5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Träger des Luisenhospital Aachens ist der Evangelische Krankenhausverein zu Aachen sodass die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung von der Vereinsstruktur abhängen. Die Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung, der Aufsichtsrat sowie der Vorstand.
Die Mitgliedschaft im Verein ist beim Aufsichtsrat zu beantragen. Dieser entscheidet ohne Angabe von Gründen über die Aufnahme oder die Ablehnung. Der Aufsichtsrat besteht aus 4-7 Vereinsmitgliedern, die von der Mitgliederversammlung gewählt werden. Der Aufsichtsrat ist für die Bestellung und Abberufung des Vorstandes und des Direktoriums (Ärztliche Direktion, Pflegedirektion, Vorstandsvorsitzender, Verwaltungsdirektion) sowie deren Stellvertreter und Stellvertreterinnen verantwortlich. Ihm unterliegt laut Satzung zudem die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes.
Die Nachhaltigkeit ist im zentralen Leitbild des Luisenhospitals Aachen verankert. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass das Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert innerhalb des Unternehmens besitzt und langfristig in die Unternehmensstrategie integriert wird. Die Verantwortung für die strategische Umsetzung und Zielerreichung liegt beim Aufsichtsrat sowie bei dem Vorstand. Im März 2022 erfolgte die Einrichtung des Geschäftsbereichs Nachhaltigkeitsmanagement. Hier werden alle Aktivitäten rund um die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit gebündelt. Der Geschäftsbereich koordiniert den Gesamtprozess im Luisenhospital und setzt zentrale strategische und konzeptionelle Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand und den Abteilungen und Einrichtungen des Evangelischen Krankenhausvereins, inklusive des Luisenhospital Aachens um. Die jährliche Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts wird als zentrale strategische Zielsetzung aufgenommen. Einmal jährlich erfolgt die Präsentation des Nachhaltigkeitsberichtes in der Aufsichtsratssitzung.
 


6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Im Luisenhospital Aachen ist ein Qualitäts-Managementsystem (QMS) auf Grundlage der DIN ISO 9001 implementiert. Ziel des Managementsystems ist es, die im Leitbild definierte Organisationsstrategie effektiv und nachhaltig umzusetzen. Sämtliche Regelungen sind in Verfahrensanweisungen oder Prozessbeschreibungen in einem übergeordneten QM-Handbuch hinterlegt, welches allen Mitarbeitenden im Intranet zur Verfügung steht. Der strukturierte Qualitätsbericht, die Kontrolle der Routinedaten, Zertifizierungen oder auch externe Patientenbefragungen und Erhebungen schaffen die Basis für eine unabhängige Qualitätssicherung. Zentral auf Leitungsebene bearbeitet, behalten wir dadurch unsere Qualitätsziele stets im Blick und erarbeiten eine gute Grundlage für Verbesserungen. Obererstes Ziel ist es, das Wohl der Patienten und Patientinnen zu fördern und im Einklang mit unserem Leitbild eine hochwertige und empathische medizinische Behandlung anzubieten.
Über den strukturierten Nachhaltigkeitsbericht erfolgt erstmalig eine konkrete Zuordnung der verantwortlichen Abteilungen zu den vereinbarten Nachhaltigkeitszielen. Aktuell wird geprüft ob die unter Punkt 1 und 3 aufgeführten strategischen und konkreten Nachhaltigkeitsaspekte in das bestehende Qualitätsmanagementsystem integriert werden können.


7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Für die als wesentlich identifizierten Themenbereiche wurden verschiedene Kennzahlen identifiziert (Tabelle 2). Diese sollen in definierten Intervallen von den zuständigen Abteilungen erhoben werden und über den Geschäftsbereich Nachhaltigkeitsmanagement an den Vorstand kommuniziert werden. Der Nachhaltigkeitsbericht dient dazu die Fortschritte im Hinblick auf die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele kontinuierlich über die Kennzahlen zu dokumentieren und transparent auszuweisen. Der Bericht dient somit als Kontrollinstrument für den Aufsichtsrat und die externen Stakeholder. Zur Sicherstellung der Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten werden im Bericht die GRI-Leistungsindikatoren genutzt. Im Zuge der zunehmenden Nachhaltigkeitsberichterstattung im Gesundheitswesen ist ein Benchmarking mit Blick auf die GRI-Leistungsindikatoren geplant.

