5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Der Vorstand der LBBW verantwortet auf oberster Ebene die nachhaltige Unternehmensführung des
Konzerns und die Einhaltung der Nachhaltigkeitspolitik. Zudem setzt der Gesamtvorstand der LBBW
die strategischen Leitplanken für die Stoßrichtung Nachhaltigkeit. Die konkrete Ausgestaltung delegiert
der Gesamtvorstand der LBBW an »Dezernatsverantwortliche«, welche die Nachhaltigkeitsthemen
im jeweiligen Dezernat steuern und für die operative Umsetzung zuständig sind.

Wesentlicher Impulsgeber und strategisches Entscheidungsgremium ist der Steuerungskreis Nachhaltigkeit. Zu den Kernaufgaben des Steuerungskreises gehören die Gesamtkoordination sowie die strategische Weiterentwicklung der Stoßrichtung Nachhaltigkeit.

Über das beratende Gremium, den Nachhaltigkeitsrat, erfolgt die Abstimmung zwischen den Bereichen.
Zu den wesentlichen Aufgaben des Nachhaltigkeitsrats gehören die Förderung der konzernweiten
Kommunikation sowie die Vernetzung zu Nachhaltigkeitsthemen.

Im Bereich Umweltmanagement – als Teil des Nachhaltigkeitsmanagements – ist die LBBW nach ISO
14001 und EMAS (Eco Management and Audit Scheme) zertifiziert. Unabhängige interne und externe
Umweltaudits stellen sicher, dass die Vorgaben für ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem eingehalten werden.

Einmal jährlich wird das Umwelt-/Nachhaltigkeitsmanagement durch die Unternehmensleitung bewertet
(Management Review gemäß ISO 14001). Wichtige Themen werden dem Vorstand zur Information bzw. Entscheidung vorgelegt. Der Vorstand wiederum informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über wesentliche Entwicklungen der Bank sowie des Konzerns.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Die »Prinzipien und Richtlinien für die Umsetzung der LBBW-Nachhaltigkeitspolitik und -ziele« sind
der konkrete Orientierungsrahmen für die Umsetzung im Geschäftsalltag. Sie umfassen spezifische
Ausschlusskriterien für einzelne Geschäftsvorhaben, übergreifende Prinzipien zu Compliance, Menschenrechten, zum Schutz des Klimas und dem Erhalt der Biodiversität sowie geschäftsfeldrelevante
Richtlinien, die sogenannten Leitplanken für das Anlage- und Kreditgeschäft, die Personalpolitik und den Geschäftsbetrieb.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Personalkennzahlen

Eine nachhaltige Personalpolitik ist die beste Grundlage für unternehmerischen Erfolg. Um die Umsetzung der Leitplanken nachhaltiger Personalpolitik messbar zu machen, erfassen wir regelmäßig »Key Performance Indicators« (KPIs) zu Themen wie bspw.:

Umwelt


Um schneller auf Veränderungen reagieren zu können, erheben und analysieren wir die Verbrauchskennzahlen im Geschäftsbetrieb nun quartalsweise. Denn unser Ziel ist es, auch in den kommenden Jahren unseren ökologischen Fußabdruck Schritt für Schritt weiter zu verkleinern.
Umwelt-KPIs werden zu folgenden Themen erhoben:

Kundinnen und Kunden

Zahlen zu den nachhaltigen Anlageprodukten sowie zu den Projektfinanzierungen im Bereich der Erneuerbaren Energien werden regelmäßig veröffentlicht, wie z.B.:

