5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Geschäftsordnung des Rates für Nachhaltige Entwicklung schreibt die Wahl einer/s Vorsitzenden sowie einer/s stellvertretenden Vorsitzenden für die Dauer von drei Jahren vor. Die oder der Vorsitzende vertritt den Rat nach außen und leitet die Sitzungen.  

Die gemäß Geschäftsordnung Verantwortlichen sind die Vorsitzende, der stellvertretende Vorsitzende sowie der Generalsekretär des Nachhaltigkeitsrates.   Eine gesonderte Zuständigkeit für Nachhaltigkeit gibt es nicht, da die gesamte Einrichtung diesem Anliegen verschrieben ist.  

Berufungsperiode 2016-2019:  
Vorsitzende des Rates: Marlehn Thieme Stellvertretender
Vorsitzender des Rates: Olaf Tschimpke

Generalsekretär: Prof. Dr. Günther Bachmann
Stellvertretende Generalsekretärin: Victoria Diekkamp-Reimann (bis November 2018)  

Seit November 2018 (in Elternzeitvertretung für Frau Diekkamp-Reimann):
Bodo Richter, Stellvertretender Generalsekretär des RNE
Yvonne Zwick, Stellvertretende Generalsekretärin des RNE

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Die Geschäftsstelle des Rates für Nachhaltige Entwicklung ist organisatorisch an die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH angegliedert und bestand 2018 aus 18 Beschäftigten, zum Ende des Jahres aus 15 Personen, was sich auch auf die Berechnung der VZÄ am Ende des Jahres niederschlägt (vgl. Leistungsindikatoren zu Kriterium 14-16). Über das Jahr verteilt unterstützen außerdem 6 Praktikant*innen das Team in der Geschäftsstelle. Die GIZ organisiert die Geschäftsstelle des RNE im Auftrag der Bundesregierung.

Rechtlich bindend im operativen Geschäft des Rates ist der deutsche Rechtsrahmen, im Besonderen die Vergabeverordnung des Bundes, das Bundesreisekostengesetz sowie das Bundesdatenschutzgesetz. Darüber hinaus gelten für die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle die Orientierungen und Regeln (OuR) der GIZ, bspw. die Grundsätze für Integres Verhalten sowie die Umweltleitlinien.
Die Anforderungen in der Praxis von Ratsprojekten gehen in einzelnen Nachhaltigkeitsaspekten über diese Rahmenbedingungen hinaus.  

Ein 2014 angestoßener Projektmanagement-Leitfaden soll Impulse für kohärentes Projektmanagement geben, die Arbeitsprozesse in der RNE-Geschäftsstelle erleichtern und dokumentieren. Mit dem Projektcheck wurde ein Planungstool für Projekte eingeführt, in dem folgende Punkte einheitlich dargestellt werden:  

- Profil des Projekts / die Kerndaten des Projekts wie Titel, Projektverantwortliche/r, beteiligte Akteure
- Laufzeit, Auftragsvolumen und Schnittstellen zu anderen RNE-Projekten
- Kurzbeschreibung des Projekts/Hintergrund/historischer Bezug
- Ziele und Maßnahmen
- Lessons Learnt
- Kostenkalkulation
- Meilensteinplan  

Dem Team wurde nahegelegt diesen Leitfaden zur Evaluation Ihrer Projekte im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung zu nutzen.  

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Im Rahmen des Veranstaltungsmanagements der Jahreskonferenz werden die CO2-Emissionen sowie die Lebensmittelverluste als wesentlichste Leistungsindikatoren betrachtet. 

Im Nachgang der 18. Jahreskonferenz 2018 erfolgte ein Monitoring über die Green Score Card um wesentliche Handlungspunkte zur Optimierung von Ressourcenverbräuchen zu identifizeren. Mit Hilfe dieses praxisorientierten Leitfadens wird eine Beurteilung mit Blick auf alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit) möglich. In einem onlinebasierten Tool werden 13 Handlungsfelder (beispielsweise Catering, Übernachtung, Veranstaltungstechnik) mit über 200 nachhaltigen Maßnahmen (z.B. Inlandsflüge und Leerfahrten vermeiden) abgefragt. Das Ergebnis ist eine detaillierte Bewertung der CO2-Relevanz der Veranstaltung.