Tabelle 2: Auflistung der Kennzahlen mit Zuständigkeiten und Messintervallen
Kennzahlen Zuständiger Bereich Intervall
Treibhausgasemissionen Nachhaltigkeit jährlich (Q1)
Energieverbrauch Technik jährlich (ab 06/25 kontinuierlich)
Abfallbericht mit Abfallmengen Abfallbeauftragter jährlich (Q1)
Anteil Recyclingpapier Einkauf jährlich (Q1)
Weiterbildungszeiten Unternehmensentwicklung jährlich (Q1)
Mobilitätsverhalten Dienstreisen Unternehmensentwicklung jährlich (Q1)
Mobilitätsverhalten Mitarbeitende Personalmanagement alle 3 Jahre (2024/2027)
Unfall- und Ausfallquote Personalmanagement jährlich (Q1)
Fluktuation/Abteilung Personalmanagement jährlich (Q1)
Arbeitsunfälle bzw. arbeitsbedingte Erkrankungen Arbeitssicherheit bzw. Betriebsärztin kontinuierlich bzw. jährlich (Q1)


Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Als Mitarbeitende des Evangelischen Krankenhausvereins im Luisenhospital sehen wir uns in einer langen Tradition christlich-sozialer Verpflichtung und stellen die Gesundung der Patienten und Patientinnen sowie die Betreuung der Bewohner und Bewohnerinnen, in den Mittelpunkt unseres Handelns entsprechend unserem Leitsatz "Ganz nah am Menschen".
Unser Leitbild soll die Basis unserer täglichen Arbeit sein, die wir Mitarbeitende in christlicher Überzeugung verrichten. Seine Einhaltung ist entscheidend für den Erfolg unserer Tätigkeit und für die Zukunft und Weiterentwicklung des Vereins.
  1. Wir verstehen den Menschen als ein Geschöpf Gottes, dessen Würde unantastbar ist.
  2. Wir achten die Würde aller Patienten und Bewohner in ihrer Krankheit, im Leben und im Sterben.
  3. Wir begegnen allen Patienten, Bewohnern und Mitarbeitern in ihrer individuellen Persönlichkeit zugeneigt und respektvoll.
  4. Wir arbeiten nach dem aktuellen Stand des Wissens, kommunizieren ihn mit unseren Patienten und beachten das Recht auf Selbstbestimmung.
  5. Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter ist wichtig. Ihr Können und ihr Einsatz sind die Basis unserer Arbeit. Dabei legen wir Wert auf die Förderung von Kreativität und Eigenständigkeit und unterstützen eine aufgabenorientierte Fort- und Weiterbildung.
  6. Wir pflegen ein konstruktives Miteinander.
  7. Wir gestalten die Arbeitsabläufe nach innen und außen durch gute Kommunikation und Transparenz zielgerichtet.
  8. Wir gehen mit den Ressourcen unseres Hauses sorgsam um. Wir überprüfen unser Handeln auf Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit
  9. Wir verpflichten uns, den guten Ruf unseres Hauses zu erhalten und zu mehren.
  10. Wir fördern im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen kulturelle Angebote zur Begegnung Kranker und Gesunder.
  11. Die Arbeit, die wir im Evangelischen Krankenhausverein leisten, ist nur möglich im engen Kontakt mit Menschen und Organisationen außerhalb. Mit ihnen verbindet uns eine partnerschaftliche Zusammenarbeit im Interesse unserer Patienten und Bewohner.


