwaltung aller CO2-Emissionen und CO2-Reduzierungsmaßnahmen erfolgt am Flughafen München in einer eigenen CO2-Datenbank. In dieser Datenbank werden alle Aktivitäten rund um die Themen CO2-Footprint, CO2-Minderung und Energieeffizienz dokumentiert und damit deren Steuerung und Kontrolle ermöglicht. Beispielsweise wurde ein Dieselbus der AeroGround umgerüstet, der nun mit Biomethan zu 100 Prozent klimaneutral fährt.

Engagiertes Vorhaben: CO2-Neutralität bis 2030
Die klimapolitischen Zielvorgaben entwickeln sich rasant, die eigenen Ansprüche sind hoch. Aus diesen beiden Parametern leitet sich das Klimaziel des Flughafens ­München ab: Ab 2030 wird der Airport CO2 -neutral betrieben – als erster deutscher Flughafen überhaupt. Dazu senkt der Flughafen München Konzern die ihm direkt zurechen­baren Treibhausgasemissionen durch technische Maßnahmen um mindestens 60 Prozent. Die restlichen 40 Prozent sind durch geeignete Kompensationsmaß­nahmen auszugleichen, vorzugsweise in der Region. Dieses im Dezember 2016 beschlossene Klimaziel ist noch einmal deutlich ambitionierter als das davor angestrebte CO2-neutrale Wachstum bis 2020. Dafür investiert die Flughafen München GmbH mit 150 Millionen Euro bis 2030.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Absoluter CO2-Ausstoß wegen Pandemie auf niedrigem Niveau
Die stark rückläufigen Passagierzahlen und die zeitweise Schließung des Terminals 1 und des Terminal 2-Satelliten im Zuge der Corona-Pandemie führten zu einem deutlichen Rückgang der CO2-Emissionen auf 80.473 Tonnen im Berichtsjahr 2020. Dieser Effekt ist allerdings nicht von Dauer und die Emissionen werden spätestens durch die Wiederaufnahme des Regelbetriebs wieder deutlich ansteigen. Deshalb liegt der Fokus der Berichterstattung in diesem Jahr nicht auf einem Vergleich der CO2-Emissionen mit den Vorjahren, sondern auf den technischen Maßnahmen zur gezielten Reduktion der CO2-Emissionen. 2020 hat die Flughafen München GmbH rund 1,2 Millionen Euro investiert, um den Treibhausgas-Ausstoß durch 20 Einzelmaßnahmen langfristig um 2.373 Tonnen zu reduzieren. Ohne die insgesamt 294 Einzelmaßnahmen wäre der CO2-Ausstoß des Münchner Flughafens um mehr als circa 50.300 Tonnen CO2 pro Jahr wesentlich höher, als er faktisch ist. Auch bei der flughafenspezifischen Kennzahl »CO2-Emissionen pro Passagier« machte sich der Einfluss der Corona-Pandemie bemerkbar: Sie stieg das erste Mal seit ihrer Einführung deutlich an. Denn der Energiebedarf der Flughafeninfrastruktur hängt größtenteils nicht von der Zahl der Fluggäste ab. Für die Beleuchtung, Heizung oder Kühlung und Belüftung der Gebäude wird immer Energie benötigt. Gleichzeitig ist in den Abend- und Nachtstunden permanent die Landebahnbefeuerung an, egal wie viele Flugzeuge gerade starten oder landen.






 
Energieintensitätskoeffizient1 / GRI 302-3  
In kWh/Passagier 2020
Stromverbrauch 17,232
1 Der Stromverbrauch ist für mehr als 2/3 der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich, die durch
energieinduzierte Prozesse des Flughafens verursacht werden (ohne Emissionen der Airlines). Außerdem ist er nur sehr schwach an die Klimabedingungen geknüpft. Daher ist der Strombedarf pro Passagier die aussagekräftigste energetische Kennzahl am Flughafen München.
2 Die Berechnung des Energieintensitätskoeffizienten steht in Relation zu der Anzahl der Passagiere. Aufgrund des starken Passagiereinbruchs im Jahr 2020 unterscheidet sich der Wert stark von den Werten der Vorjahre.

Das im Dezember 2016 beschlossene Klimaziel ist noch einmal deutlich ambitionierter als das davor angestrebte CO2-neutrale Wachstum bis 2020. Dafür investiert die Flughafen München GmbH mit 150 Millionen Euro bis 2030.