Diese sind jedoch noch in keinem Berichtswesen integriert, sondern sind Steuerungsgrößen, um das Management dieser Veranstaltung mit etwa 1000 Teilnehmenden kontinuierlich zu verbessern. Die Erfahrungen im vierten Durchlauf der Erstellung der DNK-Erklärungen zeigen, dass weitere aussagekräftige wesentliche Indikatoren für die Steuerung im laufenden Betrieb nicht aus den Datenerhebungsprozessen der GIZ GmbH extrapoliert werden können.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator EFFAS S06-01
Anteil aller Lieferanten und Partner innerhalb der Lieferkette, die auf die Einhaltung von ESG-Kriterien bewertet wurden. Link

100% der Lieferanten und Dienstleister werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle im Vergabeprozess nach ESG – Kriterien auf ihre Eignung bewertet. Nähere Infos unter Kriterium 4.

Leistungsindikator EFFAS S06-02
Anteil aller Lieferanten und Partner innerhalb der Lieferkette, die auf die Einhaltung von ESG-Kriterien auditiert wurden. Link

Lieferanten und Dienstleister werden anhand der in EFFAS S06 01 genannten Kriterien bewertet, Audits werden nicht durchgeführt.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

In jährlichen Mitarbeitergesprächen werden individuelle Ziele und Teamziele festgelegt, die Nachhaltigkeitsziele beinhalten können. Diese haben vor allem eine qualitative Dimension, z.B. eine größere Reichweite der Ratsarbeit, das Erreichen politischer Ziele und der Dialog mit wesentlichen Anspruchsgruppen der verschiedenen Arbeitsbereiche. Die Gehaltsentwicklung und die leistungsabhängigen Sonderzahlungen hängen vom Erreichen dieser Ziele ab. Das Erreichen der Ziele wird vom Generalsekretär des RNE, Günther Bachmann, beurteilt.

Ob und wie die Zielstellungen, die sich aus dem Arbeitsprogramm des RNE ergeben, erreicht wurden, wird jeweils zum Ende der Berufungsperiode von den Mitgliedern des Nachhaltigkeitsrates überprüft.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung erreicht mit seinen verschiedenen Projekten unterschiedlichste Akteure, die die Ratsarbeit beeinflussen, von der Ratsarbeit betroffen sind bzw. mit denen der Rat und die Geschäftsstelle im Dialog stehen. Zur Identifizierung dieser Akteure und Zielgruppen werden in den laufenden Arbeitsprozessen und Projekten, wie zum Beispiel beim Nachhaltigen Warenkorb und im Arbeitsbereich nachhaltiges Wirtschaften Umfeldanalysen gemacht, die ggf. in Gesprächen überprüft und erweitert werden.  

Zu den relevanten Stakeholdern des RNE zählen:  
- Bundesregierung
- Bundeskanzleramt
- Bundesministerien
- Bundestag
- Allgemeine Öffentlichkeit und einzelne Personen
- organisierte Zivilgesellschaft, NGOs, Stiftungen
- Wirtschaft (Unternehmen, Branchenverbände)
- Länder & Kommunen
- Hochschulakteure
- Medien
- Jugend
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle    

Der RNE bindet Zielgruppen (als Teile dieser Akteure) durch unterschiedliche Beteiligungsformate wie Bürger-Dialoge, Stakeholderforen oder Online-Beteiligungsverfahren im Voraus von Veranstaltungen in seine Prozesse und Themen ein. Diese Formate sorgen für eine breite Informationsbasis. Geäußerte Meinungen der verschiedenen Anspruchsgruppen fließen in die Entscheidungsfindung des Rates ein. Im Grundsatz erfolgen Beschlussfassungen des Rates unabhängig und im Konsens.

Der Rat informiert sie regelmäßig über seine Aktivitäten, z.B. auf der Webseite oder durch seinen Newsletter. Über diese Medien wird auch über Art und Weise sowie Ergebnisse des Einbezugs der Akteure berichtet.  

2018 haben folgende Dialogveranstaltungen stattgefunden:  
- Oberbürgermeisterdialog
- Jahreskonferenz
- Zweiter Sustainable Finance Summit
- Workshop zum nachhaltigen Veranstaltungsmanagement
- NGO-Roundtable Sustainable Finance
- Expertengespräch zum Vorsorgeprinzip
- Anwenderbefragung zum Prüfprozess des DNK-Büros

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Im Alltagsgeschäft wird auf kontinuierliche Verbesserungen geachtet sowie der Austausch im Kollegenkreis gepflegt, wie beispielsweise Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsmanagement bei Veranstaltungen etc. gelöst werden können. Ein strukturierter Austausch darüber findet im wöchentlichen jour fixe der Geschäftsstelle statt, in dem Projekte und Aktivitäten reflektiert und ausgewertet werden.