8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Ca. 93% der Mitarbeitenden des Luisenhospitals Aachen sind tariflich vergütet. Die Tarifwerke sehen keine Anreizkomponenten im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte vor.
Zielorientierte Aspekte, in dem auch auf die Aspekte der Nachhaltigkeit eingegangen werden kann, richten sich insbesondere an außertariflich vergütete Führungskräfte. Hier kann jährlich zwischen der Führungskraft und dem Vorstandsvorsitzenden eine Zielvereinbarung vereinbart werden. Nachhaltigkeitsorientierte Ziele sind bislang jedoch in keiner der bestehenden Zielvereinbarungen definiert.
Darüber hinaus bestehen diverse nicht­monetäre Anreizsysteme. Diese dienen dazu, unter anderem über den Umgang mit Nachhaltigkeit im Luisenhospital nachzudenken und weiter zu verbessern. So gibt es u.a. ein Vorschlagswesen für Mitarbeitende. Dadurch haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit Ideen, Verbesserungsvorschläge und sonstigen Anregungen zur Verbesserung und Generierung von Einsparungen einzubringen. Zur Förderung nachhaltiger Mobilität erfolgte zudem im Berichtsjahr eine App-basiertes Gewinnspiel mit Preisen für die Mitarbeitenden, die sich für nachhaltige Verkehrsmittel entschieden haben.
Der Verein der Freunde und Förderer des Evangelischen Krankenhausvereins fördert darüber hinaus Ideen aus der Mitarbeiterschaft, die nicht vom Träger umgesetzt werden können.


Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

a)
i) Die Mitglieder des höchsten Kontrollorgans, dem Aufsichtsrat des Luisenhospitals Aachen, arbeiten ehrenamtlich und erhalten keine Aufwandsentschädigung. Die Gesamtvergütung des Vorstandsvorsitzenden setzt sich aus einem fixen Jahresgehalt und einer variablen Erfolgsvergütung zusammen. Die variable Erfolgsvergütung wird für das abgelaufene Geschäftsjahr nach Feststellung des Jahresabschlusses durch den Wirtschaftsprüfer nach Maßgabe der erfüllten Zielvorgaben und der Gesamtperformance durch den Aufsichtsrat festgelegt. Führungskräfte erhalten ein fixes Grundgehalt nach Tarifvertrag oder rein außertarifliches Grundgehalt. Daneben erhält ein Teil der Führungskräfte ein variables Gehalt in Abhängigkeit von erfüllten Zielen. Die Ziele können im nicht medizinischen Bereich als Erlösbeteiligung oder Erfolgsbeteiligung ausgestaltet sein und sind regelhaft an den Unternehmenszielen ausgerichtet. Alle vereinbarten Ziele sind spezifisch, messbar und terminiert.

ii) Es wird eine Empfehlungspauschale an bestehende Mitarbeitende ausgezahlt, die neue Mitarbeitende anwerben. 

iii) Abfindungen werden im Regelfall nicht gezahlt und es gibt keine vertraglichen oder kollektivrechtlichen Regelungen dazu. Lediglich im Einzelfall, insbesondere im Fall gerichtlicher Vergleiche, werden Abfindungen gezahlt. Die Höhe bemisst sich an der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung.

iv) Rückforderungen von Gehaltsbestandteilen erfolgen im Rahmen der tarifvertraglichen und bürgerlich rechtlichen Ausschlussfristen

v) Der Arbeitgeber leistet im Rahmen der tarifvertraglichen Vereinbarungen Beiträge zur zusätzlichen Altersvorsorge bei der KZVK (Kirchliche Zusatzversorgungskasse)

b)
Grundsätze der Vergütungspolitik sind unter a-i) aufgeführt. Aktuell werden hierbei primär ökonomische Kriterien berücksichtigt

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

a) Das höchste Gesamtbruttogehalt wurde im Berichtsjahr 2023 im ärztlichen Bereich erzielt. Es entspricht dem 9,91-fachen Median der Jahresgesamtvergütung aller Angestellten des Luisenhospitals.