Datenerhebungen erfolgen im 4-Augen-Prinzip. Wo immer möglich setzen wir zur Datenerhebung standardisierte EDV-gestützte Anwendungen und Datenbanken ein. Außerdem verwenden wir transparent öffentlich zugängliche Umrechnungsfaktoren wie z. B. auf Seite 163 des Nachhaltigkeitsberichts 2020 die CO2-Umrechnungsfaktoren des VfU.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Die »Prinzipien und Richtlinien für die Umsetzung der LBBW-Nachhaltigkeitspolitik und -ziele« sind
der konkrete Orientierungsrahmen für die Umsetzung im Geschäftsalltag. Sie umfassen spezifische
Ausschlusskriterien für einzelne Geschäftsvorhaben, übergreifende Prinzipien (dazu gehört auch der Code of Conduct) zu Compliance, Menschenrechten, zum Schutz des Klimas und dem Erhalt der Biodiversität sowie geschäftsfeldrelevante Richtlinien, die sogenannten Leitplanken für das Anlage- und Kreditgeschäft, die Personalpolitik und den Geschäftsbetrieb. Nähere Informationen im Nachhaltigkeitsbericht 2020 auf den Seiten 12 ff. und 65.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Die Vergütungssysteme der LBBW orientieren sich an Leistung, Ergebnis und Markt. Bei der Ausgestaltung der Vergütungssysteme wird die Umsetzung der relevanten gesetzlichen Vorgaben auf Basis der InstitutsVergV und weiterer Vorschriften umfassend sichergestellt. Die variablen Vergütungsanreize werden eng an den nachhaltigen Unternehmenserfolg gekoppelt und sind so ausgestaltet, dass Interessenskonflikte im Hinblick auf Kundeninteressen vermieden werden. Im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen zeichnen sich alle Vergütungssysteme durch Einfachheit und Klarheit aus und gewährleisten gleichzeitig, dass sich die LBBW im Wettbewerbsumfeld am Arbeitsmarkt erfolgreich positionieren kann.  

Der Vergütungskontrollausschuss unterstützt den Aufsichtsrat bei dessen Überwachungsaufgaben hinsichtlich der Vergütungssysteme und überwacht die Ausgestaltung der Vergütungssysteme und deren Übereinstimmung mit den Geschäfts- und Risikostrategien sowie der Konzernvergütungsstrategie.

Die LBBW (Bank) erstellt gemäß § 16 der Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV) jährlich
einen Vergütungsbericht und veröffentlicht diesen auf ihrer Website (www.LBBW.de/finanzberichte).
Gemäß dieser Verordnung werden die Vergütungssysteme einmal jährlich auf ihre Angemessenheit
geprüft.

Im LBBW-Konzern stellt die Konzernvergütungsstrategie den Rahmen für die Ausgestaltung und Umsetzung der Vergütungssysteme dar. Sie wird aus der übergeordneten Geschäfts- und Risikostrategie hergeleitet. Damit wird sichergestellt, dass die strategischen Vorgaben in den Vergütungssystemen und -prozessen der LBBW umgesetzt werden. Die Vergütungsparameter für die variable Vergütung unterstützen somit die Erreichung der aus der Geschäfts- und Risikostrategie abgeleiteten Ziele. Die Erfolgsmessung im LBBW-Konzern erfolgt seit 2018 sowohl für den Vorstand als auch für bonusberechtigte Beschäftigte auf Basis der vier strategischen Stoßrichtungen Geschäftsfokus, Digitalisierung, Agilität und Nachhaltigkeit. Die Höhe des zu verteilenden Budgets für Bonuszahlungen richtet sich nach der Zielerreichung in diesen vier Stoßrichtungen. Somit spielt das Thema Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle bei der erfolgsabhängigen variablen Vergütung.

