5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Als Vorsitzender des Vorstands verantwortet Alain Caparros die gesamte Nachhaltigkeitsstrategie der REWE Group. Dabei wird er von Nachhaltigkeitsstrategiekreisen und der Abteilung Corporate Responsibility unterstützt, die eine koordinierende Funktion im gesamten Konzern hat.
Zur Steuerung der Nachhaltigkeitsaktivitäten hat die REWE Group 2008 einen hochrangig besetzten Nachhaltigkeitsstrategiekreis eingeführt. Vorsitzender des rund 40-köpfigen Großen Strategiekreises, in dem durchschnittlich acht Frauen vertreten sind, ist Manfred Esser, Einkaufsvorstand der REWE Group. Im Jahr 2014 wurde daneben der Kleine Nachhaltigkeitsstrategiekreis eingerichtet, der als Entscheidungs-, aber auch als Arbeitsgremium dient und vom Vorstandsvorsitzenden Alain Caparros und Einkaufsvorstand Manfred Esser begleitet wird.

Vgl. auch Kriterium 6.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Für die Steuerung der Nachhaltigkeitsaktivitäten sind zwei Strategiekreise eingesetzt:

Der Große Strategiekreis, der mehrmals jährlich tagt, legt die Gesamtstrategie fest und entwickelt sie kontinuierlich weiter. Er identifiziert und bewertet nachhaltigkeitsrelevante Chancen und Risiken. Unterstützt wird er dabei durch ein internes Risikomonitoring sowie ein externes Nachhaltigkeitsmonitoring. Weiterhin bewertet er die Key Performance Indikatoren (KPIs), definiert die Jahresziele und überwacht die unternehmensweiten Nachhaltigkeitsprojekte. Mitglieder sind die Vorstände und alle Generalbevollmächtigten der REWE Group, zahlreiche Führungskräfte aus den Geschäftsleitungen aller Strategischen Geschäftseinheiten und die verantwortlichen Führungskräfte aus den Holdingbereichen, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende und ein Vertreter der selbstständigen Kaufleute. Nachhaltigkeit ist damit an höchster Stelle im Unternehmen verankert. Alle Beschlüsse knüpfen direkt an die Arbeit des Vorstands und des Aufsichtsrats an. Vorsitzender des rund 40-köpfigen Großen Strategiekreises, in dem durchschnittlich acht Frauen vertreten sind, ist Manfred Esser, Einkaufsvorstand der REWE Group. 2013 tagte der Große Strategiekreis 7-mal, 2014 3-mal. Im Jahr 2014 wurde daneben der Kleine Nachhaltigkeitsstrategiekreis eingerichtet, der als Entscheidungs-, aber auch als Arbeitsgremium dient und vom Vorstandsvorsitzenden Alain Caparros und Einkaufsvorstand Manfred Esser begleitet wird. Der Kleine Strategiekreis tagt 6-mal jährlich, im Jahr 2014 kamen zwei Sitzungen nicht zustande.

Projektgruppen
Zu allen vier Nachhaltigkeitssäulen – Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter, Gesellschaftliches Engagement – bestehen seit 2008 Projektgruppen, in denen die verschiedenen Strategischen Geschäftseinheiten wie auch die zuständigen Holdingbereiche der REWE Group vertreten sind. Die Projektgruppe Mitarbeiter wurde im Berichtszeitraum in das regelmäßig stattfindende HR-Meeting überführt.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Um die Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit fundiert messen und steuern zu können, hat die REWE Group Key Performance Indicators (KPIs) definiert. Alle KPIs sind vom Nachhaltigkeitsstrategiekreis freigegeben und werden bei Bedarf oder auf Basis neuer Erkenntnisse weiterentwickelt. Für eine Übersicht über die Leistungsindikatoren vgl. Kriterium 3.

Zudem erfolgte im Berichtszeitraum eine umfassende Erneuerung des Nachhaltigkeitscontrollings der REWE Group: Alle Strategischen Geschäftseinheiten und die Holdingbereiche berichten nun quartalsweise über die Entwicklung der von ihnen verantworteten Projekte. Es erfolgt damit ein strategisches Monitoring der Projekte und Aktivitäten. Für die obersten Führungskräfte der REWE Group sind Nachhaltigkeitsziele seit 2013 verbindlich in die individuellen Zielvereinbarungen integriert. Wo Nachhaltigkeit besonders relevant ist, wurde dies auch für weitere Ebenen darunter festgelegt.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator G4-56
Beschreiben Sie die Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen (Verhaltens- und Ethikkodizes) der Organisation.