9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Eine strukturierte Erhebung der Stakeholder fand erstmalig im Rahmen des aktuellen Nachhaltigkeitsberichtes statt. Unabhängig davon pflegt das Luisenhospital Aachen als in der Region verwurzeltes Krankenhaus langjährige, gewachsene Partnerschaften zu verschiedenen Anspruchsgruppen.
Bei den externen Anspruchsgruppen haben die Patienten und Patientinnen im Luisenhospital einen gesonderten Stellenwert. Wünsche und Anregungen werden über eine standardisierte Befragung erhoben. Zudem gibt es eine Patientenfürsprecherin, Selbsthilfegruppen, Informationsveranstaltungen und Unterstützungsangebote für Angehörige. Die Kommunikationskanäle sind vielfältig und umfassen Plakate, Zeitungsartikel, Social-Media-Kanäle und unsere Homepage. Aktuell werden die Patienten und Patientinnen nicht aktiv in den Nachhaltigkeitsprozess integriert. Es besteht jedoch über das Freitextfeld in der Befragung, die Möglichkeit Ideen und Kritik zu äußern. Entsprechende Meldungen werden durch den Geschäftsbereich Nachhaltigkeit oder das Qualitäts- und Beschwerdemanagement bearbeitet.
Mit allen anderen externen Stakeholdern finden regelmäßige Treffen auf oberer Managementebene statt. Inhalte sind in der Regel Anlass und Stakeholder bezogen und umfassen z.B. die Sicherheit der Lieferleistung oder rechtliche Fragestellungen. Es ist geplant zukünftig vermehrt Inhalte zum Themenkomplex Nachhaltigkeit unabhängig von Inhalten zur Optimierung der Gesundheitsfürsorge aufzunehmen. In Tabelle 3 ist eine Auflistung der Stakeholder, der Häufigkeit der Zusammenkünfte, sowie der geplanten inhaltlichen Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Treffen dargestellt. Der Prozess sieht vor, dass die Gesprächsergebnisse bzgl. der Nachhaltigkeitsthemen schriftlich an den Geschäftsbereich Nachhaltigkeit übermittelt werden.

Tabelle 3: Nachhaltigkeitsthemen im Stakeholderdialog
Stakeholder Treffen auf oberer Managementebene Inhaltliche Nachhaltigkeitsaspekte
Einkaufsgemeinschaft  

2/Jahr Compliance, Digitalisierung, Lieferoptimierung
Lebensmittellieferant 1/Jahr Regionale Lebensmittel, effiziente Lieferprozesse
Wäschedienstleister 4/Jahr Herkunft der Leihwäsche, Emissionen pro gereinigtem Wäschestück, Optimierung der Lieferfrequenzen
Stromlieferant 2/Jahr Umstellung des Stromvertrages auf erneuerbare Energie
Krankenkassen 10/Jahr Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsbemühungen bei der Erstattung von Leistungen
Banken 2/Jahr Bedeutung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Kreditvergabe
Anwaltskanzleien 5/Jahr Einhaltung von Gesetzen mit Bezug auf Nachhaltigkeit (z.B. Energieeffizienzgesetz, LKSG)
Versicherungen 1/Jahr Ökologisch (und sozial) nachhaltige Kapitalanlagen
lokale Politik und Verwaltung 3-5/Monat Nachhaltige Mobilität, Wärmeplanung
Diakonie 2/Jahr Übergeordnete Nachhaltigkeitsstrategie und Unterstützungsmaßnahmen


Neben den oben aufgeführten Gesprächsterminen gibt es eine öffentliche Kommunikation aller Nachhaltigkeitsaktivitäten über Social Media und die Homepage des Luisenhospitals Aachen. Das Luisenhospital Aachen ist zudem Initiator von regionalen Vernetzungstreffen zwischen den Krankenhäusern mit den Schwerpunkten Abfall und Energiemanagement. Weiterhin engagiert sich das Luisenhospital Aachen in Netzwerken zur Förderung der Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen. Es ist Mitglied bei KLIMEG (Kompetenzzentrum für klimaresiliente Medizin und Gesundheitseinrichtungen) und HCWH (Health Care Without Harm). Die Nachhaltigkeitsreferentin ist zudem Mitglied bei KLUG (Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit), Health for future und Nachhaltigkeitsbotschafterin bei ZUKE Green (Zukunft Krankenhaus Einkauf). Über all diese Initiativen besteht ein vielfältiger Austausch mit diversen Anspruchsgruppen.
Die Einbindung der Mitarbeitenden in den Nachhaltigkeitsprozess ist im Abschnitt 14. Arbeitnehmerrechte ausführlich dargestellt.


Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Im Stakeholder-Dialog hat das Thema Nachhaltigkeit bislang keinen gesonderten Stellenwert. Durch die Schaffung des Geschäftsbereichs Nachhaltigkeit sowie durch den Nachhaltigkeitsbericht wird sich dies sukzessive ändern und eine deutlich größere Rolle beim Austausch mit den Anspruchsgruppen einnehmen. Es ist geplant über die Ergebnisse des Stakeholder-Dialogs im DNK-Bericht für 2024 zu berichten.


10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Innovationsmanagement

Im Jahr 2022 wurden alle Mitarbeitenden im Rahmen einer Umfrage aufgefordert Ideen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit im Luisenhospital Aachen einzureichen. Hierbei wurden 500 Ideen vorgeschlagen, welche auf ca. 40 zusammengefasst werden konnten. Diese Ideen wurden von den zuständigen Abteilungen bzgl. der Realisierbarkeit bewertet. Die Ergebnisse der Umfrage sowie die Antworten der Abteilungen wurden allen Mitarbeitenden mittels Aushang sowie im Intranet zur Verfügung gestellt. Zudem haben die Mitarbeitenden dauerhaft die Möglichkeit Ihre Ideen an die Referentin für Nachhaltigkeit heran zu tragen. Diese leitet die Ideen dann an die zuständigen Abteilungen sowie die Geschäftsführung weiter und überprüft die Umsetzbarkeit. Der Verein der Freunde und Förderer des Evangelischen Krankenhausvereins fördert darüber hinaus Ideen aus der Mitarbeiterschaft, die nicht vom Träger umgesetzt werden können.

Im Folgenden erfolgt unter Berücksichtigung des DNK-Leitfadens für Gesundheitseinrichtungen eine Auflistung von Maßnahmen in den Bereichen Prävention, Kuration und Versorgung sowie Rehabilitation. Um die hier genannten qualitativen Maßnahmen mit aussagekräftigen, vor Ort erhobenen quantitativen Zahlen zu stützen, wären in vielen Fällen umfassende wissenschaftliche Studien notwendig. Hierfür existieren aktuell nicht die notwendigen finanziellen und personellen Rahmenbedingungen. Für die Bewertung von Maßnahmen wird folglich vorhandenes Wissen aus bestehenden externen Analysen genutzt.

10 a) Prävention

Die Gesundheitseinrichtung legt dar, welche präventiven Ansätze der Gesundheitsversorgung sie auf individueller und kollektiver Ebene verfolgt und damit den Ansatz des „population health“ unterstützt.

Über das Gesundheitszentrum Treffpunkt Luise wird ein offenes Kursangebot für alle Interessierten mit Fokus auf die Primärprävention angeboten (z.B. Qi-Gong). Die Mitarbeitenden können an den Kursen unter vergünstigten Konditionen teilnehmen. Über das betriebliche Gesundheitsmanagement werden zudem vielfältige weitere präventive Angebote für die Mitarbeitenden angeboten (s. Punkt 15. Chancengerechtigkeit). Weiterhin fördern wir als vom ADFC zertifizierter fahrradfreundlicher Arbeitgeber aktive Fortbewegungsformen.
Zunehmende Hitze ist sowohl für Patienten und Patientinnen als auch für die Mitarbeitenden ein gesundheitliches Risiko. Aus diesem Grunde haben wir 2023 unsere Maßnahmen zum Hitzeschutz präventiv ausgeweitet. Es wurden Informationsbroschüren zum Thema Hitze ausgelegt, Hitzewarnmeldungen an die Mitarbeitenden kommuniziert und Trinkwasser an Tagen mit Temperaturen über 30°C in allen Wartebereichen zur Verfügung gestellt. Für die Mitarbeitenden und Patienten auf den Stationen besteht darüber hinaus dauerhaft der kostenlose Zugang zu den Trinkwasserbrunnen.