Über Zielvereinbarungsgespräche am Anfang eines Kalenderjahres werden mit jedem Mitarbeitenden Jahresziele vereinbart. Bei AT-Beschäftigten fließt die Zielerreichung in die variable Vergütung ein.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Vorstand

Die Vergütungsparameter, welche die erfolgsabhängige variable Vergütung bestimmen, sind auf die nachhaltige Erreichung der aus der Strategie der Bank abgeleiteten Ziele ausgerichtet und unterstützen das Erreichen der strategischen Unternehmensziele. Die erfolgsabhängige variable Vergütung der Vorstandsmitglieder orientierte sich im Jahr 2020 zu 50 % am nachhaltigen Gesamterfolg des Konzerns über drei Jahre hinweg und zu 50 % an den individuellen Erfolgsbeiträgen der einzelnen Vorstandsmitglieder im Berichtsjahr. Der individuelle Erfolgsbeitrag ist an Zielvereinbarungen gebunden, die sich an der Geschäftsstrategie und dem Wirtschaftsplan orientieren. Die endgültige Bemessung der erfolgsabhängigen variablen Vergütung erfolgt auf Basis der Gesamtzielerreichung durch Beschluss des Aufsichtsrats im Folgejahr.

Die Mitglieder des Vorstands erhielten im Geschäftsjahr 2020 für ihre Vorstandstätigkeit ein vertraglich vereinbartes Festgehalt von 4,9 Mio. EUR. Die sonstigen Leistungen betrugen 0,1 Mio. EUR. Darüber hinaus wurde den aktiven Vorstandsmitgliedern im Berichtsjahr eine erfolgsabhängige variable Vergütung von insgesamt 1,5 Mio. EUR ausgezahlt (Zufluss), wobei in diesem Betrag auch Anteile von aufgeschobener variabler Vergütung aus Vorjahren enthalten sind. Zudem haben die Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2020 eine erfolgsabhängige variable Vergütung in Höhe von insgesamt 1,49 Mio. EUR erworben. Davon wurden 0,27 Mio. EUR direkt ausgezahlt, 0,35 Mio. EUR in der Auszahlung für 12 Monate gesperrt sowie 0,87 Mio. EUR in der Auszahlung nach dem geltenden Vergütungssystem aufgeschoben, wovon 0,52 Mio. EUR an eine nachhaltige Wertentwicklung gekoppelt sind. Für die aktiven Vorstandsmitglieder wurden den Pensionsverpflichtungen nach IFRS im Jahr 2020 als Bestandteil der Fixvergütung 0,96 Mio. EUR GuV-wirksam zugeführt. Die Pensionsverpflichtungen nach IFRS für zum Stichtag aktive Vorstandsmitglieder der LBBW beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf insgesamt 12,1 Mio. EUR.

Siehe Vergütungsbericht Seite 13 und 14:  Informationsschrift (lbbw.de)

Aufsichtsrat

Die Hauptversammlung hat am 22. Juli 2011 die Vergütungsregelung für die Aufsichtsratsmitglieder wie folgt beschlossen:

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten für das jeweilige Geschäftsjahr eine Festvergütung von 25.000 EUR. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das 2,0-Fache, der stellvertretende Vorsitzende das 1,5-Fache der Festvergütung eines Aufsichtsratsmitglieds.

Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss angehören, erhalten hierfür jeweils pro Ausschuss eine weitere Festvergütung i. H. v. 10.000 EUR. Der Vorsitzende eines Ausschusses erhält das 2,0-Fache, der stellvertretende Vorsitzende das 1,5-Fache der weiteren festen Vergütung.

Für die Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats oder einer seiner Ausschüsse erhält jedes Aufsichtsrats-mitglied ein Sitzungsgeld i. H. v. 200 EUR.

Darüber hinaus werden den Aufsichtsratsmitgliedern die Auslagen erstattet, die ihnen in Verbindung mit ihrer Aufgabenwahrnehmung als Aufsichtsratsmitglied entstehen (Reisekosten, individuelle bankbezogene Fortbildung etc.).

Außerdem erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einen Ersatz der zu entrichtenden Umsatzsteuer, die durch sie wegen ihrer Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats oder eines Ausschusses zu entrichten ist.

Die bei der LBBW angestellten Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats erhalten außerdem ihre Mitarbeitervergütung.