Mit dem Ziel „Die beste Leistung – für Kunden, Kaufleute, Mitarbeiter“ wurden die Grundwerte der REWE Group im Rahmen des Leitbilds 2008 wie folgt formuliert:
- Wir handeln eigenverantwortlich im Sinne der Gemeinschaft!
- Wir handeln für den Kunden – wir sind mitten im Markt!
- Wir haben Mut für Neues, Stillstand ist Rückschritt!
- Wir begegnen einander offen, mit Vertrauen und Respekt. Unser Wort gilt!
- Wir ringen um die beste Lösung, entscheiden wohlüberlegt und handeln
konsequent!
- Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und handeln nachhaltig!

Regelungen für das integre Verhalten aller Mitarbeiter und Führungskräfte einschließlich Vorstand und Aufsichtsräten sind im Verhaltenskodex der REWE Group spezifiziert und verbindlich niedergelegt. Er soll auch jenen, die mit der REWE Group zusammenarbeiten, eine Orientierung geben.

Basis des nachhaltigen Handelns in der REWE Group ist die Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften. Sie konkretisiert den Grundwert „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und handeln nachhaltig!“ und dient damit als verbindliche Orientierung für Mitarbeiter, Führungskräfte, Geschäftspartner und Lieferanten.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Für den Vorstand gibt es ein kurzfristiges und langfristiges erfolgsabhängiges Tantieme- und Bonus-Programm. Für die obersten Führungskräfte der REWE Group sind Nachhaltigkeitsziele seit 2013 verbindlich in die individuellen Zielvereinbarungen integriert. Wo Nachhaltigkeit besonders relevant ist, gilt dies auch auf Fachbereichsleiter- und Einkaufsebene.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator G4-51a
Vergütungspolitik – Berichten Sie über die Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und die leitenden Führungskräfte.

Siehe hier

Leistungsindikator G4-54
Nennen Sie das Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters in jedem Land mit signifikanten geschäftlichen Aktivitäten zum mittleren Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten (ohne den höchstbezahlten Mitarbeiter) im selben Land.

Siehe hier

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Die für die REWE Group relevanten Stakeholdergruppen wurden im Rahmen der 2008 erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie festgelegt. Durch den intensiven Austausch, beispielsweise bei den REWE Dialogforen, den Nachhaltigkeitswochen, im PRO PLANET-Beirat oder Stakeholderbefragungen, wird die Auswahl auch immer wieder neu justiert. Zu den wesentlichen Stakeholdergruppen, mit denen das Unternehmen im Austausch steht, zählen Lieferanten, Konsumenten, Geschäftspartner, Politik, Behörden, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen, aber auch die eigenen Mitarbeiter, Führungskräfte und die selbstständigen Partnerkaufleute.

Mehr Informationen zu den einbezogenen Stakeholdergruppen im REWE Group Nachhaltigkeitsbericht unter G4-24 im Bereich "Strategie und Profil".

Seit 2010 organisiert die REWE Group mit ihren Dialogforen einen persönlichen, offenen und kritischen Austausch mit Anspruchsgruppen. Hier wird auch darüber diskutiert, wie Handel und Industrie Verbraucher zu nachhaltigerem Konsum bewegen können. 2013 und 2014 haben sich insgesamt rund 900 Teilnehmer an vier Dialogforen beteiligt. Dazu gehören Vertreter von Politik, NGOs, Wissenschaft und Industrie ebenso wie Mitarbeiter der REWE Group, aber auch Kunden. Zu den Themen zählten Ressourcenschonung, Schutz der Tier- und Pflanzenwelt, soziale Verantwortung und die Zukunft des nachhaltigen Konsums. Die zentralen Anliegen der Stakeholder wurden vor Ort diskutiert. Sie prägen die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie der REWE Group.