10 b) Kuration und Versorgung

Die Gesundheitseinrichtung legt offen, wie sie kurative Prozesse und Dienstleistungen zur Gesundheitsversorgung nachhaltig gestaltet.

Im Folgenden sind ausschließlich Maßnahmen aufgelistet, die außerhalb der regulären im Gesundheitswesen üblichen Maßnahmen durchgeführt werden und somit anderen Einrichtungen als Praxisbeispiel dienen können.

Im Bereich der Anästhesie erfolgt schon immer der vollständige Verzicht auf Desfluran sowie der bevorzugte Einsatz totaler intravenöser Anästhesie. Hierdurch kann weitestgehend auf den klimaschädlichen Einsatz von Narkosegasen verzichtet werden unter Berücksichtigung einer optimalen medizinischen Behandlung. Es ist davon auszugehen, dass wir im Vergleich zu Krankenhäusern vergleichbarer Größe hierdurch einige hundert Tonnen CO2 jährlich seit 1998 eingespart haben. Auf Grund fehlender Basisdaten andere Krankenhäuser ist eine genauere Angabe nicht möglich.
Durch das Ausstecken der energieintensiven Narkosegasabsaugung am Ende des OP-Tages sparen wir ca. 13 t CO2e pro Jahr.
Alle Scheren, Pinzetten und Nadelhalten sind Mehrweginstrumente. Zudem setzen wir im operativen Bereich Stapler ein, denen elektrische Einheit ein Mehrwegprodukt ist.  
Um die Versorgung der Patienten und Patientinnen auch zukünftig bestmöglich zu gestalten, investiert das Luisenhospital Aachen viel in die Ausbildung im Bereich der Pflege. Neben den unter Punkt 16. Qualifikation aufgeführten Maßnahmen wurde im Luisenhospital im Jahr 2023 wiederholt mit der Schülerstation ein außergewöhnliches Projekt umgesetzt, in dessen Rahmen die Schüler und Schülerinnen eigenverantwortlich unter Supervision die Betreuung einer Station übernehmen.
Um die Abläufe für onkologische Patienten und Patientinnen zu optimieren ist im Luisenhospital Aachen spezielles onkologisches Fachpersonal angestellt, welches die Patienten während der gesamten Therapie begleitet und alle Termine (auch externe) im Blick behält. Hierdurch werden zeitliche Abläufe optimiert, Doppeluntersuchungen vermieden und die hohe Qualität der Behandlung sichergestellt.


10 c) Rehabilitative Gesundheitsversorgung

Die Gesundheitseinrichtung stellt dar, wie sie durch rehabilitative Ansätze die Gesundheitsversorgung verbessert und damit das Outcome sichert und dauerhaft einen positiven Impact auf die Gesundheit der versorgten Patientinnen und Patienten erreicht.

Um insbesondere die Selbstständigkeit älterer Menschen im Rahmen einer akuten Erkrankung zu erhalten bietet das Luisenhospital Aachen für diese Personengruppe eine frühzeitige Rehabilitation an. Parallel zur Behandlung der akuten Erkrankung arbeiten wir an der Wiederherstellung oder Erhaltung der Funktionen. Das umfasst die Rehabilitationsplanung durch Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, Neuropsychologen und die Unterstützung durch unseren Sozialdienst. Die zertifizierte Geriatrische Klinik erfüllt mit dem Geriatriesiegel sowie dem Rehasiegel vollumfänglich die Anforderungen an deutsche Rehakliniken.


Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen.

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Das Luisenhospital weist unter den Finanzanlagen Anteile sowie Darlehen an verbundenen Unternehmen (ebenfalls in Trägerschaft des Ev. Krankenhausvereins) aus. Eine Auswahlprüfung nach Umwelt- oder
sozialen Faktoren findet für die genannten Finanzanlagen nicht statt.