Die Vergütung für Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nicht während des ganzen Geschäftsjahres angehören, wird im Verhältnis zur Amtsdauer berechnet.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Dieser Indikator wir derzeit nicht erhoben. Es ist aktuell keíne Erhebund des Indikators geplant.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Um unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten noch zielgenauer auf die zentralen Themen fokussieren zu
können, haben wir 2014 eine sogenannte »Wesentlichkeitsanalyse« durchgeführt. Im Mittelpunkt
stand die Frage, welche Auswirkungen zukünftige globale Veränderungen auf die LBBW haben und
welche Erwartungen unsere Stakeholder dabei an uns richten. Darauf aufbauend haben wir eine Dialogreihe mit unterschiedlichen Kundengruppen gestartet, um zu erfahren, was sie besonders bewegt und welche Erwartungen sie an unsere Bank und an unser Produktangebot haben.

Relevante Stakeholdergruppen der LBBW
Kundendialoge

Die Erkenntnisse aus den bisherigen Kundendialogen nutzen wir, um unser nachhaltiges Engagement
weiter zu stärken und die Stakeholderkommunikation zu optimieren. Folgende Themen stehen dabei im Vordergrund:
Stakeholderdialoge

Insbesondere mit NGOs suchen wir den Austausch zu Nachhaltigkeitsaspekten. So wurde im Austausch mit "Fossil Free" über deren Forderung eines weltweiten Verzichts auf den Kohleabbau und den mittelfristigen Verzicht auf den Einsatz fossiler Brennstoffe diskutiert. Als Folge u.a. diesen Dialogs wurden die Regelungen zur Finanzierung von Kohleförderung und Kohlekraftwerken aktualisiert (siehe Seite 11 Nachhaltigkeitsregelungen der LBBW: 
https://www.lbbw.de/konzern/nachhaltigkeit/2021/lbbw_nachhaltigkeitsregelungen_899tk8tr8_m.pdf)

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Kundendialoge

2015/2016 Privatkunden/Private-Banking-Kunden: In mehreren Gesprächsrunden haben wir die
Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse mit Gruppen aus dem Privatkundenbereich und Private Banking
weiter analysiert. Um die Bedürfnisse der jungen Erwachsenen besser sondieren zu können, haben wir die 18- bis 29-Jährigen zu einem eigenen Kundendialog, dem »BW-Bank Sustainability Summit« eingeladen. Rund 20 junge Kundinnen und Kunden nahmen an dieser Veranstaltung teil.
Die Kernergebnisse: Obgleich der Wissensstand und die Affinität zum Thema Nachhaltigkeit hoch sind, werden unser nachhaltiges Engagement und unsere nachhaltigen Anlageprodukte nur gering bzw. nicht in der gesamten Breite wahrgenommen. Insbesondere bei der jungen Altersgruppe besteht großes Interesse, mit dem eigenen Geld gesellschaftlich etwas zu bewegen. An die Bank wurden insbesondere die Erwartungen gestellt, aktiv Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen. Transparenz und Glaubwürdigkeit haben in der Kundenkommunikation eine hohe Priorität.

2017 Unternehmenskunden: Unter dem Titel »Nachhaltigkeit: Geschäftsmodelle im Wandel« haben
wir mit sieben ausgewählten Vertretern aus Unternehmen diskutiert, welche Nachhaltigkeitsthemen
aktuell bei ihnen im Fokus stehen und welchen Einfluss diese auf ihr Geschäftsmodell haben. Zugleich haben wir die Erwartungen an uns als Geschäftspartner sondiert.
Die Kernergebnisse: Nachhaltigkeit sollte stets als Gesamtkonzept in das unternehmerische Denken
und Handeln einbezogen werden. Transparenz, Kontinuität und Vertrauen sind die tragenden Säulen
einer nachhaltigen Kunde-Bank-Beziehung.