Ein wichtiges Organ des Stakeholderdialogs ist der PRO PLANET-Beirat, der die REWE Group bei ihren Aktivitäten zur nachhaltigeren Sortimentsgestaltung als fachlicher und technischer Berater unterstützt und in Kommunikationsfragen hinzugezogen wird. Der Beirat besteht aus fünf ständigen Mitgliedern. Vorsitzender ist Bernward Geier. Der in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik engagierte Journalist und Berater ist langjähriger Experte im Bereich Nachhaltigkeit. Barbara Studeny von GLOBAL 2000 und Florian Schöne vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) vertreten den Bereich Ökologie. Die Belange der Verbraucher werden durch Georg Abel, Bundes-geschäftsführer der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. repräsentiert. Für das Feld Soziales konnte Friedel Hütz-Adams vom SÜDWIND-Institut als Beiratsmitglied gewonnen werden. Zusätzlich wird der Beirat bei spezifischen Fragestellungen durch externe Berater unterstützt (siehe auch PRO PLANET ).

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator G4-27
Nennen Sie die wichtigsten Themen und Anliegen, die durch die Einbindung der Stakeholder aufgekommen sind, und wie die Organisation auf jene wichtigen Themen und Anliegen reagiert hat, einschließlich durch ihre Berichterstattung. Nennen Sie die Stakeholdergruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen jeweils angesprochen haben.

Siehe hierzu die Ausführungen im Nachhaltigkeitsbericht unter "Einbindung von Stakeholdern".

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Der Ausbau der nachhaltigeren Sortimente ist eines der strategischen Hauptziele der REWE Group. Als Teil der Gesamtstrategie für Grüne Produkte hat das Unternehmen den PRO PLANET-Prozess entwickelt: Mit dem PRO PLANET-Label gibt die REWE Group ihren Kunden ein verständliches und transparentes Navigationssystem für nachhaltigere Produkte an die Hand. Und sie setzt sich mit konkreten PRO PLANET-Projekten für mehr Nachhaltigkeit in Produktion und Verarbeitung ein.

Mit dem PRO PLANET-Label kennzeichnet die REWE Group Produkte ihrer Eigenmarken über alle Warengruppen und Dienstleistungen hinweg, bei deren Herstellung und Verwendung ökologische und/oder soziale Aspekte berücksichtigt wurden. Bevor ein Produkt das PRO PLANET-Label erhält, muss es einen mehrstufigen Prozess durchlaufen, der durch einen unabhängigen Beirat begleitet wird. Der PRO PLANET-Beirat wurde 2010 etabliert.

Darüber hinaus bindet die REWE Group während des gesamten Vergabeprozesses verschiedene Projektpartner aus wissenschaftlichen oder staatlichen Instituten sowie NGOs und Vereine mit der jeweils projektspezifisch benötigten Expertise ein. Im ersten Schritt werden die wesentlichen sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitsauswirkungen – sogenannte Hot Spots – über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg identifiziert und bewertet. Daraufhin werden konkrete Maßnahmen zur Verringerung oder Auflösung des Hot Spots entwickelt.
Mehr Informationen im REWE Group Nachhaltigkeitsbericht 2013/2014 unter PRO PLANET.

Im Jahr 2008 fasste die REWE Group den Entschluss, ein Green Building-Gesamtkonzept zu erstellen. Im Jahr 2009 konnte das Handelsunternehmen den weltweit ersten klimaneutralen Green Building-Supermarkt in Berlin-Rudow eröffnen. Das Gebäude erhielt das Gold-Zertifikat der DGNB. Inzwischen können Konsumenten mehr als 30 REWE-Märkte, vier toom Baumärkte und seit 2014 einen PENNY-Markt besuchen, die nach DGNB-Standard zertifiziert sind. Damit hat die REWE Group deutschlandweit sowohl den ersten Baumarkt als auch den ersten Discounter nach DGNB zertifiziert. Über 60 weitere Standorte sind in Planung. Auch ein Lager in Neu-Isenburg entspricht bereits dem Green Building-Standard. Wenn die Voraussetzungen vorhanden sind, will die REWE Group grundsätzlich nur noch Green Buildings realisieren. In vielen bestehenden Gebäuden hat das Handelsunternehmen bereits die „inneren Werte“ des Konzepts, wie effiziente Beleuchtung und Kühlung, integriert.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

Die REWE Group erfasst nicht den Anteil der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen und kann daher keine Prozentzahl nennen.