Das Bewusstsein für ressourceneffizientes Arbeiten und Reisen ist in der Geschäftsstelle sehr hoch. Darüber hinaus besteht ein Austausch mit dem Nachhaltigkeits- und auch dem Umweltbeauftragten der GIZ über Verbesserungsmöglichkeiten im Gebäudemanagement. Eine Mitarbeiterin des RNE engagiert sich bei der GIZ-Initiative „Umwelthelden“, deren Ziel es ist die Beschäftigten durch gezielte Informationen und praktische Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Büroalltag zu sensibilisieren und zu motivieren.

Der RNE und seine Geschäftsstelle stehen im intensiven Kontakt mit Mitarbeitenden in der Verwaltung und Bundesbehörden, mit Verantwortlichen für die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesministerien, auf Landes- und kommunaler Ebene, in Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, Unternehmen, Finanzmarktakteuren, mit zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie den Medien. 

Projekte wie Der Nachhaltige Warenkorb und der Deutsche Nachhaltigkeitskodex sowie die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit und das Projekt Nachhaltigkeit zielen darauf ab, unterschiedliche Akteure auf Möglichkeiten zu ermutigen, zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. In einem Ende 2013 neu etablierten Arbeitsbereich befasst sich die RNE Geschäftsstelle in Projekten zur Verankerung von Nachhaltigkeit in Hochschulen und sondiert strategische Ansatzpunkte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Seit Mitte des Jahres 2017 ist im Rahmen der Verankerung von Nachhaltigkeit an Hochschulen möglich, zu Nachhaltigkeitsaktivitäten zu berichten. Hierfür wurde der sogenannte Hochschul-DNK Anfang 2017 entwickelt. Im Mai 2018 wurde die Alpha-Version auf einer Veranstaltung mit rund 120 Gästen und 10 Prozent aller deutschen Hochschulen von HOCH-N und dem RNE vorgestellt.  

Der RNE betrachtet die Förderung von Innovationen innerhalb der Zivilgesellschaft ebenfalls als einen wichtigen Teil seiner Arbeit. Besonders Innovative Projekte, welche Nachhaltigkeit auf verschiedene Art und Weise in der Gesellschaft sichtbar machen gitl es zu fördern. Deshalb wurden im Jahr 2018 wiederum Ideenwettbewerbe zu den Themen „Mobilitätskultur und Nachhaltigkeit“, „Baukultur, Wohnen und Nachhaltigkeit“ und „Land schreibt Zukunft“ ausgerufen. Durch den  Fonds Nachhaltigkeitskultur wurden daraufhin 9 Projekte durch Direktförderungen ausgestattet.

Die Geschäftsstelle des RNE setzt außerdem kontinuierlich auf die Weiterentwicklung seiner Projekte. Innerhalb des Projektes DNK fand deshalb auch eine Anpassung der Datenbank an das CSR-RUG statt und zugleich wurden weitere nutzerfreundliche Verbesserungen implementiert. Außerdem wurde der DNK durch die neusten Standards der Global Reporting Initiative (GRI) und deren Sustainability Reporting Standards (SRS) an das aktuelle Berichtswesen angepasst.

Eine strukturierte Wirkungsanalyse wesentlicher Produkte und Dienstleistungen gibt es nicht und ist bis auf weiteres auch nicht geplant. 

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator EFFAS E13-01
Verbesserung der Energieeffizienz der eigenen Produkte im Vergleich zum Vorjahr. Link

Da die zentrale Leistung des RNE politische Beratung ist, kann dieser Indikator nicht gemessen werden.

Leistungsindikator EFFAS V04-12
Gesamtinvestitionen (CapEx) in Forschung für ESG-relevante Bereiche des Geschäftsmodells, z. B. ökologisches Design, ökoeffiziente Produktionsprozesse, Verringerung des Einflusses auf Biodiversität, Verbesserung der Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen für Mitarbeiter und Partner der Lieferkette, Entwicklung von ESG-Chancen der Produkte, u. a. in Geldeinheiten bewertet, z. B. als Prozent des Umsatzes. Link

Da die zentrale Leistung des RNE politische Beratung ist, kann dieser Indikator nicht gemessen werden.