2017 Institutionelle Kunden: Unsere institutionellen Kundinnen und Kunden haben wir schriftlich befragt, welche Bedeutung Nachhaltigkeitsthemen für sie haben, welche Aspekte dabei im Vordergrund stehen und wie sie die zukünftige Entwicklung einschätzen. Darüber hinaus wollten wir wissen, wie sie unser Engagement für Nachhaltigkeit wahrnehmen. Rund 40 Institutionelle nahmen an der Befragung teil.
Die Kernergebnisse: Die Bedeutung von Nachhaltigkeitsthemen wird aus Sicht der Investoren weiter
zunehmen – auch aufgrund der steigenden Marktnachfrage und Stakeholdererwartungen. Die LBBW punktet generell als zuverlässiger Geschäftspartner mit einem guten Kundenservice. Das Nachhaltigkeitsengagement der Bank ist jedoch nicht klar ersichtlich.

2019 Start der »Zukunftsdialoge« für alle Kundengruppen: Gemeinsam mit Vertretern aus der Politik
setzen wir die bisherigen Kundendialoge fort. In der Reihe »Zukunftsdialoge« wollen wir fortan gemeinsam Lösungsansätze für die Herausforderungen der Region im Einklang mit den globalen
Nachhaltigkeitszielen entwickeln.
Der erste Zukunftsdialog am 17. Mai 2019 thematisierte den Klimawandel und die damit einhergehenden Herausforderungen und Aufgaben auf Landesebene sowie auf kommunaler Ebene. Hierzu diskutierten Vertreter aus Politik gemeinsam mit Verantwortlichen aus Stadtwerken und Experten der Bank die gesellschaftlichen Herausforderungen, die Energiewende in Baden-Württemberg erfolgreich zu gestalten und zukunftsorientierte Lösungsansätze gemeinsam zu verfolgen. Ein besonderes Augenmerk war hierbei die Fokussierung auf konkrete Maßnahmen, die zeitnah umgesetzt werden können und einen unmittelbar positiven Einfluss ausüben.
Die Kernergebnisse: Das energetische Bauen und Sanieren wurde insbesondere im lokalen Umfeld
als besonders wichtig für den Klimaschutz identifiziert. Im Nachgang des Zukunftsdialogs wurde die Idee eines regionalen bzw. kommunalen Kredits, der mit niedrigen Hürden energetische Baumaßnahmen mit einem attraktiven Zins belohnt, weiterverfolgt und in Form das »Stuttgarter
Klimakredits « auf den Markt gebracht.

Erkenntnisse

Die Erkenntnisse aus den bisherigen Kundendialogen nutzen wir, um unser nachhaltiges Engagement
weiter zu stärken und die Stakeholderkommunikation zu optimieren. Folgende Themen stehen dabei
im Vordergrund:
  • Ausbau unserer nachhaltigen Produktpalette
  • Intensivierung der Kundenkommunikation zu nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen
  • Etablierung von Nachhaltigkeit als strategische Stoßrichtung in der LBBW
  • Schärfung des Nachhaltigkeitsprofils der LBBW

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Anlageprodukte

Die Nachfrage nach nachhaltigen Geldanlagen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Neben großen institutionellen Kapitalanlegern interessieren sich immer mehr Privatkundinnen und -kunden für das Konzept nachhaltiger Anlagemöglichkeiten. Wir sehen im Bereich der nachhaltigen Investments weiterhin großes Potenzial.

Bei unseren konventionellen Anlageprodukten berücksichtigen wir Nachhaltigkeitskriterien und bemühen uns um eine verstärkte Integration von ESG-Aspekten (ESG = Environment, Social, Governance) in unsere Prozesse von Produkt-Auswahl und -Gestaltung. In vielen Anlageklassen spielen Nachhaltigkeitskriterien mittlerweile eine wichtige Rolle bei der Bewertung von Investitionsobjekten und setzen sich sukzessive im Gesamtmarkt durch. Bei Immobilienfonds etablieren sich bspw. energieeffiziente und nachhaltige Gebäude mit einer entsprechenden Zertifizierung zunehmend als Standard. Mit dem »West-Invest InterSelect « und dem »Deka-ImmobilienGlobal« bieten wir im Privatkundenbereich zwei Fonds an, deren Gebäudebestand zu jeweils mehr als 70 % aus zertifizierten Objekten besteht.

Finanzierungen

Bei allen Finanzierungsvorhaben sind wir uns unserer unternehmerischen Verantwortung bewusst.
Daher stellen wir durch interne verbindliche Prüfprozesse und umfassende Regularien sicher, dass
ökologische, gesellschaftliche oder ethische Reputations- und Nachhaltigkeitsrisiken frühzeitig im
Kreditentscheidungsprozess (z. B. bei einer Exportfinanzierung, einem Unternehmenskredit oder einer
Projektfinanzierung) identifiziert, analysiert und bewertet werden. Daraus können in der Konsequenz
auch eine Ablehnung des entsprechenden Geschäfts sowie die Beendigung der Geschäftsbeziehung
resultieren.

Wir wollen Unternehmen dazu motivieren, nachhaltiger zu wirtschaften und entwickeln daher unser
Angebot an nachhaltigen Finanzierungsprodukten stetig weiter. Seit 2019 vergibt die LBBW Kredite
mit Nachhaltigkeitskomponente: »Positive Incentive Loans« oder »Sustainability Linked Loans« sowie
Schuldscheindarlehen, die an Nachhaltigkeitsratings gekoppelt sind. Aufgrund der großen Resonanz
konnten wir diese Finanzierungsinstrumente im Jahr 2020 verstärkt im Markt etablieren. Bei diesen
speziellen Kreditformen sind die Konditionen an die tatsächliche unternehmerische Nachhaltigkeitsleistung gekoppelt. Damit setzen wir weitere Impulse zur Entwicklung des Sustainable-FinanceMarktes und zur zielgerichteten Umsetzung des EU-Aktionsplans zum nachhaltigen Finanzwesen. Auch Privatkundinnen und -kunden unterstützen wir bei der Umsetzung von nachhaltigen Vorhaben, z. B. mit dem »Stuttgarter Klimakredit«.

Auch bei unseren konventionellen Anlageprodukten berücksichtigen wir Nachhaltigkeitskriterien und bemühen uns um eine verstärkte Integration von ESG-Aspekten (Seite 102 Nachhaltigkeitsbericht 2020).
So wurden zum Beispiel die LBBW BalanceFonds auf nachhaltig umgestellt, das heißt, es wird nur noch in Zielfonds, die ESG-Kriterien berücksichtigen, investiert. Nachhaltige Geldanlage mit LBBW Balance Fonds | BW-Bank

Nur Unternehmen, die ihre Produkte, Prozesse und Services kontinuierlich und nachhaltig optimieren,
bleiben wettbewerbsfähig. Mitarbeiterideen sind dafür wichtige Impulsgeber. Jeder Beschäftigte
ist Experte in seinem Arbeitsumfeld – daraus resultiert ein großer Erfahrungs- und
Wissensschatz, den wir systematisch über das Ideenmanagement in den Unternehmenserfolg einbringen.
2020 wurden 3.179 Ideen eingereicht und dank umgesetzter Ideen ein Nutzen von 27,3 Mio. EUR
erzielt, davon rund 5 Mio. EUR mit Nachhaltigkeitsbezug. Ein enormes Potenzial, das wir auch
weiterhin gezielt fordern und fördern werden.


Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Zum 31. Dezember 2020 managte die LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH acht nachhaltige Publikumsfonds, mehrere nachhaltige Spezialfonds sowie Direktanlage-Mandate gemäß nachhaltiger Kriterien mit einem Gesamtvolumen von 22,5 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Anteil von ca. 26,1 % des gesamten verwalteten Vermögens der LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH. In der Vermögensverwaltung beläuft sich das Volumen des nachhaltig gemanagten Vermögens auf 1,5 Mrd. EUR. Dies entspricht einem Anteil von ca. 24,8 % des gesamten investierten Kapitals in der Vermögensverwaltung.